Anzeige
Anzeige
Sie kennen uns vielleicht auch aus:
Anzeige

Akne

Anzeige
Geschrieben von 2011-02-08
Zuletzt aktualisiert am 2018-11-2222.11.2018
Akne

Jeder hat schon einmal einen Pickel gehabt. Von einer Akne spricht man jedoch erst, wenn größere Hautpartien betroffen sind. Die Akne ist die weltweit häufigste Hautkrankheit. Entzündete Mitesser, also Pickel, befallen vor allem das Gesicht, den Hals sowie den Brust- und oberen Rückenbereich. Die akne betrifft Menschen jeden Alters. Am häufigsten befällt die Krankheit jedoch Jugendliche in der Pubertät (Acne vulgaris). Bei 90 Prozen dieser Betroffenen kling die Akne mi dem Erwachsenwerden ab. 

Akne im Überblick:
  • Akne entsteht in den Talgdrüsen und zeigt sich durch enzündete Pickel.
  • Die Gründe für die Entstehung einer Akne sind vielfältig und noch nicht abschließend erforscht. Eine Rolle spielen Verhornungsvorgänge, eine erhöhte Talgproduktion und die besondere Empfindlichkeit der Talgdrüsen für männliche Hormone.
  • Tritt die Akne während der Pubertät ein, klingt sie häufig mit dem Erwachsenwerden von selbst ab.
  • Für schwere Akne hält die Medizin verschiedene Medikamentengruppen bereit, mit denen die Symptome deutlich gelindert werden können.
  • Auch pflanzliche Wirkstoffe können erfolgreich zur Behandlung von Akne eingesetzt werden.
  • Ursachen der Akne

    Die Akne entsteht in den Hohlräumen der Talgdrüsenfollikel, die die Haut mit der Außenwelt verbinden. Um die Krankheit zu verstehen, ist der Aufbau dieser speziellen Follikel von Bedeutung: Ein Haar wächst in den Hohlraum des Talgdrüsenfollikels. Seitlich an dem Talgdrüsenfollikel befinden sich die Talgdrüsen, blumenkohlartige Auswüchse, die ihr Gemisch verschiedener Fette und Eiweiße in den Hohlraum des Talgdrüsenfollikels ergießen.  

    Füllt das Kopfhaar den ähnlich aufgebauten Haarfollikel komplett aus, so nimmt das winzige, kaum sichtbare Haar des Talgdrüsenfollikels nur ein Zehntel des zur Verfügung stehenden Hohlraums ein – es gibt also viel Platz. Zusätzlich stößt das Innere des Hohlraums in seinem natürlichen Auf- und Abbauprozess kontinuierlich abgestorbene Zellen ab. In der gesunden Pore fließt dieses Gemisch aus abgestorbenen Zellen und vor allem Talg auf die Hautoberfläche ab, um Haare und Haut zu schützen. Eine Überproduktion von abgestorbenen Zellen und Talg (Sebum) aber führt zur Bildung von zunächst winzig kleinen Mitessern, so genannten Mikrokomedonen. Diese können anwachsen und sich entzünden. 

    Auslösende Faktoren 

    Die Faktoren, die Akne auslösen können, sind ausgesprochen vielfältig. Von einer erblichen Anlage (genetischen Disposition) wird ausgegangen. Bekannt ist zudem, dass ein Übermaß an bestimmten Stoffen zu Akne führt. Hierzu gehören etwa Produkte aus Erdöl, die bei den Betroffenen wie Arbeitern auf Ölfeldern, in Öl-Raffinerien, im Straßenbau oder bei Dachdeckern die so genannte Erdöl-Akne oder die Teer- und Pech-Akne auslösen. Elemente aus der chemischen Gruppe der Halogene, besonders Chlor und Chlorgruppen enthaltende Dioxine (polychlorierte Dibenzodioxine und Dibenzofurane), führen zur Chlor-Akne. Selbst Medikamente können Akne auslösen. Hierzu zählen manche Psychopharmaka und Neuroleptika, einige Antibiotika, Mittel aus der Krebsbekämpfung (Onkologika) und sogar die Vitamine B 2, B 6 und B 12. 

