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Bänderdehnung, Bänderzerrung, Verstauchung Diagnose & Therapie

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 28.01.2013
Bänderdehnung, Bänderzerrung, Verstauchung Diagnose & Therapie

Dehnung oder Riss?

Zuallererst sollte der Arzt über den Unfallhergang genau aufgeklärt werden. Im Anschluss untersucht er das betroffene Gelenk äußerlich. Die Schmerzempfindlichkeit als auch das Vorliegen eines Blutergusses sind wichtige Anhaltspunkte zur Unterscheidung zwischen einer Bänderdehnung und der Verstauchung und einem Bänderriss. Dagegen sagt die Größe der Schwellung nicht viel über die Art der Verletzung aus. Ist kein Bluterguss vorhanden und sind die Schmerzen mäßig oder bessern sich mit der Zeit, handelt es sich meist um eine Bänderdehnung.

In einem zweiten Schritt kann der Arzt die Beweglichkeit bestimmter Gelenke überprüfen, um einen Bänderriss auszuschließen. Bei einem Kreuzbandriss im Kniegelenk kann der Unterschenkel wie eine Schublade nach vorne oder hinten bewegt werden, was im Normalfall nicht möglich wäre (Schubladentest). Dagegen deutet eine Drehung des oberen Sprunggelenkes nach innen (seitliche Aufklappbarkeit) als auch die Verschiebbarkeit des Rückfußes nach vorne (Talusvorschub) auf einen Riss des Außenbandes hin.

Eine zusätzliche Röntgenuntersuchung gibt die Gewissheit, ob neben der Bänderverletzung auch ein Knochenbruch vorliegt. Um die geschädigten Bänder direkt sichtbar zu machen, kann eine Kernspin-Tomographie (MRT) angefertigt werden.

Therapie

Schonung und Kühlung

In den ersten Sekunden nach einer Bänderdehnung (Bänderzerrung) oder der Verstauchung kann ein aktives Drücken auf das betroffene Gelenk (z.B. mit beiden Händen) und das Kühlen mit Leitungswasser eine übermäßige Schwellung vermindern. Eis sollte dagegen in der Akutphase nicht angewendet werden. Die längerfristige Behandlung einer Bänderdehnung und Verstauchung besteht grundsätzlich aus der Schonung des betroffenen Gelenkes. Als Merkregel kann das sogenannte PECH-Schema angewendet werden:

PPause              → das Gelenk kann sich erholen

E  Eis                   → mäßige Kälte führt zur Abschwellung (zu viel Kälte schädigt!)

C  Compression  → z.B. durch elastische Bandagen

H  Hochlagern     → die Schwellung geht schneller zurück

Die Schmerzen sollten sich innerhalb von ein bis zwei Wochen zurückbilden. In dieser Zeit kann das Gelenk mäßig belastet werden, auf Sport sollte man jedoch unbedingt verzichten. Andernfalls könnte das betroffene Band erneut überdehnt werden, was zu einer dauerhaften Instabilität führen kann, da es nicht mehr fest und straff wird. Die Ärzte bezeichnen diese Gelenke dann auch bildhaft als "Schlottergelenk". Stattdessen kann eine Bewegungstherapie durch Krankengymnastik erfolgen. Diese zielt auf die frühe Wiederherstellung der vollständigen Beweglichkeit und Stabilität im betroffenen Gelenk. Unterstützend zur PECH-Regel können Salben mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkstoffen wie z.B. Diclofenac (Voltaren) auf die Haut aufgetragen werden oder auch Salben mit Arnika, diese wirken abschwellend. Zur Vorbeugung von weiteren Bandverletzungen bieten sich zudem folgende Maßnahmen an:

  • Vor dem Sport die Muskeln aufwärmen (z.B. durch Warmlaufen).
  • Regelmäßige Dehnung der Bänder durch gezielte Übungen.
  • Angemessene Sportausrüstung (geeignete Schuhe und Schutzkleidung).
  • Anpassung der sportlichen Betätigung an den körperlichen Allgemeinzustand.
Link- und Buchtipps:
  • Informative Internetseite zum Thema Bänderdehnung am Sprunggelenk www.dr-gumpert.de Link
  • Christian Plesch. " Handbuch Sportverletzungen: Prävention. Diagnostik und Therapie. Erste-Hilfe-Maßnahmen". Meyer & Meyer Verlag (2009)
  • Christoph Lukas et al. " Sprunggelenksverletzungen im Basketball: Hintergründe, Therapie und Prophylaxe". Books on Demand (2011)
  • Pflanzliche Wirkstoffe

    Die Therapie von Bänderdehnungen kann mit Heilkräutern unterstützt werden. Zur ersten Hilfe eignen sich Arnikablüten, Johanniskrautöl und Pfefferminzöl.

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Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.