Pfefferminze Geschichte

Pfefferminze Geschichte

Die verschiedenen Minzenarten wurden schon vor Jahrtausenden in Asien, in Europa und in Nordafrika als Heilpflanze verwendet. Archäologen entdeckten Reste der Heilpflanze als Grabbeigaben bei den Ägyptern. Aber auch in anderen antiken Kulturen war die Pflanze von mystischer, ritueller und medizinischer Bedeutung.

Einer griechischen Sage zufolge wurde die Nymphe Minthe von Persephone, der Tochter des Zeus und der Göttin Demeter, in die Minze verwandelt. Der griechische Arzt Dioskurides (1. Jahrhundert n. Chr.) nutzte die Samen der Minze, mit Wein getrunken, bei Harndrang, Blasensteinen, bei Krämpfen und gegen Schluckauf. Bei Kopfschmerzen empfahl er die Blätter auf die Schläfen zu legen, ebenso bei Insektenstichen.

Anbauverordnung im 8. Jahrhundert

Bereits der berühmte König Karl der Große, der im 8. und 9. Jahrhundert lebte, wusste die medizinischen Wirkungen der Minze zu schätzen. In einer Landgütervorordnung wurde der Minzenanbau sogar vorgeschrieben.

Da im Mittelalter Klerus und Medizin eng miteinander verknüpft waren, ist es kaum verwunderlich, dass die Pfefferminze zudem in zahlreichen Klöstern eingesetzt wurde. Auch die berühmte Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 – 1179) kannte die Minze gut und schrieb die damaligen Anwendungsgebiete nieder. Seinerzeit wurde das Kraut gegen Beschwerden der Atemorgane und der Verdauung sowie äußerlich als Mittel gegen Geschwüre und Krätze angewandt. Ein anderes Rezept empfiehlt die Minze gegen „Üppigkeit“, womit gemeint ist: „Damit der Mensch Sinnenlust und fleischliches Begehren bei sich zum Erlöschen bringe…, soll dieser die Minze und Lungenwurzel mit der halben Menge Dill und anderen Kräutern in Essig einlegen und zu den Mahlzeiten essen.“

Aber auch in anderen Klöstern waren verschiedene Minzearten von Bedeutung. Im Lorscher Arzneibuch und im dem wichtigen Werk des Zeitabschnitts, dem „Macer floridus“ von Odo Magdunensie (11. Jahrundert) sind den verschiedenen Minzearten große Kapitel gewidmet.

Im 16. Jahrhundert gab es bereits große Minzenanbaugebiete in Deutschland, Skandinavien und in England. Im 17. Jahrhundert entdeckte dann der englische Botaniker John Ray (1628 – 1705) in der Nähe eines solchen Minzenanbaugebiets die Pfefferminze, eine Kreuzung zwischen der rundblättrigen Minze, der Bachminze und der Grünen Minze. Sie verdrängte schnell alle anderen Minzenarten im Heilpflanzenanbau und kam im 18. Jahrhundert auch nach Deutschland. Wie auch bei anderen Heilpflanzen, z.B. der Melisse, wurden in verschiedenen Ländern Asiens, Südamerikas und auch Europas (so auch in Deutschland) besondere Minzearten gezüchtet, die einen höheren Anteil an den heilkräftigen Inhaltstoffen enthalten als die natürlichen Arten.

Namensgebung der Pfefferminze

Der Gattungsname der Pfefferminze „Mentha“ geht auf die griechische Nymphe „Minthe“ zurück, die sich der Sage nach in das „Minthe“ oder „Mintha“ genannte Kraut verwandelte. Der Beiname „piperita“ bedeutet im Lateinischen „gepfeffert“ und deutet auf den leicht pfeffrigen Geschmack der Pfefferminzblätter hin.

In Deutschland war die Minze schon lange bekannt. Der Name Pfefferminze setzt sich daher aus den Geschmackseigenschaften und der deutschen Bezeichnung für Minthe zusammen.

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