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Sennesfrüchte (Alexandriner und Tinnevelly) – Sennae fructus acutifoliae und Sennae fructus angustifoliae

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Sennesfrüchte (Alexandriner und Tinnevelly)  – Sennae fructus acutifoliae und Sennae fructus angustifoliae

Kleine Früchte fürs große Geschäft

Senna hat zwei medizinische Wirkstoffe: Sennesfrüchte und Sennesblätter. Die Wirkungen der Pflanzenteile und Extrakte sind identisch. Deshalb werden beide Wirkstoffe der Heilpflanze manchmal auch als Kombinationspräparat Verstopfung (Obstipation) angeboten.

Während Sennesblätter ausschließlich von der Pflanze des botanischen Namens Cassia senna gewonnen werden, kommen für die Ernte der Früchte gleich zwei Stammpflanzen infrage. Zum einen die Alexandriner-Sennesfrüchte (Sennae fructus acutifoliae), die wie die Blätter von Cassia senna stammen, zusätzlich sind aber noch Tinnevelly-Sennesfrüchte (Sennae fructus angustifoliae) gebräuchlich – die Früchte der Cassia acutifolia.

Tinnevelly-Sennesfrüchten wird eine höhere Qualität als den Alexandriner-Sennesfrüchten zugesprochen, darum sind sie häufig Bestandteil von fertigen Arzneimitteln.

Die medizinischen Effekte beider Senna-Wirkstoffe sind allerdings identisch. Sowohl Alexandriner-Sennesfrüchte als auch Tinnevelly-Sennesfrüchte wirken nachweislich abführend und werden zur kurzzeitigen Behandlung von Verstopfung eingesetzt. Im Gegensatz zu den Sennesblättern ist die Wirkung der Früchte etwas milder und verursacht dadurch in der Regel weniger Schmerzen im Magen.

Auf einen Blick:

Alexandriner- und Tinnevelly-Sennesfrüchte

  • Wirken: abführend, anregend auf die Darmtätigkeit, flüssigkeitsaufnahmevermindernd und wasserausscheidend (Darm)
  • Können eingesetzt werden: bei Verstopfung

Inhaltsstoffe der Alexandriner- und Tinnevelly-Sennesfrüchte

Ursächlich für die Wirkung von Senna und seinen beiden Wirkstoffen sind Anthranoide. Die inhaltsstoffliche Zusammensetzung seiner beiden Wirkstoffe ist nahezu identisch. Berechnet wird der Mindestgehalt der wirksamkeitsbestimmenden Komponenten in Hydroxyanthracenglykosiden, gemessen in Sennosid B.

Alexandriner-Sennesfrüchte enthalten mit mindestens 3,4 Prozent Hydroxyanthracenglykosiden einen höheren Anteil dieser Inhaltstoffe als die Tinnevelly-Sennesfrüchte. Sie weisen einen Hydroxyanthracenglykosidgehalt von 2,2 Prozent auf.

Zu den wirksamen Hauptkomponenten zählen also in erster Linie die Hydroxyanthracenglykoside, die Sennoside (A-D, A1, E und F), die wiederum in Bianthron-Typen und Emodin- sowie Aloe-Emodin-Typen eingeteilt werden.

Sennoside wirken abführend. Sie bewirken einerseits nachweislich, dass die Bewegungen des Darms beschleunigt werden. Andererseits haben sie einen direkten Einfluss auf den Dickdarm. Sie verhindern, dass Flüssigkeit vom Körper aufgenommen wird und entziehen ihm gleichzeitig Wasser und Mineralsalze. Dadurch erhöht sich die Füllung des Dickdarms, was den Stuhlgang beschleunigt.

Anwendung bei Verstopfung

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Abführend bei Verstopfung

Für die abführende Wirkung in den Alexandriner- und Tinnevelly-Sennesfrüchten sind die sogenannten Anthracenderivate – oder genauer gesagt – die Sennoside verantwortlich. Sie beeinflussen in erster Linie die Bewegungsaktivität des Dickdarms, indem sie die aufgenommene Nahrung schneller durchmischt und fortbewegt wird. Das Ergebnis hieraus ist, dass durch die verkürzte Verweildauer der Nahrung im Darm nicht alle Stoffe vollständig verwertet werden und in den Blutkreislauf gelangen können. Dies betrifft vor allem Flüssigkeiten.

Zusätzlich wird die Abgabe von Chlorid aus dem Körper gesteigert, weswegen mehr Wasser und Elektrolyte (Kalium, Magnesium et cetera) in den Darm freigesetzt werden. Dem Körper werden dadurch Nährstoffe entzogen, darum sollten Sennesfrüchte nur kurzzeitig angewendet werden (s. Risiken und Nebenwirkungen).

Dem Körper werden hierdurch also Nährstoffe entzogen, was erklärt, warum Sennesfrüchte nur kurzzeitig anwendet werden sollen (siehe Risiken und Nebenwirkungen).

Dennoch wirken Alexandriner- und Tinnevellyfrüchte trotz identischer Anwendung etwas milder. Sie enthalten nämlich weniger Sennoside vom Emodin-Typ und rufen daher weniger schmerzhafte Magenkrämpfe hervor als die Blätter der Sennespflanze.

Alexandriner- und Tinnevelly-Sennesfrucht-Extrakt

Darreichungsform und Dosierung der Sennesfrüchte

Sennesfrüchtetee kann wie Sennesblättertee hergestellt werden. Auch die Angaben zur Dosierung sind identisch.

 
Alexandriner- und Tinnevelly-Sennesfrucht-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Die Tagesdosis der Sennesfrüchte beträgt 0,5 bis 2 g. Sennesfrüchte dürfen ohne ärztlichen Rat nicht länger als ein bis zwei Wochen am Stück angewendet werden, weil es bei Langzeitanwendungen zu Elektrolytverlusten, vor allem von Kalium, kommen kann. Außerdem können Eiweiße und rote Blutkörperchen durch den Harn ausgeschieden werden. Zusätzlich kann es zu Darmträgheit, Muskelschwäche (vor allem des Herzens) und zur Beeinflussung mancher Medikamente wie Arzneimittel bei Herzrhythmusstörungen kommen. Weiterhin kann sich der Knochenabbau beschleunigen und es kann während der Anwendung zu einer Dunkelfärbung der Dickdarmschleimhaut kommen.

Bei zu hoher Dosierung können außerdem krampfartige Magen-Darmbeschwerden auftreten.

Nicht anzuwenden sind Sennesfrüchte bei jeglichen ungeklärten Bauchschmerzen, vorherigem Wasserverlust, Blinddarmentzündung und Darmentzündungen sowie bei Kindern unter 12 Jahren, Schwangeren und Stillenden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Sennesfrüchten sind als Fertigarzneimittel in Form von Tabletten und Teeaufgusspulver erhältlich (Mittel gegen Verstopfung). Weiterhin sind die Extrakte in Kombination mit anderen Heilpflanzen (u.a. auch Sennesblättern) als Granulat verfügbar.

Alexandriner- und Tinnevelly-Sennesfrüchte wirken abführend, indem sie die Darmtätigkeit erhöhen und die Flüssigkeitsaufnahme vom Darm in den Körperkreislauf vermindern. Extrakte aus Alexandriner- und Tinnevelly-Sennesfrüchten sind daher ein gut geeignetes und sicheres Abführmittel für einen kurzfristigen Einsatz.

 

Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 03.09.2014
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.