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Traubensilberkerze – Cimicifuga racemosa

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Traubensilberkerze – Cimicifuga racemosa

Wirksame Hilfe bei Frauenbeschwerden

Während langer Märsche durch die Wälder Ostamerikas und Kanadas sollte man auf der Hut sein. Überall lauern Gefahren, vor allem giftige Schlangen. Und Angst müssen die Menschen vor vielen hundert Jahren bereits gehabt haben, wenn sie das rasselnde Geräusch von Klapperschlangen in den Wäldern hörten. Bei kräftigem Wind nämlich schlagen die derben, lederartigen Fruchtkapseln der Traubensilberkerze, die auch im Winter nicht abfallen, gegen den Stängel der bis zu zwei Meter hoch wachsenden Pflanze. Ein Geräusch, das dem Klapperschlangenklappern nicht ganz unähnlich ist. Die Indianer Nordamerikas nannten die Traubensilberkerze daher auch Schlangenwurzel.

Über ihre Anwendungsgeschichte ist nur wenig bekannt. Dennoch ist die Traubensilberkerze (Cimicfuga racemosa) eine spannende Heilpflanze und ihr Wurzelstock ein wirksames pflanzliches Arzneimittel, das bei Frauenkrankheiten lindernd wirken kann.

Medizinische Wirkungen

Wirksam sind die Extrakte des Traubensilberkerzenwurzelstocks vor allem bei Frauenbeschwerden. Sie nützen nachweislich gegen begleitende Beschwerden in den Wechseljahren, bei Menstruationsbeschwerden wie Heißhunger vor und während der Regelblutungen, Wassereinlagerungen an Armen und Beinen und Kopfschmerzen. Auch sind die Extrakte erwiesenermaßen bei Regelschmerzen und bei Beschwerden des willkürlichen Nervensystems hilfreich.

Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukten empfiehlt Extrakte aus dem Wurzelstock der Traubensilberkerze bei „Prämenstruellen und dysmenorrhoischen sowie bei klimakterisch bedingten neurovegetativen Beschwerden“.

Erst in den vergangen Jahrzehnten begann sich die Gesellschaft dafür zu öffnen, auch weibliche Probleme wie Beschwerden bei der Menstruation oder in den Wechseljahren offen anzusprechen. Damals wie heute leiden Frauen während der Hormonumstellungen der Wechseljahre, die in der Regel zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Lebensjahr beginnen. Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit oder Stimmungsschwankungen treten auf. Oft wurde von ärztlicher Seite bei starken Beschwerden eine Hormontherapie angestrebt, die zwar die Symptome oft lindern konnte, aber mittlerweile im Verdacht steht, zu einem erhöhten Krebsrisiko zu führen.

Die Traubensilberkerze besitzt ähnliche Wirkungen wie therapeutisch genutzte Hormonpräparate. Die Pflanzenextrakte sind aber kein Hormone. Und wie viele pflanzliche Arzneimittel ist der Extrakt aus dem Traubensilberkerzenwurzelstock in der Regel sehr gut verträglich.

Einige Forscher vermuteten vor einiger Zeit einen Zusammenhang zwischen der Einnahme des Pflanzenextraktes und dem Auftreten von Leberschäden. Daraufhin wurde der Wurzelstock der Traubensilberkerze sorgfältig wissenschaftlich untersucht – und kein Hinweis gefunden, dass die Pflanze wirklich schädlich für die Leber sein könnte.

Die Erfolgsgeschichte der der Traubensilberkerze ist aber noch nicht zuende geschrieben. So soll die Pflanze laut jüngsten Untersuchungen auch gegen hormonbedingten Haarausfall wirken. In jedem Fall ist die Traubensilberkerze, die auch Silberkerze, Wangenkraut, Schlangenkraut, Wanzenkraut und Indianische Frauenwurzel genannt wird, ein bedeutsames Gewächs zur Anwendung bei Frauenleiden.

Wissenswertes über die Traubensilberkerze

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Lange Zeit fand die Pflanze in Europa wenig Beachtung, was durchaus Gründe hat. Die Traubensilberkerze ist eine indianische Pflanze, die im östlichen bis nördlichen Nordamerika bis nach Kanada gefunden wird. Erst als die weißen Siedler begannen, sich mit der Heilkunde der Indianer zu befassen, wurde man auch auf die Traubensilberkerze aufmerksam. Aber noch lange danach gehörte sie zu den wenig diskutierten Pflanzen, was vermutlich mit ihren Anwendungsgebieten zusammenhängt: Über Frauenkrankheiten wurde lange Zeit nur hinter her vorgehaltener Hand gesprochen.

