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Pflanzliche Wirkstoffe

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Geschrieben von Dr. med. André Lauber , Arzt und Fachjournalist
Zuletzt aktualisiert am 10.09.2013
Pflanzliche Wirkstoffe

Ginkgo biloba bei Alzheimer-Krankheit und vaskulärer Demenz

Extrakte aus den Blättern des Ginkgobaumes zeigen in einigen Studien einen positiven Effekt auf die Durchblutung verschiedener Organe und den Stoffwechsel von Hirnzellen. Der bestuntersuchte Extrakt trägt den Namen EGb 761. In Bezug auf die Alzheimer-Krankheit und die vaskuläre Demenz ist hauptsächlich die Wirkung von Ginkgo auf das Gehirn von großem Interesse.

Wirkung auf das Gehirn

Noch vor einigen Jahren sah man den Ginkgo-biloba-Blätter-Extrakt als durchblutungsförderndes Naturheilmittel. Aktuelle Untersuchungen förderten weitere Wirkungen zutage, die vor allem für Demenzkranke (Alzheimer-Krankheit, vaskuläre Demenz) nützlich sein können. Ginkgo-bioba-Blätter-Extrakte wirkt auf die Blutgefäße erweiternd und verbessert die Fließeigenschaften des Blutes. Diese Eigenschaften verbessern die Hirndurchblutung, was bei vaskulärer Demenz unterstützend wirkt.

Der Effekt von Ginkgo bioba Blätter-Extrakten reicht aber noch weiter: Die diversen Inhaltsstoffe des Ginkgoextraktes (Flavonoide und Terpenlactone) lenken verschiedene Gene im Gehirn. Das schützt Strukturen in den Hirnzellen (Mitochondrien) vor aggressiven Sauerstoffmolekülen (Sauerstoffradikale) und verbessert gleichzeitig deren Funktion. Mitochondrien sind bedeutend für die »Zellfitness« und deshalb für die Hirnleistung. Die Wirkstoffe von Ginkgo beeinflussen darüber hinaus die Regeneration von Hirnzellen positiv durch ihren Einfluss auf Zellfunktion und -zyklus.
Ginkgo hemmt die Ablagerungen schädlicher Eiweiße (Amyloid) in Hirnzellen. Amyloidablagerungen stellen das Grundproblem der Alzheimer-Krankheit dar. Ginkgopräparate können sowohl zur Vorbeugung von Alzheimer als auch zur Verbesserung der geistigen Fähigkeiten (z. B. Gedächtnisstörungen) eingesetzt werden. Die meisten neuen Erkenntnisse über die Wirkung von Ginkgo stammen aus Zelllabors. Es wird sich zeigen, ob die Effekte des Ginkgobaumes sich auch im menschlichen Organismus bewähren.

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Therapieempfehlungen

Bislang fehlen Studien, die den Nutzen des Ginkgoextraktes EGb 761 einwandfrei belegen. Das »Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen« (IQWiG) hielt im Jahr 2008 fest, dass der Ginkgoextrakt EGb 761 in einer Dosis von 240 mg täglich einen positiven Effekt auf Alzheimerpatienten hat.

Tiefere Dosierungen eines Ginkgo-Medikaments konnten dagegen bei Demenz nicht überzeugen: Diese Aussage machte das Cochrane-Institut nach Durchsicht von 36 Studien im Jahr 2009.

Ob Ginkgoextrakte helfen eine Demenz zu verhindern oder hinauszuzögern ist wenig erforscht. Es gibt aktuelle Hinweise, die einen Schutzeffekt vermuten lassen.

Nebenwirkungen

Ginkgopräparate verursachen nur selten Nebenwirkungen. Dazu gehören leichte Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder allergische Hautreaktionen. Vorsicht ist geboten, wenn ein Patient gerinnungshemmende Mittel einnehmen muss. In diesem Fall sollte man einen Arzt um Rat fragen.

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Quellen:
  • Hänsel R, Sticher O. Pharmakognosie - Phytopharmazie. 9. Auflage: Springer; 2010.
  • Birks J, Grimley Evans J: Ginkgo biloba for cognitive impairment and dementia. Cochrane Database Syst Rev 2009(1).
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (Hrsg.): Ginkgohaltige Präparate bei Alzheimer Demenz. Abschlussbericht A05-19B (Version 1.0, Stand: 29.9.2008). Köln, IQWiG 2008.
  • Bachmann Ch. Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761 wirkt präventiv gegen Alzheimer. Phytotherapie 2010 (4/5):3-4.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.