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Pfefferminze - Mentha piperita

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Pfefferminze - Mentha piperita

Wandlungsfähiges Heilkraut - die Pfefferminze

Als vielseitig einsetzbares Gewürz finden wir sie in Kaugummis und Zahnpasta, in allerlei Süßigkeiten sowie in Cocktails und anderen Getränken. Dabei ist natürlich nicht mehr überall Pfefferminze drin, wo Pfefferminze drauf steht, lässt sich ihr Aroma doch längst ganz einfach synthetisch reproduzieren. Dank ihrer vielfältigen Wirkungen als Heilpflanze wird zum Glück häufig an der natürlichen Minze, also an ihren frischen oder getrockneten Blättern und den darin enthaltenen wertvollen ätherischen Ölen festgehalten. Nicht nur für den klassischen Erkältungstee: Die Pfefferminze gehört auch zu den wichtigsten Heilkräutern bei Magen-Darmbeschwerden und Verdauungsstörungen.

Wobei hilft die Pfefferminze?

Pfefferminzblätter und Pfefferminzöl gehören in vielen Ländern der Erde zu den wichtigsten Hausmitteln gegen Magen-Darmbeschwerden und Verdauungsprobleme. Durch die nachgewiesenen krampflösenden und blähungstreibenden Wirkungen sowie durch die Anregung der Verdauungssäfte können die Wirkstoffe zudem bei Entzündungen im Magen-Darmbereich hilfreich sein. Zusätzlich wirkt das Pfefferminzöl nachweislich bei ReizmagenMundschleimhautentzündungenEntzündungen der Atemwege und bei Schmerzen und Juckreiz.

Bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Pfefferminzblätter bei „krampfartigen Beschwerden im Magen-Darmbereich sowie der Gallenblase und -wege, symptomatische Behandlung von Verdauungsbeschwerden, wie krampfartige Beschwerden des oberen Gastrointestinaltraktes, Blähungen, Gastritis, Enteritis“.
  • Bei dem Einsatz des Pfefferminzöls befürwortet die Kommission E die Anwendung „innerlich bei krampfartigen Beschwerden im oberen Gastrointestinaltrakt und der Gallenwege, Colon irritabile, Mundschleimhautentzündung; innerlich und äußerlich bei Katarrhen der oberen Luftwege; äußerlich bei Myalgien, neuralgiforme Beschwerden“.
  • Zusätzlich empfiehlt der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) die Anwendung von Pfefferminzöl innerlich zur „symptomatischen Behandlung von Verdauungsstörungen, symptomatische Behandlung von Husten und Erkältung“ und äußerlich zur „Linderung von Husten und Erkältung, symptomatische Linderung von Rheumabeschwerden, Juckreiz, Urtikaria und Schmerzen bei empfindlichen Hautzuständen“.

Detailliertere Infos und wirksame Hausmittel finden Sie in unseren Wirkstoffartikeln zu den Pfefferminzblättern und zum Pfefferminzöl

Wissenswertes über die Pfefferminze

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Wohltuende Dämpfe der ätherischen Öle strömen einem schon beim Öffnen einer Dose frischen Tees entgegen. Automatisch atmen wir sie tief ein – eine Wohltat für die Atemwege. Aber nicht nur wegen ihres Duftes ist die Pfefferminze so beliebt. Ihr frischer, leicht pfeffriger Geschmack macht Appetit und ist, etwa als Pfefferminztee, gut für Magen und Verdauung. Von Züchtern und Forschern wird die Pfefferminze, die auch Katzenminze, englische Minze, Mutterkraut oder Prominze genannt wird, aber vor allem wegen ihrer Wandlungsfähigkeit geschätzt. Zwar ist das Kraut in Sachen Standort, Klima und Boden anspruchsvoll, dafür lässt es sich aber sehr leicht kreuzen. Warum ist diese Eigenschaft von Bedeutung?

Hoher Anteil an ätherischen Ölen

Alle Minzenarten besitzen einen mehr oder weniger hohen Anteil an ätherischen Ölen, die für medizinische Wirkungen und Geschmack der Pflanze verantwortlich sind. Ein hoher Gehalt ätherischer Öle lässt beispielsweise eine gute Wirkung bei Magen-Darmerkrankungen erwarten. Eben wegen dieser Wirkungen wird die Pfefferminze als Heilpflanze sehr geschätzt. Sie ist ein Zufallsprodukt, die aus einer spontanen Kreuzung aus drei Minzarten entstand. 

