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Süßholzwurzel-Extrakt - Liquiritiae radix

Süßholzwurzel-Extrakt - Liquiritiae radix

Entzündungshemmer für Atemwege, Magen und Darm

Der medizinische Wirkstoff des Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist seine Wurzel. Die Süßholzwurzel (Liquiritiae radix) spendet nicht nur der Lakritze ihren aromatischen Geschmack, sie verfügt über eine Vielzahl gesunder Eigenschaften für die Atemwege, den Magen und den Darm. Sie kann einerseits bei entzündeten oberen Luftwegen eingesetzt werden. Andererseits ist die Wurzel der Pflanze wegen ihrer schützenden, entzündungswidrigen und heilungsfördernden Wirkungen nachweislich wirksam bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie bei einer Magenschleimhautentzündung.

Auf einen Blick:

Süßholzwurzel

  • Wirkt: entzündungshemmend, auswurffördernd, schleimlösend, gegen Viren und Bakterien, schleimhautschützend, fördernd auf die Abheilung eines Magengeschwürs, antioxidativ
  • Kann eingesetzt werden: bei Entzündungen der oberen Luftwege, gegen Magen-Darmgeschwüre, bei Magenschleimhautentzündung

Inhaltsstoffe der Süßholzwurzel

Zu den wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen der Süßholzwurzel gehören in erster Linie die enthaltenen Triterpensaponine mit ihrer Hauptkomponente Glycyrrhizinsäure. Glycrrihinzinsäure besitzt einen süßlichen Geschmack, der an Lakritz erinnert. Die Salze der Säure werden als Glycyrrhizin bezeichnet. Glycyrrhin verfügt über stark entzündungshemmende Eigenschaften und übertrifft in diesem Aspekt sogar die Wirkung manch eines Rheumamittels, wie etwa Indometacin.

Aber auch die enthaltenden Flavonoide (Isoliquiritigenin und Liquiritgenin) zeigen entzündungswidrige, antiallergische und Anti-Asthma-Effekte. Sie dürften das Glycyrrhizin in dessen Wirkung unterstützen.

Anwendung bei entzündeten Luftwegen

Antientzündlich bei Husten und Bronchitis

Die entzündungswidrige und schleimlösende Wirkung der Süßholzwurzel-Extrakte bei Husten und Bronchitis geht auf zwei bestimmte Inhaltsstoffgruppen zurück.

Zum einen zeigen die Flavonoide ausgeprägte Radikalfängereigenschaften. Freie radikale Stoffe sind Zwischenprodukte von Sauerstoff und entstehen durch Stoffwechselprozesse. Sie sind aggressiv und reagieren so schnell, dass sie Körperzellen schädigen können. Antioxidanzien, die auch in der Süßholzwurzel enthalten sind, können die freien Radikalen neutralisieren. Dazu gehört vor allem das Isoliquiritigenin.

Isoliquiritigenin kann jedoch noch mehr. In Verbindung mit einem weiteren Flavonoid, dem Liquiritgenin, wirkt es entspannend auf die Atemwege. Die Süßholzwurzel könnte daher auch bei Asthma bronchiale zum Einsatz kommen.

Die zweite wichtige Inhaltstoffgruppe sind Saponine. Bei innerlicher Anwendung der Süßholzwurzel-Extrakt regen diese die Bildung dünnflüssigen Sekrets in den Drüsenzellen an. Fester Bronchialschleim wird dadurch verflüssigt, schließlich gelöst und kann in der Folge besser abgehustet werden.

Anwendung bei Magen- und Zwölffinderdarmgeschwür

Heilungsfördernd bei Geschwüren im Magen und Zwölffingerdarm

Zur Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eignet sich die Süßholzwurzel vor allem wegen ihres Saponins Glycyrrhin. Glycyrrhin verfügt über stark entzündungshemmende Eigenschaften, wobei der Wirkmechanismus im ersten Moment etwas paradox klingen mag. Das Glycyrrhin hemmt nämlich die Bewegung der weißen Blutkörperchen, die für ein intaktes Immunsystem von Bedeutung sind. Auch die Blutgerinnung wird gehemmt. Ausschlaggebend ist jedoch, dass körpereigenes Kortison, das in der Nebennierenrinde produziert wird, langsamer abgebaut wird als üblich.

Wofür ist dieser Effekt nun gut? Kortison wirkt stark entzündungshemmend. Als Arzneimittel wird es ebenfalls zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt. Dadurch, dass unser Körper Kortison in kleinen Mengen selbst produziert, wird der Selbstheilungsmechanismus bei entzündlichen Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren direkt unterstützt: Die Schleimhaut kann sich schneller erholen und Geschwüre besser ausheilen.

