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Pflanzliche Wirkstoffe bei Bauchschmerzen

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 04.07.2018
Pflanzliche Wirkstoffe bei Bauchschmerzen

Wirkungsvolle Hilfe bei Bauchschmerzen

Zur Behandlung von Bauchschmerzen hält die Naturheilkunde viele potente Pflanzen bereit, die eine krampflösende und beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt haben. Bekannte Vertreter aus dieser Gruppe sind die Uzara- und die Angelikawurzel sowie Kümmel. Andere Medikamente haben dagegen spezielle Wirkungen, wie die Mariendistelfrucht, die gegen Lebererkrankungen hilft.

 

Hilfe auf einen Blick:
  • Pfefferminzblätter
    • Beruhigende und krampflösende Wirkung auf die Muskulatur des Magen-Darm-Traktes
    • Tee und Fertigpräparate in der Apotheke erhältlich.
  • Angelikawurzel
    • Krampflösende Wirkung und effektivere Verdauung.
    • Fertigtees im Handel erhältlich.
  • Kümmelfrüchte
    • Hilfreich bei Magen- und Darmkrämpfen, Völlegefühl und Blähungen.
    • 1 bis 2 Teelöffel Kümmelkörner (angestoßen) in kochendem Wasser für 10 Minuten ziehen lassen.
  • Kamillenblüten
    • Löst mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen Magenkrämpfe und lässt Bauchschmerzen schnell abklingen
    • getrocknete Kamillenblüten und Teepräparate sind in der Apotheke erhältlich
  • Myrrhe
    • kann Darmkrämpfe lindern
    • Fertigpräparate in der Apotheke erhältlich

Heilpflanzen bei Bauchschmerzen im Porträt

Die ursprünglich aus Island stammende Pflanze Angelika enthält in ihrer Wurzel Inhaltsstoffe, die eine krampflösende und beruhigende Wirkung auf die Muskulatur des Magen-Darm-Trakts haben. Dies beruhigt den Bauch und lindert Bauchschmerzen. Zudem wird die Produktion von Magen- und Gallensaft angeregt, was zu einer effektiveren Verdauung führt. Ätherische Öl wie Pinen und Phellandren sind für die heilende Wirkung verantwortlich. Ausgedehnte Sonnenbäder oder intensive UV-Bestrahlung sollten während der Einnahme der Angelikawurzel vermieden werden, da die Heilpflanze den Lichtschutz der Haut schwächt. Die Anwendung kann als Tee erfolgen, der im Handel oder in der Apotheke erworben werden kann.

 

Die Inhaltstoffe des Kümmels, darunter hauptsächlich ätherische Öle, Phenolcarbonsäuren, Flavonoide und Cumarinderivate, besitzen eine krampflösende Wirkung auf die Muskeln des Verdauungstrakts und lindern somit krampfartige Bauchschmerzen. Kümmelfrüchte stärken die Durchblutung und wirken antimikrobiell im Darm. Ihnen wird zudem eine appetitanregende Wirkung nachgesagt. Die Zubereitung der Früchte erfolgt als Tee, indem ein halber Teelöffel der getrockneten und gequetschten Früchte mit kochendem Wasser übergossen wird und 10 Minuten zieht. Das Kümmelöl kann durch Träufeln einiger Tropfen auf ein Zuckerstück täglich eingenommen werden oder es wird direkt auf den Bauch aufgetragen.

 

Die Blätter der Melisse haben ganz vielfältige Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt. Sie beruhigen einen nervösen Magen, hemmen gereizte Nerven und reduzieren die Gasentstehung im Dickdarm. Dadurch lindern sie Krämpfe und Völlegefühl im Verdauungssystem. Zudem wirken sie antibakteriell und entzündungshemmend. Die wirksamen Ingredienzen sind ätherische Öle, Gerbstoffe, Triterpene, Phenolcarbonsäuren und Cumarine. Ein traditionelles Hausmittel mit Melisse ist der altbekannte Melissengeist, ein hochkonzentrierter Verdauungsschnaps. Die Zubereitung kann jedoch auch als einfacher Tee erfolgen, der im Handel erhältlich ist.

