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Gallenbeschwerden (funktionelle Störungen der Gallenblase und Gallenwege) Symptome & Diagnose

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 15.07.2014
Gallenbeschwerden (funktionelle Störungen der Gallenblase und Gallenwege) Symptome & Diagnose

Gallenkolik ohne körperlichen Befund

Funktionelle Gallebeschwerden lassen sich schwer von symptomatischen Gallensteinleiden unterscheiden. Im Mittelpunkt der Beschwerden stehen durch Gallestau verursachte wiederkehrende Oberbauchschmerzen, die vor allem rechtsseitig auftreten. Sie können auch in die rechte Schulter oder den Rücken ausstrahlen.

Der Schmerzcharakter ist dumpf bis krampfartig. Diese anfallsartigen Oberbauchkrämpfe nennt man Gallenkolik. Sie kann schwach oder sehr heftig auftreten und zwischen fünf Minuten oder fünf Stunden anhalten. Wie bei Dyspepsie beim Reizmagen können zudem Übelkeit, Blähungen, Appetitlosigkeit und Völlegefühl auftreten.

Fettstühle findet man aufgrund der fehlenden Gallensäuren. Gehäuft tritt die Gallenkolik nach fettem Essen, Verzehr von Hülsenfrüchten, Kaffee oder Alkoholkonsum auf.

Im Gegensatz zu den Symptomen einer Gallenblasenentzündung oder Entzündung der Gallenwege tritt jedoch kein Ikterus mit Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten oder Entfärbung des Stuhls auf.

Die Ausschlussdiagnose

Für die Diagnose müssen andere körperliche (oder funktionelle) Krankheiten ausgeschlossen werden, da funktionelle Gallenbeschwerden nicht mit Untersuchungen erfasst werden können. Nach Häufigkeit des Auftretens muss der Arzt als Differentialdiagnose denken an:

  • Reizmagen
  • Reizdarm
  • Ulkus (Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür)
  • Refluxkrankheit
  • Speiseröhren- oder Magenkrebs
  • Gallensteine, Gallenblasenentzündung
  • Magenentleerungsstörung
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Laktoseintoleranz
  • Medikamentennebenwirkungen
  • Stoffwechselstörungen
  • Bakterielle Fehlbesiedelung des Darms
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs

Eine ausführliche Anamnese (ärztliches Gespräch) dient dem Hinweis auf Gallenwegerkrankungen oder andere Krankheiten und Operationen in der Vorgeschichte, dem Erfassen von Ernährungsgewohnheiten und Risikofaktoren wie Alkoholkonsum oder Tabakrauchen, Medikamenteneinnahme und Allergien.

Die körperliche Untersuchung des Bauchs dient der Lokalisation von Schmerzen oder dem Tasten von Verhärtungen, die auf verschiedene Krankheiten des Abdomens (Bauchraums) hinweisen können.

Eine Blutuntersuchung im Labor auf erhöhte Leberwerte, Cholestase oder Bauchspeicheldrüsenwerte wie Amylase oder Lipase dient auch dem Aufdecken anderer Krankheiten.

Je nach Verdacht muss zur weiteren Abklärung möglicher Krankheiten ein Ultraschall, Röntgen mit Kontrastmittel oder eine Computertomographie gemacht werden. Mögliche Gallensteine oder eine Gallenblasenentzündung sieht man am besten im Ultraschall.

Riskante Verfahren – wertvoll oder überflüssig?

Die einzige direkte Methode eine Sphinkter-Oddi-Dysfunktion darzustellen ist die Sphinkter-Oddi-Manometrie. Sie dient der Druckmessung des Schließmuskels an der Einmündung des Gallengangs in den Zwölffingerdarm und wird über eine Darmspiegelung durchgeführt. Bei einer Sphinkter-Oddi-Dysfunktion besteht meist ein erhöhter Sphinkter-Oddi-Basaldruck.

Eine weitere Methode ist die ERCP (Endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikographie). Hier wird ein flexibles Spiegelinstrument (Endoskop) über den Mund in örtlicher Betäubung bis in den Dünndarm geschoben. Über das Endoskop wird ein Kontrastmittel verabreicht. Das ermöglicht die Darstellung der Gallengänge im anschließenden Röntgenbild.

Beide Methoden gehen mit einem hohen Risiko für eine anschließende Bauchspeicheldrüsenentzündung einher. Daher sollten sie nur in Notfällen und an spezialisierten Zentren durchgeführt werden. Es sollte gut überlegt werden ob es nicht sanftere Verfahren gibt, die Ursache für eine funktionelle Störung herauszufinden.

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Die biographische Anamnese deckt belastende Lebensereignisse auf

Eine psychosomatische Diagnosemethode ist die biographische (bio-psycho-soziale) Anamnese. In diesem ärztlichen Gespräch geht es darum, dem Menschen zuzuhören, aktuelle Belastungen wie beruflichen oder familiären Stress aber auch die körperlichen Symptome anzuerkennen, denn der Betroffene ist kein eingebildeter Kranker. Belastende Lebensereignisse in der Vorgeschichte können aufgedeckt werden, die mit dem Auftreten der Gallenkoliken in zeitlichem Zusammenhang stehen. Diese „stressfull life events“ können Eckpunkt für eine Diagnose der seelischen Ursache werden.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.