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Weißdorn Ernte und Herstellung

Weißdorn Ernte und Herstellung

Der dornige Weißdornstrauch kann je nach dem welche Wirkstoffe benötigt werden zu unterschiedlichen Jahreszeiten geentet werden. Zumeist wird er in Süd- und Osteuropäischen Ländern angebaut. Manchmal erfolgt die Ernte auch noch aus Wildsammlungen. Die Ernte kann sowohl per Hand erfolgen als auch maschinell durchgeführt werden. Die anschließende Weiterverarbeitung erfolgt um eine bestmögliche Qualität bei den getrockneten Pflanzenteilen zu erzielen. Das Herstellungsverfahren aus den Wirkstoffen bis zum fertigen Arzneimittel ist im Europäischen Arzneibuch festgelegt.

Ernte des Weißdorns

Blätter und Blüten

Die Blätter und Blüten des Weißdorns werden während der Blütezeit zwischen Mai und Juni geerntet. Während dieses Zeitraums ist der Wirkstoffgehalt am höchsten. Am besten eignen sich Blüten die gerade aufblühen oder bereits voll aufgeblüht sind. Außerdem sind die Blätter in diesem Zeitraum jung, weswegen sie den höchsten Inhaltstoffgehalt besitzen.

Nach der Ernte werden sie an einem schattigen Ort getrocknet, wobei die Raumtemperatur beim Trocknen 40°C nicht überschreiten darf. Andernfalls nimmt der Anteil an den wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen (Flavonoiden) deutlich ab.

Fruchternte

Die einträglichste Jahreszeit um Weißdornfrüchte zu ernten ist der Herbst zwischen September bis November. Am besten eignet sich jedoch der September für die Ernte, da in diesem Monat der höchste Ertrag erzielt werden kann. Für die Verwendung im Privathaushalt können die gewaschenen Weißdornfrüchte auch eingefroren und je nach Bedarf entnommen werden.

Für medizinische Zwecke trocknet man die Weißdornfrüchte allerdings in der Regel. Sie reagieren weniger empfindlich auf Temperatur als die Blüten und Blätter des Strauches. Die optimale Temperatur zur Trocknung beträgt 50°C.

Herstellung der Weißdorn-Extrakte

Heute existierten auf dem deutschen Markt mehr als 200 verschiedene Weißdornpräparate, was die Bedeutung dieser Pflanze unterstreicht.

Für die Herstellung von Weißdornpräparaten muss zunächst die Identität bestimmt werden. Dies erfolgt bei allen Wirkstoffen zu denen Weißdornblätter mit Blüten und Weißdornfrüchte gehören, durch einen methanolischen Auszug.

Bei den Weißdornblättern mit Blüten wird hierbei auf die Inhaltsstoffe Chlorogensäure und die Flavonoide Hypersoid und Rutin sowie auf Kaffeesäure geprüft, die enthalten sein müssen. Die Weißdornfrüchte müssen Chlorogensäure, Kaffeesäure und Hyperosid enthalten.

Zu den wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen gehören die Flavonoide und die Procyanidine. Ihr Gehalt kann je nach Weißdornart (Stammpflanze) schwanken. Aus diesem Grund wird eine Gehaltsprüfung durch eine spektophotometrische Methode durchgeführt, die belegen muss, dass die Weißdornblätter mit Blüten mindestens einen Flavonoidgehalt von 1,5% enthalten und die Weißdornfrüchte einen Cyanidinchloridgehalt von 1,0%.

Anschließend werden alkoholische Extrakt-Auszüge mit Ethanol oder Methanol zu Fertigarzneimitteln wie Kapseln oder Tropfen weiterverarbeitet.

Quellen:
  • Au F: Hausrezepte gegen alle Krankheiten. München 1994
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
  • Brickell Ch (Hrsg.): Die Neue Garten Enzyklopädie. London, New York, München, Melboune, Delhi 2003
  • ESCOP (the European Scientific Cooperative on Phytherapy) (Hrsg.): ESCOP Monographs. 2nd Edition, Stuttgart – New York 2003
  • Hänsel R, Sticher O: Pharmakognosie – Phytopharmazie. Heidelberg 2007
  • Wichtl M (Hrsg.): Teedrogen und Phytopharmaka. 5. Auflage, Stuttgart 2009
Geschrieben von Redaktion 08.11.2013
Geschrieben von Redaktion 08.11.2013
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