Heute gibt es unzählige Pfefferminzarten, bei denen es sich ausnahmelos um Kreuzungen handelt, die hinsichtlich ihrer gewünschten Eigenschaften gezüchtet werden. In Rumänien beispielsweise wird unter anderem die Sorte „Columna“ gezogen. Diese Sorte bringt hohe Erträge und mittlere bis hohe Anteile an ätherischen Ölen. Die Pfefferminze „Multimentha“, die in Deutschland gezüchtet wird, bietet hingegen beides: hohe Erträge und einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen. 

Die durch Wasserdampfdestillation gewonnenen ätherischen Öle aus den Pfefferminzblättern werden als Pfefferminzöl bezeichnet. Obwohl die Pfefferminze auch in Europa angebaut wird, kommen die größten Mengen des Pfefferminzöls aus den USA und aus China. Pfefferminzöl dient nicht nur medizinischen Zwecken, sondern wird in riesigen Mengen in der Kosmetik- und Genussmittelindustrie gebraucht.

Namensgebung der Pfefferminze

Der Gattungsname der Pfefferminze „Mentha“ geht auf die griechische Nymphe „Minthe“ zurück, die sich der Sage nach in das „Minthe“ oder „Mintha“ genannte Kraut verwandelte. Der Beiname „piperita“ bedeutet im Lateinischen „gepfeffert“ und deutet auf den leicht pfeffrigen Geschmack der Pfefferminzblätter hin.

In Deutschland war die Minze schon lange bekannt. Der Name Pfefferminze setzt sich daher aus den Geschmackseigenschaften und der deutschen Bezeichnung für Minthe zusammen.

Botanisches über die Pfefferminze

Die Pfefferminze ist ein sogenannter Bastard. Sie hat sich aus verschiedenen Minzen entwickelt und ist eine mehrjährige, 50 bis 90 Zentimeter hoch wachsende Pflanze, die zur Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae) gehört. Sie stirbt im Herbst ab und treibt im Frühjahr wieder aus. Die verzweigten, vierkantigen Stängel der Pfefferminzen sind oft kahl, manchmal aber auch filzig behaart und bei manchen Herkünften rötlich verfärbt. Die Laubblätter sind gestielt, länglich-oval bis lanzettlich und können bis zu neun Zentimeter lang wachsen. Oft haben die Blätter eine violett überlaufende Nervatur und einen scharf gesägten Blattrand. Ihre Blüten sind rosa bis lila in endständigen Ähren.

Die kleinen Pfefferminzsamen sind für den Anbau wenig geeignet, weil sich aus ihnen zahlreiche Mischlingsformen entwickeln.

Die Pfefferminze ist eine sehr nährstoffbedürftige Pflanze, die Böden mit hohem Gehalt an Stickstoff, Kalium und Phosphor bevorzugt. Sie gedeiht besonders gut auf sonnigen oder halbschattigen Orten mit sandigen Lehmböden.

Im Vergleich zu ihren eng verwandten Minzsorten kommt die Pfefferminze so gut wie nie in der freien Natur vor: Sie ist eine Kulturpflanze.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe 

Die medizinischen Wirkstoffe der Pfefferminze sind ihre Blätter und die daraus gewonnenen ätherischen Öle (Pfefferminzöl). Pfefferminzöl wird durch Wasserdampfdestillation produziert. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißen Pfefferminzblätter Menthae piperitae folium und Pfefferminzöl Menthae piperitae aetheroleum. Die Qualität der beiden Wirkstoffe ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt. Hierzu gehören neben der Identitätsprüfung und Gehaltsbestimmung auch die Inhaltstoffe.

Pfefferminzblätter enthalten mindestens 1,2% ätherische Öle. Zu den wichtigsten gehören Menthol, Menthon und Menthofuran. Weiterhin enthalten die Blätter Gerbstoffe und Flavonoide.

Das Pfefferminzöl setzt sich aus verschiedenen ätherischen Ölen zusammen. Zu den wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen gehören die gleichen ätherischen Öle, die auch in den Blättern enthalten sind. Zusätzlich sind u.a. die ätherischen Öle 1,8-Cineol, Limonen, Pulegon und Pinen (α- und β-Pinen) vorhanden.

Kulturgeschichte der Pfefferminze

Minzen wurden schon vor Jahrtausenden in Asien, Europa und im Norden Afrikas als Heilpflanze verwendet. Archäologen entdeckten Reste der Pflanze als Grabbeigaben bei den Ägyptern. Aber auch in anderen Kulturen der antiken Geschichte war die Pflanze von mystischer, ritueller und medizinischer Bedeutung.

Einer griechischen Sage zufolge wurde die Nymphe Minthe von Persephone, Tochter des Zeus und der Göttin Demeter, in Minze verwandelt. Der griechische Arzt Dioskurides (1. Jahrhundert n. Chr.) nutzte die Samen der Minze, mit Wein getrunken, bei Harndrang, Blasensteinen, bei Krämpfen und gegen Schluckauf. Bei Kopfschmerzen empfahl er, die Blätter auf die Schläfen zu legen, ebenso bei Insektenstichen.

