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Gallenbeschwerden (funktionelle Störungen der Gallenblase und Gallenwege)

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 15.07.2014
Gallenbeschwerden (funktionelle Störungen der Gallenblase und Gallenwege)

Psychosomatische Gallenbeschwerden

„Mir kommt die Galle hoch!“ heißt es im Volksmund. Doch Gallenbeschwerden werden meist durch verminderten Gallenfluss verursacht. Nicht immer liegt die Ursache dabei in einer organischen Krankheit wie Gallensteinleiden oder Gallenblasenentzündung. Wie beim Reizmagen oder Reizdarm, die auf funktionellen Störungen beruhen, kennt man auch die funktionellen Störungen von Gallenblase und Gallenwegen – Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, Übelkeit, doch die Ursache kann nicht aufgedeckt werden, da sie auf Stress und seelischem Ungleichgewicht beruht. Pflanzliche Wirkstoffe wie Artischockenblätter können helfen, die Beschwerden zu lindern.

Funktionelle Störungen der Gallenblase und Gallenwege verursachen dieselben Symptome wie manifeste Gallenerkrankungen, beruhen jedoch auf einer psychosomatischen (Körper-Seele) Störung. Synonyme sind „Reizgallenblase“, „Gallenwegsdyskinesie“ (Dyskinesie = gestörte Bewegung) oder „Sphinkter-Oddi-Dysfunktion“. Der Sphinkter Oddi ist der Schließmuskel an der Einmündung des Gallenwegs in den Dünndarm.

Die Häufigkeit funktioneller Gallenbeschwerden ist schwierig einzuschätzen. Wesentlich häufiger sind Reizmagen oder Reizdarm oder Gallensteine in der Bevölkerung. Die Diagnose einer Sphinkter-Oddi-Dysfunktion wird zu selten gestellt und kommt bei 2-4% aller Menschen nach operativer Gallenblasenentfernung vor. Funktionelle Verdauungsstörungen treten bei circa 40% der Bevölkerung auf und werden häufig verkannt.

Ursachen bei Gallenbeschwerden

Die Ursachen für funktionelle Gallenbeschwerden liegen entweder in einer verminderten Gallenproduktion oder Gallenausscheidung. Häufig ist die Funktion des Sphinkter Oddi gestört – zu wenig Galle gelangt in den Dünndarm. Diese Funktionen werden vom autonomen Nervensystem reguliert, das eng mit Zentren im Gehirn verbunden ist, die unsere Gefühle steuern.

Lesen Sie hier mehr über Ursachen von Gallenbeschwerden.

Symptome & Diagnostik bei Gallenbeschwerden

Die Symptome funktioneller Gallenbeschwerden sind dem Gallensteinleiden sehr ähnlich. Die Gallenkolik mit krampfartigen Schmerzen im rechten Oberbauch, Übelkeit, Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit. Fettiger Stuhlgang tritt aufgrund der fehlenden Gallensäuren im Darm auf. Häufig treten die Beschwerden nach fettem Essen auf.

Mehr zu Symptomen & Diagnostik bei Gallenbeschwerden.

Die Diagnose beruht auf dem Ausschluss anderer Krankheiten. Eine Sphinkter-Oddi-Dysfunktion kann man mit der Manometrie während einer Darmspiegelung messen. Ein weiteres spezifisches Verfahren ist die ERCP (Darstellung der Gallenweggänge im Röntgenbild mit Kontrastmittel). Beide Untersuchungsmethoden sind jedoch risikoreich für den Betroffenen und sollten nur in Notfällen eingesetzt werden. Wichtiger sind das verständnisvolle ärztliche Gespräch und die Aufklärung über die seelische Ursache der Krankheit.

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Therapie bei Gallenbeschwerden

Allgemeine Behandlungsmaßnahmen wie eine Wärmeflasche auf dem Bauch, fettreduzierte Ernährung, entkrampfende und schmerzlindernde Medikamente und Entspannungsverfahren zum Stressabbau sind hilfreich zur Linderung der Symptome. Zur Lösung des seelischen Konflikts sollte über eine Psychotherapie nachgedacht werden. Zudem können Heilpflanzen gute Abhilfe verschaffen: Artischocke, Gelbwurz, Löwenzahn, Schafgarbe oder Erdrauch haben eine gallentreibende, verdauungsanregende und krampflindernde Wirkung.

Mehr über Therapiemöglichkeiten bei Gallenbeschwerden.

Gallenbeschwerden im Überblick:
  • Funktionelle Gallenbeschwerden beruhen nicht auf einer körperlichen Erkrankung, sondern auf einem seelischen Konflikt, den die Betroffenen als körperliche Beschwerden erleben.
  • Ursache ist ein verminderter Gallenfluss und verminderte Gallenausschüttung in den Dünndarm. Diese Funktionen werden vom autonomen Nervensystem gesteuert, das eng mit unseren Gefühlen verbunden ist.
  • Die fehlenden Gallensäuren im Darm verursachen Übelkeit, Völlegefühl und Fettstühle vor allem nach fettreichen Mahlzeiten. Die Betroffenen erleben Gallenkoliken (krampfartige Oberbauchschmerzen).
  • Die Diagnose beruht auf dem Ausschluss anderer Krankheiten wie Gallensteinleiden, Gallenblasenentzündung, Reizmagen oder Reizdarm.
  • Entkrampfende und schmerzlindernde Maßnahmen wie Wärme, synthetische und pflanzliche Medikamente und Entspannungsverfahren helfen zur Linderung der Symptome. Der Betroffene sollte bei längerfristigen Beschwerden zur Psychotherapie motiviert werden.
Wann zum Arzt:

Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • Bei wiederholten krampfartigen Schmerzen im Oberbauch (Gallenkolik).
  • Hält eine Gallenkolik länger als fünf Stunden an so muss allerspätestens der Arzt aufgesucht werden.
  • Bei Übelkeit und Völlegefühl nach dem Genuss fetter Speisen.
  • Bei Ikterus (Gelbsucht, Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten; Entfärbung des Stuhls) und Fieber

Pflanzliche Arzneimittel:

  • Hepacyn

    Tabletten mit Artischocke

    Der Wirkstoff der Artischocke regt die Gallentätigkeit an und kann Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl lindern. Die Fettverdauung wird angekurbelt.

    Weiterlesen
  • Curcu Truw

    Kapseln mit Curcumawurzel

    Curcuma regt die Bildung von Gallensaft an und die Verdauung wird positiv beeinflusst. Die Fette können besser aufgespalten werden.

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Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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