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Bluterguss (Hämatom)

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Geschrieben von 2011-02-08
Zuletzt aktualisiert am 2018-05-0707.05.2018
Bluterguss (Hämatom)

Woher kommt der blaue Fleck?

Ein Bluterguss entsteht schnell bei kleinen Zusammenstößen oder Prellungen im Alltag und beim Sport. Man stößt sich an einer Tischkante, rutscht im Schwimmbad oder im Schnee aus und landet unsanft auf dem Hinterteil. Man fällt auf die Knie oder das Handgelenk beim Sturz vom Fahrrad, beim Inlineskaten oder beim Fußballspielen.

Der medizinische Fachausdruck „Hämatom“ kommt vom altgriechischen Wort „haima“ für „Blut“. Ein Bluterguss entsteht, wenn sich Blut aus verletzten Blutgefäßen ins Körpergewebe ergießt. Dabei kommt es zu einer Ansammlung von Blut meist unter der Haut, aber auch an anderen Körperstellen oder in Körperhöhlen.

Ein blauer Fleck ist zwar schmerzhaft, jedoch harmlos und beeindruckt am ehesten durch die bedrohliche Hautverfärbung. Ein Bluterguss lässt sich übrigens sehr gut mit pflanzlichen Mitteln behandeln, sodass der Arztbesuch in der Regel nicht nötig ist.

Man unterscheidet je nach Lage und betroffener Körperstelle verschiedene Arten von Blutergüssen:

  • Subkutanes Hämatom: Bluterguss unter der Haut
  • Intramuskuläres Hämatom: Bluterguss im Muskelgewebe
  • Periostales Hämatom: Bluterguss in der Knochenhaut
  • Hämatothorax: Bluterguss in den Brustraum
  • Hämarthros: Bluterguss in das Gelenk
  • Subdurales Hämatom: Bluterguss unter der Dura mater, der harten Hirnhaut. Dies stellt eine gefährliche Hirnblutung dar
Bluterguss im Überblick:
  • Ursache für den Bluterguss unter der Haut sind Verletzungen oder Prellungen, die im Sport oder Alltag schnell passieren. Dadurch werden kleine Blutgefäße verletzt, Blut tritt ins Körpergewebe aus und sammelt sich an.
  • Es kommt zur Schwellung, Schmerzen und der typischen Hautverfärbung, dem blauen Fleck. Nach 2 bis 3 Wochen heilt dieser meist folgenlos ab.
  • Deshalb bedarf es bei kleinen Blutergüssen keiner aufwendigen Diagnose – nur bei Verdacht auf Gelenkverletzung oder Knochenbruch macht der Arzt eine Ultraschalluntersuchung oder ein Röntgenbild.
  • Erste Hilfe daheim besteht im Kühlen, Hochlagern und Ruhigstellen der betroffenen Stelle. Selten braucht es Schmerzmittel oder ärztliche Maßnahmen.

Ursachen 

Der Bluterguss ist eine geschlossene Wunde, denn wie bei jeder Wunde kommt es zu einer Verletzung von Blutgefäßen. Da die oberste Hautschicht jedoch intakt bleibt, tritt das Blut nicht ans Tageslicht, sondern sammelt sich im Körpergewebe an. Dabei kann sich das Blut oberflächlich direkt unter der Haut, oder in tieferen Schichten im Fettgewebe oder Muskelgewebe ansammeln. Das Blut kann auch in vorbestehende Körperhöhlen austreten. Beim subduralen Hämatom tritt Blut unter die Hirnhaut aus. Dies ist ein lebensgefährlicher Bluterguss. Er kann bei einem Aufprall des Schädels als Folge eines schweren Autounfalls entstehen.

Blutergüsse können auch iatrogen entstehen, also ärztlich verursacht sein. Zum Beispiel bei einer Injektion (Einstich) mit einer Nadel zur Gabe eines Medikamentes oder einer Impfung, oder bei einer Blutentnahme. Ein Hämatothorax ist eine Einblutung in den Brustraum, wo Herz und Lunge liegen. Auch dazu kann es durch einen ärztlichen Eingriff, wie bei einer Herzoperation kommen, oder nach einem Unfall.

Menschen, die Medikamente zur Blutverdünnung nehmen müssen, sind häufiger von blauen Flecken betroffen. Schon bei kleinsten Stößen und minimalen Prellungen tritt Blut durch die künstlich verlängerte Blutgerinnungszeit in das Körpergewebe aus.