 

Die Blüten der Kamillenpflanze enthalten unterschiedlichste Inhaltsstoffe und entfalten so ihre Wirkung bei Erkrankungen der Haut und Schleimhäute als auch bei Magen-Darm-Beschwerden. Zu den wichtigsten Ingredienzen zählen dabei die ätherischen Öle Matricin und Matricarin sowie α-Bisabolol und Apigenin. Sie besitzen eine entzündungshemmende, krampflösende, antibakterielle und immunstimulierende Wirkung, was sich beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt auswirkt. Zudem ist α-Bisabolol sehr effektiv gegen Pilzbefall. Die Zubereitung der Kamillenblüten erfolgt als Tee oder als verdünnter Extrakt, welcher in der Apotheke erhältlich ist. Bei der Teezubereitung gehen wertvolle fettlösliche Inhaltsstoffe nur in unzureichender Menge in den Tee über. Um die therapeutischen Eigenschaften der Kamille optimal zu nutzen, ist ein mit einer Alkohol-Wasser-Mischung hergestellter Trockenextrakt besonders geeignet.

 

Myrrhe ist nicht nur eine biblische Kostbarkeit, sondern zählt auch zu den ältesten bekannten Heilmitteln. Das Harz des Myrrhenstrauchs wirkt stark antientzündlich und besitzt eine Desinfektionswirkung gegen Keime und Bakterien. Sein ätherisches Öl wirkt in Kombination mit den Bitter- und Gerbstoffen und hilft dabei, Magen-Darm-Beschwerden zu lindern und Darmkrämpfe zu lösen.

 

Die Inhaltsstoffe des Schöllkrauts, vornehmlich Coptisin und Chelidonin, haben einen steigernden Effekt auf die Magen-Darm-Bewegungen sowie die Gallensaftsekretion und bringen so die Verdauung in Schwung. Zudem wirken sie entkrampfend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Das

Schöllkraut beruhigt Geist und Körper und ist somit ein ideales Naturheilmittel bei krampfartigen Bauchschmerzen, Gallenbeschwerden oder auch Magengeschwüren. Bei bestehenden Leberkrankungen und in der Schwangerschaft sollte auf eine Einnahme des Schöllkrauts jedoch verzichtet werden. Auch bei Gallensteinleiden ist Vorsicht geboten, da die Inhaltstoffe der Heilpflanze die Gallengangsbewegungen erhöhen und so zu kolikartigen Schmerzen führen können. Im Handel existieren Fertigarzneimittel in Kombination mit der Angelikawurzel. Für einen Tee nimmt man zwei Teelöffel geschnittenes Schöllkraut und gießt es mit einer heißen Tasse Wasser auf.

 

Die aus Lakritze bekannte Süßholzwurzel gehört zu dem am intensiv untersuchtesten Naturkraut der Pflanzenheilkunde, mit dem Ergebnis, dass heutzutage um die 400 Inhaltsstoffe bekannt sind. Die für Magen-Darm-Beschwerden wichtigen Wirkstoffe sind dabei neben Flavonoiden, sauren Polysacchariden und Sterolen vor allem Glycyrrhizinsäure und Glycyrrhetinsäure. Ihnen wird eine starke entzündungshemmende Wirkung ähnlich dem Medikament Kortison zugeschrieben, was die Süßholzwurzel erfolgreich im Kampf gegen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre macht. Zudem fördern die Wirkstoffe die Bildung von Magenschleim, der die Schleimhaut vor der Säure beschützt. Daher kann die Heilpflanze vorbeugend oder auch zur Abheilung der Geschwüre eingesetzt werden. Weiterhin beruhigt sie den Magen und löst Krämpfe im Verdauungssystem. Die Anwendung der Süßholzwurzel sollte nicht länger als 4 bis 6 Wochen betragen, da sonst die gleichen Nebenwirkungen wie bei Kortison auftreten können. Bei Erkrankungen von Leber und Niere, bei Hypokaliämie (zu wenig Kalium im Blut), Bluthochdruck oder während der Schwangerschaft darf die Süßholzwurzel nicht eingenommen werden. Die Zubereitung erfolgt als Tee, der im Handel als Fertigpräparat erhältlich ist.

