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Therapie bei Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 07.09.2013
Therapie bei Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

Vom Lebensstil bis zu den Blutdrucksenkern

Behandlungsziel ist den Blutdruck so weit zu senken, dass kein Risiko für Arteriosklerose (Gefäßwandverkalkung), schwere Herz- Gefäßkrankheiten, Schlaganfall, Nierenversagen oder Erblindung durch Augeninnenhochdruck (Glaukom) mehr besteht. Eine gelungene Blutdrucksenkung wirkt lebensverlängernd!

Je nachdem ob schon Erkrankungen oder Arteriosklerose vorliegen, oder „nur“ Bluthochdruck besteht, müssen folgende Zielwerte erreicht werden:

Bluthochdruck mit/ohne Diabetes Unter 140/90 mmHg
Bluthochdruck bei KHK (Koronarer Herzkrankheit, nach Schlaganfall oder TIA (Transitorisch Ischämischer Attacke) oder Nierenerkrankung – oder bei sehr hohen Risikofaktoren Unter 130/80 mmHg
Bluthochdruck mit schwerer Nierenschädigung Unter 125/75 mmHg

Lebensstil ändern

Die wichtigste Maßnahme besteht in der Änderung des Lebensstils. Besteht dazu Bereitschaft und Mitarbeit, so können Blutdrucksenker häufig vermieden werden. Normale Blutdruckwerte lassen sich so innerhalb von wenigen Wochen bis Monaten erreichen:

  • Gesunde Ernährung: salzarme Kost ist wichtig! Weniger als 6g Salz pro Tag sind empfehlenswert. Aufpassen sollte man mit Fertigprodukten wie Wurst und Konserven, da sie zu viel Salz enthalten. Selbstgekochte Speisen lassen sich gut mit Gewürzen verfeinern – das verleiht zusätzlichen Geschmack und spart Salz ein. Von Chillies wurden in neueren Studien blutdrucksenkende Effekte beobachtet. Würzen Sie also lieber scharf statt salzig! Erhöhte Blutfette sollten reduziert werden, um Arteriosklerose vorzubeugen mit vorwiegend pflanzlichen (ungesättigten) Fetten.
  • Einschränkung des Alkoholkonsums: nicht mehr als 1 Glas Wein/Tag (30g/d reinen Alkohol für Männer, 20g/d für Frauen)
  • Tabakrauchen aufhören – besser heute als morgen!
  • Gewichtsreduktion (BMI, Body Mass Index zwischen 20 und 25)
  • Körperliches Training: mindestens 3x wöchentlich für 30 Minuten – Walking, Fahrradfahren oder Schwimmen sind besonders empfehlenswert.
  • Stressreduktion mit Entspannungsverfahren wie Yoga oder Autogenes Training wollen gelernt sein und können viel Spaß und Ruhe in den Alltag bringen. Erfahrene Yoga-Praktizierende können bewusst Einfluss auf Blutdruck und Pulsschlag nehmen – auch das wurde schon wissenschaftlich untersucht.

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Medikamente

Lässt sich der Blutdruck mit Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht senken, oder besteht schon Arteriosklerose und Folgeschäden so müssen zusätzlich Blutdrucksenker verordnet werden. Bei sekundärem Bluthochdruck werden immer Medikamente verordnet. Die Wahl des richtigen Mittels ist nicht einfach – es bedarf Überprüfung und Anpassung oder Kombination mehrerer Medikamente. Der „therapieresistente“ Bluthochdruck, der scheinbar auf kein Mittel ansprechen will macht dem behandelnden Arzt manchmal Kopfzerbrechen. Die Nebenwirkungen des Medikaments müssen toleriert werden. Das am besten wirksame und verträgliche wird ausgesucht. Unter einer Therapie mit Blutdrucksenkern muss der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden. Die Medikamente müssen meist lebenslang eingenommen werden.

Fünf Hauptgruppen von Blutdrucksenkern gibt es:

  • 1
    Diuretika
    Sie senken den Blutdruck über eine „Diurese“ – eine Entwässerung über die Niere. Mögliche Nebenwirkungen über Kalium-Verluste sind Müdigkeit, Beinkrämpfe, Herzrhythmusstörungen.
  • 2
    Beta-Blocker
    Am Herzen und an Organen gibt es die „Beta-Rezeptoren“. Sind ihre Plätze schon besetzt, so können Hormone die den Blutdruck in die Höhe treiben (Adrenalin und Noradrenalin) dort nicht mehr Fuß fassen. Nicht unerhebliche Nebenwirkungen können auftreten: Müdigkeit, Schwindel, Unwohlsein, Depression, das Gefühl „ausgebremst“ zu sein.
  • 3
    ACE-Hemmer
    Sie hemmen das „Angiotensin Converting Enzym“, dadurch verringert sich die hormonelle Engstellung der Blutgefäße. Nebenwirkungen kann der typische „ACE-Husten“ sein.
  • 4
    Angiotensin-ll Rezeptor Blocker
    Sie setzen an anderer Stelle ein wie die ACE-Hemmer mit demselben Effekt: Das blutdruckregulierende Hormon kann seine Wirkung nicht mehr entfalten, die Gefäße bleiben weit. Nebenwirkungen sind kaum bekannt, da es eines der „neueren“ Mittel ist, was nicht heißt dass keine mehr entdeckt werden könnten.
  • 5
    Kalzium-Antagonisten
    Sie hemmen den Einstrom von Kalzium in die Gefäßmuskelzellen. Dadurch sinkt Widerstand und Blutdruck in den Gefäßen. Nebenwirkungen wie reflexhafte Gesichtsrötung und Herzklopfen durch eine vom Körper ausgelöste hormonelle Gegenregulierung können eintreten.

Vorbeugen:

Um Bluthochdruck vorzubeugen ist ein gesunder Lebensstil mit einer vollwertigen, salzarmen Kost, wenig Alkohol, Nikotinverzicht und einer Gewichtsnormalisierung wichtig. Menschen die zudem ihr Herz trainieren und darauf achten sich nicht zu stressen sondern ein erfülltes und glückliches Leben führen leiden deutlich seltener unter Bluthochdruck und seinen gesundheitlichen Folgen.

Link- und Buchtipps:
  • Sehr aktuelle Informationsseite der Bluthochdruckliga
  • Patientenleitlinie Bluthochdruck Link
  • „Bluthochdruck selbst senken in 10 Wochen. Selbsthilfeprogramm für Betroffene. Mit ausführlichen Informationen zu allen wichtigen Aspekten des Bluthochdrucks“ von Dr. R. Martinez (Schluetersche Verlagsgesellschaft 2. Auflage September 2010)
  • Bluthochdruck senken ohne Medikamente: Ihr Blutdruck-runter-Programm - Risikofaktoren erkennen und ausschalten“ von Prof. Dr. M. Middeke, Prof. Dr. K. Völker und Dr. C. Laupert-Deick (Trias Verlag; 7. Auflage Oktober 2010)

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.