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Wadenwickel, Schwitzkuren und Fiebertees: Die besten Hausmittel gegen Fieber

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 12.09.2013
Wadenwickel, Schwitzkuren und Fiebertees: Die besten Hausmittel gegen Fieber

Fieber ist keine Krankheit an sich, sondern eine natürliche Abwehr- und Heilreaktion des Körpers. Die erste und wichtigste Maßnahme zur „Behandlung“ von Fieber besteht darin, sich so viel Bettruhe zu gönnen, wie es geht. Der fiebernde Körper verbraucht viel Energie und benötigt daher alle Schonung, die er bekommen kann. Fieber wird heute allgemein als positive Reaktion betrachtet, der man grundsätzlich ihren Lauf lassen sollte. Lesen Sie hier, wie Sie den Körper in der Selbstheilungsphase unterstützen können und welche fiebersenkenden Maßnahmen Sie im Notfall selbst ergreifen können.

Vor allem bei Kindern kommt es schnell zu fiebrigen Reaktionen. Dabei darf man nicht vergessen, dass es sich bei Fieber um eine Immunreaktion handelt, die dem Körper bei der Krankheitsbewältigung hilft. Senken sollte man es in der Regel erst, wenn die Temperatur über 39,5°C steigt und der Leidensdruck entsprechend wächst. Geht es dem Patienten zusehends schlechter und treten starke Glieder- oder Kopfschmerzen auf, kann ein sparsam dosiertes Schmerzmittel helfen.

Es gibt aber auch viele einfache, altbewährte Hausmittel, die den Organismus beim Abfiebern helfen und das Allgemeinbefinden verbessern können. Bei Kindern, die zu Fieberkrämpfen neigen, ist allerdings besonderes Vorsicht geboten. Hier ist es auf jeden Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen.  

Schlaf ist immer noch die beste (Fieber-)Medizin

Hausmittel numero uno ist naturgemäß noch immer die bedingungslose Schonung von Geist und Körper. Der fiebrige Organismus stellt alle verfügbaren Reserven dem Immunsystem zur Verfügung, dessen Job ja bekanntlich die Krankheitsabwehr ist. Zusätzliche Strapazen können die Selbstheilung des Körpers negativ beeinflussen, darum verzichtet man am besten auch auf naheliegende Zeitvertreibe wie Fernsehen und Lesen. Betthüten und Entspannung angesagt. Schlafen, träumen, dösen. Wenn das wegen innerer Unruhe schwerfällt, gibt es sanfte pflanzliche Helfer wie Lavendel, Melisse und Baldrian, die als Kräutertees oder ätherische Öle erhältlich sind. Ein paar Tropfen Lavendelöl auf dem Kopfkissen wirken oft schon Wunder. Außerdem gilt:

Trinken, trinken, trinken!

Der Fiebernde muss den Flüssigkeitsverlust ausgleichen, den die vermehrte Schweißbildung zufolge hat. Am besten eignen sich Wasser, frische verdünnte Fruchtsäfte oder ungesüßte Kräutertees mit schweißtreibenden, fiebersenkenden Wirkeigenschaften. Lindenblüten und Holunder helfen beim Abschwitzen und Entgiften des Körpers. Dazu unten mehr. Am besten trinkt man zwei bis drei Liter am Tag, dem individuellen Durstgefühl entsprechend. Im Normalfall meldet der Körper seinen Flüssigkeitsbedarf nämlich selbst an. 

Der Klassiker – Feuchte Wadenwickel

Klettert das Fieberthermometer jenseits des kritischen Wertes und treten fieberbedingte Beschwerden wie Gliederschmerzen auf, ist der nassfeuchte Wadenwickel ein bewährtes Hausmittel, um ohne den Einsatz pharmazeutischer Mittel die Temperatur zu senken, ohne den Heilprozess zu stören. Wichtig ist, dass das Wasser nicht eiskalt ist, da sich sonst die Blutgefäße zusammenziehen und die Körperhitze nicht abgeleitet werden kann. 

