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Pfefferminzblätter - Menthae piperitae folium

Pfefferminzblätter - Menthae piperitae folium

Linderung bei Schmerzen im Magen-Darmbereich

Die Pfefferminze (Mentha piperita) besitzt zwei medizinische Wirkstoffe: Pfefferminzblätter (Menthae piperitae folium) und Pfefferminzöl (Menthae piperitae aetheroleum). Die Extrakte aus ihren Blättern haben dank ihrer verdauungsfördernden und blähungstreibenden Inhaltsstoffe vor allem einen positiven Einfluss auf den Magen-Darmtrakt und auf die Verdauung. Sie helfen nachweislich bei Schmerzen und Krämpfen im Magen-Darmtrakt, der Galle und der Gallenwege und helfen bei der Darmentleerung. Auch Entzündungen können gelindert werden. Die Pfefferminze besitzt dabei eine eher milde Wirkung, die Extrakte der aromatischen Heilpflanze eignen sich dabei schon zur Anwendung im Säuglingsalter.

Auf einen Blick:

Pfefferminzblätter

  • Wirken: krampflösend, fördernd auf den Gallefluss, blähungstreibend, fördernd auf die Magensaftbildung, beschleunigend auf die Magenentleerung, appetitanregend, zusammenziehend, leicht beruhigend
  • Können eingesetzt werden bei: krampfartigen Magen-Darmbeschwerden und Beschwerden der Gallenblase sowie der Gallenwege, Verdauungsstörungen, Blähungen, Magenschleimhautentzündung, Darmentzündung

Inhaltsstoffe der Pffefferminzblätter

Die inhaltsstoffliche Zusammensetzung der Pfefferminzblätter ist wie bei den meisten Pflanzenextrakten komplex. Zu den wirksamkeitsbestimmenden Komponenten zählen in erster Linie die ätherischen Öle Menthol, Menthon und Menthofuran. Sie besitzen nachweislich krampflösende, blähungstreibende und schmerzstillende Effekte. Aber auch die enthaltenen Gerbstoffe und Flavonoide sind von Bedeutung. Zusammen mit den ätherischen Ölen können sie die Gallesaftproduktion beschleunigen.

Anwendung des Pfefferminzblätter-Extraktes bei Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit und krampfartigen Magen-Darmbeschwerden

Verdauung und Wohlbefinden

Die Wirkungen der Pfefferminzblätter-Extrakte sind vielfältig und können am besten anhand ihrer Inhaltsstoffe erklärt werden.

Vor allem die ätherischen Öle Menthol und Menthofuran können bei innerlicher Aufnahme durch ihre krampflösenden Effekte Linderung bei krampfartigen Magen-Darmbeschwerden entfalten.

Normalerweise kommt es bei der Speisen- und Getränkeaufnahme zu einem Einstrom des Minerals Kalzium. Grundsätzlich ist dieses Mineral wichtig für verschiedene Körperfunktionen und die Knochen. Andererseits kann es auch eine Krampfneigung im Magen-Darmtrakt begünstigen. Die ätherischen Öle des Extrakts sind in der Lage, die Calciumkanäle im Magen-Darmtrakt blockieren. Dieser Vorgang bewirkt wiederum, dass der Calciumeinstrom in die Zellen vermindert wird. Die glatte Muskulatur der Organe entspannt sich und Magen-Darmbeschwerden werden vermindert.

Das Menthol besitzt jedoch noch eine zweite wichtige Eigenschaft. Es senkt nämlich den Tonus des Schließmuskels am unteren Teil der Speiseröhre. Aus diesem Grund erfolgt die Magenentleerung schneller.

Für den aromatischen Geschmack der Pfefferminzblätter sind zum einen die ätherischen Öle verantwortlich, aber auch die Gerbstoffe tragen zum Aroma bei. Flavonoide hingegen entfalten ihre Wirkungen eher unauffällig.

Zusammen bewirken die Inhaltsstoffe der Pfefferminze eine Anregung der Verdauungssäfte.

Tatsächlich beginnt die Verdauung bereits im Mund, denn schon der Speichel bewirkt eine Aufspaltung der Nahrung (vor allem von Kohlenhydraten). Wenn also bereits der Duft frischen Pfefferminztees ein Zusammenlaufen des Wassers im Munde hervorruft, bewirkt dieser Effekt bereits eine angekurbelte Verdauung.

