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Clusterkopfschmerzen

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Geschrieben von 2011-07-20
Zuletzt aktualisiert am 2016-11-0202.11.2016
Clusterkopfschmerzen

Bei Clusterkopfschmerzen handelt es sich um schwere, einseitige Schmerzen, die in gehäuften Attacken (Clustern) auftreten. Dabei kann es am Tag zu bis zu acht solcher Attacken kommen, die oft in der Nacht auftreten. Eine unbehandelte Attacke kann dabei zwischen 30 Minuten und drei Stunden andauern. Begleiterscheinungen sind unter anderem tränende Augen, verengte Pupillen, eine laufende oder verstopfte Nase oder eine gerötete Augenbindehaut.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen episodischen und chronischen Clusterkopfschmerzen. Erstere dauern über mehrere Wochen oder Monate an (typischerweise zwischen einem und drei Monaten). Von chronischen Kopfschmerzen spricht man, wenn sie länger als ein Jahr anhalten oder in Intervallen von weniger als zwei Wochen auftreten. Dabei treten episodische Clusterkopfschmerzen etwa viermal häufiger auf als chronische. Besonders betroffen sind junge Männer zwischen ihrem 20. und 35. Lebensjahr. Die Symptome können sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder wiederholen. Grundsätzlich ist die Erkrankung aber eher selten. Weniger als ein Prozent der Bevölkerung ist betroffen.

Eine weitere Bezeichnung für Clusterkopfschmerzen ist Bing-Horton-Syndrom.

Clusterkopfschmerzen im Überblick:
  • Clusterkopfschmerzen sind schwere, einseitige Schmerzen, die in gehäuften Attacken vor allem nachts auftreten. Betroffen sind insbesondere junge Männer in ihren Zwanzigern und Dreißigern.
  • Die Ursachen der Schmerzen sind nach wie vor unbekannt. Es wird derzeit angenommen, dass eine Störung der biologischen Rhythmen verantwortlich ist.
  • Neben den heftig stechenden oder bohrenden Schmerzen in einer Kopfseite kann es zu weiteren Symptomen wie Bewegungsunruhe oder einem geröteten/tränenden Augen kommen. Auch eine verstopfte oder laufende Nase kann vorkommen
  • Die Diagnose stützt sich wesentlich auf Anamnese und neurologische Untersuchungen. Häufig erlauben bereits die Symptome eine recht sichere Diagnose.
  • Die Therapie zielt einerseits auf die Linderung der Schmerzen und zum anderen auf Prophylaxe. Neben der Einnahme von Medikamenten ist insbesondere das Inhalieren von 100-prozentigem Sauerstoff wichtiger Bestandteil der Therapie.

Unklare Ursachen

Die genauen Ursachen der Schmerzattacken sind bislang noch ungeklärt. Untersuchungen zeigen, dass bei Betroffenen Entzündungen erweiterter Blutgefäße als auch eine verstärkte Aktivierung bestimmter Bereiche des Zwischenhirns (Hypothalamus) vorliegen. Welcher Aspekt jedoch Ursache oder Folge der Clusterkopfschmerzen ist, bleibt nach wie vor ungewiss.

Lange hielt man die Entzündungen verantwortlich, in jüngerer Zeit rückten jedoch verstärkt Fehlregulationen des biologischen Rhythmus wie etwa des Schlaf-Wach-Rhythmus in den Fokus der Forschung. Es ist auffällig, dass Clusterkopfschmerzen verstärkt zu bestimmten Tageszeiten, insbesondere in der Nacht, und Jahreszeiten, nämlich im Frühling und Herbst auftreten. Darüber hinaus sind hierfür Störungen bestimmter für die Steuerung des Tagesrhythmus zuständiger Hormone ebenso ein Indiz wie die erhöhten Aktivitäten im Hypothalamus. Beim Hypothalamus handelt es sich um den Teil des Gehirns, der für die Steuerung der biologischen Rhythmen am wichtigsten ist.

Unklar ist auch, weshalb Männer wesentlich häufiger von Clusterkopfschmerzen betroffen sind als Frauen. Es scheint allerdings so zu sein, dass zu einem gewissen Prozentsatz auch erbliche Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von Clusterkopfschmerzen spielen.

