Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Pfefferminze - Mentha piperita

Pfefferminze - Mentha piperita

Wandlungsfähiges Universaltalent

Kaum eine Pflanze in Deutschland ist so bekannt und beliebt wie die Pfefferminze (Mentha piperita). Sie hat als Heilpflanze einen festen Platz in nahezu jeder Hausapotheke, dient zur Herstellung von Arzneimitteln und ist aus der Lebensmittelindustrie wie der Parfümherstellung kaum wegzudenken. Was aber macht die Pfefferminze zu einer so gefragten Pflanze? Ganz einfach: Sie gehört nicht nur zu den wichtigsten Heilpflanzen bei Magen-Darmbeschwerden und Verdauungsproblemen, sie ist auch ein vielseitig einsetzbares Gewürz.

Wissenswertes über die Pfefferminze

Wohltuende Dämpfe der ätherischen Öle strömen einem schon beim Öffnen einer Dose frischen Tees entgegen. Automatisch atmen wir sie tief ein – eine Wohltat für die Atemwege. Aber nicht nur wegen ihres Duftes ist die Pfefferminze so beliebt. Ihr frischer, leicht pfeffriger Geschmack macht Appetit und ist, etwa als Pfefferminztee, gut für Magen und Verdauung.

Von Züchtern und Forschern wird die Pfefferminze, die auch Katzenminze, englische Minze, Mutterkraut oder Prominze genannt wird, aber vor allem wegen ihrer Wandlungsfähigkeit geschätzt. Zwar ist das Kraut in Sachen Standort, Klima und Boden anspruchsvoll, dafür lässt es sich aber sehr leicht kreuzen. Warum ist diese Eigenschaft von Bedeutung?

Alle Minzenarten besitzen einen mehr oder weniger hohen Anteil an ätherischen Ölen, die für medizinische Wirkungen und Geschmack der Pflanze verantwortlich sind. Ein hoher Gehalt ätherischer Öle lässt beispielsweise eine gute Wirkung bei Magen-Darmerkrankungen erwarten. Eben wegen dieser Wirkungen wird die Pfefferminze als Heilpflanze sehr geschätzt. Sie ist ein Zufallsprodukt, die aus einer spontanen Kreuzung aus 3 Minze-Arten entstand. 

Heute gibt es unzählige Pfefferminzarten, bei denen es sich ausnahmelos um Kreuzungen handelt, die hinsichtlich ihrer gewünschten Eigenschaften gezüchtet werden. In Rumänien beispielsweise wird unter anderem die Sorte „Columna“ gezogen. Diese Sorte bringt hohe Erträge und mittlere bis hohe Anteile an ätherischen Ölen. Die Pfefferminze „Multimentha“, die in Deutschland gezüchtet wird, bietet hingegen beides: hohe Erträge und einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen. 

Die durch Wasserdampfdestillation gewonnenen ätherischen Öle aus den Pfefferminzblättern werden als Pfefferminzöl bezeichnet. Obwohl die Pfefferminze auch in Europa angebaut wird, kommen die größten Mengen des Pfefferminzöls aus den USA und aus China. Pfefferminzöl dient nicht nur medizinischen Zwecken, sondern wird in riesigen Mengen in der Kosmetik- und Genussmittelindustrie gebraucht.

Botanik der Pfefferminze

Die Pfefferminze ist ein sogenannter Bastard. Sie hat sich aus verschiedenen Minzen entwickelt und ist eine mehrjährige, 50 bis 90 Zentimeter hoch wachsende Pflanze, die zur Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae) gehört. Sie stirbt im Herbst ab und treibt im Frühjahr wieder aus. Die verzweigten, vierkantigen Stängel der Pfefferminzen sind oft kahl, manchmal aber auch filzig behaart und bei manchen Herkünften rötlich verfärbt. Die Laubblätter sind gestielt, länglich-oval bis lanzettlich und können bis zu neun Zentimeter lang wachsen. Oft haben die Blätter eine violett überlaufende Nervatur und einen scharf gesägten Blattrand. Ihre Blüten sind rosa bis lila in endständigen Ähren.

Die kleinen Pfefferminzsamen sind für den Anbau wenig geeignet, weil sich aus ihnen zahlreiche Mischlingsformen entwickeln.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Pfefferminze

Die medizinischen Wirkstoffe der Pfefferminze sind ihre Blätter und die daraus gewonnenen ätherischen Öle (Pfefferminzöl). Pfefferminzöl wird durch Wasserdampfdestillation produziert. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißen Pfefferminzblätter Menthae piperitae folium und Pfefferminzöl Menthae piperitae aetheroleum. Die Qualität der beiden Wirkstoffe ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt. Hierzu gehören neben der Identitätsprüfung und Gehaltsbestimmung auch die Inhaltstoffe.

Pfefferminzblätter enthalten mindestens 1,2% ätherische Öle. Zu den wichtigsten gehören Menthol, Menthon und Menthofuran. Weiterhin enthalten die Blätter Gerbstoffe und Flavonoide.

Das Pfefferminzöl setzt sich aus verschiedenen ätherischen Ölen zusammen. Zu den wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen gehören die gleichen ätherischen Öle, die auch in den Blättern enthalten sind. Zusätzlich sind u.a. die ätherischen Öle 1,8-Cineol, Limonen, Pulegon und Pinen (α- und β-Pinen) vorhanden.

Medizinische Wirkungen

Pfefferminzblätter und Pfefferminzöl gehören in vielen Ländern der Erde zu den wichtigsten Hausmitteln gegen Magen-Darmbeschwerden und Verdauungsprobleme. Durch die nachgewiesenen krampflösenden und blähungstreibenden Wirkungen sowie durch die Anregung der Verdauungssäfte können sowohl Pfefferminzblätter als auch Pfefferminzöl zudem bei Entzündungen im Magen-Darmbereich wirksam sein. Zusätzlich wirkt das Pfefferminzöl nachweislich beim Reizmagen-Syndrom, Mundschleimhautentzündungen, Entzündungen der Atemwege und bei Schmerzen und Juckreiz.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Pfefferminzblätter bei „krampfartigen Beschwerden im Magen-Darmbereich sowie der Gallenblase und –wege, symptomatische Behandlung von Verdauungsbeschwerden, wie krampfartige Beschwerden des oberen Gastrointestinaltraktes, Blähungen, Gastritis, Enteritis“.

Bei dem Einsatz des Pfefferminzöls befürwortet die Kommission E die Anwendung „innerlich bei krampfartigen Beschwerden im oberen Gastrointestinaltrakt und der Gallenwege, Colon irritabile, Mundschleimhautentzündung; innerlich und äußerlich bei Katarrhen der oberen Luftwege; äußerlich bei Myalgien, neuralgiforme Beschwerden“.

Zusätzlich empfiehlt der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) die Anwendung von Pfefferminzöl innerlich zur „symptomatischen Behandlung von Verdauungsstörungen, symptomatische Behandlung von Husten und Erkältung“ und äußerlich zur „Linderung von Husten und Erkältung, symptomatische Linderung von Rheumabeschwerden, Juckreiz, Urtikaria und Schmerzen bei empfindlichen Hautzuständen“.

Geschrieben von Redaktion 20.02.2014
Geschrieben von Redaktion 20.02.2014
Anzeige