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Depressionen

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 11.09.2013
Depressionen

Viel mehr als nur ein Stimmungstief

Melancholie, schwarze Gedanken, Mutlosigkeit – Traurigkeit und Niedergeschlagenheit. Auch negative Empfindungen gehören zum Leben, nicht hinter jeder Störung der Befindlichkeit lauert die Depression. Von einer Erkrankung spricht die Medizin erst dann, wenn die bedrückenden Zustände das alltägliche Leben beherrschen und die Lebensfreude deutlich einschränken. 

Die häufigste seelische Erkrankung ist die Depression. Fünf bis zehn Prozent der Deutschen leiden daran, wobei Frauen doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Das Verständnis von Depression als eine ernstzunehmende Krankheit ist in der Gesellschaft teilweise noch immer gering. Betroffene ziehen sich häufig aus der Gesellschaft zurück, begegnen Unverständnis und Diskrimierung, werden von Freunden, Familie und Kollegen stigmatisiert. Doch eine gezielte Behandlung ist möglich. Ein verständnisvolles Umfeld ist dabei eine große Hilfe für Menschen, die an einer Depression erkrankt sind.

Der Begriff „Depression“ kommt vom lateinischen „deprimere“ (herunterdrücken). Er beschreibt die gedrückte Stimmungslage von depressiven Menschen. Historisch kannte man den Begriff „Melancholie“. Lange Zeit blieb es bei der Einteilung von Gemütskrankheiten in Melancholie und Manie. Im 19. Jahrhundert entwickelte der Psychiater Emil Kraepelin aus der Melancholie den Begriff „Depression“. 

Formen und Ursachen der Depression

Es kann plötzlich geschehen oder sich schleichend entwickeln: Auf einmal erscheint die Welt grau in grau. Dinge, die früher wirklich Spaß gemacht haben, üben keinen Reiz mehr aus. Die kleinste Tätigkeit, etwa der Gang zum Briefkasten, gerät zur Strapaze. Das Essen schmeckt fad. Bleierne Müdigkeit und Energielosigkeit beherrschen den Tag, doch wenn die Nacht kommt, will der Schlaf nicht kommen. Der trübe Gedanke als stetiger Begleiter. Begebenheiten, Begegnungen – das ganze Leben ist freudlos und jeder Moment eine Bestätigung des negativen Grundgefühls. Jede Kleinigkeit wird totgegrübelt und bleibt trotzdem am Leben, die Frage nach dem Sinn des Daseins bleibt unbeantwortet. Woran liegt das?

Die Depression gehört zu den affektiven Störungen. Gemeint sind damit Krankheiten mit gestörter Stimmungslage (Affekt).

Man unterteilt die affektiven Störungen in:

  • Depression
  • Manie: übertriebene Euphorie, stark gehobene Stimmung mit Größenwahn
  • Bipolare Störung: Depression und Manie wechseln sich phasenhaft ab
  • Dysthymie: chronische Depression, die länger als zwei Jahre anhält
  • Zyklothymia: abwechselnd kommt es zu leicht gedrückter bzw. gehobener Stimmung

Die klassische dreigliedrige Einteilung beschreibt die Ursachen für Depression:

  • Endogene Depression: von innen heraus, erblich verursachte Erkrankung
  • Psychogene und reaktive Depression: psychogen = seelisch verursacht; reaktiv = Reaktion auf Belastungen
  • Somatogene Depression: durch körperliche Krankheiten verursacht

Heute geht die moderne Forschung von einer multifaktoriellen Ursache für die Entstehung einer Depression aus. Die Betroffenen haben oft eine erbliche Veranlagung, die durch belastende Lebensereignisse die Entwicklung der Krankheit begünstigt. Auch eine Dysbalance der Botenstoffe (Neurotransmitter) spielt eine große Rolle. Denn diese bringt die ganze „Chemie“ im Gehirn durcheinander.

Mehr zu den Ursachen der Depression

Symptome und Diagnose der Depression

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Verantwortlich für die gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, Interessenverlust und Antriebslosigkeit sind die sogenannten Neurotransmitter. Weitere Symptome wie Konzentrationsstörungen, Grübelzwang, Schlafstörungen und verschiedene körperliche Symptome können hinzukommen.

Depressionen können ganz unterschiedlich verlaufen. Sie können wiederholt als depressive Episode auftreten, über Monate anhalten und alle paar Jahre wiederkehren oder als kurzfristige Reaktion auf Belastungen auftreten.

Die Diagnose findet im einfühlsamen Gespräch statt. Dabei ist es wichtig die Symptome, den Leidensdruck und den sozialen Hintergrund zu erfassen, die den Betroffenen zum Arzt geführt haben wie Tod eines Angehörigen, Arbeitslosigkeit oder Schulden.