Daneben werden verschiedene andere Faktoren als mögliche Auslöser diskutiert. Hierzu zählen unter anderem bestimmte Nahrungsmittel (etwa Nüsse, Käse oder Schokolade), Alkohol, Nikotin, körperliche Anstrengung, Flimmerlicht (Fernseher, Kino), Aufenthalte in großen Höhen sowie gefäßerweiternde Medikamente.

Symptome und Diagnose bei Clusterkopfschmerzen

Clusterkopfschmerzen verfügen über eindeutig identifizierbare Symptome. Typisch sind insbesondere sehr heftig schneidende oder bohrende Schmerzen, die ohne jede Vorwarnung auftreten und bis zu drei Stunden andauern. Die gewöhnliche Dauer der Schmerzen beträgt zwischen einer halben und einer Dreiviertelstunde. Bei vielen Betroffenen stellen sich die Symptome zu festen Tageszeiten ein.

Im Gegensatz zu Spannungskopfschmerzen beschränken sich die Schmerzen auf eine Hälfte des Kopfes. Häufig lassen sich der Schmerzort dabei genau lokalisieren: hinter dem Auge und im Bereich der Nasenwurzel. In der Regel wiederholen sich die Kopfschmerzen attackenartig mehrfach an einem Tag.

Zur Diagnose von Clusterkopfschmerzen findet eine Anamnese und eine neurologische Untersuchung statt. Im Rahmen der Anamnese ist es insbesondere wichtig, die Symptome detailliert zu beschreiben. Die Diagnose ist relativ sicher, wenn folgende Beschreibung vorliegt:

  • Mehrere Schmerzattacken treten auf und dauern je zwischen 15 und 180 Minuten.
  • Die Schmerzen sind heftig stechend oder bohrend, beschränken sich auf eine Kopfseite und treten im Bereich des Auges bzw. der Schläfe auf.
  • Die Schmerzen sind mit einer Bewegungsunruhe verbunden.
  • Die Attacken treten mindestens einmal alle zwei Tage und maximal achtmal pro Tag auf.

Darüber hinaus lässt sich bei jeder einzelnen Attacke mindestens eines der folgenden Symptome nachweisen:

  • tränendes und/oder gerötetes Auge
  • verengte Pupille
  • laufende oder verstopfte Nase
  • herabhängendes oberes Augenlid
  • geschwollenes Augenlid
  • starkes Schwitzen im Stirn- bzw. Gesichtsbereich

 

Üblicherweise genügt dies, um andere Formen von Kopfschmerzen auszuschließen. So unterscheidet sich etwa Migräne von Clusterkopfschmerzen durch die längere Dauer der Anfälle und das ausgeprägte Ruhebedürfnis. Allerdings kann eine akute Erhöhung des Augeninnendrucks, ein Glaukomanfall, zu ähnlichen Symptomen führen. Deshalb kann es vorkommen, dass Ärzte bei einer ersten Attacke zunächst einmal den Augeninnendruck überprüfen.

Besteht der Verdacht, dass die Schmerzen durch eine andere Erkrankung wie etwa einen Tumor verursacht werden, sind weitere Untersuchungen nötig. Dann können etwa eine Computer-Tomografie (CT), eine Elektroenzephalografie (EEG) oder eine Doppler-Sonografie durchgeführt werden.

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Therapie und Prophylaxe

Beim Clusterkopfschmerz gliedert sich die Therapie in eine Behandlung der Schmerzen während der Anfälle und in Maßnahmen zur Vorbeugung weiterer Anfälle in den schmerzfreien Intervallen.

Die Symptomatik spricht nicht oder sehr gering auf herkömmliche Schmerzmedikamente, Entspannungsübungen oder ergänzende Verfahren (physikalische Therapie) an. Aus diesem Grund haben Betroffene oft jahrelang Beschwerden bevor sie eine Diagnose erhalten.