Schriftlich begegnet uns die Traubensilberkerze erstmals in einem Buch über amerikanische Heilpflanzen im Jahr 1801 auf. Trotzdem war die Pflanze schon viel länger vor Ort in Gebrauch – auch bei den weißen Siedlern. Damalige Ärzte verschrieben den Wurzelstock der Pflanze zum Hemmen von Entzündungen, gegen Rheuma und Gelenkentzündungen (Arthritis) sowie gegen einen unregelmäßigen Menstruationszyklus und Schmerzen nach einer Geburt. Auch wurde die Traubensilberkerze gegen Nervosität und als Beruhigungsmittel verordnet.

In das Arzneibuch der Vereinigten Staaten wurde die Pflanze in den Jahren zwischen 1820 und 1926 aufgenommen. Weil die Pflanze vorwiegend von den weiblichen Indianern gegen Frauenkrankheiten verwendet wurde, wird sie bis heute oftmals auch „Indianische Frauenwurzel“ oder „Squaw root“ genannt.

Die Traubensilberkerze trägt den botanischen Namen Cimicifuga racemosa. Dieser Gattungsname hängt direkt mit der Eigenart der Pflanze zusammen, einen strengen, eigenartigen Geruch zu verbreiten, der sogar Wanzen vertreibt. „Cimicifuga“ leitet sich aus dem lateinischen ab. „Cimex“ bedeutet „Wanze“ und „fuga“ bzw. „fugare“ meint „vertreiben“ – also „wanzenvertreibend“. Der Beiname „racemosa“ geht auf die traubenartigen Blütenstände zurück: „racemosa“ bedeutet Traube. Der deutsche Name der Traubensilberkerze lässt sich von ihren Blüten ableiten. Der Blütenstand ist eine oben überhängende Traube, die von silbrig weißer Farbe ist.

Botanik der Traubensilberkerze

Die Traubensilberkerze wächst je nach Standort und Bedingungen zwischen ein bis zwei Meter hoch. Sie gehört zu der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Ihr kräftiger, schwärzlicher Wurzelstock ist von zylindrischer Form, fest und knotig. An ihrem langen Stängel sitzen in großen Trauben die zahlreichen kleinen silbrig-weißen Blüten mit ihren langen Staubblättern, die sich am Ende der Pflanze entfalten. Sie können eine Länge von 30 bis 90 Zentimetern erreichen. Die Laubblätter der Traubensilberkerze sind doppelt gefiedert, manchmal auch dreifach, glatt und eingeschnitten gesägt.

Heimat, Standort und Verbreitung

In den schattigen Laubwäldern im Osten Nordamerikas und in Kanada ist die Traubensilberkerze Zuhause. Ihre natürliche Ausbreitungsgrenze gen Westen war lange Zeit Missouri und Arkansas und Höhenlagen bis zu 1.500 Metern ü.d.M.. Heute wächst die Traubensilberkerze auch in Europa und in den gemäßigten, arktischen Zonen Asisens und kann dort inzwischen als eingebürgert bezeichnet werden.

Die Traubensilberkerze fühlt sich überall dort wohl, wo nicht allzu viel Licht einfällt und der Boden feucht ist. Vollsonnige aber auch dunkle Standorte und trockene Böden mag sie nicht. Deshalb trifft man sie bis heute bevorzugt in lichten Wäldern, an Waldrändern, nahe Hecken und Böschungen an. Bei (vorübergehender) Vollsonne oder Hitze trocknet die Pflanze schnell aus und verliert in ihrem Inneren an Druck (Tugor), was sich durch herunterhängende Blütenkerzen bemerkbar macht. Zwar erholt sich die Pflanze recht schnell wieder nachdem die Sonne vergangen ist – allerdings kann sich die Blütezeit deutlich verkürzen, wenn die Pflanze regelmäßig der Sonnenstrahlung ausgesetzt wird.

Die Traubensilberkerze ist eine der wenigen Pflanzen, die sogar Staunässe toleriert und ist daher in Deutschland auch als Gartenteichpflanze beliebt. Sie mag bevorzugt saure Böden (ph-Wert < 7), die zudem kalkfrei sind, wächst aber auch auf kalkhaltigen Böden.

