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Gallenbeschwerden (funktionelle Störungen der Gallenblase und Gallenwege) Pflanzliche Wirkstoffe

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 15.07.2014
Gallenbeschwerden (funktionelle Störungen der Gallenblase und Gallenwege) Pflanzliche Wirkstoffe

Gute Hilfe bei funktionellen Gallenbeschwerden

Gallensteine, die operiert werden müssen, Gallenblasenentzündung oder ein Gallenstau innerhalb der Leber (bei Lebererkrankungen) müssen schulmedizinisch behandelt werden! Möglicherweise können dann unterstützend pflanzliche Wirkstoffe eingesetzt werden.

Funktionelle Störungen der Gallenblase und Gallenwege sprechen sehr gut auf eine alleinige Behandlung mit Heilpflanzenextrakten an. Die Behandlung mit pflanzlichen Wirkstoffen ist hier gegenüber den synthetischen Medikamenten oft die bessere Alternative. Auch zur Vorbeugung von Gallensteinen und Gallengrieß und zur Nachbehandlung einer operativen Gallenblasenentfernung können Heilpflanzen ihre positive Wirkung entfalten:

  • Steigerung der Gallenproduktion (Cholerese)
  • Steigerung der Gallenausscheidung (Cholezystokinese)
  • Krampflinderung (Spasmolyse)
  • Verdauungsanregung und Linderung von Beschwerden wie Übelkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit (bei Dyspepsie)
  • Entzündungshemmung
  • Wirksamkeit gegen Bakterien
Hilfe auf einen Blick:
  • Artischockenblätter enthalten ein Gemisch an Bitterstoffen, das gallentreibend und krampflindernd wirkt. Besonders nach fettreichen Mahlzeiten erleichtert Artischockenblätter-Extrakt als Kapseln, Dragees oder Frischpresssaft die Verdauung.
  • Gelbwurz wird in Indien und Indonesien als Küchengewürz und Leber- und Gallentee geschätzt. Seine Curcuminoide wirken gallentreibend. Hierzulande ist Gelbwurz bzw. Curcuma auch als Fertigpräparat erhältlich.
  • Erdrauchkraut lindert Bauchkrämpfe – bei Gallenkoliken kann die alkaloidhaltige Heilpflanze Abhilfe verschaffen – als Tee oder Tabletten aus der Apotheke.

Bitterstoffe für mehr Galle

Artischocke

Artischockenblätter enthalten vorwiegend Bitterstoffe als wirksame Inhaltsstoffe. Artischockenblätter-Extrakt hat viele Talente: Er senkt erhöhte Blutfette (Cholesterinsenker), schützt und regeneriert die Leber und wirkt antioxidativ. Eine der wichtigsten Eigenschaften von Artischockenblättern ist die Steigerung der Galleproduktion und Gallenausscheidung. Das merkt man spürbar nach einem fetten Essen – Artischockenblätter-Extrakt erleichtert die Fettverdauung und lindert Symptome wie Völlegefühl, Übelkeit und Druckgefühl im Oberbauch. Auch eine leicht krampflindernde Wirkung haben Artischockenblätter.

Als Gemüse zubereitet sind jedoch nicht genug Wirkstoffe vorhanden. Am besten nimmt man für medizinische Zwecke Fertigpräparate in Form von Dragees oder Kapseln, oder den Artischockenblätter-Frischpresssaft aus der Apotheke.

Löwenzahn

Gelb wie Galle blüht der Löwenzahn auf unseren heimischen Wiesen, bevor er den Kindern als Pusteblume Freude bereitet. Als Heilpflanze hat er eine lange Tradition in der antiken Medizin und Volksheilkunde.

Auch Löwenzahnwurzel und Löwenzahnkraut enthält viele Bitterstoffe. Neben seiner galletreibenden Eigenschaft hat er eine entwässernde Wirkung. Löwenzahnwurzel und –kraut kann bei Störungen des Galleflusses, Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen eingesetzt werden. Dafür steht der Frischpflanzenpressaft oder eine Tinktur zur Verfügung.

Schafgarbe

Als Heilpflanze besaß die Schafgarbe im Altertum vor allem in der Wundbehandlung einen hohen Stellenwert. Ihr Name entstammt der Beobachtung, dass kranke Schafe das Kraut vermehrt fressen.

Die Bitterstoffe im Schafgarbenkraut mit -blüten, aber auch ihr ätherisches Öl und Flavonoide erklären seine gallentreibende, bakterienhemmende, krampflindernde und appetitanregende Wirkung. Wegen seiner entkrampfenden Wirkung kann Schafgarbenkraut-Extrakt sowohl bei Regelschmerzen oder Verdauungsstörungen mit Bauchkrämpfen und leichten Gallenkoliken hilfreich sein.

Der Frischpflanzenpressaft oder die Tinktur sind bei Gallenbeschwerden zu bevorzugen. Für einen krampflindernden Teeaufguss nimmt man 2 gehäufte Teelöffel geschnittenes Schafgarbenkraut aus der Apotheke, übergießt es mit ¼ Liter kochendem Wasser, lässt es 15 Minuten ziehen; danach abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Ein Sitzbad mit Schafgarbenkraut-Teeaufguss ist wohltuend bei Ober- und Unterbauchkrämpfen.

