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Ursachen für Appetitlosigkeit (Anorexie)

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 05.09.2013
Ursachen für Appetitlosigkeit (Anorexie)

Kein Appetit – harmlos oder Ausdruck einer Krankheit?

Appetit und Sättigung steuern die Nahrungsaufnahme und sind wichtiges Instrument für die Balance zwischen Nahrungsbedarf und Nahrungszufuhr. Ein gesunder Appetit, der weder zu Appetitlosigkeit, Heißhunger oder Appetitgelüsten neigt, ist zentral für die Gesundheit. Deshalb wird er von einem Zentrum im Gehirn, dem Hypothalamus gesteuert. Über Nerven, die Magenfüllung, Magen- und Darmbewegungen und viele andere Signale melden, und das Hormon Insulin, das von der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, wird dem Hypothalamus Lagebericht erstattet.

Stress als Ursache der Anorexie

Appetitlosigkeit (Anorexie) kann Ausdruck von Stress sein. Ob Stress in der Familie, im Beruf (Schichtarbeit, Reisen) oder durch ein Unglück verursacht – Stressreaktionen werden über Hormone und Nerven vermittelt und interagieren mit dem Hypothalamus, der neben Appetit und Sättigung noch viele andere Funktionen steuert. Deshalb kann Stress leicht zu Änderung des Blutdrucks, Spannungskopfschmerzen, Schlaflosigkeit oder Appetitlosigkeit führen.

Seelische Ursachen für Appetitlosigkeit (psychogen)

Neben dem „harmlosen“ Stress kommt Appetitlosigkeit bei vielen psychischen (seelischen) Krankheiten vor.

Essstörungen wie die Anorexia nervosa stehen an erster Stelle. Auch „Magersucht“ genannt kommt diese Krankheit meist bei Mädchen auf der Schwelle zum Frausein vor. Durch seelische Verletzungen in der Vergangenheit (oft wurden die Betroffenen als Kind missbraucht), wird die eigene Weiblichkeit nicht akzeptiert. Es besteht eine „Körperschemastörung“. Die jungen Frauen empfinden sich als zu dick, trotzdem sie ihr Gewicht herunterhungern und schweres Untergewicht haben (BMI, Body-Mass-Index unter 17). Damit geht ein Appetitverlust einher, der geleugnet wird. Für Angehörige ist der abgemagerte, knochige Körper deutlich sichtbar. Ein Ausbleiben der Regelblutung und schwerste Stoffwechselentgleisungen mit Folgekrankheiten können sich entwickeln. Bei der Bulimie, einer Essstörung bei der das Essen absichtlich wieder Erbrochen wird, wechseln sich Heißhungeranfällen mit Appetitlosigkeit ab.

Depressionen gehen neben gedrückter Stimmung auch mit Appetitverlust einher. Beim Burnout und Erschöpfungszuständen kommt Appetitlosigkeit vor.

Funktionelle Magen-Darm Krankheiten sind nicht eine Erkrankung des Magens oder des Darms selbst, sondern eine Erkrankung der Seele, die das Nervensystem beeinflusst, das deren Funktion steuert. Oft steht Dauerstress und Appetitlosigkeit am Beginn des Reizmagens oder des Reizdarmsyndroms oder der funktionellen Magenschwäche.

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Körperliche Ursachen für Appetitlosigkeit (organisch bedingt)

Erkrankungen der Verdauungsorgane und der Leber gehören zu den häufigsten Krankheiten die mit Appetitlosigkeit einhergehen. Neben den funktionellen Magen-Darmkrankheiten gibt es viele organische Krankheiten der Verdauungsorgane wie:

  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Magen: Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür, Magenkrebs, Magensenkung
  • Darm: akuten Darminfektionen, chronisch-entzündliche Darmkrankheiten (M. Crohn und Colitis ulcerosa), Darmkrebs
  • Bauchspeicheldrüse: Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Gallenblase/Gallenwege: Gallensteine, Gallenblasenkrebs
  • Leber: Hepatitis (Leberentzündung), Leberveränderungen wie Leberzirrhose und Leberkrebs

Nierenkrankheiten wie Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) können Appetitlosigkeit verursachen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zur Urämie - Substanzen die mit dem Urin ausgeschieden werden sollten befinden sich im Blut. Bei Urämie ist Appetitlosigkeit ein Leitsymptom.

„Auszehrende Krankheiten“ nannte man früher chronische Infektionen wie Tuberkulose und Krebskrankheiten. Heute muss man noch AIDS dazuzählen. Denn sie alle gehen mit Appetitlosigkeit einher und meist mit einem unaufhaltsam scheinenden Gewichtsverlust. Auch eine akute Infektion wie Mandelentzündung oder Kinderkrankheiten, selbst eine harmlose Erkältung kann Appetitlosigkeit verursachen, vor allem wenn sie von Fieber begleitet wird.

Fortgeschrittene Herzschwäche (dekompensierte Herzinsuffizienz) kann Appetitverlust verurachen.

Einige Stoffwechselkrankheiten gehen mit reduziertem Appetit einher. Dazu zählen ein schlecht eingestellter Diabetes (Zuckerkrankheit), Schilddrüsenunterfunktion, Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion) und Morbus Addison.

Demenz verursacht Appetitlosigkeit. Im Verlauf des Älterwerdens nimmt der Appetit natürlicherweise ab, da sich der Stoffwechsel verlangsamt.

Drogen, Medikamente und Gifte als Ursache der Anorexie (toxisch bedingt)

Drogenmissbrauch und etliche Medikamente können in die Appetitlosigkeit führen. Die „Genussgifte“ Nikotin und Alkohol zählen dazu. Alkoholkonsum, vor allem Bier kann anfänglich den Appetit steigern. Liegt jedoch Alkoholabhängigkeit vor, so kommt es zu Appetitverlust aufgrund des Leberschadens. Suchterkrankungen wie Heroin- oder Kokainabhängigkeit führen ebenfalls zu Anorexie und Abmagerung. Zu den Appetitverlust verursachenden Medikamenten gehören Digitalis Präparate (bei Herzschwäche), Opiate (bei Krebs- und Schmerzkrankheiten), Östrogene, Betablocker (Blutdrucksenker), Antibiotika (Mittel gegen Bakterien) und Eisenpräparate. Zytostatika, die zur Chemotherapie eingesetzt werden sowie die Strahlentherapie für Krebskranken verursacht Appetitlosigkeit.

Blei im Trinkwasser ist sehr gefährlich, denn es kann zu chronischer Bleivergiftung mit Appetitlosigkeit, Blutarmut und Nervenschädigung führen.

Manche Menschen setzen Appetitzügler zu Diätzwecken ein. Von dieser Methode ist abzuraten, das kann gesundheitsschädigend sein!

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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