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Pflanzliche Hilfe bei Erbrechen

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 12.09.2013
Pflanzliche Hilfe bei Erbrechen

Naturheilmittel eignen sich sehr gut zur schonenden Behandlung von Erbrechen. Ingwer ist traditionell als Wirkstoff gegen Erbrechen bekannt und wirkt direkt hemmend auf das Brechzentrum. Andere Heilpflanzen wie Kamille oder Pfefferminze beruhigen den Magen.

Hilfe auf einen Blick:
  • Ingwertee
    • hemmt direkt das Brechzentrum im Gehirn
    • 2 bis 3 dünne Schreiben Ingwer in eine Tasse Wasser geben und ca. 15 Minuten ziehen lassen
  • Kamillenblüten-Extrakt
    • wirkt beruhigend auf den Magen
    • 5 ml in eine Tasse warmes Wasser geben und schluckweise trinken. Die Anwendung kann bis zu viermal am Tag gelöst werden
  • Tee aus Pfefferminzblättern
    • wirkt krampflösend, desinfizierend und beruhigt den Magen
    • fertige Teezubereitungen sind in der Apotheke erhältlic

Die besten Heilpflanzen bei Erbrechen

Der Wurzelstock der Ingwerpflanze besitzt bestimmte Inhaltsstoffe wie Gingerole und Shogaole, die eine hemmende Wirkung auf das Brechzentrum ausüben, indem sie die Kommunikation der Nervenzellen über Dopamin- und Serotoninrezeptoren blockieren. Weiterhin wird die Speichel- und Magensaftsekretion durch Ingwer gesteigert sowie die Darmpassage beschleunigt. Daher wird Ingwer generell als hilfreiches Naturheilmittel bei Verdauungsstörungen, Übelkeit und zur Behandlung der Reisekrankheit eingesetzt. Außerdem können die Wurzeln bei Erbrechen in der Schwangerschaft oder nach einer Narkose Abhilfe verschaffen.

Neben zahlreichen Studien ist die Wirkung von Ingwer auch traditionell belegt, denn schon die Seefahrer in der Karibik schätzten die Wurzeln für ihre antiemetische (Brechreiz hemmende) Wirkung. Ingwertee und -kapseln können in der Apotheke erworben werden. Alternativ kann eine Zubereitung mit zwei bis drei Scheiben Ingwer in einer Tasse mit heißem Wasser erfolgen.

 

Blätter und gewonnenes Öl der Pfefferminze helfen bei krampfartigen Bauchschmerzen mit Erbrechen, da sie die eine beruhigende Wirkung auf die Muskulatur des Magen-Darm-Trakts haben. Zudem wirken sie desinfizierend. Das in der Pfefferminze enthaltene Menthol sowie weitere Gerbstoffe und Flavonoide sind für die positiven Effekte auf die Verdauung verantwortlich.

Zur Behandlung von Erbrechen und Übelkeit während der Schwangerschaft eignet sich besonders Pfefferminzöl, entweder in Kapselform oder als Extrakt (1-2 Tropfen auf ein Brot oder Zuckerstück). Sonst kann die Zubereitung als Pfefferminztee erfolgen. Dieser ist in entsprechender Arzneimittelqualität in der Apotheke erhältlich.

 

Präparate aus Melissenblättern werden heutzutage neben Einschlafstörungen und Herpes-Infektionen auch bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Die wirksamen Inhaltsstoffe setzen sich aus Gerbstoffen, ätherischen Ölen, Phenolcarbonsäuren, Triterpenen und Cumarinen zusammen. Sie beruhigen den Magen-Darm-Trakt und besitzen zudem eine antibakterielle und krampflösende Wirkung. Die Melisse ist in der Bevölkerung traditionell durch den sogenannten Melissengeist bekannt, ein hochprozentiger Alkohol mit Melissenanteilen. Jedoch kann auch ein einfacher Tee die volle Wirkung der Melisse entfalten.

 

Die heimische Angelikawurzel, auch Engelwurz genannt, kann den verkrampften Magen entspannen und hat eine beruhigende Wirkung auf das gesamte Verdauungssystem. Sie reguliert die Sekretion von Magen- und Gallensaft und besitzt zudem eine entzündungshemmende Wirkung, was einen gewissen Schutz gegen Magengeschwüre bietet.

Die wirksamen Inhaltsstoffe sind ätherische Öle (vornehmlich Pinen und Phellandren). Jedoch ist zu beachten, dass längere Sonnenbäder oder intensive UV-Bestrahlung während der Einnahme vermieden werden sollten, da die Haut durch die Angelikawurzel lichtempfindlicher wird. Die Zubereitung erfolgt als Tee, der als Fertigpräparat im Handel erhältlich ist.

 
Buchtipps:
  • Daniela Felgenhauer. "Mein Leben mit der Emetophobie: Die Angst vor dem Erbrechen.“ Books on Demand (2011).
  • Yvonne Höller. "Emetophobie – Die Angst vor dem Erbrechen: Psychologie, aktueller Forschungsstand und Hilfe zur Selbsthilfe.“ Rhombos-Verlag (2009)
  • Heinz Wagner. "Diagnose Reizdarm: Übelkeit, Blähungen, Völlegefühl, Durchfall, Verstopfung, Schmerzen und anhaltende Darmkrämpfe - Mein Weg zur Gesundung - Betroffenenratgeber". Books on Demand (2009)
  • Nicole Schaenzler. "Magen und Darm natürlich behandeln (GU Ratgeber Gesundheit)". Gräfe und Unzer Verlag (2009)
Quellen:
  • Herold. "Innere Medizin". Herold Verlag (2011)
  • Arastéh et al. "Duale Reihe - Innere Medizin". Thieme Verlag (2009)
  • Koop. "Gastroenterologie compact; Alles für Klinik und Praxis". Thieme Verlag (2010)
  • Riemann u.a. "Gastroenterologie, Bd.1 Intestinum". Thieme Verlag (2008)
  • Caspary et al. "Therapie gastroenterologischer Krankheiten". Springer Verlag (2005)
  • Block. "POL-Leitsymptome, Gastrointestinaltrakt; Leber, Pankreas und biliäres System". Thieme Verlag (2006)
  • Hänsel et al. "Pharmakognosie - Phytopharmazie". Springer Verlag (2010)
  • Wiesenauer et al. " PhytoPraxis". Springer Verlag (2008)

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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