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Therapie der Depression

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 11.09.2013
Therapie der Depression

Die Lebensfreude wiederfinden

Liegt eine körperliche Grundkrankheit als Ursache für die Depression vor, muss diese behandelt werden. Überwiegend handelt es sich bei einer Depression um eine sogenannte depressive Episode, die durchschnittlich fünf Monate dauert und alle vier bis fünf Jahre wiederkehren kann.

Eine leichte depressive Episode kann mit psychotherapeutischen Gesprächen und eventuell einem Antidepressivum außerhalb der Klinik behandelt werden. Bei der mittelgradigen und schweren Formen erfolgt meist eine Krankschreibung. Es empfiehlt sich eine langfristige Behandlung mit Medikamenten, Psychotherapie und einem stationären Klinikaufenthalt. Biologische Behandlungen mit Licht, Bewegung und Schlafentzug können sehr hilfreich sein.

Es ist sehr wichtig, dass dem Patienten von Beginn an mit viel Verständnis begnet wird, ihm Mut zugesprochen wird, um seine Bereitschaft zur Therapie zu erhöhen. Ziel der Behandlung ist es, die Betroffenen aus der Depression zurück ins Leben zu holen. Ihm seine Lebensfreude zurückzugeben, damit er seinen sozialen und beruflichen Alltag bewältigen kann.

Psychotherapie

Der behandelnde Arzt sollte den Depressiven mit stützenden, einfühlsamen Gesprächen begleiten und ihn zu einer Psychotherapie motivieren. Die Psychotherapie wird von einem Psychologen oder Facharzt für Psychotherapie durchgeführt, der bei der Krankenkasse je nach Schwere und Dauer der Depression eine Reihe von Sitzungen beantragen wird, die wöchentlich in seiner Praxis (ambulant) stattfinden. In den ersten Gesprächen ist es wichtig, die soziale Situation zu prüfen und einen Weg aus dem sozialen Rückzug zu finden.

Die Verhaltenstherapie arbeitet dafür mit strukturierten Tagesplänen und Wochenplänen, denn ein aktiver Tagesablauf ist eine gute Hilfe, um aus der Antriebslosigkeit und der Depression herauszufinden.

Die Tiefenpsychologische Psychotherapie erforscht die Kindheit und die Beziehung zu Mutter, Vater und Geschwistern, um gestörte Beziehungen (Objektbeziehungen) durch aufdeckende Gespräche zu bewältigen.

Andere Richtungen der Psychotherapie wie die klientenzentrierte Gesprächstherapie, Gestalttherapie oder Familientherapie können die Behandlung ergänzen. Achtsamkeitsübungen sind eine wertvolle Methode, um negativem Gedankenkreisen und Grübeleien zu begegnen. 

Eine ambulante Psychotherapie kann von einem halben bis zu zwei Jahren dauern, mit Sitzungen 1-2x pro Woche.

Behandlung mit Antidepressiva

Die Medikamente zur Behandlung einer Depression heißen Antidepressiva. Man unterscheidet verschiedene Wirkstoffgruppen. Je nach Symptomen und Art der Depression können unterschiedliche Wirkstoffe hilfreich sein. Die stimmungsaufhellende Wirkung setzt erst nach ein bis drei Wochen ein, die antriebssteigernde oder beruhigende Wirkung schon in den ersten Tagen. Die Schattenseite: Antidepressiva haben oft Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, sexuelle Unlust, Mundtrockenheit, Verstopfung, Harnverhalt u.v.m. Der Leidensdruck sollte daher groß genug sein, damit der Patient diese in Kauf nimmt. Das Medikament muss über über das Abklingen der depressiven Symptome hinaus genommen werden, um Rückfälle zu vermeiden.

Welche Medikamente gibt es?

Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI):

Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) basieren auf der Theorie, dass bei Depressionen ein Mangel des Botenstoffes Serotonin ursächlich ist. Serotonin werdenstimmungsaufhellende Eigenschaften zugesprochen. Noch nicht sicher wissenschaftlich bewiesen ist, ob ein Mangel an Serotionin oder Probleme an der Verbindung von Nervenzelle zu Nervenzelle, der Synapse, zu depressiven Verstimmungen führen können. Dennoch wirken SSRI, und sie gehören mit zu den am häufigsten verschriebenen Antidepressiva.

Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) schränken mit der Beeinträchtigung des sexuellen Erlebens wie Lustminderung und Verhinderung des Höhepunktes das Leben ein. Besonders zu Beginn der Behandlung sind Verwirrtheit, Zittern oder Frösteln, Schwitzen, Veränderungen des Blutdrucks, unwillkürliche Muskelzuckungen (Myoklonus) und Pupillenerweiterungen (Mydriasis) möglich. Die Verminderung oder Steigerung bestimmter Medikamente, etwa von einigen Mitteln gegen Rheuma oder Diabetes, kann auftreten. Außerdem können Unruhe, Angst und Aufgeregtheit sowie Gedanken an Selbstmord zunehmen.