 

Die in Europa und Nordamerika heimische Pflanze hat sich als sehr hilfreich bei krampfartigen Bauchschmerzen sowie Übelkeit und Blähungen gezeigt. Diese krampflösende und beruhigende Wirkung ist auf die reichhaltigen ätherischen Öle (vornehmlich Menthol) zurückzuführen, die in den Pfefferminzblättern neben anderen Ingredienzen wie Bitterstoffen und Flavonoiden enthalten sind. Die Einnahme erfolgt als Pfefferminztee oder in Form von Pfefferminzölkapseln. Beide Präparate sind in der Apotheke erhältlich.

 

Das in den Früchten der Mariendistel enthaltene Naturstoffgemisch namens Silymarin besitzt eine starke leberzellschützende Wirkung, weshalb die Mariendistel zur unterstützenden Behandlung bei Lebervergiftungen, chronisch-entzündlichen Leberkrankungen und Leberzirrhose eingesetzt wird. Unter dem Einfluss von Silymarin regenerieren sich die Leberzellen, weiterhin wird der Abgang der Gallenflüssigkeit stimuliert und die Immunabwehr angeregt. Daher können Mariendistelfrüchte ebenfalls hilfreich bei einfachen Verdauungsbeschwerden sein. In der Schwangerschaft und bei Kinder unter 12 Jahren sollte auf die Anwendung verzichtet werden. Die Einnahme der Heilpflanze kann als Fertigtee oder in Form von Kapseln erfolgen, von den verschiedene Varianten in der Apotheke erhältlich sind.

 

Die Wurzeln der Uzarapflanze ist ein wirksames Mittel gegen Bauchschmerzen, da sie die muskulären Bewegungen des Dünndarms hemmen und zugleich entkrampfend wirken. Die gute Wirkung ist den Ingredienzen Uzarigenin und Xysmalorin zuzuschreiben. In höheren Dosierungen verstärken sie zudem leicht die Herzkraft, ähnlich wie sogenannte Herzglykoside. Herzkranke sollte daher am besten nur unter Rücksprache mit dem Hausarzt die Uzarawurzel zu sich nehmen. In der Apotheke werden unterschiedliche Fertigarzneimittel für den häuslichen Gebrauch angeboten, darunter Säfte, Lösungen und Dragees. Die Uzarawurzel kann nicht als Tee zubereitet werden.

 
Quellen:
  • Herold. "Innere Medizin". Herold Verlag (2011)
  • Classen et al. „Differentialdiagnose Innere Medizin“. Urban Verlag (1998)
  • Arastéh et al. "Duale Reihe - Innere Medizin". Thieme Verlag (2009)
  • Koop. "Gastroenterologie compact; Alles für Klinik und Praxis". Thieme Verlag (2010)
  • Riemann u.a. "Gastroenterologie, Bd.1 Intestinum". Thieme Verlag (2008)
  • Caspary et al. "Therapie gastroenterologischer Krankheiten". Springer Verlag (2005)
  • Block. "POL-Leitsymptome, Gastrointestinaltrakt; Leber, Pankreas und biliäres System". Thieme Verlag (2006)
  • Hänsel et al. "Pharmakognosie - Phytopharmazie". Springer Verlag (2010)
  • Wiesenauer et al. " PhytoPraxis". Springer Verlag (2008)
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Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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