Auch Menschen die an der Bluterkrankheit (Hämophilie) leiden, sind viel häufiger von Blutergüssen betroffen als gesunde Menschen und müssen sich im Alltag besser vor Verletzungen schützen.

Symptome 

Beim Bluterguss treten die Symptome zeitlich versetzt nach dem Unfall auf. Je nach Lage der Verletzung, ob oberflächlich oder tief, und je nach Ausmaß der Einblutung in das Gewebe kann es zu Schwellung, Druckschmerz und zu der typischen Hautverfärbung kommen.

Eine typische Stelle ist die Wade, bei der es zu einer Einblutung in den Wadenmuskel durch eine Prellung kommt und damit zum Bluterguss. Auch Sprung- und Handgelenke sind häufig betroffen, ebenso das schmerzempfindliche Schienbein. Auch unter dem Auge kann es zu Blutergüssen kommen. Hier spricht man von einem „Veilchen“ oder „blauen Auge“.

Sind oberflächlich verlaufende Gefäße verletzt, kommt es nach wenigen Stunden zur Farbveränderung der Haut, über rot, blau, grün bis hin zu gelb und braun. Diese entsteht durch Farbstoffe im Prozess des Abbaus des angesammelten Blutes.

Verlauf eines Blutergusses:

Nach ein paar Stunden färbt sich die Haut rot durch das Hämoglobin, dem Blutfarbstoff des frisch ausgetretenen Blutes.

  • Nach bis zu 24 Stunden wird der Fleck durch den Gerinnungsprozess dunkelrot-bläulich.
  • Nach bis zu 4 Tagen färbt sich der Fleck blauschwarz, da das Hämoglobin zu den Gallenfarbstoffen Choleglobin und Verdoglobin abgebaut wird.
  • Vom 4. bis 7. Tag wird der Fleck dunkelgrün durch den Gallenfarbstoff Billiverdin.
  • Ab dem 7. Tag entwickelt sich eine gelblich-bräunliche Farbe, die allmählich verblasst.
  • Nach 2 bis 3 Wochen ist der Fleck meist ganz verschwunden.

Je tiefer der Bluterguss, desto weniger auffällig ist die Hautverfärbung. Bei einem tiefen Hämatom verursachen Schmerzen und Schwellung Beschwerden durch das aufgestaute Blut. Sitzt der Bluterguss sehr tief und löst sich nicht ganz auf, kann eine Muskelverkalkung zurückbleiben. Liegt der Bluterguss unter im Nagelbett, so färbt sich der Nagel schwarz bis er vom nachwachsenden Nagel nach oben geschoben wird und sich ablöst.

Die Infektion, eine Entzündung des Blutergusses, ist die häufigste Komplikation. Das geronnene Blut verklumpt sich, um das herum sich eine Hülle aus Bindegewebe bildet.

Sitzt der Bluterguss ungünstig zwischen zwei Muskeln, so kann es zum Kompartmentsyndrom kommen. Dabei werden umliegende Blutgefäße so stark zusammengedrückt, dass Muskeln und Nerven nicht mehr ausreichend durchblutet werden und absterben können, so dass die Gefahr bleibender Lähmungen besteht.

Andere Komplikationen sind Einblutung in ein Gelenk (Hämarthros) mit Gefahr der Gelenkzerstörung. Bei sehr starker Blutung ins Körperinnere besteht durch den hohen Blutverlust die Gefahr eines lebensgefährlichen Schockzustandes. Bei Einblutung im Beckenbereich nach Unfällen kann es zu sehr hohen Blutverlusten kommen.

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Diagnose 

Die Diagnose ist schnell selbst gestellt. Sie ergibt sich aus der Art des Unfalls, den Beschwerden und dem sichtbaren blauen Fleck. Der Arzt kann mit einem Ultraschall klären, wie weit und tief im Gewebe sich der Bluterguss ausbreitet. Eine Röntgenaufnahme wird veranlasst, wenn Verdacht auf einen Knochenbruch oder die Möglichkeit einer Beschädigung des Gelenks besteht, wie etwa bei einer Verstauchung oder einem Bänderriss.

Kommt es häufig ohne offensichtlichen Grund zu Blutergüssen, muss nach Medikamenten zur Blutverdünnung gefragt werden. Im Labor kann man aus einer Blutprobe Tests auf die Blutgerinnungsfaktoren machen. Bei den Bluterkrankheiten (Hämophilie) können einzelne dieser Faktoren erblich bedingt fehlen.