Anwendung bei Magenschleimhautentzündung

Schleimhautschützend bei Entzündungen im Magen

Der antientzündliche Wirkmechanismus des Süßholzwurzel-Extraktes bei einer Magenschleimhautentzündung lässt sich einerseits, wie oben beschrieben, mit den Wirkungen bei einem Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür erklären.

Durch das Saponin Glycyrrhizin wird jedoch zusätzlich ein leichter Anstieg von sogenannten Prostaglandinen erwirkt. Prostaglandine sind entzündungsauslösende Hormone, die üblicherweise (um Entzündungen zu vermindern) gehemmt werden sollen. Bei einer Magenschleimhautentzündung bewirken sie jedoch, wenn sie leicht vermehrt gebildet werden, dass die Magenschleimhaut mehr Schleim produziert, ohne dabei den Säuregehalt im Magen zu erhöhen. Durch diesen Prozess ist die Magenschleimhaut zusätzlich besser geschützt und kann sich schneller regenerieren.

Süßholzwurzel-Extrakt

Darreichungsform und Dosierung der Süßholzwurzel

Tee

Sowohl bei Entzündungen der oberen Atemwege als auch bei Magenschleimhautentzündungen sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist ein Tee aus der Süßholzwurzel ein gut geeignetes pflanzliches Arzneimittel.

Übergießen Sie für die Teeherstellung 1 bis 2 Teelöffel (4 bis 5 g) getrocknete Wurzeln mit 1 Tasse (150 ml) heißen Wassers. Lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten lang ruhen und sieben Sie die Wurzel anschließend ab.

Dosierung

Trinken Sie bis zu 3 Tassen Süßholzwurzeltee zwischen den Mahlzeiten über einen Zeitraum von maximal 4 bis 6 Wochen.

Tipp: Wenn Sie den Geschmack der Süßholzwurzel mögen, können Sie auch einfach auf einem kleinen Stück Süßholzwurzel herumkauen und auf diese Weise von seinen Inhaltsstoffen profitieren.

Süßholzwurzel-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (5 bis 15 g = 200 bis 600 mg Glycyrrhizin) der Süßholzwurzel nicht bekannt.

Bei längerer Anwendung und höherer Dosierung können jedoch Mineralverluste in Form einer Natrium- und Wasser-Zurückhaltung, Kaliumverluste mit Bluthochdruck, Wassereinlagerungen (Ödeme) und in seltenen Fällen Eiweißausscheidungen (Myoglobin) über den Urin auftreten.

Aus diesem Grund sollten von Lakritzen, die Glycrrhizin enthalten, nicht mehr als 50 g pro Tag verzehrt werden. Als Lebensmittel eignet sich „entglycyrrhizierte“ Lakritze besser.

Nicht angewendet werden dürfen Süßholzwurzeln oder Süßholzwurzel-Extrakte während der Schwangerschaft, Stillzeit und wenn entwässernde Arzneimittel (Diuretika) eingenommen werden, weil durch die Anwendung der Kaliumverlust noch weiter zunimmt, was sich negativ auf den Herzmuskel auswirken kann.

Auch wegen der Gefahr des Kaliumverlustes sollte die Süßholzwurzel ohne ärztlichen Rat nicht länger als 4 bis 6 Wochen angewendet werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus der Süßholzwurzel sind als Fertigarzneimittel bisher nicht als Monopräparat verfügbar. In Kombination mit anderen Wirkstoffen sind sie in Form von Tabletten, Kautabletten, Tropfen und Sirup erhältlich (Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden und Erkältungskrankheiten). Außerdem erhalten Sie die Wurzel in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Süßholzwurzel-Extrakte haben ausgeprägte entzündungshemmende Eigenschaften, die im Bereich der Atemwege und des Verdauungstraktes von Bedeutung sind. Der Wirkstoff eignet sich daher besonders zum Einsatz bei Entzündungen der oberen Luftwege, zur Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie bei einer Magenschleimhautentzündung.

In der Volksmedizin wird die Wurzel des Süßholz gegen Verstopfung, Blinddarmentzündungen, Entzündungen im Magen-Darmtrakt und dem Bereich der Harnwege sowie der Geschlechtsorgane eingesetzt. Darüber hinaus wird die Süßholzwurzel bei Epilepsie, schwacher Menstruation, zur Milchbildung und zur Harnausscheidung verwendet.

Quellen:
  • Wichtl M (Hrsg.): Teedrogen und Phytopharmaka. 5. Auflage, Stuttgart 2009
Geschrieben von Redaktion 27.02.2014
Geschrieben von Redaktion 27.02.2014
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