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Salbei – Salvia officinalis

Salbei – Salvia officinalis

Beliebte Gewürzpflanze mit großer Heilwirkung

Seinen legitimen Status als wirkmächtige Heilpflanze trägt der Salbei bereits im Namen. Salvia officinalis, so seine botanische Bezeichnung, lässt sich etymologisch direkt auf das lateinische Tätigkeitswort „salvare“ zurückverfolgen: heilen, retten. Während das leicht herbe, würzige Salbeiaroma in der Küche als Verfeinerer der verschiedensten Speisen glänzt, macht sich auch die Pflanzenheilkunde traditionell die wirksamen Inhaltsstoffe der Blätter zunutze:  Zur Auffrischung der Mundhygiene und bei Entzündungen, als Unterstützung der Magen-Darmharmonie oder bei übermäßiger Schweißproduktion kann das Gartengewächs nützlich sein.

Wogegen hilft Salbei?

Zwar ist der Salbei nicht das "Heil der Welt", wie man ihn dereinst nannte, einige nützliche medizinische Wirkungen hat die streng duftende Pflanze aber trotzdem. Das ätherische Öl, die Flavonoide und Gerbstoffe, die sich in den Salbeiblättern befinden, verfügen über entzündungshemmende und blutungsstillende Eigenschaften, sie helfen bei Durchfall und anderen Verdauungsbeschwerden und sie unterdrücken die Schweißbildung. 

Äußerlich angewendet, zum Beispiel als Gurgellösung (hierfür eignet sich zum Beispiel Salbeitee), hilft Salbei erwiesenermaßen bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Innerlich wirkt er auf den Magen und die Schweißsekretion. 

Bei trockenem Reizhusten sollte man allerdings auf einen anderen Wirkstoff ausweichen, da Salbei den Hals noch weiter austrocknet. Hier bietet sich zum Beispiel der Spitzwegerich an.

Salbeitee kaufen Sie am besten in der Apotheke, da Produkte aus dem Supermarkt in der Regel in der Regel eine geringe Wirkstoffkonzentration aufweisen. Arzneimittel mit Salbeiblätter-Extrakten sind in Form von Tabletten, Tropfen oder Mundgel verfügbar. Außerdem sind verschiedene Kombipräparate mit anderen Heilpflanzen erhältlich. Auch getrocknete Salbeiblätter bekommen Sie in der Apotheke.

Bestätigte Wirkung:
  • Sowohl die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte und der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) empfehlen Extrakte aus Salbeiblättern äußerlich bei „Entzündungen der Mund- und der Rachenschleimhaut“ und innerlich „bei dyspeptischen Beschwerden und vermehrter Schweißsekretion.“

Detaillierte Informationen über die Wirkung von Salbei und hilfreiche Hausmittel finden Sie in unserem Wirkstoffartikel über die Salbeiblätter.

Wissenswertes über den Salbei

Wer Salbei selber in seinem Garten anpflanzen möchte, kauft sich am besten im Fachgeschäft eine Jungpflanze. Innerhalb weniger Jahre wächst diese zu einem kräftigen Halbstrauch heran, der zu medizinischen Zwecken genutzt werden und den Würzbedarf einer ganzen Familie decken kann. Hierfür schneidet man kurz vor der Blütezeit die Triebspitzen zum Trocknen ab. Im Spätsommer ist dann eine zweite Ernte möglich. 

Der Salbei bevorzugt sonnige, trockene Standorte und kalkhaltige Böden. Neben dem Einsatz als Arzneipflanze wird der Salbei auch als Küchenkraut gerne verwendet: „…und er tauche die Speise, der es essen will, hinein und er hat Appetit zu essen“ – diese Zubereitung aus Essig, Salbei, Kerbel und Knoblauch empfiehlt die später heiliggesprochene Benediktinerin Hildegard von Bingen für einen, der „Widerwillen gegen das Essen hat“.

Woher kommt der Name des Salbeis? Die Ableitung des Namens lässt sich in etwa wie folgt erklären: Salbei – Salvia – salvare – salvere, also heilen, gesund sein. Einen treffenderen Namen konnte man dem Halbstrauch aus dem Süden Europas kaum verleihen.

Außerdem schätzen Feinschmecker die Pflanze besonders als feines, abrundendes Gewürz zu Wild, Hammelbraten, Fisch, zu Suppen, Eintöpfen und vielem mehr.

Blickt man auf die Schriften des Botanikers, Arztes und Theologen Hieronymus Bock zurück, dann zeigt sich, dass alkoholische Auszüge aus dem Salbei die Wirkung der Heilpflanze unterstreichen können. Immer wieder rät er, die betreffenden Würz- und Heilpflanzen mit Wein auszulaugen. In diesem Zusammenhang heißt es in einem seiner Texte „Salbeiwein oder das Kraut in Wein gesotten, ist im ganzen innerlich nützlich wenn getrunken.“

Auf die Verwendung des Salbeis als Küchenkraut deuten auch eine Reihe seiner Synonyme hin: Dalmatiner-Salbei, Edelsalbei, Edler Salbei, Fischsalbei, Gartensalbei, Königssalbei, Rauch-Salbei Sabikraut, Scharlachkraut, Scharlei, Tugendsalbe.

Botanik des Salbei

Der Salbei ist ein 50 bis 60 Zentimeter hoher Halbstrauch, der zu der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae) gehört. Mit seinen unten verholzten und verzweigten Stängeln, entspringt er einem büschelförmigen, tiefreichenden Wurzelstock. Die gegenständig stehenden Blätter sind langgestielt, länglich eiförmig, leicht gezahnt und vor allem in der Jugendphase dicht silbrig behaart. Die Oberseite zeigt eine stark eingesenkte, netzförmige Nervatur, die auf der Blattunterseite stark hervortritt. Die Blüten sind in zu sechs bis acht übereinander stehenden Scheinquirlen angeordnet und von blauer, violetter, manchmal auch weißer Farbe. Die Samen (Nüsschen) sind kugelig, zirka zwei Millimeter groß, dunkelbraun bis schwarz, mit einem weißen Nabel.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Salbei

Medizinischer Wirkstoff des Salbeistrauches sind seine Blätter. Sie heißen in der pharmazeutischen und medizinischen Fachsprache Salviae folium. Die Ansprüche an die Qualität der Salbeiblätter sind im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Salbeiblätter enthalten einen wertvollen Mix aus Inhaltsstoffen. Zu ihnen gehören in erster Linie ätherische Öle mit den Hauptkomponenten Thujon, Cineol und Campfer. Außerdem enthalten Salbeiblätter Gerbstoffe (vorwiegend Lamiacengerbstoffe), Bitterstoffe, Triterpene, Steroide und Flavonoide.

 

Geschrieben von Redaktion 26.11.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 26.11.2014
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