    Auch verschiedene Hautpflegemittel können zur Kosmetik-Akne führen und gelten damit als komedogen. 

    Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit, aber auch enge, luftundurchlässige Kleidung bei stark schwitzenden Menschen führen zur Tropen- oder Mallorca-Akne. Die Einnahme von männlichen Hormonen, etwa zum Muskelaufbau, löst die so genannte Body-Builder-Akne aus. 

    Diesen Akne-Formen ist gemeinsam, dass die Symptome abklingen, wenn die Auslöser abgeschaltet werden. Bei der Chlor-Akne allerdings ist bekannt, dass die Symptome bis über 40 Jahre nach der auslösenden Vergiftung anhalten können. 

    Mitesser 

    In der Medizin werden Mitesser Komedonen genannt. Entzünden sich Mitesser, bilden sich Verdickungen der Haut (Papeln), deren Hohlräume durch Eiterbildung weiß oder gelblich erscheinen können – eine Pustel hat sich gebildet. 

    Untersuchungen von Komedonen zeigen sie als Gebilde aus abgestorbenen Zellen und Talg. Einlagerungen von Hautpigmenten (Melaninen) oder Fremdstoffen lassen den nach außen weisenden Teil oft dunkel erscheinen. In diesem von abgestorbenen Hornzellen umgebenen Zylinder siedeln Bakterien der Art Propionibacterium acnes. Während man früher glaubte, in diesen Bakterien die alleinigen Verursacher der Akne gefunden zu haben, sehen neuere Untersuchungen den Auslöser für den Akne-Entzündungsprozess ebenfalls in bestimmten Inhaltsstoffen des Talgs. Besonders die Arachidonsäure löst Entzündungen aus. Dass das Eindringen weiterer schädlicher Mikroorganismen in die Pore ihre Entzündung vorantreibt, ist unbestritten. 

    Männliche Sexualhormone in der Akne-Entstehung 

    Androgene sind Sexualhormone, die für die Ausprägung von männlichen Geschlechtsmerkmalen verantwortlich sind. Wie Männer produzieren auch Frauen Androgene. Frauen produzieren Androgene in ihrer Nebennierenrinde und den Eierstöcken, allerdings in geringerem Maß als Männer. Bewiesen ist, dass die Funktion der Talgdrüse von Androgenen gesteuert wird. Androgene beeinflussen die Größe der Talgdrüse und die Menge der Talgausschüttung. 

    Bei Säuglingen, die mit Acne neonatum auf die Welt kommen, liegen oft bereits in der Familie Störungen im Androgenhaushalt vor (Hyperandrogenismus). Die meisten Aknefälle treten in der Pubertät auf, wenn sich der gesamte Hormonhaushalt umstellt. Aknepatienten haben allerdings selten einen deutlich erhöhten Androgenspiegel im Blut. Nachgewiesen werden konnte jedoch, dass die von Akne befallenen Hautpartien eine höhere Dichte an Androgenrezeptoren besitzen. 

    Die Poren sind vergrößert, und ihre blumenkohlartigen Talgdrüsen weisen oft mehr Talg produzierende Läppchen auf als die von gesunden Menschen. Somit ist die Talgproduktion bei Aknepatienten erhöht (Seborrhoea). Außerdem weicht die Zusammensetzung des Talgs oft von der gesunder Talgdrüsen ab. Durch Untersuchungen eineiiger Zwillinge konnte gezeigt werden, dass beide die gleiche Zusammensetzung des Talgs produzieren, diese Talg-Synthese genetisch bedingt ist. 

    Akne und Rauchen 

    Das Rauchen von Tabak gilt als schädlich bei Akne. Nachgewiesen ist, dass Nikotin das Wachstum des Entzündungen auslösenden Bakteriums Staphylococcus aureus fördert. Außerdem enthält Zigarettenrauch neben weiteren Schadstoffen die entzündungsfördernde Arachidonsäure. Deshalb sollten von Aknebetroffene nicht rauchen. 

    Diagnose

    Die Aknediagnose vom Arzt oder der Ärzin dient der Beurteilung von Schwere und Art der Akne. 

