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Bänderriss Diagnose & Therapie

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 05.09.2013

Äußerliche Untersuchungbein_schmerzen_hand_frau

Durch die Kenntnis des Unfallhergangs kann der sich der Arzt ein erstes Bild von der Art der Verletzung machen. Die genaue äußerliche Untersuchung des betroffenen Gelenks gibt weiteren Aufschluss. Ist ein Bluterguss vorhanden und sind die Schmerzen stark und bessern sich nicht mit der Zeit, handelt es sich meist um einen Bänderriss.

Weiterhin prüft der Arzt mit bestimmten Tests die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks. Bei einem Kreuzbandriss im Kniegelenk kann der Unterschenkel wie eine Schublade nach vorne oder hinten bewegt werden, was im Normalfall nicht möglich wäre (Schubladentest). Bei einem positiven vorderen Schubladentest ist das vordere Kreuzband betroffen, bei einem positiven hinteren Schubladentest dagegen das hintere. Eine Drehung des oberen Sprunggelenkes nach innen (seitliche Aufklappbarkeit) als auch die Verschiebbarkeit des Rückfußes nach vorne (Talusvorschub) deuten auf einen Riss des Außenbandes des Fußes hin. Seitenbandrupturen können durch Abknicken des Unterschenkels nach innen oder außen festgestellt werden (Vagus- und Valgusstress). Einen Riss des Daumenbandes (Ulnares Kollateralband) wird durch eine abnorme Abknickung des Daumens nach außen diagnostiziert.

Der Arzt teilt den Bänderriss je nach Schweregrad ein:

  • Grad 1: Nur wenige Fasern wurden durchtrennt.
  • Grad 2a: Weniger als 50% der Fasern gerissen.
  • Grad 2b: Mehr als 50% der Fasern gerissen. Das Gelenk ist instabil.
  • Grad 3: Band komplett gerissen. Das Gelenk ist instabil.

Eine zusätzliche Röntgenuntersuchung gibt die Gewissheit, ob neben dem Bänderriss auch ein Knochenbruch vorliegt oder ob der am Band ansetzende Kochen mit ausgerissen wurde. Um die geschädigten Bänder direkt sichtbar zu machen, kann eine Kernspin-Tomographie (MRT) angefertigt werden. Dies wird jedoch nur in Ausnahmefällen durchgeführt.

Therapiefuss_bandage_kissen_verband

Konservativ vs. OP

Die Behandlung eines Bänderrisses besteht grundsätzlich aus der Schonung des betroffenen Gelenkes. Als Merkregel kann das sogenannte PECH-Schema angewendet werden:

P Pause → das Gelenk kann sich erholen

E Eis → mäßige Kälte führt zur Abschwellung (zu viel Kälte schädigt!)

C Compression → z.B. durch elastische Bandagen

H Hochlagern → die Schwellung geht schneller zurück

Die konservative Behandlung ist in den meisten Fällen ausreichend, es sei denn man betreibt Leistungssport, wo eine schnelle Mobilisierung und Wiederherstellung der Gelenkfunktion ausschlaggebend für operative Maßnahmen sein können. Zur konservativen Therapie gehören im Allgemeinen die Stabilisierung und Schonung des betroffenen Gelenks mittels Orthesen (Stützen) und eine anschließende physiotherapeutische Behandlung. Unterstützend können Salben mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkstoffen wie z.B. Diclofenac (Voltaren) auf die Haut aufgetragen werden.  

Außenbandriss des Sprunggelenks

Ein Riss des Außenbandes des Sprunggelenks kann gut mit einer konservativen Therapie geheilt werden. Dazu wird der Fuß mit Orthesen stabilisiert, sodass ein weiteres Umknicken verhindert wird. Weiterhin entlastet das Tragen von Unterarm-Gehstützen über einige Tage den Fuß in der ersten Heilungsphase. Danach wird die Belastung langsam und vorsichtig gesteigert. Bei einer seltenen chirurgischen Behandlung wird das gerissene Band meist akut genäht. Dies wird jedoch kaum noch praktiziert.  

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Kreuzbandriss

Ein Kreuzbandriss kann konservativ oder operativ behandelt werden. Eine konservative Therapie sollte gewählt werden, wenn man geringe körperliche Belastungen im Beruf hat und keinen Leistungssport betreibt. Ein höheres Alter oder eine bevorstehende Arthrose sprechen ebenfalls für eine konservative Therapie. Die Ziele der konservativen Behandlung sind Schmerzreduktion, Rückgang der Schwellung und Wiederherstellung des normalen Bewegungsausmaßes.

Dies kann durch physiotherapeutischen Muskelaufbau erreicht werden, der dem Gelenk mehr Stabilität verleiht. Das Kreuzband wächst jedoch bei dieser Behandlung nicht mehr zusammen. Eine operative Therapie ist sinnvoll, wenn man viel Sport treiben will und das Knie regelmäßig stark belastet oder wenn neben dem Kreuzband noch andere stabilisierende Bänder im Kniegelenk geschädigt wurden. Das Ziel ist die Wiederherstellung des Kreuzbandes. Dies kann durch eine Kreuzbandplastik oder ein Transplantat aus körpereigenen Sehnen erfolgen.

Link- und Buchtipps:
  • Informative Internetseite zum Thema Bänderriss am Sprunggelenk Link
  • Umfangreiche Informationen zum Thema Kreuzbandriss Link
  • Christian Plesch. " Handbuch Sportverletzungen: Prävention. Diagnostik und Therapie. Erste-Hilfe-Maßnahmen". Meyer & Meyer Verlag (2009)
  • Christoph Lukas et al. " Sprunggelenksverletzungen im Basketball: Hintergründe, Therapie und Prophylaxe". Books on Demand (2011)
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Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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