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Symptome und Formen der Depression

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 11.09.2013
Symptome und Formen der Depression

Auf der Schattenseite der Seele

Wie Glück und Fröhlichkeit gehört auch die Trauer zum Leben. Sie ist eine ganz normale Reaktion zur Verarbeitung belastender Ereignisse. Nicht umsonst galt lange ein Trauerjahr nach dem Tod des Lebenspartners als angemessener Zeitraum zur Bewältigung des Verlustschmerzes. Aber nicht nur Tod oder Verlust von Partnerin oder Partner, sondern auch andere Ereignisse, die den eigenen Lebensentwurf in Frage stellen, können zu Trauerreaktionen führen: Dazu zählen Arbeitslosigkeit, drohender sozialer Abstieg, berufliche Misserfolge oder die Diagnose einer schweren Krankheit.

Psychologie und Medizin unterscheiden die Form einer Depression heute weniger nach ihrer Erstehungsursache, sondern vielmehr nach Dauer und Schweregrad der Symptome. Dabei spielt auch das persönliche Empfinden darüber eine Rolle, wie stark das andauernde Stimmungstief das Leben einschränkt. Deshalb stehen seelische Auslöser gleichberechtigt neben solchen, bei deren Entstehung vor allem körperlich-hormonelle Umstellungen ursächlich sind: etwa depressive Verstimmungen während Pubertät, Schwangerschaft, in den Wechseljahren oder im Alter sowie die Winterdepression.

Aber von Anfang an: Depressionen können in vielen verschiedenen Formen auftreten. Die Hauptsymptome der Depression sind:

  • Gedrückte Stimmungslage
  • Antriebslosigkeit
  • Hemmung des Denkens
  • Schlafstörungen

Depressive leiden an Freudlosigkeit. Oft macht sich eine große Traurigkeit breit. Schlimmstenfalls sind sie nicht mehr in der Lage, überhaupt Gefühle wahrzunehmen. Man spricht von einem „Gefühl der Gefühllosigkeit“, einer großen inneren Leere. Nichts macht mehr Spaß. Selbst wenn draußen die Sonne scheint, herrschen in der Seele tiefe Dunkelheit, Interesselosigkeit und Sinnverlust.

Ebenso einschränkend ist die Hemmung von Antrieb und Denken. Die Patienten können sich schwerer „aufraffen“ – nicht weil sie faul sind, sondern weil tatsächlich Botenstoffe fehlen, die normalerweise unsere Psychomotorik steuern, egal ob für Pflicht oder Freizeit. Besonders erschwerend im Beruf kann die Denkhemmung sein.

Konzentrationsstörungen, negatives Gedankenkreisen und Grübelzwang machen sich breit.

Schlafstörungen mit morgendlichem Früherwachen und „Morgentief“ der Stimmung sind besonders typisch für die Depression. Symptome wie Appetitlosigkeit, Verstopfung oder sexuelle Unlust kommen hinzu.

Bedenkt man, dass eine Depression oft mehrere Monate anhält und wiederholt auftritt, wundert es nicht, dass Depressive zu Hoffnungslosigkeit, sozialem Rückzug bis hin zu Selbstmordgedanken und Selbstmordversuchen neigen. Denn oft wissen sie nicht, dass sie überhaupt krank sind oder können sich die Ursache für ihr Leid einfach nicht erklären.

Vier Erscheinungsbilder der Depression:

Gehemmte Depression: Der Antrieb ist stark vermindert. Regungslose Mimik und Gestik.

Agitierte Depression: Ängstliche Getriebenheit, Unruhe, Hektik und Weinerlichkeit.

Somatisierte Depression: im Vordergrund stehen körperliche Missempfindungen. Erschöpfung, fehlende Vitalität, Druck auf der Brust, Schwere im Kopf und in den Armen und Beinen bis hin zu Lähmungen und Beschwerden im ganzen Körper. Der seelische Leidensdruck wird auf den Körper projiziert („somatisiert“).

Zwanghafte Depression: Manische Gewissenhaftigkeit, übertriebene Ordentlichkeit und Zwangshandlungen wie Waschzwang zusätzlich zur depressiven Verstimmung.

Die Depressive Episode

Die „klassische Depression“ heißt in der wissenschaftlichen Fachsprache Depressive Episode. Im Rahmen ihrer Definition kann sie zwischen zwei Wochen und zwei Jahren andauern und gliedert sich in drei Schweregrade.

Leichte depressive Episode: Gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit, Alltag und Beruf können nur unter Schwierigkeiten bewältigt werden.

Mittelgradige depressive Episode: Betroffenen fällt es zunehmend schwerer, ihr Leben zu bewältigen. Der soziale Rückzug schreitet fort.

