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Weißdorn - Crataegus sp.

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Weißdorn - Crataegus sp.

Einst Schutz vor bösen Geistern – heute Schutz fürs Herz

Der Weißdorn erfüllt bereits seit der Steinzeit Schutzfunktionen: Als Hecke bewahrte er die Felder vor kräftigen Winden, schützte die Nutztiere vor Wildfraß und hinderte sie am Fortlaufen. Bis in die Neuzeit hinein bot er Tier und Mensch Schutz, schirmte Hof und Heim vor bösen Geistern ab, vor Dämonen und gar Vampiren. Heute weiß man, dass der Weißdorn eine weitere wichtige Funktion erfüllt: Er schützt das Herz zwar nicht vor bösen Geistern, hilft ihm aber effektiv bei nachlassender Leistung, ganz ohne Nebenwirkungen.

Wobei hilft Weißdorn?

Der medizinisch interessante Pflanzenteil des Weißdorns sind seine Blätter und Blüten. Darin finden sich wertvolle Inhaltsstoffe, die sich nachweislich positiv auf die Herzfunktion auswirken, da sie die Blutgefäße des Herzens erweitern und daher bei Herzschwäche eingesetzt werden können. Es handelt sich dabei aber nciht um ein rasch wirksames Herzmedikament, vielmehr hilft Weißdorn erst bei langfristiger Einnahme dabei, die Herzfunktion zu stärken.

Offiziell bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Weißdornblätter mit Blüten „zur Behandlung von nachlassender Leistungsfähigkeit des Herzens entsprechend Stadium II nach NYHA“.

Wissenswertes über Weißdorn

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Der Weißdorn steht seit alters her für Schutz: Schutz vor Eindringlingen, Zauber, Hexen und Krankheiten. Davon zeugen zahlreiche Mythen, Märchen und Sagen, die sich um den Weißdorn ranken. Eine dieser Legenden erzählt von Merlin dem keltische Druiden, der träumend bis ans Ende der Zeit unter einen Weißdornbusch ruhen soll. Unter eben solch einem Busch soll die schöne Fee Viviane ihm all sein Wissen über Zauberkünste entlockt haben. Anschließend hat sie ihn mit Merlins eigenen Zaubersprüchen für immer gebannt.

Um ihre Flächen und Tiere zu vor Wildfraß zu schützen, pflanzten die Menschen einst Dornenbüsche um ihre Felder. Sie dienten auch dazu, dass die Weidetiere nicht fortlaufen konnten. Diese knabberten aber an den Zweigen der Weißdornhecke, sodass sie im Laufe der Jahre immer dichter und reicher an Dornen wurde, und dadurch letztendlich eine natürliche Barriere für Eindringlinge und Ausreißer gleichermaßen entstand. Aus diesem Grund wurde der Weißdorn im Laufe der Jahrhunderte der Inbegriff für Sicherheit für Heim, Hof und Tier.

Aus dieser ganz pragmatischen Eigenschaft entfalteten sich später unzählige Mythen und Sagen. So glaubte man lange, dass selbst Dämonen, Geister und Unholde, die Krankheiten mit sich bringen, an den spitzten Dornen des Weißdorns hängen bleiben würden. Aus diesem Grund war es lange Zeit Gang und Gebe, dass man sich bei Krankheit unter einen Weißdornbusch legte, in der Hoffnung, dass die Krankheit vergeht. Auch Tiere wurden bei Parasitenbefall oder Krätze mit Weißdornzweigen abgerieben, damit die Erkrankung verschwindet.

Der Weißdorn ist eine bemerkenswerte Pflanze: Er liebt offene und windige Plätze, ist schön anzusehen und wird bis zu 500 Jahre alt. Er kommt entweder als Strauch oder als kleiner Baum vor, und ist in Europa mit 20 bis 30 verschiedenen Arten weit verbreitet. Für den medizinischen Einsatz eignen sich allerdings nicht alle Weißdornarten, lediglich fünf von ihnen besitzen eine Wirkstoffkonzentration, die eine medizinische Wirkung gewährleisten kann.

Von den gebräuchlichen Arten kommen wiederum nur zwei für die Herstellung des Weißdornfrucht-Extrakts infrage: der Eingrifflige Weißdorn (Crataegus monogyna) und der zweigrifflige Weißdorn (Crataegus laevigata; auch Crataegus oxycanthoides genannt).

Diese Arten eignen sich auch für die Herzstellung von Extrakten mit Weißdornblättern und Weißdornblüten. Diese Wirkstoffe finden sich außerdem bei drei anderne europäische Arten: beim Azaroldorn (Crataegus azarolus), dem schwarzfrüchtigen Weißdorn (Crataegus nigra) und dem fünfgriffligen Weißdorn (Crataegus pentagyna).