Anbauverordnung durch Karl den Großen

Bereits Karl der Große wusste die medizinischen Wirkungen der Minze zu schätzen. In einer Landgütervorordnung ließ er ihren Anbau per kaiserlicher Verordnung sogar vorschreiben.

Da im Mittelalter Klerus und Medizin eng miteinander verknüpft waren, ist es kaum verwunderlich, dass die Pfefferminze zudem in zahlreichen Klöstern eingesetzt wurde. Auch die berühmte Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) kannte die Minze gut und schrieb die damaligen Anwendungsgebiete nieder. Seinerzeit wurde das Kraut gegen Beschwerden der Atemorgane und der Verdauung sowie äußerlich als Mittel gegen Geschwüre und Krätze angewandt. Ein anderes Rezept empfiehlt die Minze gegen „Üppigkeit“ und meint damit: „Damit der Mensch Sinnenlust und fleischliches Begehren bei sich zum Erlöschen bringe…, soll dieser die Minze und Lungenwurzel mit der halben Menge Dill und anderen Kräutern in Essig einlegen und zu den Mahlzeiten essen.“

Aber auch in anderen Klöstern war die Minze von Bedeutung. Im Lorscher Arzneibuch und im dem wichtigen Werk des Zeitabschnitts, dem „Macer floridus“ von Odo Magdunensie (11. Jahrhundert) sind den verschiedenen Minzearten große Kapitel gewidmet.

Im 16. Jahrhundert gab es bereits große Minzanbaugebiete in Deutschland, Skandinavien und in England. Im 17. Jahrhundert entdeckte dann der englische Botaniker John Ray (1628 – 1705) die Pfefferminze, eine Kreuzung zwischen der rundblättrigen Minze, der Bachminze und der Grünen Minze. Sie verdrängte schnell alle anderen Minzenarten im Heilpflanzenanbau und kam im 18. Jahrhundert auch nach Deutschland. Wie auch bei anderen Heilpflanzen, etwa der Melisse, wurden in verschiedenen Ländern Asiens, Südamerikas und auch Europas (so auch in Deutschland) besondere Arten gezüchtet, die einen höheren Anteil an gesunden Inhaltstoffen enthalten als die natürlichen Arten.

Heimat und Standort der Pfefferminze

Die Pfefferminze ist heute von weltweiter Bedeutung und deshalb auch fast überall auf dem Globus zu finden, wo die Standortbedingungen ihren Anbau zulassen. Wie viele verschiedene Minzenarten weltweit existieren, kann kaum beantwortet werden. Ihre Arten lassen problemlos kreuzen, darum existieren viele verschiedene Sorten mit jeweils unterschiedlichen Inhaltsstoffgehalten und Anwendungsgebieten. Ihre Kreuzungseigenschaften machen außerdem unzählige Geschmacksrichtungen für Schokoladen, Kaugummis und Bonbons möglich.

Die medizinisch verwendete Pfefferminze (Mentha piperita) ist wahrscheinlich in England beheimatet. Von dort aus wurde sie schnell aufgrund ihres hohen Gehalts an ätherischen Ölen in andere Länder der Erde verbreitet und dort weiter gekreuzt. Deshalb wird die botanische Bezeichnung der Pfefferminze oft auch als Mentha x piperita angegeben. Das x steht für die jeweils verwendete Sorte - etwas für die in Deutschland angebaute Art „Multimentha“.

England als Ursprung der Pfefferminze

Die Geschichte der Minze reicht zurück bis ins alte Ägypten, wie wir über archäologische Grabfunde wissen. Die Frage nach dem Ursprungsland der Minze kann damit allerdings kaum beantwortet werden. Fakt ist jedoch, dass verschiedene Minzearten auch in Nordamerika und in Asien heimisch sind.

Minzen haben einen starken Ausbreitungsdrang. Sie wuchern und lassen sich leicht durch die Teilung der Wurzeln vermehren. Wegen ihrer ätherischen Öle und den medizinischen Wirkungen dürften die Minzen bei allen Völkern beliebt gewesen und als Heilpflanzen genutzt worden sein. In Europa war dies sicher der Fall. Deshalb wurden Minzen spätestens ab dem 9. Jahrhundert in Europa kultiviert. Die Kultivierung fand auch in England statt. Dort trafen zufällig drei Arten aufeinander: die rundblättrige Minze, die Bachminze und die Grüne Minze (oder Ährige Minze). Aus ihnen entstand die Pfefferminze.

Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 11.09.2014
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.
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