    Die menschliche Gesichtshaut hat etwa 800 Talgdrüsen pro Quadratzentimeter und die Schwere der Akne ergibt sich aus der Anzahl der betroffenen Poren. Die Art der Akne beurteilen Hautärztinnen und Hautärzte zunächst durch Betrachtung des Hautbildes. Herrschen Komedonen, also Mitesser, vor und gibt es nur wenige Entzündungen, sprechen sie von einer Akne comedonica. 

    Haben sich die Mitesser bereits entzündet und bilden Schwellungen (Papeln) und Eiterbläschen (Pusteln), liegt eine Acne papulo-pustulosa vor. 

    Eine der schwersten Formen findet sich in der Acne conglobata. Hier ist die Haut sehr entzündet. Zusätzlich zu den Mitessern und Pusteln zeigen sich Knoten und Einkapselungen (Zysten) sowie Fistelgänge, also Verbindungen zwischen verschiedenen Drüsen. Diese Akne ist durch Schmerzen, Entstellungen und Narbenbildung sehr belastend für die Betroffenen. Tritt eine schwere Form der Akne sehr plötzlich auf und geht mit Fieber und starken Gelenkschmerzen einher, kann es sich um eine Acne fulminans handeln. Sie trifft vor allem Jungen in der Pubertät. Die Haut weist hier wenige Mitesser auf. Dafür sind große Hautpartien stark entzündet, und häufig ist die Haut von blutigen Krusten bedeckt. Gewissheit über diese Diagnose gibt eine Blutuntersuchung, bei der sich eine erhebliche Beschleunigung der Blutsenkungsgeschwindigkeit und eine deutliche Erhöhung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) zeigen. Über die längere Gabe von Abkömmlingen des Vitamins A ist sie behandelbar. 

    Eine Acne inversa hingegen tritt eher bei Menschen jenseits der Pubertät auf und befällt auch die Achseln, die Genital- und Leistengegend sowie das Gesäß. Eine große Rolle spielt bei ihrem Andauern das Rauchen; über 80 Prozent aller Betroffenen sind Raucher. 

    Ähnliche Krankheiten 

    Rosazea 

    Abgegrenzt wird die Akne von der Rosazea, die früher dem Akne-Formenkreis zugerechnet wurde. Sie zeigt sich durch Rötungen, Schuppungen und akneähnliche Zustände im Gesicht, in schweren Fällen auch durch große Wucherungen an der Nase (Rhinophym). (Auch ihre Ursachen sind noch nicht abschließend erforscht.) 

    Furunkel und Karbunkel 

    Ebenfalls nicht zum Formenkreis der Akne zählt der Furunkel. Ein Furunkel ist der Befall des Haarbalgs und des umliegenden Gewebes vor allem durch Bakterien der Sorte Staphylococcus aureus. Die daraus entstehende Entzündung ist tief und schmerzhaft und heilt unter Eiterbildung ab. Da der Eiter ansteckend ist, können durch Schmierinfektion auch größere Hautpartien betroffen sein. Treten Furunkel schubweise auf, spricht man von einer Furunkulose. Verschmelzen mehrere Furunkel zu einem großen, entzündeten Gebilde, entsteht ein Karbunkel. 

    Anzeige

    Therapie

    Verschreibungspflichtige Medikamente

    Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft empfiehlt Ärzten die Verschreibung verschiedener Medikamente zur äußerlichen und zur innerlichen Anwendung. Bei der äußerlichen Anwendung sollen Gels oder Lotionen, die Antibiotika oder den Wirkstoff Benzoylperoxid enthalten, die Vermehrung der Propionibakterien einschränken. Abkömmlinge des Vitamins A (Retinoide) sowie Azaleinsäure können Mitesser auflösen und ihre Neubildung verhindern, indem sie die Größe der Talgdrüsen und die Menge des produzierten Talgs reduzieren. 

    Antibiotika und Retinoide werden auch als Medikamente zum Einnehmen verordnet. Außerdem schränken sie Entzündungsreaktionen ein und verschlechtern die Lebensbedingungen des Propionibakteriums. Bei Frauen werden auch hormonelle Anti-Androgene verordnet, wie sie etwa manche Antibabypillen darstellen. Über Art, Kombination und Dauer dieser Medikamente entscheiden wegen der Nebenwirkungen Ärztin oder Arzt. 

