Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Weidenrinden-Extrakt – Salicis cortex

Weidenrinden-Extrakt – Salicis cortex

Hilfe bei Fieber, Schmerzen und Entzündungen

Der medizinische Wirkstoff der Weide (Salix sp.) ist ihre Rinde (Salicis cortex). Die Weidenrinde hat nachweislich fiebersenkende Eigenschaften und wirkt bei rheumatischen Beschwerden und bei Kopfschmerzen. Vor allem die Inhaltsstoffe des Weidenrinden-Extrakts machen die Heilpflanze zu etwas ganz Besonderen. Im Unterschied zu anderen Heilpflanzen sind die Inhaltsstoffe der Weidenrinden-Extrakte in ihrer reinen Form nicht aktiv. Erst nach Umbauprozessen im menschlichen Körper entfalten sie ihre fiebersenkenden, schmerz- und entzündungshemmenden Wirkungen.

Auf einen Blick:

Weidenrinde

  • wirkt: fiebersenkend, entzündungshemmend, schmerzlindernd
  • kann eingesetzt werden bei: Fieber, rheumatischen Beschwerden, Kopfschmerzen

Inhaltsstoffe der Weidenrinde

Der aktive Inhaltsstoff des Weidenrinden-Extrakts ist die Salicylsäure. Allerdings kommt diese Säure in der Weidenrinde nur in Vorstufen vor und wird erst durch Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper zu Salicylsäure umgewandelt. Diese Vorstufe sind Salicylalkohl-Abkömmlinge, die zu der Gruppe der Phenolglykoside gehören. Zu den Phenolglykosiden gehört noch ein zweiter wichtiger Inhaltsstoff der Weidenrinde: das Salicin. Salicin ist in seiner reinen Form nicht aktiv (Prodrug), wird es aber durch Stoffwechselvorgänge im Körper. Dort baut das Salicin die Salicylalkohol-Abkömmlinge zu der wirksamen Salicylsäure um, die ein pflanzlicher Vorläufer der Acetylsalicylsäure (Inhaltstoff von ASS) ist.

Anwendung bei Fieber, Kopfschmerzen und Rheuma

Entzündungshemmer bei schmerzenden Gelenken und Fiebermittel

Weidenrinde wirkt nachweislich bei fiebrigen Erkrankungen, rheumatischen Beschwerden und bei Kopfschmerzen.

Der aktive Inhaltsstoff ist die Salicylsäure. Sie bewirkt, dass die Entstehung entzündungsfördernder Gewebshormone (Prostaglandine) gehemmt wird. Durch diese Eigenschaft greift die Salicysäure bei Entzündungen in den Geweben aktiv ein.

Daher sind Weidenrinden-Extrakte besonders bei Gelenkentzündungen (Arthritis) wirksam. Das belegen Studien mit Rheumapatienten. Sowohl bei Knochenentzündungen, Hüft-, Knie- und Rückenschmerzen konnte eine deutliche Abnahme der Schmerzen im Vergleich zu einem Placebo gemessen werden. Die Patienten wurden mobiler und ihre Gelenke waren weniger steif (Quelle zu diesen Studien: Chrubasik 2000; Schmid et al. 2000).

Vermutlich ist es auch die entzündungshemmende Wirkung der Salicylsäure, die bei fieberhaften Erkrankungen zur Linderung der Symptome führt. Bereits im späten 19. Jahrhundert wurde die fiebersenkende Wirkung der Weidenrinde bei rheumatischem Fieber beobachtet. Daher ist anzunehmen, dass die nachgewiesene Wirkung der Salicylsäure im Zusammenhang mit Entzündungen im Körper greift. Neue Untersuchungen der Weide zeigen jedoch auch, dass zudem andere Inhaltsstoffe der Rinde, wie Gerbstoffe und Flavonoide, diese Wirkung unterstützen könnten.

Auch bei Kopfschmerzen ist die Weidenrinde erwiesenermaßen wirksam. Zwar ist eine höhere Menge an Salicylsäure im Vergleich zur Acetylsalicylsäure nötig, um die Kopfschmerzen zu lindern, dafür ist der Effekt identisch. Allerdings setzt die Wirkung der Weidenrinde bei Kopfschmerzen sehr viel langsamer ein als bei der Acetylsalicylsäure. Dafür ist sie vor allem bei chronischen Kopfschmerzen eine echte pflanzliche Alternative zur Schulmedizin und hat nur sehr wenige Nebenwirkungen.