Mehr zu den Symptomen und Diagnosen der Depression

Behandlung der Depression

Eine Kombination aus Psychotherapie und Behandlung mit Medikamenten (Antidepressiva) bietet einen Weg aus der Depression. Der Willen des Patienten, sich professionelle Hilfe zu suchen, ist ausgesprochen wichtig. Gleiches gilt für ein hohes Maß an Geduld und Verständnis, nicht nur auf Seiten des Therapeuten. Auch die Unterstützung der Angehörigen ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung. Denn diese ist ein langfristiger Prozess: Psychotherapie und Gabe von Antidepressiva müssen über Monate bis Jahre erfolgen um die Stimmung und soziale Situation zu stabilisieren.

In der Medizin, der Psychologie und auch in der Pflanzenheilkunde gibt es verschiedene Ansätze und Mittel, um eine depressive Verstimmung zu therapieren. Als pflanzliches Heilmittel dient vor allem Johanniskraut (Hypericum perforatum), das nach zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen inzwischen von der Schulmedizin anerkannt und sogar in verschiedenen Präparaten auf Rezept verschrieben wird.

Mehr über die Therapie der Depression

Depression im Überblick
  • Die Depression hat meist eine seelische Ursache. Erbliche Veranlagung und gestörtes Verhältnis der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Gehirn spielen eine große Rolle.
  • Eine depressive Verstimmung, die länger als zwei Wochen andauert, ist das Leitsymptom der Depression. Daneben sind verminderter Antrieb und Schlafstörungen typisch.
  • Die Depression dauert oft viele Monate und bedarf einer langfristigen Behandlung durch einen einfühlsamen Psychotherapeuten in Kombination mit Medikamenten (Antidepressiva).
  • Ein anerkanntes pflanzliches Antidepressivum bei leichter bis mittelschwerer Depression ist das Johanniskraut.
Wann zum Arzt?

Depressiven fällt die Suche nach Hilfe oft schwer. Die Mithilfe von Angehörigen ist wertvoll, um den Betroffenen zum Arztbesuch zu motivieren.

  • Wenn Ihnen auffällt dass ihr sonst freudvoller Bekannter immer trauriger oder gefühlsloser wirkt, Mimik und Gestik starr wirken.
  • Sie bemerken, dass sich die Person aus dem sozialen Leben zurückzieht.
  • Wenn Sie bei sich selbst eine depressive Verstimmung bemerken, die nach zwei Wochen nicht verschwindet, Vitalität und Appetit fehlen und sie kein Interesse für Aktivitäten haben.
  • Wenn Sie viel zu früh und mit gedrückter Stimmung und Gedankenkreisen aufwachen.
  • Wenn Sie immer stärkeren Druck und Enge in der Brust spüren oder Kopf, Beine und Arme sich schwerer als sonst anfühlen.
  • Wenn Sie bei sich oder anderen Todessehnsüchte wahrnehmen.

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Drei lange Monate bis zum Erstgespräch und nochmals drei weitere bis zum Therapiebeginn – das ist die durchschnittliche Wartezeit auf eine psychotherapeutische Behandlung, wie eine Umfrage der Bundespsychotherapeutenkammer ergab. Eine lang...
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Studien zu Depressionen

Studientitel
St John's wort for major depression. (und weitere 1 Studie)
Jahr
2008, 2008
Kurzinfo
Was tun bei depressiver Verstimmung? Immer öfter fällt die Wahl auf pflanzliche Mittel wie Johanniskraut. Aber auch wenn es in der Wissenschaft viele Hinweise auf eine medizinische Wirkung gibt, ist  Mehr...die Anwendung dieser Heilpflanze nach wie vor umstritten. Ein Bericht über den aktuellen Wissensstand.
Studientitel
Effects of Valerian on the level of 5-hydroxytryptamine, cell proliferation and neurons in cerebral hippocampus of rats with depression induced by chronic mild stress
Jahr
2008
Kurzinfo
Forscher der Sun-Yatsen Universität in China fanden im Jahr 2008 heraus, dass bestimmte Inhaltstoffe des Wurzelextraktes durch Anheben des Serotoninspiegels auch direkt antidepressiv, d.h. stimmungsaufhellend  Mehr...wirken können. Serotonin ist ein im Gehirn aktiver Neurotransmitter, der aufgrund seiner Auswirkungen auf die Stimmungslage im Volksmund auch als Glückshormon bekannt ist. Erkrankungen wie die Depression gehen oft mit einem Mangel an Serotonin einher und werden manchmal auch allein durch einen zu niedrigen Serotoninspiegel ausgelöst.
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