    Nebenwirkungen 

    Alle diese Wirkstoffe können schwere Nebenwirkungen verursachen, sodass sie keinesfalls ohne ärztliche Aufsicht eingenommen werden dürfen. Die Abkömmlinge des Vitamins A wirken fruchtschädigend (teratogen), sodass während der Behandlung von Frauen eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden muss. Arzt oder Ärztin müssen auch über andereMedikamente, die die Aknepatienten einnehmen, informiert werden, denn diese Akne-Arzneien können andere Substanzen verstärken oder ihre Wirksamkeit einschränken. 

    Medizinische Kosmetik 

    Eine schonende Behandlung bietet die medizinische Kosmetik. Hier wird die Haut zunächst gereinigt, dann die Poren durch Einwirkung von warmem Wasserdampf erweitert. Unter Zuhilfenahme einer großen Lupe drückt die Kosmetikerin Mitesser aus. Geschlossene Komedonen können mit sterilen spitzen und scharfen Instrumenten geöffnet werden. Eine erneute Desinfektion sowie eine beruhigende Maske schließen die Behandlung ab. 

    Peelings 

    Während Rubbel-Peelings bei Akne keine positive Wirkung zugesprochen wird, gelten chemische Peelings als hilfreich. Hierzu werden in der medizinischen Kosmetik verschiedene Säuren eingesetzt. Sie müssen nach der Behandlung neutralisiert werden, damit sie die Haut nicht auflösen. 

    Narbenbehandlung 

    Zur Narbenbehandlung bei abgeheilter Akne gibt es in der medizinischen Kosmetik verschiedene Behandlungsmöglichkeiten von der Operation über hochtouriges Schleifen und Fräsen der obersten Hautschichten bis hin zur Laserbehandlung.

    Natürliche Heilmittel

    Pflanzliche Wirkstoffe wie die Kamille und Wirkstoffe wie die medizinische Hefe können unterstützend zur Therapie der leichten bis mittelschweren Form der Akne eingesetzt werden. Die Hefe wird dabei vor allem weniger als Arzneimittel sondern als Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Die Wirkstoffe können unterstützend zur Langzeittherapie eingesetzt werden, natürlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt.

    Echte Kamille (Matricaria chamomilla oder auch Matricaria recutita)

    Wirksam gegen Bakterien, die Entzündungen der Haut auslösen, sind ätherische Öle in Pflanzen. Hier bietet sich besonders die Echte Kamille (Matricaria chamomilla oder Matricaria recutita) an. Sie enthält neben vielen weiteren Wirkstoffen Chamazulen, ein blaues Öl, und das alkoholische Bisabolol. Diese beiden Inhaltsstoffe allein sind bereits entzündungshemmend. Die Kamille entfaltet ihre Wirkung jedoch durch die gelungene Zusammensetzung aller ihrer Inhaltsstoffe. Eingesetzt werden ölige Auszüge im Kamillenöl, alkoholische Auszüge in Tinkturen oder wässrige Auszüge im Kamillentee. Kamille hat sich über Jahrhunderte in der Volksheilkunde bei Hautproblemen bewährt. Den positiven Effekt von öligen Auszügen auf die Wundheilung bewies eine iranische Forschergruppe der Universität Semnan im Jahr 2010 an Ratten.

    Nebenwirkungen

    Vorsicht bei der Anwendung von Kamille ist bei allergisch reagierenden Menschen geboten, besonders bei solchen, die unter Heuschnupfen oder Heuasthma leiden. Es sind nach Trinken von Kamillentee Nesselsucht (Urticaria), Schwellungen der Haut (Angioödem) und Atemnot (Dyspnoe) und bei Waschungen mit Kamillentee Entzündungen der Bindehaut des Auges (Conjunctivitis) nachgewiesen.