Da die Salicylsäure eng mit der Acetylsalicylsäure (Ass) verwandt ist, wird oft vermutet, dass die Extrakte aus der Weidenrinde blutverdünnend (Agglutionationshemmung der Blutplättchen) wirken. Weil der Salicylsäure jedoch die Acetylgruppe (Reste der Essigsäure) fehlt, hat die sie keine Wirkungen auf die Blutgerinnung. Aus diesem Grund kann es auch nicht zu den gefürchteten kleinen Blutungen im Magen-Darmbereich kommen. Dafür eigenen sich die Weidenrinden-Extrakte allerdings nicht zur Vorbeugung eines Herzinfarktes.

Weidenrinden-Extrakt

Darreichungsform und Dosierung der Weidenrinden-Extrakte

Die Weidenrinde eignet sich zur innerlichen Einnahme bei Fieber, rheumatischen Beschwerden und bei Kopfschmerzen. Grundsätzlich kann die Weidenrinde bei allen Anwendungsgebieten als Kaltwasserauszug oder als Tee zubereitet werden. Für die Anwendung bei Fieber und rheumatischen Erkrankungen wird jedoch vorrangig die Einnahme von Weidenrindenpulver empfohlen.

Kaltwasserauszug

Weinrinden-Extrakte können als Kaltwasserauszug bei Fieber, Entzündungen und bei Kopfschmerzen wirken. Geben Sie hierzu 2 Teelöffel (ca. 7,0 g) Weidenrinde auf 2 Tassen (300 ml) kalten Wassers und lassen die Mischung über Nacht (8 bis 9 Stunden) ziehen. Filtern Sie die Rinde am nächsten Morgen ab und trinken den Auszug über den Tag verteilt.

Dosierung

Wenden Sie den Kaltwasserauszug 2-mal täglich über den Tag verteilt an.

Tee

Für den sofortigen Gebrauch eigenen sich auch Teeaufgüsse mit Weidenrinde. Hierzu wird 1 Teelöffel (etwa 3,5 g) fein geschnittene Weidenrinde auf 250 ml kaltes Wasser gegeben. Dann wird die Mischung langsam bis zum Siedepunkt erhitzt und anschließend durch ein Teesieb abgeseiht.

Dosierung

Trinken Sie über den Tag verteilt 2-3 Tassen Weidenrinden Tee.

Pulver

Besonders bei Fieber und bei rheumatischen Erkrankungen hat sich die Anwendung von Weidenrindenpulver bewährt.

Dosierung

Die Zubereitung erfolgt wie beim Teeaufguss. Die Mengen unterscheiden sich jedoch.

  • Fieber: 1 bis 2 g täglich,
  • Rheumatische Beschwerden: 8 bis 10 g täglich.
Weidenrinden-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis: 6 bis 12 g) der Weidenrinde nicht bekannt. Wegen des hohen Gerbstoffgehaltes kann es als Nebenwirkung aber zu Magenbeschwerden kommen.

Bei bekannten Überempfindlichkeiten gegenüber Weidenrinde und Salicylaten (z.B. ASS) sollte die Weidenrinde nicht angewendet werden.

Patienten die an asthmatischen Erkrankungen, Magen-Darmgeschwüren und Nieren- und Leberfunktionseinschränkung leiden, sollten vor der Anwendung Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt halten.

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist von der Anwendung von Weidenrinden-Extrakten abzuraten. Ebenso sollten nur Kinder, die älter als 12 Jahre sind, Weidenrinden-Extrakte anwenden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Weidenrinde-Extrakt ist als Fertigarzneimittel in Form von Tabletten, Dragees oder Kapseln erhältlich. Getrocknete Weidenrinde erhalten Sie in Ihrer Apotheke. Weiterhin ist Arzneitee (alleiniger Wirkstoff und in Kombination) mit Weidenrinde verfügbar.

Die Extrakte der Weidenrinde wirken nachweislich bei fieberhaften Erkrankungen, rheumatischen Beschwerden und gegen Kopfschmerzen. Diese Effekte gehen auf die Salicylsäure zurück, die fiebersenkende, entzündungs- und schmerzhemmende Wirkungen besitzt.

In der traditionellen Medizin wird die Weidenrinde bei Gelenkverschleiß (Arthrose) angewendet.

Quellen:
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
  • Teuscher E, Melzig MF, Lindequist U: Biogene Arzneimittel. München 2004
  • Wichtl M (Hrsg.): Teedrogen und Phytopharmaka. 5. Auflage, Stuttgart 2009
Geschrieben von Redaktion 15.05.2014
Geschrieben von Redaktion 15.05.2014
Anzeige

News zu Weide – Salix sp.

In Sommerbäder / Reist jetzt ein jeder / Und lebt famos. / Der arme Dokter / Zuhause hockt er / Patientenlos. / Von Winterszenen / Von schrecklich schönen / Träumt sein Gemüt / Wenn, Dank der Götter / Bei Hundewetter / Sein W
Alle anzeigen