Therapie 

Kühlen Sie die betroffene Stelle für 15 bis 20 Minuten. Zum Kühlen können Sie kaltes Wasser, einen kalten Waschlappen oder einen Beutel mit Eis aus dem Gefrierfach verwenden. Kein Eis direkt auf die Stelle legen, da es sonst zu Erfrierungen der Haut kommen kann! Durch das Kühlen wird die Durchblutung gebremst und damit die Einblutung ins Gewebe verringert. Es hilft auch, wenn die Stelle (z.B. Arm, Finger oder Bein) hochgelagert und ruhiggestellt wird, damit das Blut besser aus dem verletzten Bereich abfließen kann.

Mit Sport oder Bewegung sollten Sie nach dem Unfall aussetzen, um die Durchblutung zu drosseln. In den ersten 24 Stunden nach der Verletzung dürfen keine Massagen oder Wärme angewendet und außerdem auf Alkohol verzichtet werden. Erst nach einigen Tagen, wenn der Bluterguss abklingt, sollte man wieder mit dem Sport beginnen.

Schmerzmedikamente

Bei einem kleinen blauen Fleck braucht es meist keine Schmerzmittel. Doch größere oder tiefer liegende Blutergüsse können über Wochen sehr schmerzhaft sein. Hier helfen Schmerztabletten, Salben oder kühlende Gele mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Diclofenac.

Chirurgische Eingriffe

Selten ist es nötig, doch ein massiver Bluterguss oder ein Hämatom in Gelenknähe müssen operativ entfernt werden. Bei einem entzündeten Bluterguss oder einem Kompartmentsyndrom (bei dem der Bluterguss auf Muskeln und Nerven drückt) muss das kranke Gewebe vom Chirurgen vorsichtig herausgeschnitten werden.

Pflanzliche Hilfe

Ein Bluterguss lässt sich mit vielem, was sich so auf Feld, Wald und Wiesen finden lässt, bestens versorgen. Kalte Umschläge mit Kräutertinkturen als Erste-Hilfe-Maßnahme, Schmerzgele und Salben mit pflanzlichen Wirkstoffen oder auch Öle zum sanften Einreiben des Hämatoms gibt es – Heilpflanzen entfalten abschwellende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkungen direkt auf der Haut und helfen, den Bluterguss unter der Haut „aufzuräumen“.

Kombiniert werden können diese Anwendungen mit Heilerde-Auflagen. Diese bekommt man in der Apotheke. Die kühlende Heilerde wird direkt auf die betroffene Haut aufgetragen und mit einem Verband umwickelt.

Hilfe auf einen Blick:
  • Arnika kann als kalter Umschlag auf den entstehenden Bluterguss aufgetragen werden und ist eine wirkungsvolle Erste-Hilfe-Maßnahme.
  • Beinwell hilft als Salbe oder Paste bei Blutergüssen und in der Volksheilkunde zur Wund- und Knochenheilung.
  • Johanniskrautöl eignet sich für Ölverbände oder sanftes Einreiben im Verlauf des Heilungsprozesses.
Die Blüten der Arnika sind Mittel der Wahl bei einem Bluterguss. Arnikablüten-Extrakt enthält als Hauptwirkstoff Helenalin. Dieser Stoff hat eine ausgeprägte entzündungshemmende, schmerzlindernde Wirkung und hilft, die bei einem Bluterguss angestaute Flüssigkeit und Abfallstoffe aus dem Gewebe abzutransportieren (zu resorbieren). Arnika hilft auch bei Prellungen, Quetschungen und Verstauchungen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen.

 

Zur Ersthilfe nach kleinen Unfällen eignen sich kalte Umschläge, die mit Arnikablüten-Tinktur getränkt wurden. Unverdünnt sollte man die Tinktur nicht anwenden, denn sie reizt Haut und Schleimhäute. Später helfen Arnika-Schmerzgel und Arnika-Salben aus der Apotheke, die man mehrmals täglich anwenden kann, bis der Bluterguss abgeklungen ist.

Beinwell kommt in ganz Europa vor und war schon in der Zeit der Antike für seine Wirkungen zur Wund- und Knochenheilung bekannt. Sein Name kommt von „Bein“ für Knochen und „Wall“ für „zusammenwachsen, überwallen“, was sinnbildlich für das Zusammenwachsen von Wundrändern und Knochengewebe nach Knochenbrüchen steht.