Bei einem akuten Clusterkopfschmerz besteht die beste Sofortmaßnahme in der Inhalation 100-prozentigen Sauerstoffs. Nebenwirkungen gibt es keine. Sauerstoffmasken sind in jeder Apotheke erhältlich. Sauerstoffgeräte können Sie über die Krankenkasse beziehen.

Der Einsatz verschreibungspflichtiger Triptane hat sich ebenfalls als Akuttherapie bei Clusterkopfschmerz-Attacken bewährt: Die Selbstinjektion von Sumatriptan unter die Haut ist dabei ebenso geeignet wie die Verabreichung von Zolmitriptan über die Nase. Alternativ ist es möglich, gegen den akuten Kopfschmerz Lidocain-Spray in die Nase zu sprühen. Dauert die Schmerzattacke lange an, kann Ihnen auch die Gabe von Sumatriptan (über die Nase) oder von Zolmitriptan (über den Mund) helfen.

Akuttherapie bei Clusterkopfschmerzen

Sauerstoff: Bei einem akuten Kopfschmerzanfall wird 100-prozentiger Sauerstoff zum Inhalieren verabreicht. Über eine Gesichtsmaske atmet der betroffene 15 bis 20 Minuten lang 7 bis 15 Liter Sauerstoff pro Minute ein. Die Inhalation erfolgt sitzend mit leicht nach vorne gebeugtemOberkörper. Die Erfolgsquote hängt vom Clusterkopfschmerz-Typ und vom Alter des Patienten ab. Sie liegt bei etwa 60 Prozent. Die Wirkungswiese des Sauerstoffs ist nicht unklar.

Triptane helfen bei akuten Clusterkopfschmerz-Attacken. Meist werden sie zur Behandlung von Migräneanfällen eingesetzt. Es bewähren sich hier vor allem Sumatriptan und Zolmitriptan. Bei längeren Schmerzattacken helfen auch Tabletten, ansonsten empfiehlt sich bei Clusterkopfschmerzen die Anwendung als Injektion oder Nasenspray.

Lokale Betäubungsmittel: In das Nasenloch der betroffenen Kopfseite wird ein lokales Betäubungsmittel (Lidocain) getropft bzw. gesprüht. In etwa 25 bis 30 Prozent der Fälle gelingt es so, den Anfall zu unterbrechen.

Vorbeugen

Clusterkopfschmerzen sollten vorbeugend in erster Linie mit Verapamil behandelt werden. Zur Überbrückung bis zum Wirkungseintritt können vorübergehend Prednison (ein Kortikosteroid) oder Ergotamin eingesetzt werden. Bei kurzen Schmerzepisoden (weniger als zwei Monate) ist das Mittel der ersten Wahl Methysergid oder Prednisolon. Die Mittel können auch miteinander kombiniert werden, wenn sie einzeln nicht ausreichend wirken. Dann kommen auch Valproinsäure und Lithium zum Einsatz.

Verapamil: Bei chronischen und episodischen Clusterkopfschmerzen ist die verschreibungspflichtige Substanz Verapamil das Mittel der ersten Wahl. Das Mittel muss dauerhaft eingenommen werden, ist aber relativ gut verträglich. Die Wirkung tritt durchschnittlich erst nach 14 bis 21 Tagen ein. Normalerweise wird Verapamil Menschen mit Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck verschrieben.

In manchen Fällen bessern sich die Beschwerden von dauerhaften Clusterkopfschmerzen nicht durch Medikamente. In solchen Fällen ist es möglich, einen bestimmten Nerv des Kopfes zu stimulieren. Dies nennt sich bilaterale Stimulation des Nervus occipitalis major. Möglich ist auch, in den Nerv wiederholt Kortikoide und Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) zu spritzen.

Wann zum Arzt:


Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • mehrfach am Tag auftretende, heftig stechende oder bohrende Schmerzen auf einer Seite des Kopfes, die zwischen 15 und 180 Minuten andauern.
  • Bewegungsunruhe
  • tränendes und/oder gerötetes Auge
  • verengte Pupille
  • laufende oder verstopfte Nase
  • herabhängendes oberes Augenlid
  • geschwollenes Augenlid
  • starkes Schwitzen im Stirn- bzw. Gesichtsbereich

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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