Wildes Stiefmütterchen – Viola tricolour L.

Wohl jeder kennt die kleinen wilden Stiefmütterchen (Viola tricolour L.), die man in den hiesigen Breitengraden recht häufig sehen kann. Die kleine, einjährige bis zu 30 cm hochgewachsene Pflanze aus der Familie der Veilchengewächse (Violaceae), gibt es in vielen zahlreichen Formen.
Die bis zu 2 cm großen Blüten kommen in der Natur überwiegend in den Farben violett mit gelb oder reingelb vor, aber auch weiß-gelb und violette Blüten sind keine Seltenheit. Ursprünglich ist das Stiefmütterchen in Europa und Asien beheimatet, die Importe kommen heutzutage überwiegend aus den Niederlanden.
Für die Naturmedizin sind die Blüten bzw. die oberirdischen Pflanzenteile von ganz besonderer Bedeutung. Allerdings wird hier nur das Wilde Stiefmütterchen und die kleine Schwester, das Ackerstiefmütterchen (Viola arvensis) verwendet. Das bekannte Gartenstiefmütterchen mit den großen Blüten ist nicht geeignet.<!-- pagebreak -->
Inhaltsstoffe des Wilden Stiefmütterchens
Die Blüten und das Kraut der Stiefmütterchen enthalten Anthocyane, Carotinoide, Salicylsäure, Violaxanthin, Violanin, Violaquercitrin, ätherische Öle, Schleimstoffe und Flavonoide.
Die Vitamine C und E sind ebenfalls enthalten und verfügen so über antioxidative (entgiftende) und entzündungshemmende Eigenschaften.
Auch wenn es oft in der Literatur beschrieben wird, befinden sich im Wilden Stiefmütterchen keine Saponine.
Wirkung des Wilden Stiefmütterchens
Äußerlich angewendet kann die Droge des Wilden Stiefmütterchens bei Hauterkrankungen wie Milchschorf bei Kindern, Juckreiz, Akne oder Ekzemen eingesetzt werden. Selbst bei Stoffwechselbeschwerden werden Erfolge verzeichnet. Die Wirkstoffe findet man ebenfalls in zahlreichen „Blutreinigungstees“, aber auch in Kosmetikartikeln.
Besonderheiten und Hinweise
Der Volksmund hat sich für das Wilde Stiefmütterchen auch noch weitere Namen einfallen lassen. So sind auch noch Bezeichnungen wie Muttergottesschuh, Tag- und Nachtblümlein, Unnütze Sorge, Mädchenaugen, Gedenkemein, Ackerveilchen, Samtveigerl, Siebenfarbenblume, Schöngesicht, Dreifaltigkeitsblume oder Liebesgesichtli sehr gebräuchlich.
Nebenwirkungen bei der Einnahme von Wilden Stiefmütterchen sind bislang nicht bekannt.