Pfefferminze Anbau

Pfefferminze Anbau

Die Pfefferminze darf in keinem Garten fehlen. Ihre frischen oder getrockneten Blätter eigenen sich nicht nur als erfrischender Tee – vor allem bei Bauchweh. Die frischen, jungen Blättchen sind auch zum Verfeinern und Dekorieren von Suppen, Fleisch- und Fischgerichten sowie Rohkost geeignet.

Für den Anbau sind allerdings einige Besonderheiten zu beachten, die für einen guten Ertrag sorgen und einem Krankheits- und Schädlingsbefall möglichst vorbeugen.

Die Pfefferminze wächst und gedeiht besonders gut in warmen, windgeschützten und halbschattigen Lagen. Sie liebt frische, humusreiche und sandige Lehmböden, die nicht zu feucht sind. Staunässe, sehr trockene Standorte oder Orte die stark verunkrautet sind, verträgt die Pfefferminze nicht.

Pfefferminzsorten sind zahlreich erhältlich. Sie unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer Ertragsmenge und dem Gehalt an ätherischen Ölen. Die Vermehrung und der Anbau sind bei allen Pflanzen sehr ähnlich.

Pfefferminzpflanzen wuchern. Sie können deshalb am besten durch Weichholzstecklinge oder durch Teilung vermehrt werden. Auch eine Samenaussaat ist möglich, aber wegen dem starken Drang Bastarde zu bilden kaum üblich.

Weichholzstecklinge der Pfefferminze

Weichholzstecklinge lassen sich von vielen ausdauernden Kräutern herstellen – auch von der Pfefferminze.

Stecklinge kann man von den ersten zarten Trieben zu Beginn der Wachstumsperiode schneiden, wenn sie am einfachsten bewurzelt werden können oder von reifen Trieben im Hochsommer.

Hierzu werden im Frühjahr oder im Sommer 10 cm lange Stecklinge von gesunden, neuen vegetativen Trieben direkt über einem Knoten (Nodie) abgeschnitten. Damit die Weichholzstecklinge nicht austrockenen, werden sie in einen Behälter mit Wasser gelegt. Im nächsten Schritt wird ein Blumentopf mit angefeuchteter Setzlingserde, der zuvor beschriftet wurde, vorbereitet. Jetzt wird der Stängel noch einmal knapp unterhalb einer Nodie gekappt und alle Blätter, außer die obersten 2 bis 3, können entfernt werden. Die Stecklinge steckt man soweit in die Setzlingserde, bis die Blätter knapp über dem Boden liegen. Der Abstand zwischen den einzelnen Stecklingen sollte mindestens 5 cm betragen. Nun werden die Pflänzchen gut angedrückt und eine oben offene Kunststofftüte wird über den Blumentopf übergestülpt. Kleine Stöckchen an den Seitenrändern können dafür sorgen, dass die Stecklingsblätter die Tüte nicht berühren. Die Aufbewahrung erfolgt an einem leicht schattigen Ort bei ungefähr 20°C.

Nach etwa 4 Wochen sind die Stecklinge gut bewurzelt und haben einen sichtbaren Neuaustrieb entwickelt. Die neuen Pflanzen werden aus dem Blumentopf herausgenommen und zu einzelnen Pflanzen auseinander gezogen. Im letzten Schritt werden die Pfefferminzpflänzchen in größere Blumentöpfe oder ins Freiland umgepflanzt.

Teilung der Pfefferminze

Im Spätsommer, nach der Blüte, können kräftige Pfefferminzpflanzen mit einer Grabschaufel aus der Erde gehoben werden. Dabei ist darauf zu achten, dass es nicht zur einer Beschädigung der Wurzeln kommt.

Von den Wurzeln der ausgegrabenen Pflanzen sollte möglichst viel Boden abgeschüttelt werden. Abgestorbene Triebe und Blätter sind zu entfernen. Jetzt werden die Wurzeln z.B. in einem Eimer gewaschen. Danach erfolgt der Rückschnitt des gesamten Laubes (Triebe) auf eine Länge von max. 10 cm, damit die Verdunstungsverluste so gering wie möglich gehalten werden. Nun erfolgt die Teilung der Mutterpflanze mit einer scharfen Schere in möglichst viele Stücke, wobei auf einen kräftigen Wurzeltrieb und ausgeprägte oberirdische Triebe zu achten ist. Im nächsten Schritt wird das Beet vorbereitet, in das die Teilstücke genauso tief eingesetzt werden, wie die Mutterpflanze zuvor. Die Pflanzen sollten genügend Platz zum Ausbreiten haben, fest angedrückt und beschriftet werden.

Krankheiten und Schädlinge der Pfefferminze

Die gefährlichste Krankheit, die die Pfefferminze befallen kann, ist der Minzenrost (Puccinia menthae), dessen orangerote Sporen zuerst die Blattunterseite befallen. Deshalb müssen die erkrankten Blätter bei dem ersten Befall sofort abgeschnitten werden. Ansonsten befällt der Minzenrost die ganze Pflanze, die in Folge verkümmert.

Tückisch ist auch die Pfefferminzanthraknose (Sphaceloma menthae). Sie führt zu punktartigem Gewebetod der Pfefferminze. Die Blätter beginnen sich zu kräuseln und die Pflanze entwickelt als Folge weniger Blätter.

Vereinzelnd wurden auch Wurzelstock- und Stängelfäule, die Verticillium-Welke, Echter Mehltau und die Blattfleckenkrankheit beobachtet.

Tierische Schädlinge sind vor allem die Schwarzpunktzikaden (Eupteryx atropunctata), die Saugschäden an den Blättern hervorrufen. Der Grüne Schildkäfer (Cassida viridis) und der Minzenblättkäfer (Chrysomela menthastri) sorgen für lästigen Loch- und Blattrandfraß.

Seltener aber dafür heftiger kommt auch ein Befall durch Erdflöhe auf den jungen Pfefferminzblättern vor.

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