    Linolsäure

    Die Linolsäure ist eine zweifach ungesättigte Fettsäure, die in vielen Ölen vorkommt, etwa in Distelöl. Sie gehört zu dem Omega-Sechs-Fettsäuren und gilt als Haut pflegend. Eine Forschergruppe der Universität im belgischen Lièges, die sich mit der gestörten Abschuppung in den Talgdrüsenfollikeln von Akne-Betroffenen und mit der Zusammensetzung des Hauttalgs beschäftigte, wies 1998 nach, dass die äußerliche Anwendung von Linolsäure nach einem Monat eine Abnahme von Micro-Komedonen, aus denen sichtbare Mitesser entstehen, um 25 Prozent stattgefunden hatte. Die Forschung weiß aber auch, dass bei Einnahme aus der Umwandlung der Linolsäure im Körper unter anderem Arachidonsäure entsteht. Arachidonsäure ist entzündungsfördernd.

    Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) und Medizinische Hefe (Saccharomyces boulardii)

    Die Hefen gehören zu den Pilzen, und Pilze bilden in der Biologie neben den Pflanzen und Tieren eine eigene Klasse. Seit Menschengedenken wird Bierhefe in der Nahrungszubereitung verwendet, etwa zur Herstellung von Brot, von Bier und von Wein. Die Bier- oder Backhefe (Saccharomyces cerevisiae) enthält die B-Vitamine Thiamin (B 1), Riboflavin (B 2), Niacin (B 3), Pantothensäure (B 5), Pyridoxin (B 6) und Folsäure (B 9) sowie die Mineralien Kalium, Phosphor, Magnesium, Calcium, Natrium, Zink, Eisen, Mangan, Kupfer und Selen.

    In der Volksheilkunde gilt Hefe lange schon als Haut pflegend, und zwar sowohl innerlich (systemisch) durch ihre Einnahme als auch äußerlich (topisch) durch das Auflegen von Masken. Obwohl der genaue Wirkungsmechanismus noch nicht abschließend erforscht ist, konnten wissenschaftliche Studien die Wirksamkeit von Bierhefe bei Akne bestätigen.

    Bereits 1989 wiesen die Forscher Weber, Adamczyk und Freytag in einer Doppel-Blind-Studie eine deutliche Wirksamkeit der Bierhefe gegen Akne nach. 2010 bestätigte eine Forschergruppe der Universitäts-Hautklinik in Freiburg die Wirksamkeit von Bierhefe und bestätigte ihr die Fähigkeit, nach weiteren Forschungen in der Akne-Behandlung als Standard-Wirkstoff eingesetzt werden zu können.

    Empfohlen wird auch die Anwendung der lebensfähigen Spezialtrockenhefe Hansen CBS 5926 (Saccharomyces boulardii). Sie kann haarähnliche Anhangsgebilde (Fimbrien oder Pilii) mancher Bakterien binden, hemmt so deren Wachstum und wirkt dadurch antibakteriell. Im Verdauungstrakt bewegt sie Fresszellen (Phagozyten) zu erhöhter Aktivität gegen schädliche Keime.

    Nebenwirkungen

    Manche Menschen reagieren mit verschiedenen, teils starken Reaktionen allergisch auf Hefen und sollten dann von einer Anwendung absehen. Auch bei Nicht-Allergikern kann es zu Blähungen kommen. Sonst sind schädliche Nebenwirkungen bei der Anwendung von Bierhefe nicht benannt, wenn auch die Deutsche Gesellschaft für Dermatologie auf die Akne fördernde Wirkung der Vitamine B 2, und B 6 hinweist.

    Heilkunst aus Asien

    Die indische Heilkunst Ayurveda wendet traditionell Pflanzen auch gegen Akne an. Die Forscher Jain und Basal vom King George's Medical College im indischen Lucknow wiesen 2003 die entzündungshemmenden Eigenschaften der Indischen Färberröte (Rubia cordifolia), der Kurkumawurzel (Curcuma longa), der Sarsaparilla (Hemidesmus indicus) und des Neem-Baums (Azadirachta indica) nach. Diese Pflanzen können ihrer Studie nach das Akne-Bakterium Propionibacterium acnes an der Produktion entzündungsauslösender Stoffe hindern.