Schwere depressive Episode: Schuld, Wertlosigkeit und sehr häufig Selbstmordgedanken plagen die Betroffenen. Berufsausübung wird unmöglich. Manchmal kommt es sogar zu Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

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Winterdepression

Die Herbst- oder Winterdepression tritt bei Lichtmangel auf. Sie wird auch SAD-Syndrom genannt, nach der Abkürzung der englischsprachigen Bezeichnung Seasonal Affective Disorder. Übersetzt bedeutet dies: saisonal bedingte gefühlsbezogene Funktionsstörung und sad: traurig. Ursächlich ist hier der Lichtmangel, der, verschiedenen Theorien nach, entweder in den Stoffwechsel des Hormons Melatonin oder direkt in den Stoffwechsel des Hormons Serotonin eingreift. Betroffene zeigen die Symptome der depressiven Episode. Hinzu kann großer Schlafbedarf sowie ein gesteigerter Appetit besonders auf Kohlehydrate kommen und damit eine entsprechende Gewichtszunahme einhergehen.

Dysthymia

Die Dysthymia ist eine depressive Verstimmung, die über Jahre anhält, aber in ihren Episoden und Symptomen nicht schwer ist. Die Symptome der Dysthymia entsprechen einer leichten depressiven Episode. Bei der Dysthymia treten sie allerdings nicht nur vorübergehend auf, sondern zeigen sich über einen langen Zeitraum, sind also chronisch.

Anpassungsstörungen

Die Anpassungsstörung gehört ebenfalls zu den neurotischen, Belastungs- und somatoformen Störungen. Man spricht hier auch von Belastungsreaktion, Krisenreaktion, Krisenzustand oder psychischem Schock.

Die Betroffenen leiden nicht unter anderen psychischen Störungen, und ihre hier geschilderten Probleme klingen spätestens nach ein paar Tagen wieder ab. Ausschlaggebend sind hier ein oder zwei ursächliche Gründe: Ein besteht benennbares, außergewöhnlich belastendes Lebensereignis, das eine akute Belastungsreaktion hervorruft. Oder es gab eine besondere Veränderung im Leben, die zu einer anhaltend unangenehmen Situation geführt hat. Dies können Ereignisse wie der Tod oder Verlust eines geliebten Menschen, ein schlechtes Prüfungsergebnis, Arbeitslosigkeit oder die Diagnose einer schweren Krankheit und vieles mehr sein. Doch ohne diese greifbaren Ereignisse wäre die Krankheit nicht entstanden.

Weiter wichtig ist, dass diese Lebensereignisse nicht generell bei jedem Betroffenen solche starken und anhaltenden Reaktionen hervorrufen würden, sondern eben einepersönliche Empfindlichkeit (idiosynkratische Vulnerabilität) zu den genannten Reaktionen führt. Die ungesunden Reaktionen behindern erfolgreiche Bewältigungsstrategien, wie sie gesunde Menschen intuitiv wählen, und führen deshalb zur Beeinträchtigung der sozialen Funktionsfähigkeit – Kollegen, Freunde und Familienangehörige empfinden den Betroffenen als seltsam und schwierig in seinen aktuellen Verhaltensweisen.

Die Symptome der Anpassungsstörung sind wechselnd. Sie erscheinen im allgemeinen direkt nach dem belastenden Ereignis und gehen innerhalb von wenigen Tagen, häufig innerhalb von Stunden, zurück. Nicht alle der hier genannten Anzeichen müssen zutreffen.

Betroffene äußern oft, sie würden sich wie betäubt fühlen. Hinzu kommen eine eingeschränkte Aufmerksamkeit, die Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten, Verwirrung und Desorientiertheit.

Auf diesen Zustand können zwei Reaktionen folgen. Entweder, Betroffene ziehen sich stark zurück oder spalten Bereiche ihrer Wahrnehmung von ihrem Bewusstsein ab. Dabei wirken sie oft starr (dissoziativer Stupor). Eine weitere Reaktionsmöglichkeit ist ein Unruhezustand mit Überaktivität und unvermittelten Fluchtreaktionen (Fugue). Ihr Körper zeigt Anzeichen von panischer Angst wie Herzrasen (Tachykardie), Schwitzen oder Erröten. Das vollständige Vergessen oder Verdrängen des Erlebten (Amnesie) ist möglich.

Depressive Verstimmungen bei hormoneller Umstellung

Im Lauf des Lebens kann es in Pubertät, während der Schwangerschaft und nach der Entbindung, in den Wechseljahren oder im Alter durch die Veränderung des Hormonhaushaltes auch zu Stimmungsschwankungen kommen. Dies ist ein natürlicher Vorgang. Eventuell auftretende depressive Verstimmungen werden hier behandelt, wenn die Symptome stark sind und der Leidensdruck die Betroffenen in ihrer Lebensführung sehr einschränkt.

Weitere Depressive Krankheitsbilder

  • Bipolare affektive Störung: Phasen von Depression und Manie wechseln sich ab
  • Zyklothymia: abwechselnd kommt es zu leicht gedrückter und gehobener Stimmung
  • Anpassungsstörung: Ursache ist die Reaktion auf belastende Lebensereignisse
  • Burnout-Syndrom: Erschöpfung steht im Vordergrund der Beschwerden, oft aufgrund beruflicher Überforderung in sogenannten helfenden Berufen wie Pflegetätigkeiten
  • Angst & Depression
  • Wochenbettdepression
  • Altersdepression

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