Trizyklische Antidepressiva:

Trizyklische Antidepressiva werden bereits seit den 1950er Jahren gegen Depressionen angewendet. Sie greifen in den Stoffwechsel sämtlicher Botenstoffe ein. Sie gelten alsstimmungsaufhellend und mildern dabei Unruhe und Angst. Aber sie haben starke Nebenwirkungen.

Trizyklische Antidepressiva können auf das Herz schlagen. Symptome bei ihrer Anwendung zeigen sich etwa in Herzrasen oder in der Verschlechterung bestehender Mängel am Herzen (Herzinsuffizienz). Vorsicht geboten ist auch beim Bestehen vongrünem Star (Engwinkelglaukom), einer Vergrößerung der Prostata oder Verschlusskrankheiten (Stenosen). Hinzu können Symptome wie Mundtrockenheit, Beeinträchtigung des Gleichgewichts-Sinns, Zittern, Sehstörungen, Verstopfung und andere Störungen kommen.

Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer):

Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer) blockieren das im Nervensystem aktive Enzym Monoaminoxidase. Dieses Enzym ist dazu da, Eiweißverbindungen (Amine) wie Serotonin und Noradrenalin zu spalten und damit ihre Wirkung aufzuheben. Werden solche Botenstoffe nun durch die Hemmung des Medikaments nicht gespalten, stehen im Gehirn mehr von diesen Neurotransmittern zur Übertragung von Nervenimpulsen zur Verfügung – ein Umstand, der anti-depressive Wirkung hat. Es gibt verschiedene Untergruppen von MAO-Hemmern, die unterschiedliche Wirkungen zeigen.

Bei der Einnahme von MAO-Hemmern kommt es zu wenigen Nebenwirkungen. Bei bestimmten Untergruppen muss jedoch auf den Verzehr gewisser Lebensmittel wie Käse oder Nüsse verzichtet werden. Solche Lebensmittel enthalten nämlich das Eiweiß Tyramin. Es wird bei Einnahme von MAO-Hemmern ebenfalls nicht mehr gespalten, kann dadurch die Wirkung von Neurotransmittern verstärken. Die Folge kann ein Kreislaufkollaps sein.

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Weitere Medikamente

Es gibt weitere Medikamente, die gegen depressive Verstimmungen wirken, etwa Lithium. Auch sie haben Nebenwirkungen. Über ihren Einsatz entscheiden Ärztin oder Psychiater.

Bewegung & Licht

Besonders bei der Form der so genannten Winterdepression, bei der der Mangel an Licht zu depressiven Verstimmungen führt, kann die Lichttherapie Besserung bringen. Hierbei sollen sich an unter einer leichten depressiven Verstimmung Leidende täglich möglichst nach dem Aufstehen 20 Minuten bis zu einer Stunde von einer Lampe bestrahlen lassen, die das Tageslicht-Spektrum ausstrahlt. Über die Netzhaut wird Melatonin, ein Hormon, das für den Schlaf-Wach-Rhythmus zuständig ist, beeinflusst, und das kann auch antidepressive Wirkung haben.

Bewegung an frischer Luft, Wechselduschen, Kneipp-Anwendungen, Saunieren und Ausdauer-Sportarten wie Laufen, Schwimmen oder Rad fahren gelten ebenfalls als hilfreich gegen leichte Depressionen. 

Weitere sogenannte biologische Therapieverfahren bei Depression sind der Schlafentzug und die Transkranielle Magnetstimulation (TMS). Bei der TMS werden über die Kopfhaut des Patienten Gehirnzellen mit magnetischen Feldern stimuliert. Es ist ein neues Verfahren mit noch recht geringen Erfahrungswerten.

Behandlung in der Psychosomatischen Klinik

Manchmal reicht bei einer schwereren Depression auch die beste ambulante Behandlung nicht mehr aus. In einem mehrwöchigen Klinikaufenthalt kann der Betroffene aufgefangen und stabilisiert werden. Die Möglichkeiten der Gruppentherapie und das soziale Netz aus Therapeuten und anderen Betroffenen können einen entscheidenden Schritt aus der Depression bieten.

Bei schwersten Depressionen und Selbstmordgefahr muss eine Akutbehandlung in der Psychiatrie erfolgen.

Vorbeugen & Rückfälle vermeiden

Einer Depression kann man vorbeugen, indem man auch in schwierigen Lebenssituationen gut für sich sorgt. Positive Ressourcen wie Freunde, Familie und soziale Aktivitäten dürfen nie vernachlässigt werden. Die eigene Wertschätzung ist in Krisenzeiten besonders wichtig.

  • Bei Neigung zu Winterdepression empfiehlt sich eine vorbeugende Lichttherapie.
  • Regelmäßiger Sport hilft zur Vorbeugung von Depression.
  • Bei Menschen mit endogenen, wiederkehrenden Depressionen kann eine lebenslange vorbeugende Gabe von Antidepressiva nötig sein.
Link- und Buchtipps:
  • „Endlich frei: Schritte aus der Depression“ von J. Giger-Bütler (Beltz Taschenbuch Verlag; 2011)
  • „Wer bin ich ohne dich?: Warum Frauen depressiv werden - und wie sie zu sich selbst finden“ von Ursula Nuber (Campus Verlag; 2012)

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.