    Auch die zu den Mondsamengewächsen gehörende Guduchi-Pflanze (Tinospora cordifolia) ist bewährt bei Akneproblemen. Mitarbeiter des Chembiotek-Instituts im indischen Kolkata haben 2003 einen umfassenden Artikel zu den Inhaltsstoffen und medizinischen Eigenschaften von Tinospora cordifolia veröffentlicht.

    Wann zum Arzt:

    Wenn Sie bei sich oder einem Ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

    • Bei plötzlich starkem Ausbruch einer Akne. Hier könnten äußere Einflüsse wie Chemikalien oder Medikamente eine Rolle spielen.
    • Geht bei Jungen in der Pubertät eine deutliche Verschlimmerung mit Fieber oder Gelenkschmerzen einher, sollte der Verdacht einer Acne fulminans ärztlich abgeklärt werden.
    • Wenn bei Frauen eine Akne verbunden mit Bartwuchs und anderen Symptomen der Vermännlichung ausbricht, kann dies auf eine Störung der Nebennierenrinde oder der Eierstöcke hindeuten.
    • Leiden Akne-Betroffene so unter ihrer Krankheit, dass sie sich aus dem geselligen Leben zurückziehen oder wegen ihres Hautzustands Anzeichen von Niedergeschlagenheit zeigen, ist ärztliche Hilfe gefordert. 
    Quellen:
    • Chan YS, Cheng LN, Wu JH, Chan E, Kwan YW, Lee SM, Leung GP, Yu PH, Chan SW. A review of the pharmacological effects of Arctium lappa (burdock). Inflammopharmacology 2010 Oct 28.
    • Deutsche Dermatologische Gesellschaft/Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) (Hg.): Behandlung der Akne. ICD-10 Ziffer: L 70. Berlin/Düsseldorf 2010.
    • Deutsche Dermatologische Gesellschaft/Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie/Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) (Hg.): Acne inversa / Hidradenitis suppurativa. ICD 10: L 73.2. Berlin/Mannheim/Düsseldorf 2011.
    • Jain A, Basal E: Inhibition of Propionibacterium acnes-induced mediators of inflammation by Indian herbs. Phytomedicine. 2003 Jan;10(1):34-8.
    • Jarrahi, M., Vafaei, A. A., Taherian, A. A., Miladi, H., Rashidi Pour, A.; Evaluation of topical Matricaria chamomilla extract activity on linear incisional wound healing in albino rats. Nat Prod Res. 2010 May; 24 (8):697-702.
    • • Letawe C, Boone M, Pierard GE. Digital image analysis of the effect of topically applied linoleic acid on acne microcomedones. Clin Exp Dermatol. 1998; 23:56-8.
    • Nam C, Kim S, Sim Y, Chang I. Anti-acne effects of Oriental herb extracts: a novel screening method to select anti-acne agents. Skin Pharmacol Appl Skin Physiol. 2003 Mar-Apr;16(2):84-90. • Plewig, Gerd; Jansen, Thomas; Romiti, Ricardo: Acne fulminans: Schwere Akne mit ungewöhnlichem klinischen Verlauf. Deutsches Ärzteblatt 2000; 97(22): A-1533 / B-1289 / C-1205.
    • Reuter J, Wölfle U, Weckesser S, Schempp C: Which plant for which skin disease? Part 1: Atopic dermatitis, psoriasis, acne, condyloma and herpes simplex. J Dtsch Dermatol Ges. 2010 Oct;8(10):788-96. doi: 10.1111/j.1610-0387.2010.07496.x. Epub 2010 Aug 5.
    • Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie. München 2010.
    • Singh SS, Pandey SC, Srivastava S, GuptaVS, Patro B, Ghosh AC: Chemistry and Medical Properties of Tinospora cordifolia (Guduchi). Indian Journal of Pharmacology 2003; 35:83-91.
    • Weber G, Adamczyk A, Freytag S: Treatment of acne with a yeast preparation. Fortschr Med. 1989 Sep 10;107(26):563-6.
    • Wiesenauer, Markus: Phytopraxis. Berlin/Heidelberg 2011.

     

    Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

    Anzeige
       Pflanzliche Medikamente bei Akne:
    * Hinweis
    Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.