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Ursachen einer Depression

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 11.09.2013
Ursachen einer Depression

Viele Faktoren ausschlaggebend

Als Ursache für eine depressive Verstimmung gilt ein Zusammenspiel verschiedener Umstände: Erbliche Faktoren, die die Wirkungsweise gewisser Botenstoffe des Nervensystems festlegen, sowie persönliche Bewältigungsstrategien für traumatische Erlebnisse treten in Wechselwirkung und lösen körperliche Symptome aus.

Erbfaktoren

Untersuchungen haben gezeigt, dass Depressionen in manchen Familien Depressionen gehäuft auftreten. Sind Vater oder Mutter depressiv, hat das Kind eine um 50 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit als die Gesamtbevölkerung, ebenfalls zu erkranken. Auch Studien mit Zwillingen konnten erbliche Veranlagungen belegen. Ist ein Elternteil an Depression erkrankt, liegt das Risiko für das Kind im Laufe des Lebens eine Depression zu entwickeln bei 10 bis 20%. Bei eineiigen Zwillingen fand man heraus: Wenn ein Zwilling erkrankt, dann erkrankt auch der andere in 80% der Fälle an einer Depression.

Neurobiologische Faktoren

Neurotransmitter: Schon seit Jahrzehnten weiß man um die tragende Rolle, die Neurotransmitter bei Depression spielen. Neurotransmitter sind Botenstoffe im Gehirn und an Nervenendigungen (Synapsen), die Signale übermitteln. Serotonin, Noradrenalin und Dopamin sind wichtige Neurotransmitter. Besonders Serotonin ist zuständig für die Steuerung der Stimmungslage und des inneren Antriebs. Diese Hormone steuern eine Vielzahl von Vorgängen im menschlichen Körper und sind auch für die Beeinflussung des Stimmungsempfindens zuständig.

Ein Mangel an Serotonin im Gehirn kann zu depressiven Verstimmungen, aber auch zu Angst oder Aggressionen führen. Medikamente wie Serotonin-Aufnahme-Hemmer greifen an der Synapse ein. In diesem schmalen Spalt erfolgt die Übertragung von Nervenreizen, die in den Nerven elektrisch erfolgt, auf chemischem Wege über Botenstoffe. Medikamente können die Wiederaufnahme von Serotonin im synaptischen Kreislauf verhindern, so dass mehr Serotonin frei verfügbar ist. Dies hat eine Wirkung gegen Depressionen. 

Chronobiologie: Unter Lichtmangel neigen manche Menschen zu saisonalen Depressionen (z.B. Winterdepression). Auch die Tag-Nacht-Rhythmik ist bei Depressiven gestört. Die Tiefschlafphasen sind kürzer, der Schlaf oberflächlicher und von Unterbrechungen geprägt.

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Psychische/Seelische Ursachen

Kritische Lebensereignisse wie Todesfälle, Unfälle, Krankheiten, Scheidungen, Abtreibung/Fehlgeburt/Geburt, traumatische Erlebnisse oder auch Lebensabschnitte (Examen, Selbstständigkeit, Arbeitsplatzwechsel, Kündigung) können einen aus der Bahn werfen. Als Reaktion darauf entwickeln manche Menschen eine Depression.

Psychodynamik: Die großen Psychoanalytiker Freud, Jung und Adler sahen vor allem eine gestörte frühkindliche Entwicklung als Ursache für die Entwicklung von Depression im späteren Leben. Auf dieser Beobachtung beruht das Konzept der Neurose. Bei der depressiven Neurose geht die Psychodynamik von einer gestörten Mutterbeziehung in der oralen Phase aus. Depressive Neurotiker konnten als Kind kein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln. Unbewusste Schuldgefühle und unterdrückte Wut spielen eine große Rolle.

Lerntheorie: Sie sieht die Ursache für Depressionen in einer Problematik von Verstand und Wahrnehmung. Eine negative Wahrnehmung von sich selbst, der Umwelt und der Zukunft führt zusammen mit Stressbelastung in die Depression. Viele Depressive neigen zu „erlernter Hilflosigkeit“, sie fühlen sich bestimmten Situationen hilflos ausgeliefert und neigen sozialem Rückzug und Selbstbestrafung.

Persönlichkeitsfaktoren: mithilfe von Fragebögen kann man ermitteln, dass zwanghafte oder abhängige Persönlichkeiten leichter Depressionen entwickeln als andere.

Körperliche Krankheiten und Medikamente als Auslöser

Eine Vielzahl körperlicher Krankheiten und Nebenwirkungen von Medikamenten können Depressionen auslösen.

Krankheiten: Epilepsie, Hirntumor, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Schilddrüsenunter/-überfunktion, Nebenschilddrüsenerkrankung, verschiedene hormonbildende Tumore, Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Herzoperationen, entzündliche Darmkrankheiten, Rheuma, Autoimmunkrankheiten, AIDS, Alkoholismus, Krebskrankheiten, Strahlentherapie u.v.m.

Ein kritischer Hormonhaushalt führt zu depressiver Verstimmung. Frauen mit PMS (Prämenstruelles Syndrom), im Wochenbett und in den Wechseljahren sind deshalb häufig von Depression betroffen.

Medikamente: Blutdrucksenker, Reserpin, Parkinson-Medikamente, Kortison, verschiedene Antibiotika, Tuberkulose-Medikamente, Chemotherapie bei Krebs, Cholesterinsynthesehemmer (Blutfettsenker), Mittel gegen Epilepsie und Schizophrenie u.a. Welche Rolle spielt das Immunsystem? Immunsystem und Depression sind eng miteinander verwoben. Man beobachtet, dass Menschen mit chronischen Entzündungen wie Rheuma häufig zu Depression neigen und depressive Menschen Entzündungsreaktionen zeigen, obwohl sie keine entzündliche Krankheit haben. Immunabwehr und Depression scheinen wiederum im Erbgut gekoppelt zu sein.

Es kommen also verschiedene Ursachen zusammen, die die Entstehung einer Depression begünstigen. Diese „multifaktorielle“ Ursache für die Entstehung einer Depression verdeutlicht die folgende Grafik:

Erbfaktoren Zwillingsforschung
Gestörte Neurotransmitter (Botenstoffe im Gehirn)
Chronobiologie Licht Jahreszeiten Schlaf
Depression
Persönlichkeit "Typus Melancholicus"
Körperliche Krankheiten, Medikamente
Belastendes Lebensereignis, akute Krise, chronischer Konflikt
Gestörte Entwicklung in der Kindheit

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