Wadenwickel – so geht's:
  • Breiten Sie ein großes Handtuch unter den Beinen des Fiebernden aus, um das Bett vor Nässe zu schützen.
  • Achten Sie darauf, dass die Füße warm sind.
  • Tauchen Sie zwei Geschirrtücher in kühles, nicht kaltes(!) Wasser und wringen Sie diese aus. Alternativ kann auch Pfefferminztee verwendet werden.
  • Wickeln Sie die feuchten Tücher locker um die Waden und darüber zwei Frottee-Handtücher. 
  • Decken Sie den Fiebernden leicht zu und wiederholen die Prozedur drei bis viermal im Zehnminutentakt
  • Legen Sie dann eine Ruhepause ein. 
Warnhinweise:
  • Bei Kleinkindern darf die Wassertemperatur nur 2 bis 5°C unter der Körpertemperatur liegen!
  • Warten Sie mit der Anwendung bis der Fiebergipfel erreicht ist. Faustregel: Hat der Fiebernde warme Füße, dürfen die Wickel zum Einsatz kommen. Bei kalten Extremitäten steigt das Fieber noch an. 
  • Fieber nicht zu rasch senken, um den Organismus nicht zu belasten
  • Wärmestau durch dicke Decken vermeiden 

 

Eine praktische Alternative, um dem Körper Wärme zu entziehen, sind feuchte Baumwollstrümpfe. Die Socken einfach in lau- bis handwarmes Wasser tauchen, auswringen überziehen und die Füße in dicke Wollsocken oder trockene Handtücher hüllen. Bis zu dreimal wiederholen, sobald sich die Socken erwärmt haben. Auch hier gilt aber: Nicht anwenden bei kalten Füßen oder Frösteln.

Heilpflanzen bei Fieber

Lindenblüten, Holunderblüten und Weidenrinde haben eine lange Tradition als pflanzliche Wirkstoffe. Aus der Weidenrinde wurde früher eine Vorstufe der Acetylsalicylsäure (Aspirin) gewonnen und medizinisch genutzt. Ist es ein Zufall, dass diese mächtigen, sagenumwobenen Bäume speziell in der Behandlung von Fieber bei Erkältungskrankheiten und bei Gliederschmerzen, Symptome von denen fast jeder Deutsche betroffen ist, eine so bedeutende Rolle spielen? Natürlich nicht! Aber die Weide ist nicht das einzige Gewächs aus der Apotheke der Natur, die dem Fieberleidenden zu Hilfe wächst.

Ein Lindenblütentee ist ideal für eine Schwitzkur. Der Wirkstoff ist in der Pflanzenheilkunde das wichtigste schweitreibende Mittel (Diaphoretikum) und stärkt überdies das Immunsystem. Man trinkt ihn so heiß wie möglich und bis zu fünfmal täglich, sollte dabei aber unbedingt Bettruhe wahren. Zusätzlich können Holunderblüten, Echinacea, Sanddorn oder Ingwer zur Stärkung der Immunabwehr zum Einsatz kommen. 

Hilfe auf einen Blick:
  • Weidenrinde und Mädesüß enthalten Salicylate, eine dem Aspirin ähnliche Substanz, und werden bei Fieber und Gliederschmerzen im Rahmen von Grippe und Erkältungen angewandt.
  • Lindenblüten und Holunderblüten werden wegen ihrer schweißtreibenden Wirkung als Teezubereitungen zum Fiebersenken eingesetzt und sind ein beliebtes Hausmittel bei allen Erkältungskrankheiten.

Die besten natürlichen Fiebersenker im Überblick

An Seeufern und Bachläufen wachsen die Weiden. Bäume mit hängenden Ästen, die an einem Nebeltag wie gruselige Gestalten am Wasser anmuten können. Weidenzweige werden traditionell zum Flechten von Körben, Toren oder kleinen Hütten verwendet, da sie sehr biegsam sind. Es ist auch die Weidenrinde, die schon seit dem Altertum als medizinisch wirksamer Bestandteil zur Fiebersenkung verwendet wird. Der lateinische Gattungsname „Salix“ ist im Wort „Salicylsäure“ wieder zu finden, ein Wirkstoff, der aus Weidenrindenextrakt isoliert wurde und seit 1874 als Medikament eingesetzt wurde. Aus dieser Vorstufe wurde die Acetylsalicylsäure (Aspirin) hergestellt.

