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Süßholz- Glycyrrhiza glabra

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Süßholz- Glycyrrhiza glabra

Uralte Heil- und Gewürzpflanze

Die Wurzel der Süßholzstaude (Glycyrrhiza glabra) ist sicher eines beliebtesten pflanzlichen Heilmittel – und dies nicht ganz ohne Grund. Sie ist nämlich nicht nur ein uraltes Mittel gegen Erkältung - sie ist auch die Grundlage von Lakritze. In der traditionellen Herstellung der Süßigkeit wird der Süßholzsaft eingedickt und mit Zucker, Stärkesirup, Mehl und Gelatine versetzt. Entsprechend ist das Süßholz auch als Lakritzwurzel, aber auch als Gelbzuckerwurzel oder Hustenwurzel bekannt. Zwar verwenden heute nicht mehr alle Lakritzproduzenten reine Süßholzwurzel-Extrakte, manchmal findet man auf der Verpackung aber den Hinweis „Süßholzauszug“.

Wogegen hilft Süßholz?

Die Süßholzwurzel wird schon sehr lange gegen Atemwegserkrankungen medizinisch eingesetzt. Heute ist bekannt, dass die Süßholzwurzel nachweislich bei entzündeten oberen Luftwegen hilfreich ist.

Darüber hinaus wirkt der Pflanzenextrakt beweisbar gegen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sowie bei einer Gastritis, einer Magenschleimhautentzündung.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung der Süßholzwurzel „bei Katarrhen der oberen Atemwege und bei Ulcus ventriculi oder duodeni.“

Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) schließt sich dieser Empfehlung an, befürwortet die Anwendung der Süßholzwurzel jedoch zusätzlich „bei Gastritis.“

Wissenswertes über das Süßholz

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Das Süßholz wird heute fast weltweit eingesetzt. Vor 5.000 Jahren waren es jedoch die Chinesen und Japaner, die die Heilkraft der Wurzel wahrscheinlich als Erste entdeckten und sie als sanftes Abführmittel und zum Lösen von Bronchialschleim einsetzten. Bis heute gehört das Süßholz in China und Japan zu den wichtigsten Heilpflanzen und spielt auch im Ayurveda und in der Tibetischen Medizin eine Rolle.

Mit zunehmenden Handel zwischen den Kontinenten entdeckten auch die Ägypter und die alten Griechen die Heilkraft der Süßhölzer bei Erkältungskrankheiten.

Mittel- und Südeuropa erreicht das Süßholz erst relativ spät. In Italien wird die Pflanze seit dem 13. Jahrhundert kultiviert, in Deutschland – zuerst in der Gegend um Bamberg – seit dem 15. Jahrhundert. Allerdings fand die Heilpflanze lange vorher ihren Weg in die Klöster, wie wir aus den Schriften der Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) wissen. Die berühmte Äbtissin benennt die Süßholzwurzel darin als Abführmittel und empfiehlt ihre Wirkung zusammen mit Fenchel und Honig bei Husten und zum Lösen von Schleim.

Botanik des Süßholzes

Die Süßholzstaude wächst bis zu anderthalb Meter hoch und gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae). Ihre Blätter sind unpaarig gefiedert und mit klebrigen Drüsenhaaren besetzt. Sie können eine Länge von bis zu 20 Zentimetern erreichen. Die Blüte des Süßholzes wächst in blass lilafarbenen Blütentrauben aus den Blattachseln.

Die Pflanze bildet eine lange und kräftige Pfahlwurzel aus, aus der sich im Laufe der Vegetationsperiode Nebenwurzeln und ein stark verholzter Wurzelstock entwickeln.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe des Süßholzes

Der medizinisch verwendete Pflanzenteil des Süßholzes ist die Wurzel. Der Wirkstoff umfasst die ungeschälten, getrockneten Wurzeln und Ausläufer der Pflanze. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache wird die Süßholzwurzel Liquiritiae radix genannt. Ihre Qualität wird durch das Europäische Arzneibuch geregelt.

Die Inhaltstoffe der Süßholzwurzel wurden gut untersucht. Zu den wichtigsten gehören Triterpensaponine (3 bis 15%) mit der Hauptkomponente Glycrrhizinsäure, Flavonoide und Isoflavonoide, Hydroxycumarine, Steroide und ätherische Öle.

Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 26.11.2014