Lange Zeit war die Traubensilberkerze ausschließlich in Nordamerika und in Kanada beheimatet und verbreitet. Erst nachdem die medizinischen Wirkungen der Wurzel entdeckt wurden, wurde der Pflanze auch auf anderen Kontinenten Aufmerksamkeit gewidmet, weswegen sie heute in der gemäßigten Zone Europas und Asiens eingebürgert ist.

Angebaut wird die Pflanze bis heute vorrangig in Nordamerika und in Kanada. Es findet jedoch auch ein Anbau in Norditalien statt sowie verschiedene Anbauversuche in Deutschland, z.B. in Thüringen.

Über das Alter der Pflanze liegen kaum Hinweise vor. Die Indianerstämme Nordamerikas nutzten den Wurzelstock der Traubensilberkerze traditionell. Daher ist anzunehmen, dass die Geschichte der Pflanze über viele Jahrhunderte zurückreicht. 

Die Traubensilberkerze besitzt zwei Vermehrungswege. Zum einen weist ihr Wurzelstock einen Ausbreitungsdrang auf, so dass sie in Gesellschaften vorkommt. Außerdem produziert die Pflanze Samen, die ursprünglich über Wind oder Tiere verbreitet wurden.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze

Für medizinische Zwecke wird der getrocknete Wurzelstock der Traubensilberkerze eingesetzt. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache lautet sein Name Cimicifugae rhizoma.

Die Festlegung der Qualität des Traubensilberwurzelstocks wird derzeit vorbereitet und zeitnah im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgehalten sein. Hierzu gehören auch die Inhaltsstoffe. Zu ihren wichtigsten Komponenten zählen Triterpene, Chinolizidinalkaloide, Phenylpropanderivate, Cimicifugasäuren und Flavonoide.

Traditionelle Anwendung der Traubensilberkerze

Die Schamanen der nordamerikanischen Indianerstämme verwendeten die Pflanzenwurzel bei Menstruationsbeschwerden, zur Geburtshilfe und gegen Rheuma. Auch wurde der Wurzelstock zum Entwässern und als allgemeines Stärkungsmittel eingesetzt.

Aber die Indianer setzten die Pflanze vertrauten auch bei anderen Beschwerden auf die Heilkräfte der Pflanze: So wurde sie als Beruhigungsmittel und zur Herzstärkung verabreicht. Darüber hinaus setzte man die Wurzel der Traubensilberkerze bei Schlangenbissen ein.

In sehr hohen Dosen soll der Wurzelstock allerdings Schwindel, Zittern, verlangsamenden Herzschlag und Erbrechen zur Folge haben, was auch zu rituellen Zwecken genutzt wurden soll.

Traubensilberkerze in der Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Auf der anderen Seite des Globus fand die Traubensilberkerze Einzug in die chinesische Medizin. Allerdings handelt es sich bei der dort kultivierten Spezies nicht um dieselbe, die einst den Indianern und heute der modernen westlichen Pflanzenheilkunde bekannt ist. Die Chinesen verwenden eine enge Verwandte dieser Stammpflanze mit der Bezeichnung Cimicifuga foetida.

Anders als bei den Indianern und in der Traditionellen Europäischen Medizin wird der Wurzelstock der Pflanze zur Öffnung und Behandlung von Hautausschlägen, wie sie bei Masern vorkommen, eingesetzt. Darüber hinaus wird sie zur „Entgiftung“ und Desinfektion verwendet und kommt bei Schwellungen, Geschwüren und schmerzhaft geschwollenem Rachen zum Einsatz.

Die Traubensilberkerze soll das Qi, die Lebensenergie der Mitte emporheben. Deshalb wird sie traditionell gegen chronischen Durchfall, Darmvorfall und Uterusvorfall eingesetzt.

Weil der Pflanze zudem eine kühlende Wirkung nachgesagt wird, findet sie Anwendung bei „Hitzekrankheiten“, die oft von Entzündungen begleitet werden. Konkret soll sie bei hohem Fieber, entzündetem Zahnfleisch, Geschwüren der Zunge und bei entzündlichen Halsschmerzen wirken.

Geschrieben von Redaktion 21.11.2013
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.