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Pflanzliche Hilfe bei Ekzemen

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 12.09.2013
Pflanzliche Hilfe bei Ekzemen

Gerbstoffe bei Juckreiz und Hautentzündung

Manche Pflanzen wirken heilsam bei Ekzemen, andere können selbst Hautreizungen und Entzündungsreaktionen hervorrufen. Um Kontaktallergien vorzubeugen, ist die Anwendung von Heilpflanzen aus kontrolliertem Anbau und von standardisierten Fertigpräparaten wichtig, am besten nach eingehender Beratung vom Arzt oder Apotheker. Wenn ein Epikutantest Unverträglichkeiten gegenüber pflanzlichen Wirkstoffen wie Arnika oder Ringelblumen ergeben hat, dürfen diese nicht eingenommen werden, damit es nicht zum allergischen Ekzem kommt.

Gerbstoffreiche Heilpflanzen können die Symptome des akuten Ekzems lindern. Gerbstoffe wirken zusammenziehend, entzündungshemmend, keimhemmend, vermindern den Flüssigkeitsaustritt und wirken austrocknend und blutstillend. Sie gehen Bindungen mit Eiweißen der Haut ein, wodurch sie die Hautoberfläche verdichten. Die Haut ist besser vor Keimen geschützt und kann sich regenerieren.

Pflanzliche Wirkstoffe können abwechselnd mit synthetischen Medikamenten angewandt werden und helfen, den Einsatz von Kortisonsalben einzuschränken. Vor allem leichte Formen von Ekzemen können gut mit Heilpflanzen behandelt werden.

Hilfe auf einen Blick:

Ein Ekzem entwickelt sich akut und durchläuft mehrere Stadien. Je nach Stadium kommen unterschiedliche Anwendungsformen der Heilpflanzen zum Einsatz:

  • Beim akut-entzündlichen Ekzem helfen kühlende Gele und feuchte Umschläge aus Kamillenblüten und Ballonrebenkraut.
  • Beim akut-nässenden Ekzem helfen austrocknende Gerbstoffdrogen wie Hamamelisrinde, Eichenrinde und Syzygiumrinde als Umschläge nach dem Prinzip „feucht auf feucht“.
  • Beim chronischen Ekzem und beim Austrocknungsekzem können Cremes und Fettsalben aus Kamillenblüten, Hamamelisrinde, Bittersüßstängel und Ballonrebenkraut helfen und die trockene Haut rückfetten.
  • Den Juckreiz lindern kann man mit Teilbädern oder Sitzbädern aus Eichenrinde und anderen Gerbstoffpflanzen.

Diese Heilpflanzen können helfen.

Hamamelisblätter und Hamamelisrinde, das sind die medizinisch wirksamen Pflanzenteile der „Zaubernuss“, wie sie die Indianer Nordamerikas nannten. Sie sind reich an Gerbstoffen. Im akut-nässenden Stadium werden feuchte Umschläge mit Hamamelis-Extrakt angewandt. Im Übergangsstadium und beim chronischen Ekzem helfen Cremes und fetthaltige Salben im Wechsel um die Hautentzündung abzuheilen und die trockene Haut rückzufetten.
 
Eichenrinde und Syzygiumrinde enthalten ebenfalls juckreizlindernde Gerbstoffe. Eichenrinden-Extrakt ist als fertiger Badezusatz erhältlich. In Kombination mit Hamamelisrinde- und Hamamelisblätter-Extrakt kann z.B. ein Teilbad der Hände beim Handekzem sehr hilfreich sein.
 
Drei weitere gerbstoffhaltige pflanzliche Wirkstoffe sind Odermennigkraut, Walnussblätter und grüne Teeblätter. Sie sind nicht als Fertigpräparat, aber in der Apotheke und aus kontrolliert biologischem Anbau erhältlich. Für Spülungen und Umschläge 3 g der Blätter mit 100 ml kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen.
 
Ein Segen bei vielen Hautkrankheiten kann der Extrakt aus Kamillenblüten sein. Das ätherische Öl mit dem Hauptwirkstoff alpha-Bisabolol hemmt die Cycloxygenase und Lipoxygenase, zwei Übermittler der Entzündungsreaktion im Immunsystem. Kamillenblüten-Extrakt wirkt entzündungshemmend, keimhemmend und juckreizlindernd. Da der Gehalt an alpha-Bisabolol am höchsten in standardisierten Fertigpräparaten aus der Apotheke ist, sollte man nur diese verwenden, auch aufgrund des Risikos für Hautreizungen und Ekzeme bei billigen Kamillenpräparaten! Feuchte Umschläge und Tinkturen direkt auf die Haut aufgetragen helfen beim akut-entzündeten und nässenden Ekzem, Bäder lindern den Juckreiz. Cremes und Salben regenerieren die Haut beim chronischen Ekzem.
 
Schon die alten Germanen kannten dieses Nachtschattengewächs aus unseren Wäldern. Sie verwendeten es als Heilmittel bei Rheuma, Asthma, Bronchitis und zur Blutreinigung.

 

Bittersüßstängel-Extrakt wurde in einigen Studien untersucht und ist bei chronischen Hautentzündungen wie beim Ekzem oder Neurodermitis hilfreich. Seine Hauptwirkstoffe sind Solasodin, Steroidalkaloidglycoside und Gerbstoffe. Dabei hat Solasodin einen entzündungshemmenden Effekt, die Steroidalkaloidglycoside eine kortisonähnliche Wirkung. Ist das akute Ekzem nicht spontan abgeheilt, sondern in ein chronisches Stadium übergegangen, so kann man Bittersüßstängel-Extrakt als Fertigpräparat in Form von Tabletten innerlich einnehmen. Äußerlich wird es als Salbe auf der trockenen, chronisch-entzündete Hautpartie aufgetragen.

 
Ballonrebe
Die Ballonrebe ist auch aus der traditionellen indischen Medizin, dem Ayurveda bekannt, wo sie „Indravalli“ genannt wird, nach der vedischen Gottheit Indra. Der Ballonrebenkraut-Extrakt enthält einen hohen Anteil an Fettsäuren zur Hemmung von Entzündungen, außerdem Gerbstoffe, die juckreizlindernd wirken, Saponine und Flavonoide. Bei akuter Hautentzündung wird sie als Creme und beim chronischen Ekzem als fetthaltige Salbe auf die Haut aufgetragen.
 
Quellen:
  • Dermatologie und Venerologie für das Studium (P. Fritsch, Springer Verlag)
  • Allergologie-Handbuch (Saloga, Klimek, Buhl, Mann, Knop; Schattauer Verlag)
  • Chronische Erkrankungen integrativ (G. Dobos, U. Deuse, A. Michalsen; Urban & Fischer Verlag)
  • Phytotherapie bei Hauterkrankungen (M. Augustin, Y. Hoch; Urban & Fischer Verlag)
  • Leitfaden Phytotherapie (H. Schilcher, S. Kammerer, T. Wegnener; Urban & Fischer Verlag)
  • Pharmakognosie, Phytopharmazie (Hänsel, Sticher; Springer Verlag)
  • Heilpflanzenpraxis heute (S. Bäumler; Urban & Fischer Verlag)

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.