 

Beinwellkraut und Beinwellwurzel enthalten Allantoin, ein Stoff, der für die Förderung der Geweberegeneration verantwortlich ist. Cholin bewirkt außerdem ein besseres Resorbieren der angesammelten Flüssigkeit und die enthaltene Rosmarinsäure wirkt entzündungshemmend. Dies verleiht dem Beinwellwurzel-Extrakt (mit Kraut und Blättern) eine gute Tiefenwirkung zur Behandlung eines kleinen oder größeren Blutergusses. Aus Salbe und Paste lassen sich Wickel, Auflagen und Umschläge auf dem blauen Fleck anwenden.

Johannisöl (auch Johanniskrautöl genannt) wird gewonnen, indem man Pflanzenöl mit den Blütenblättern des Johanniskrauts ansetzt und einige Wochen lang in die Sonne stellt. In der Apotheke gibt es das fertige, rötliche Johanniskrautöl auch zu kaufen. Es eignet sich gut, um einen Verband mit ihm zu tränken und diesen auf den Bluterguss aufzulegen. 
Rosskastaniensamen-Extrakt findet Anwendung bei Venenleiden. Sein Hauptwirkstoff Aescin kann auch zur Behandlung von Blutergüssen und Schwellungen (Ödemen) hilfreich sein. Rosskastaniensamen-Salbe oder Gel kann gut in Kombination mit Arnikablüten-Salben angewandt werden.
Aus dem Harz des asiatischen Campherbaums wird natürlicher Campher gewonnen, er wird aber auch synthetisch hergestellt. Das ätherische Campheröl äußerlich angewandt bringt Kälteempfinden und Schmerzlinderung, aber auch eine Durchblutungssteigerung. Deshalb sollte der Kontakt mit verletzter Haut vermieden werden, Campheröl wird erst nach der akuten Phase auf einem im Abklingen befindlichen Bluterguss angewandt, als Salbe oder in verdünnter Form.
„Salaiguggulu“ wird in Indien das Harz aus dem Weihrauchbaum genannt und dort traditionell in der Ayurveda-Medizin verwendet. In der Behandlung chronischer Entzündungszustände wurde es auch hierzulande bekannt. Bei einem großen Bluterguss kann es erfahrungsmedizinisch unterstützend abschwellend und entzündungshemmend wirken. Es ist als Fertigpräparat in der Apotheke erhältlich, die Tabletten sollte man einige Wochen innerlich einnehmen, bis der Bluterguss abgeklungen ist.
Wann zum Arzt?

Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • Bei einem großen, sich schnell ausbreitenden Bluterguss sollte man einen Arzt aufsuchen, denn durch große Blutverluste kann es schlimmstenfalls zu einem lebensbedrohlichen Schockzustand kommen.
  • Bei stärkeren Schmerzen, Schwellungen, Fieber und schlechter Abheilung wegen der Infektionsgefahr
  • Bei einem Bluterguss in Gelenknähe und bei eingeschränkter Beweglichkeit um Knochenbrüche, Gelenkverletzungen, Bänderrisse und Verstauchungen auszuschließen
  • Bei einer Schädelprellung, Kopfverletzung oder Prellung am Auge immer zum Arzt, um eine Hirnblutung oder Erblindungsgefahr auszuschließen
  • Bei einer Prellung oder Quetschung an den Geschlechtsorganen
  • Wenn Blutergüsse wiederholt ohne erkennbaren Grund auftreten, um auf eine mögliche Blutgerinnungsstörung oder Bluterkrankheit (Hämophilie) zu untersuchen
Quellen:
  • Sportverletzungen (Engelhardt; Urban & Fischer Verlag, 2. Auflage 2009)
  • Erste Hilfe (Hg: Deutsches Rotes Kreuz; DRK Verlag)
  • Praxisleitfaden Allgemeinmedizin (S. Gesenhues und R. Ziesché, Urban & Fischer Verlag)
  • Leitfaden Phytotherapie (H. Schilcher, S. Kammerer, T. Wegnener; Urban & Fischer Verlag)
  • Pharmakognosie, Phytopharmazie (Hänsel, Sticher; Springer Verlag)
  • Heilpflanzenpraxis heute (S. Bäumler; Urban & Fischer Verlag)
  • Urania Pflanzenreich – Blütenpflanzen 1+2 (Urania Verlag)

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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