Die botanische Bezeichnung des Weißdorns „Crataegus“ ist ein zusammengesetztes Wort, das sich aus dem griechischen Wort „kratos“, zu Deutsch „Stärke“, ableitet, und dem lateinischen Begriff „ago“, was „zusammenführen“ bedeutet. Beide Begriffe beziehen sich auf das sehr harte Holz des Weißdorns, der seinen deutschen Namen den weißen Blüten und den Dornen verdankt.

Angesichts der weiten Verbreitung der Pflanze und der langen Geschichte ihrer Nutzbarmachung ist es nicht verwunderlich, dass der Weißdorn viele Namen trägt, von denen Hagedorn wahrscheinlich am gebräuchlichsten ist. Außerdem bekannt ist er unter folgenden Begriffen: Hagdorn, Mehlbeerbaum, Mehldorn, Rotdorn, Stumpf gelappter Weißdorn, Weißheckdorn, Zweikern-Weißdorn und Zaundorn.

Botanik des Weißdorns

Weißdorn gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und tritt als Strauch auf oder als Baum, der zwischen 1,5 und 10 Metern in die Höhe wächst. Die Unterscheidung seiner Arten bedarf aufgrund ihrer augenscheinlichen Ähnlichkeiten fundierter botanischer Fachkenntnisse. Gerade die hiesigen, medizinisch verwendeten Arten, besitzen zahlreiche Übereinstimmungen ihres äußeren Erscheinungsbildes.

Die Pflanze besteht aus hartem Holz mit meist verdorrten Zweigen. Seine Laubblätter sind ungeteilt, fiederteilig oder gelappt. Der Blattrand ist entweder ganzrandig oder einfach bis doppelt gesägt. Die Blüten des Weißdorns besitzen meistens weiße, seltener rote Kronblätter. Sie kommen zahlreich vor und stehen meist in Trauben und reifen nach der Befruchtung zu kleinen, roten Steinfrüchten heran, die einen süßen, schleimigen Geschmack besitzen. Sie ist kugelig bis oval und entweder gelb, rot oder schwarz.

Der Weißdorn ist in der nördlichen, gemäßigten Zone Europas, Asiens und Nordamerikas beheimatet. Dort trifft man ihn entweder als aufrechten, dicht und sparrig verzweigten Großstrauch an oder als einen kurzstämmigen Kleinbaum. Wild oder kultiviert findet man den Weißdorn in lichten Wäldern, an Wald-, Straßen- und Feldrändern und in Gärten. Er wächst vor allem an offenen ungeschützten und sonnigen bis halbschattigen aber auch windigen Plätzten. Seine Wuchseigenschaften machten den Strauch zu einem beliebten Sicht- und Windschutz.

Weißdorn ist eine extrem frostharte, recht anspruchslose Pflanze, die zudem gut schnittverträglich ist. Er gedeiht auf mäßig trockenen bis feuchten Böden, die nicht zu mager sind. Sehr feuchte Standorte (mit Staunässe) und saure Böden mag er allerdings nicht. Weißdorn wächst am besten auf schwach sauren bis alkalischen Böden (pH 6,5 bis 7,5).

Er eignet sich nicht nur als Gehölz oder für freiwachsende geschnittene Hecken, er ist auch eine wertvolle Futterpflanze für Vögel, Schmetterlinge und Kleinsäuger. Durch seine starke Bedornung ist er nahezu undurchdringlich und bietet daher auch brütenden Vögeln Schutz.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Weißdorns

Die medizinischen Wirkstoffe des Weißdorns sind seine Blätter mit Blüten und seine Früchte. Offiziell anerkannt für den medizinischen Gebrauch sind lediglich Weißdornblätter mit Blüten, die in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Crataegi folium cum flore heißen. Die Anforderung an ihre Qualität ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Der medizinische Nutzen der übrigen Pflanzenteile sind nicht offiziell anerkannt, auch sie sind aber traditionell gebräuchlich. Dazu zählen: Weißdornfrüchte (Crataegi fructus); Qualitätsregelung nach PhEur, Weißdornblätter (Crataegi folium); Qualitätsregelung nach dem Deutschen Arznei Codex (DAC) und Weißdornblüten (Crataegi flos); Qualitätsregelung nach dem DAC.

Alle Wirkstoffe ähneln sich in ihrer inhaltsstofflichen Zusammensetzung. Sie enthalten vor allem Flavonoide, Procyanidine, Phenolcarbonsäuren, Amine und Polyamine sowie Xanthinderivate.

Quellen:
  • Au F: Hausrezepte gegen alle Krankheiten. München 1994
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
  • Brickell Ch (Hrsg.): Die Neue Garten Enzyklopädie. London, New York, München, Melboune, Delhi 2003
  • ESCOP (the European Scientific Cooperative on Phytherapy) (Hrsg.): ESCOP Monographs. 2nd Edition, Stuttgart – New York 2003
  • Hänsel R, Sticher O: Pharmakognosie – Phytopharmazie. Heidelberg 2007
  • Wichtl M (Hrsg.): Teedrogen und Phytopharmaka. 5. Auflage, Stuttgart 2009
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2014
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