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Weißdorn - Crataegus sp.

Weißdorn - Crataegus sp.

Früher Schutz vor bösen Geistern – heute Schutz fürs Herz

Der Weißdorn erfüllt bereits seit der Steinzeit Schutzfunktionen: Als Hecke bewahrte er die Felder vor kräftigen Winden, schützte die Nutztiere vor Wildfraß und hinderte sie am Fortlaufen. Bis in die Neuzeit hinein bot er Tier und Mensch Schutz, schirmte Hof und Heim vor bösen Geistern ab, vor Dämonen und gar Vampiren. Heute weiß man, dass der Weißdorn eine weitere wichtige Funktion erfüllt: Er schützt das Herz zwar nicht vor bösen Geistern, hilft ihm aber bei nachlassender Leistung.

Wissenswertes über den Weißdorn

Der Weißdorn ist eine bemerkenswerte Pflanze: Er liebt offene und windige Plätze, ist schön anzusehen und wird bis zu 500 Jahre alt. Er kommt entweder als Strauch oder als kleiner Baum vor, und ist in Europa mit 20 bis 30 verschiedenen Arten weit verbreitet. Für den medizinischen Einsatz eignen sich allerdings nicht alle Weißdornarten, lediglich fünf von ihnen besitzen eine Wirkstoffkonzentration, die eine medizinische Wirkung gewährleisten kann.

Von den gebräuchlichen Arten kommen wiederum nur zwei für die Herstellung des Weißdornfrucht-Extrakts infrage: der Eingrifflige Weißdorn (Crataegus monogyna) und der zweigrifflige Weißdorn (Crataegus laevigata; auch Crataegus oxycanthoides genannt).

Diese Arten eignen sich auch für die Herzstellung von Extrakten mit Weißdornblättern und Weißdornblüten. Diese Wirkstoffe finden sich außerdem bei drei anderne europäische Arten: beim Azaroldorn (Crataegus azarolus), dem schwarzfrüchtigen Weißdorn (Crataegus nigra) und dem fünfgrifflichen Weißdorn (Crataegus pentagyna).

Angesichts der weiten Verbreitung der Pflanze und der langen Geschichte ihrer Nutzbarmachung ist es nicht verwunderlich, dass der Weißdorn viele Namen trägt, von denen Hagedorn wahrscheinlich am gebräuchlichsten ist. Außerdem bekannt ist er unter folgenden Begriffen: Hagdorn, Mehlbeerbaum, Mehldorn, Rotdorn, Stumpf gelappter Weißdorn, Weißheckdorn, Zweikern-Weißdorn und Zaundorn.

Botanik des Weißdorns

Weißdorn gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und tritt als Strauch auf oder als Baum, der zwischen 1,5 und 10 Metern in die Höhe wächst. Die Unterscheidung seiner Arten bedarf aufgrund ihrer augenscheinlichen Ähnlichkeiten fundierter botanischer Fachkenntnisse. Gerade die hiesigen, medizinisch verwendeten Arten, besitzen zahlreiche Übereinstimmungen ihres äußeren Erscheinungsbildes.

Weißdorn besteht aus hartem Holz mit meist verdorrten Zweigen. Seine Laubblätter sind ungeteilt, fiederteilig oder gelappt. Der Blattrand ist entweder ganzrandig oder einfach bis doppelt gesägt. Die Blüten des Weißdorns besitzen meistens weiße, seltener rote Kronblätter. Sie kommen zahlreich vor und stehen meist in Trauben und reifen nach der Befruchtung zu kleinen, roten Steinfrüchten heran, die einen süßen, schleimigen Geschmack besitzen. Sie ist kugelig bis oval und entweder gelb, rot oder schwarz.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Weißdorns

Die medizinischen Wirkstoffe des Weißdorns sind seine Blätter mit Blüten und seine Früchte. Offiziell anerkannt für den medizinischen Gebrauch sind lediglich Weißdornblätter mit Blüten, die in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Crataegi folium cum flore heißen. Die Anforderung an ihre Qualität ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Die übrigen Wirkstoffe sind nicht offiziell anerkannt, aber traditionell gebräuchlich. Zu ihnen gehören: Weißdornfrüchte-Extrakt (Crataegi fructus); Qualitätsregelung nach PhEur, Weißdornblätter-Extrakt (Crataegi folium); Qualitätsregelung nach dem Deutschen Arznei Codex (DAC) und Weißdornblüten-Extrakt (Crataegi flos); Qualitätsregelung nach dem DAC.

Alle Wirkstoffe ähneln sich in ihrer inhaltstofflichen Zusammensetzung. Sie enthalten vor allem Flavonoide, Procyanidine, Phenolcarbonsäuren, Amine und Polyamine sowie Xanthinderivate.

Medizinische Wirkungen

Die Inhaltsstoffe in den Weißdornblättern mit Blüten wirken sich nachweislich positiv auf die Herzfunktionen aus und erweitern die Blutgefäße des Herzens und können daher bei nachlassender Herzleistung eingesetzt werden.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Weißdornblätter mit Blüten „zur Behandlung von nachlassender Leistungsfähigkeit des Herzens entsprechend Stadium II nach NYHA“.

Geschrieben von Redaktion 08.11.2013
Geschrieben von Redaktion 08.11.2013
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