Pfefferminze Traditonelle Anwendung

Pfefferminze Traditonelle Anwendung

Die Pfefferminze ist eine Heilpflanze, die nahezu weltweit eingesetzt wird. Ihre Einsatzbereiche und Wirkungen sind im Vergleich zu vielen andern Heilpflanzen jedoch weniger an Traditionen und Volksheilkunde gebunden. Ihr medizinischer Einsatz erfolgt fast ausschließlich aufgrund ihrer offiziell anerkannten Wirkungen, denn die Pfefferminze ist eine Kulturpflanze, die in der freien Wildbahn so gut wie nicht zu finden ist. Bei der Suche nach traditionellen Anwendungsbereichen muss daher der Fokus auf die Vorgänger der Pfefferminze – auf die Minzen gelenkt werden.

Pfefferminze in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

In der TCM werden 2 Minze-Arten medizinisch eingesetzt, die bei identischen Anwendungsgebieten gebraucht werden. Beide Sorten heißen zu Deutsch Chinesische Ackerminze. Die botanischen Bezeichnungen lauten Mentha haplocalyx oder Mentha arvensis. Medizinisch verwendet wird das Kraut der Minzen, also die gesamten oberirdischen Pflanzenteile.

Anwendung findet das Minzenkraut teilweise identisch wie im Westen, oft aber völlig anders.

Wird das Minzenkraut zur Ausleitung von Wind (Kälte) gebraucht, wird es bei Fieber, Kopfschmerzen, Husten und bei Schweißlosigkeit angewendet. Soll es oberflächlich wirken, kommt es zusätzlich bei Schweißfüßen und bei kälten Händen zum Einsatz.

Außerdem soll es bei Ausschlägen durch Fieber und Masern im Frühstadium wirksam sein sowie bei geröteten Augen und Benommenheit helfen. Außerdem findet das Minzenkraut bei Frauenbeschwerden und Menstruationsunregelmäßigkeiten Einsatz.

Pfefferminze in der Japanischen Phytotherpie – Kampo-Medizin

In der Kampo-Medizin, die eng mit der TCM verwandt ist, wird ebenfalls die Chinesische Ackerminze (Mentha arvensis) verwendet.

In der Kampo-Medizin wird die Minze zur Beseitigung von Wind (Kälte) eingesetzt, sie soll Hitze vermindern (häufig Entzündungen), den Rachen beruhigen, Kopf und Augen kühlen und gegen Hautausschläge helfen.

Pfefferminze in der Indischen Medizin und Ayurveda

Die Minze nimmt in der Indischen Medizin und Ayurveda einen hohen Stellenwert in der Küche ein. Minzeblätter sind Bestandteil zahlreicher Rezepte und Speisen – vor allem um die Verdauung zu fördern. Das Minzeöl oder Pfefferminzöl finden sich häufig in Kombination mit anderem ätherischen Duft Ölen als Bestandteil von Massageölen und Parfüms.

Extrakte aus der Minze werden zur Entschlackung, als Antiseptikum, gegen Blähungen, Schmerzen wie Kopfschmerzen und Bauchschmerzen verwendet.

Traditionelle Medizin der Indianer Nordamerikas

Medizinmänner und Frauen waren für viele Indianerstämme Nordamerikas Mediziner, Psychologen, Priester und Wahrsager in einer Person. Sie setzten die Minze zu Ritualzwecken ein und in der Medizin ganz gezielt bei Übelkeit, Erbrechen sowie bei Magen-Darmbeschwerden.

Traditionell Anwendung in Mittel- und Südamerika

Von den Indianern Südamerikas wird die Minze Hierbauena, zu Deutsch „gutes Kraut“ genannt. Es ist vor allem in der täglichen Ernährung von Bedeutung und wird zur Teezubereitung auch mit anderen Pflanzen wie Melisse kombiniert. Alleine wird die Minze gegen Erkältungen und zusammen mit Campher zur Insektenabwehr eingesetzt.

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