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Zwiebel - Allium cepa

Zwiebel - Allium cepa

Vielseitiges Lebens- und wirksames Arzneimittel

Wenn beim Schneiden der Küchenzwiebel (Allium cepa) vor lauter Tränen der Blick verschwimmt, dann sind hierfür Umwandlungsprozesse ihrer Inhaltsstoffe verantwortlich. Das freigesetzte Alliin reagiert mit Feuchtigkeit und führt beim Menschen zu Tränenreiz. Die Inhaltsstoffe der Zwiebel lassen allerdings nicht nur die Tränen kullern, sondern verfügen über vielfältige medizinische Wirkungen. Als Heilpflanze hilft die Zwiebel zum Beispiel bei Appetitlosigkeit und kann Arteriosklerose vorbeugen.

Wogegen hilft die Zwiebel?

Die Zwiebel kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Heute wird sie als Arzneimittel wegen der wirksamen schwefelhaltigen Verbindungen bei Appetitlosigkeit und zur Vorbeugung von Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) eingesetzt. Durch ihre antiallergischen und antiasthmatischen Effekte wird ihr Einsatz jedoch zunehmend zur Linderung von asthmatischen Erkrankungen diskutiert.

Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukten empfiehlt die Zwiebel bei „Appetitlosigkeit und zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen.“

Wissenswertes zur Zwiebel

Die Zwiebel (Allium cepa), auch Küchenzwiebel genannt, ist seit Menschengedenken Lebensmittel und Heilpflanze in einem. Schon im Jahr 4.000 v. Chr. wurde sie kultiviert und galt vor allem bei den alten Ägyptern neben Knoblauch als eine wichtige Nahrungsquelle. Zu jener Zeit wurde ihr vorbeugende Wirkungen bei Magen-Darmerkrankungen nachgesagt, was aus alten Schriftquellen hervorgeht: „Verzehre ich zu Jahreszeit des Windes die Zwiebel, so leide ich zur Jahreszeit des Regens keine Leibschmerzen.“

Bei den alten Römern galt die Zwiebel als Delikatesse und war der Göttin Isis geweiht, aber auch in unserem Brauchtum spielt die Zwiebel eine wichtige Rolle. Geht man nach dem Bauernkalender, so ist der 21. März eines jeden Jahres der beste Tag, um die Zwiebel auf Feldern auszubringen.

Noch heute sieht man manchmal auf Bauernhöfen ganze Zwiebelkränze. Denn bis in die Neuzeit hinein ging man davon aus, dass die Zwiebel Infektionen fern hält.

Bei der langen Geschichte der Zwiebel ist es nicht verwunderlich, dass sie hierzulande auch viele Namen trägt: Hauszwiebel, Küchenzwiebel, Sommerzwiebel, Bolle, Zipolle und Zippel sind nur einige davon.

Botanik der Zwiebel

Die ausdauernde oder zweijährige Zwiebel gehört zu der Familie der Lauchgewächse (Alliaceae). Sie wächst zwischen 60 und 120 Zentimetern in die Höhe. Ihr Speicherorgan, die Zwiebel, kann viele Formen annehmen. Sie kann plattgedrückt-kugelig, eiförmig oder länglich wachsen – je nach Art. Meistens bilden sich keine Nebenzwiebeln, die im Gemüsebau auch unerwünscht sind. Ihre trockene Haut ist weiß, bräunlich oder rot und ihr Blütenschaft ist unterhalb der Mitte kugelförmig geweitet. Die Zwiebel entwickelt grünlich-weiße Blüten in einer kugeligen Dolde, aus der sich ihre Früchte entwickeln. Sie befinden sich in meist kugelförmigen, dünnwandigen Kapseln und sind schwarz.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Zwiebel

Der medizinische Wirkstoff der Zwiebel ist die gehäutete Zwiebel. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißt die Zwiebel Allii cepae bulbus. Ihre wichtigsten Inhaltsstoffe, so die Monographien der WHO, stellen schwefelhaltige Aminosäuren (vor allem Aliine) dar. Weitere Inhaltsstoffe sind Fructosane und andere Zuckerverbindungen, Flavonoide und Steroidsaponine.

Geschrieben von Redaktion 16.05.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 16.05.2014
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Guten Tag. Darf ich mich vorstellen? Ich bin eine Gemüsepflanze aus der Familie der Liliengewächse und eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit – meine Geschichte reicht bis in die Zeit der Pyramiden und Pharaonen des alte