Das im Weidenrindenextrakt vorkommende „Salicin“ – ein Salicylsäurederivat, wird erst in der menschlichen Leber in Salicylsäure verwandelt und ist nicht gleichzusetzen mit Aspirin. Dennoch – es ist dieser Wirkstoff, dem die Weidenrinde ihre fiebersenkende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung zu verdanken hat und bei Fieber, Rheuma und Kopfschmerzen hilfreich sein kann.

Im Weidenrindenextrakt sollten mindestens 1,5% Salicylsäurederivate vorkommen, deshalb kauft man am besten ein Fertigpräparat (Tabletten) in der Apotheke.

 

Die Mädesüßstaude wächst bevorzugt an Bachufern. Mädesüßblüten und -kraut enthalten in geringeren Mengen als die Weidenrinde Salicylsäurederivate, die verantwortlich für die fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkung bei Erkältungskrankheiten sind.

In der Volksheilkunde wird sie zur „Blutreinigungskur“ und Entwässerung bei Blasen- und Nierenbeschwerden eingesetzt.

Aus Mädesüßblüten und Mädesüßkraut bereitet man einen Fiebertee. 1 Esslöffel davon mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 10-20 Minuten ziehen lassen, mehrmals täglich eine Tasse trinken.

 

Der Lindenbaum verströmt im Sommer aus seinen zarten, gelblichen Blüten einen milden, süßen Duft. Der Name „Linde“ kommt aus dem Germanischen und steht für „weich, zart, mild“. Die Dorflinde war bei den Germanen ein Ort der Gerichtsbarkeit, in vielen deutschen Volksliedern wird sie besungen. („Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum“).

Lindenblüten wurden schon im antiken Griechenland als Heilpflanze verwendet, auch heute sind sie als Erkältungstee ein beliebtes Hausmittel, nicht nur wegen ihres lieblichen Duftes. Lindenblüten enthalten Flavonoide, Schleimstoffe und Kaffeesäurederivate. Ihre schweißtreibende Wirkung macht man sich für einen Fiebertee zunutze, Sie haben auch eine reizlindernde und schleimfördernde Wirkung. Welches Wirkstoffprinzip jedoch verantwortlich ist, weiß man bis heute nicht. Lindenblüten sind dennoch ein anerkanntes Hausmittel bei Erkältungen und Grippe mit Fieber und trockenem Reizhusten. Die Tagesdosis beträgt 2-4 g. Für eine Tasse Tee nimmt man einen Esslöffel Lindenblüten, den man mit kochendem Wasser übergießt und bis zu 20 Minuten ziehen lässt.

 

Der Holunderstrauch wächst mit weißlichen Blütendolden und später schwarzen Holunderbeeren im Gehölz von Wäldern und an Wegesrändern. Im Mittelalter wurde ihm eine mächtige Schutzwirkung vor Krankheiten und Geistern zugesprochen. Er wurde als Wohnsitz der Göttin Holla oder Freia verehrt, im Märchen der Brüder Grimm kommt diese als Frau Holle vor. Heute schätzen wir seine Holunderblüten zum Beispiel zur Herstellung von Sirup, die Beeren werden zu Holundergelee eingekocht. Zuviel der Holunderbeeren kann Durchfall verursachen.

Medizinisch werden die Holunderblüten als schweißtreibender Fiebertee angewandt. Sie enthalten Flavonoide, der Wirkmechanismus ist unbekannt. Sie sind ein anerkanntes Hausmittel bei Erkältungen, wo sie auch zum Verflüssigen von Schleim hilfreich sein können.

Die Tagesdosis von Holunderblüten beträgt 10-15 g, es empfiehlt sich eine Teezubereitung zusammen mit Lindenblüten.

Im Rahmen einer Erkältung oder Grippe helfen viele weitere pflanzliche Wirkstoffe, ob bei Schnupfen, Halsschmerzen, Heiserkeit oder Husten und zum Immunsystem stärken.

 

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.