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Wacholderbeeren – Juniperi fructus

Wacholderbeeren – Juniperi fructus

Gut für die Verdauung – gut für die Harnwege

Der Wacholder besitzt zwei medizinische Wirkstoffe: die frischen oder getrockneten, reifen Wacholderbeeren und das daraus gewonnene Wacholderöl (ätherisches Öl). Wacholderbeeren werden bereits seit Jahrtausenden gegen vielerlei Erkrankungen medizinisch eingesetzt. Die offiziell anerkannten Wirkungen der Wacholderbeeren beschränken sich jedoch auf zwei Anwendungsgebiete: Magen-Darmbeschwerden (Dyspepsie) und Erkrankungen der ableitenden Harnwege.

Diese Anwendungsempfehlungen dienen in erster Linie dem Schutz der Verbraucher. Wacholderbeeren, besonders ihre ätherischen Öle, wirken zwar verdauungsfördernd und durchspülend auf die Harnwege, aber auch gewebereizend. Letztere Wirkung machen sich Sportler und Personen mit Muskel- und Gelenkschmerzen zu Nutze. Einerseits beruht diese durchblutungsfördernde Wirkung auf langjähriger Erfahrung, andererseits liegen bislang keine ausreichenden Belege für die Anwendung und ihren Nutzen vor.

Auf einen Blick:

Wacholderbeeren

  • Wirken: anregend auf die Darmaktivität, fördernd auf die Magensaftbildung, entwässernd, krampflösend
  • Können eingesetzt werden: bei Magen-Darmbeschwerden, zur Durchspülungstherapie der Harnwege

Inhaltsstoffe der Wacholderbeeren

Die medizinischen Wirkungen der Wacholderbeeren werden vorrangig durch die enthaltenen ätherischen Öle ausgelöst. Von besonderer Bedeutung ist die ätherisch-Öl-Komponente Terpinen-4-ol, die das Nierengewebe reizen kann. Diese Reizwirkung führt dazu, dass die Organe besser durchblutet werden und der Urin schneller ausgeschieden wird (entwässernde Wirkung).

Zusammen mit den übrigen ätherischen Ölen, vor allem α- und β-Pinen, aber auch mit den enthaltenen Bitterstoffen, bewirkt Terpinen-4-ol nachweislich eine verstärkte Magensaftsekretion und sorgt so für eine Erleichterung der Verdauung. Gleichzeitig wirken die ätherischen Öle auf die glatte Muskulatur und bewirken eine „Entkrampfung“ der Organe.

Anwendung bei Magen-Darmbeschwerden

Verdauungsfördernd auf den Magen-Darmtrakt

Wacholderbeeren-Extrakte sind reich an ätherischen Ölen, die nachweislich einen verdauungsfördernden Effekt auf den Magen-Darmtrakt auslösen. Sie verfügen über eine lokal reizende und dadurch durchblutungsfördernde Wirkungen. Gelangen die ätherischen Öle der Wacholderbeeren-Extrakte in den Magen, wird durch die Reizung der Magenschleimhaut reflexiv eine blähungslösende Wirkung ausgelöst und Magensäfte werden vermehrt produziert. Ein Resultat aus diesem Vorgang ist einerseits ein gesteigerter Appetit. Außerdem beginnt sich der Darm zu regen, weswegen die Verdauung insgesamt gesteigert wird.

Die Wacholderbeeren-Extrakte können jedoch noch mehr: Vor allem bei Personen, die zu Krämpfen im Magen-Darmbereich neigen, sind Wacholderbeeren auch als Würze in Speisen gut geeignet. Die Extrakte (überwiegend ätherische Öle) wirken direkt auf die Muskulatur der Organe (z.B. Darm) und beeinflussen so die Nervenübertragung. Dadurch entspannen sich die verkrampften Organe und schwer Verdauliches bereit weniger Probleme.

Anwendung bei Erkrankungen der ableitenden Harnwege

Durchspülend bei Harnwegsbeschwerden

Die Anwendung von Wacholderbeeren-Extrakten bei Harnwegsbeschwerden wurde und wird noch immer mit vielen Pro und Contra Argumenten diskutiert. Noch in den 1980iger Jahren wurde von dem Gebrauch von Wacholderbeeren-Extrakten zur Entwässerungs- und Durchspülungstherapie abgeraten. Man vermutete, dass das enthaltene ätherische Öl die Nieren schädigen kann. In den 1990iger Jahren wurden die Wacholderbeeren daraufhin sehr genau auf ihre möglichen schädlichen Wirkungen untersucht. Eine nierenschädigende Wirkung konnte bei der Aufnahme von bestimmungsgemäßen Einnahmemengen (täglich 2 bis 10 g) nicht bestätigt werden. Seit 1997 werden Wacholderbeeren-Extrakte daher offiziell zur medizinischen Anwendung empfohlen. Der Wirkmechanismus beruht auf dem enthalten ätherischen Öl mit dem Namen Terpinen-4-ol. Terpinen-4-ol reizt das Nierengewebe (Nierenparenchym) ohne es dabei zu schädigen. Diese Reizwirkung führt zu einer verbesserten Durchblutung der Nieren. Durch diesen Vorgang wird der Harn schneller gefiltert und ausgeschieden. Die entwässernde (aquaretische) Wirkung kommt daher rein durch die Durchblutungsförderung zustande.

Wacholderbeeren-Extrakt

Darreichungsform und Dosierung der Wacholderbeeren

Wacholderbeeren können aufgrund ihres angenehmen, aromatischen Geschmacks gut zum Kochen verwendet werden. Bekannt ist auch der Wacholderbeerschnaps. Dieser erfüllt jedoch in erster Linie Genusszwecke. Der medizinische Nutzen steht im Hintergrund.

Tee

Sowohl bei Magen-Darmbeschwerden (Verdauungsproblemen) als auch zur Durchspülungstherapie ist ein Wacholderbeerentee gut geeignet. Überbrühen Sie 1 Teelöffel (3 g) der Wacholderbeeren mit 1 Tasse (150 ml) heißen Wassers. Decken Sie den Tee für 20 Minuten zu und sieben Sie die Wacholderbeeren anschließend ab.

Dosierung

Trinken Sie täglich 2 bis 3 Tassen Wacholderbeerentee vor oder zu den Mahlzeiten.

Zu Durchspülungszwecken sollten Wacholderbeeren nicht länger als 6 Wochen medizinisch anwendet werden (Vorsichtsmaßnahme).

Wacholderbeeren-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 2 bis 10 g) der Wacholderbeeren nicht bekannt.

ei Nierenentzündungen sowie bei Schwangerschaft dürfen Wacholderbeeren jedoch nicht angewendet werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Wacholderbeeren sind als Kombinationswirkstoff in Fertigarzneimittel als Tonikum (traditionelles Arzneimittel) verfügbar. Darüber hinaus in Arzneitees und in medizinischer Körperpflege. Getrocknete Wacholderbeeren erhalten Sie in entsprechender Qualität in Apotheken.

Wacholderbeeren-Extrakte wirken verdauungsfördernd, entwässernd und durchblutungsfördernd auf die Nieren. Der Wirkstoff eignet sich wegen dieser Effekte nachweislich zur Behandlung von Magen-Darmbeschwerden und zur Durchspülungstherapie der Harnwege.

In der Volksmedizin werden Wacholderbeeren bei Entschlackungs- und Frühjahrskuren, rheumatischen Beschwerden, Muskelverspannungen, zur Förderung der Menstruation, Gicht, Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Husten, Diabetes und Mundgeruch eingesetzt.

Geschrieben von Redaktion 18.09.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2014
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