Wermut

Ebenso hochgeschätzt ist das heimische Wermutkraut seit der Antike. Dem Wermutwein wurde nach Völlereien kräftig zugesprochen. Wermutkraut enthält sowohl Bitterstoffe, hauptsächlich Absinthin als auch ätherische Öle, darunter Thujon. Bei Appetitlosigkeit, funktionellen Gallenbeschwerden und zur Förderung der Magensaftsekretion ist es deshalb sehr nützlich. Der Gehalt an Thujon sollte jedoch nicht zu hoch sein, da reines Thujon Halluzinationen auslösen kann! In der Apotheke erhält man Fertigpräparate mit geregeltem Thujon-Gehalt. 3 Tassen Wermuttee am Tag oder bis zu 50 Tropfen Wermutkraut-Tinktur sind gallentreibend und verdauungsanregend. Setzt eine Abneigung gegen den Wermutkraut-Extrakt ein, sollte man zu einer anderen Heilpflanze wechseln.

Medizin aus dem Gewürzregal

Curcuma und javanische Gelbwurz

Gelbwurz gehört zu den Ingwergewächsen und ist ein beliebtes Gewürz und Heilmittel im gesamten asiatischen Kulturraum. Man unterscheidet Curcuma, das in Indien als Hauptbestandteil der Curry-Mischungen verwendet wird und die javanische Gelbwurz aus Indonesien und Malaysia. Der „Gelbwurztee“ wird von den Einwohnern Indonesiens statt dem täglichen Kaffee oder Schwarztee genossen. Tatsächlich treten dort in der Bevölkerung weniger Leber- und Gallenkrankheiten auf.

Beide Gelbwurz-Extrakte enthält Curcuminoide als ätherische Öle. Sie wirken gallentreibend, entzündungshemmend, antioxidativ und schützen die Leber. Gelbwurz-Extrakt wird auch zur Vorbeugung der Sphinkter-Oddi-Dysfunktion nach einer operativen Gallenstein/blasen-Entfernung empfohlen.

In der Apotheke sind Fertigpräparate erhältlich. Für einen Gelbwurztee nimmt man 1-2 Teelöffel der geschnittenen Wurzel oder des ½ Teelöffel des Pulvers. Mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen. Bei Gallenbeschwerden dreimal täglich 1 Tasse davon trinken.

Bauchkrämpfe natürlich lindern

Erdrauch und Schöllkraut

Erdrauchkraut und Schöllkraut enthalten bei Alkaloide, die eine krampflindernde Wirkung bei Gallenkoliken haben. Im Erdrauchkraut sind sie jedoch niedriger dosiert, was von Vorteil sein kann um eventuell leberschädigende Nebenwirkungen des Schöllkrauts zu vermeiden.

Schöllkraut blüht gelb und seine Stängel enthalten einen gelben Saft – gelb wie Galle. Vom Schöllkraut sollte man unter ärztlicher Aufsicht nur Fertigpräparate zur Krampflinderung einsetzen und die Tagesdosis von 2,5mg Gesamtalkaloide im Trockenextrakt nicht überschreiten. Vom Erdrauchkraut stehen Tabletten, Dragees und das geschnittene Kraut für einen Teeaufguss zur Verfügung.

Minze und Pfefferminze

Minze- und Pfefferminzblätter enthalten Menthol und andere ätherische Öle. Auch sie haben eine krampflindernde Wirkung, jedoch milder als Erdrauchkraut oder Schöllkraut. Innerlich eingenommen können sie leichte Gallenkoliken lösen. Pfefferminztee, gemischt mit Kamillenblütentee, Kau- und Lutschtabletten, Tropfen, Kapseln, Tinkturen – die Auswahl ist groß und kann eine einfach verfügbare, schnelle Hilfe bei milden Beschwerden sein.

Scharfe Hilfe aus dem Garten

Rettich

Nicht jedem schmeckt Rettich – in der Küche wird der „Radi“ erst in Scheiben geschnitten und anschließend gesalzen, um ihm einen Teil der beim Schneiden entstandenen Schärfe wieder zu entziehen.

Die Scharfstoffe, vornehmlich Senföle, sind jedoch die wirksamen Inhaltsstoffe. Sie regen die Verdauungssäfte an, steigern die Leberdurchblutung und nehmen so Einfluss auf die Leber- und Gallenfunktion. Rettichwurzel wirkt zudem keimhemmend. Bei Gallensteinen darf man Rettichwurzel nicht anwenden. Bei funktionellen Gallenbeschwerden kann der Frischpflanzenpresssaft oder der Genuss der frisch aufgeschnittenen Rettichwurzel die Beschwerden lindern.

Ein bewährter Gallentee

Schöllkraut – 3 Teile

Löwenzahnwurzel mit –kraut – 3 Teile

Wermutkraut – 3 Teile

Nach Bedarf und zur Geschmacksverbesserung kann man verdauungsfördernde und appetitanregende Zutaten beimischen wie Fenchelfrüchte, Kümmelfrüchte, Dillfrüchte oder Schafgarbenkraut. 1 Teelöffel der Mischung mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und 2x täglich nach der Mahlzeit trinken.

Quellen:
  • Hepatologie für die Praxis (G. Pape und B. Göke; Urban & Fischer Verlag)
  • Praxisleitfaden Allgemeinmedizin (S. Gesenhues und R. Ziesché, Urban & Fischer Verlag)
  • Ernährungsmedizin (H. Biesalski, S. Bischoff, Ch. Puchstein; Thieme Verlag)
  • Psychosomatische Grundversorgung (W. Tress; Schattauer Verlag)
  • Leitfaden Phytotherapie (H. Schilcher, S. Kammerer, T. Wegnener; Urban & Fischer Verlag)
  • Pharmakognosie, Phytopharmazie (Hänsel, Sticher; Springer Verlag)
  • Heilpflanzenpraxis heute (S. Bäumler; Urban & Fischer Verlag)
  • Urania Pflanzenreich – Blütenpflanzen 1+2 (Urania Verlag)

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.