Im Verdauungstrakt angelangt, bewirkt der Pfefferminzblätter-Extrakt nachweislich, dass auch Magen und Galle vermehrt Sekrete produzieren. Dies regt einerseits den Hunger an, vor allem aber wird die Verdauung gefördert.

 

Pfefferminzblätter-Extrakt

Darreichungsform und Dosierung des Pfefferminzblätter-Extraktes

Unter den Arznei- und Kräutertees ist der Pfefferminztee sicher einer der am häufigsten angewendeten Aufgüsse überhaupt. Pfefferminzblätter werden als Einzelpräparat oder in Kombination mit andern Heilpflanzen eingesetzt, um die Wirkungen zu verstärken oder den Geschmack zu verbessern, denn die meisten Menschen empfinden den Geschmack von Pfefferminzblättern als angenehm.

Aufgrund der Fülle von Rezepturen mit Pfefferminzblättern werden hier zwei Tees (Einzelpräparat und Kombinationspräparat) und eine Tinktur exemplarisch vorgestellt.

Tee

Bei Bauchweh, Darmbeschwerden und schlechter Verdauung ist der Pfefferminztee wohl das beliebteste pflanzliche Mittel. Um einen Teeaufguss herzustellen, überbrühen Sie 1 Teelöffel (0,5 g) Pfefferminzblätter mit einer großen Tasse (250 ml) Wasser. Lassen Sie den Tee 10 Minuten lang zugedeckt ziehen. Filtern Sie die Blätter anschließend ab.

Dosierung

Trinken Sie je nach Intensität der Beschwerden über den Tag 3 bis 4 Tassen frisch aufgebrühten Pfefferminzblättertee.

Teekombination

Bei schmerzhaften Verdauungsproblemen und Magen-Darmbeschwerden mit Krämpfen sowie einer Neigung zu Blähungen ist ein Teeaufguss mit anderen Pflanzenteilen gut geeignet. Hierzu benötigen Sie eine Mischung aus:

  • 25 g Pfefferminzblättern
  • 20 g Anisfrüchten
  • 20 g Kalmuswurzelstock

    Übergießen Sie 1 Teelöffel der Teemischung mit einer großen Tasse (250 ml) kochenden Wassers und lassen Sie den Tee eine Stunde lang ziehen. Sieben Sie die Wirkstoffe anschließend ab.

    Dosierung

    Trinken Sie jeweils eine Tasse eine halbe Stunde vor jeder Mahlzeit.

Tinktur

Ebenfalls bei Magen-Darmbeschwerden und bei verminderter Verdauung eignet sich als Hausmittel eine Pfefferminzblättertinktur. Geben Sie für die Herstellung 30 g frische gereinigte Pfefferminzblätter in eine zuvor beschriftete verschließbare Flasche aus Weißglas und übergießen die Blätter mit Wodka oder Doppelkorn. Verschließen Sie die Flasche gut und lassen Sie die Tinktur außerhalb der Reichweite von Kindern etwa 10 Tage lang ziehen. Füllen Sie die Tinktur anschließend ohne die Blätter in eine andere Flasche um.

Dosierung

Geben Sie bei akuten Beschwerden 20 bis 30 Tropfen in 50 ml Wasser und trinken die Auszüge mehrmals täglich, bei Bedarf stündlich.

Pfefferminzblätter-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tee: 3 bis 5 g am Tag, Tinktur: 5 bis 15 g) der Pfefferminzblätter nicht bekannt.

Wegen der galleflussfördernden Wirkung kann es jedoch bei Personen, die an Gallensteinen leiden, zu Koliken kommen.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Pfefferminzblättern sind als Fertigarzneimittel bisher nicht als Monopräparat erhältlich. In Kombination mit anderen Heilpflanzen sind sie als Tropfen verfügbar (Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden). Darüber hinaus erhalten Sie die Blätter in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Pfefferminzblätter wirken durch ihre krampflösenden, galleflussfördernden und blähungstreibenden Wirkungen nachweislich bei krampfartigen Beschwerden im Magen-Darmbereich, der Gallenblase und der Gallenwege. Außerdem nützen sie erwiesenermaßen bei Verdauungsstörungen, Blähungen, Magenschleimhaut- und Darmentzündungen.

In der Volksheilkunde werden Extrakte aus Pfefferminzblättern bei Übelkeit, Brechreiz, Menstruationsbeschwerden, Schwangerschaftserbrechen und bei Erkältungskrankheiten eingesetzt.

Geschrieben von Redaktion 11.09.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 11.09.2014
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