Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Odermennigkraut – Agrimoniae herba

Anzeige
Odermennigkraut – Agrimoniae herba

Vielseitig einsetzbar bei Durchfall und Entzündungen

Medizinischer Wirkstoff des Odermennigs ist das getrocknete Kraut der Pflanze. Es besteht aus den oberirdischen Bestandteilen (Stängel, Blätter und Blüten) des Wirkstoffes.

Der Odermennig ist eine Heilpflanze, den wir für seine entzündungshemmenden und seine Wirkungen gegen Durchfall schätzen. Er kann sowohl innerlich als auch äußerlich eingesetzt werden kann.

Innerlich angewandt wirkt Odermennigkraut nachweislich gegen leichte Durchfallerkrankungen aber auch bei Schleimhautentzündungen im Mund- und im Rachen (Zahnfleischentzündungen, Entzündungen der Mundschleimhaut, Halsschmerzen). Bei äußerlichem Gebrauch nützen Odermennigkraut zusätzlich beweisbar bei leichten Hautentzündungen.

Auf einen Blick:

Odermennigkraut

  • Wirken: zusammenziehend, gewebeverdichtend, entzündungshemmend, gegen Bakterien und Viren, juckreizlindernd, leicht betäubend auf Oberflächen
  • Kann innerlich eingesetzt werden: bei leichtem Durchfall, gegen Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut
  • Kann äußerlich eingesetzt werden: bei leichten, oberflächlichen Hautentzündungen

Inhaltsstoffe des Odermennigkrauts

Von medizinischer und pharmazeutischer Bedeutung sind vor allem die enthaltenen Gerbstoffe (4 bis 10%) des Odermennigkrauts sowie die Flavonoide (1,2%). Die Gerbstoffe besitzen zusammenziehende Eigenschaften und wirken dadurch bei innerlicher Anwendung stopfend bei Durchfall. Zusätzlich sind Gerbstoffe dazu in der Lage eine „Schutzschicht“ auf Oberflächen zu bilden, weswegen sie Bakterien hemmen, bzw. abtöten können.

Die zweite wichtige Inhaltsstoffgruppe des Odermennigkrauts bilden die entzündungshemmenden Flavononide. Sie unterstützen die Wirkung der Gerbstoffe aktiv und wirken darüber hinaus stabilisierend auf Zellhüllen.

Anwendung bei Durchfall

Anzeige

Zusammenziehend auf Oberflächen der Darmschleimhaut

Das Odermennigkraut ist mit einem Anteil von 4 bis 10% besonders reich an Gerbstoffen. Gerbstoffe haben bei innerlicher Anwendung die Eigenschaft, dass sie sich im Darm mit Eiweißen (Polypeptidketten) verbinden und dadurch eine unlösliche Verbindung eingehen. Das Ergebnis aus diesem Vorgang ist, dass sich die Oberfläche des Darms zusammenzieht und es zu einer Verdichtung der Darmschleimhaut kommt. Diese Wirkung wird im Allgemeinen als adstringierend beschrieben.

Bildlich kann man sich die Wirkung als eine Schutzfilmbildung vorstellen, durch die wiederum giftige Stoffe oder Krankheitserreger, z.B. Bakterien, nur noch sehr schwer passieren können. Sie müssen auf der Oberfläche bleiben, auf der sie sich nicht mehr vermehren können. Dadurch sterben sie ab.

Der Schutzfilm erfüllt jedoch noch einen weiteren Zweck. Er verhindert, dass dem Darm Flüssigkeit entzogen wird. Aus diesem Grund leisten Gerbstoffe einen wichtigen und regulierenden Beitrag dazu, den Darm zurück ins Gleichgewicht zu bringen.

Anwendung bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut

Heilungsfördernd bei Schleimhautentzündungen

Odermennig wirkt durch ihre enthaltenen Gerbstoffe und Flavonoide nachweislich zusammenziehend sowie antientzündlich, weil sie den Krankheitserregern ihren Nährboden entziehen.

Gerbstoffe wirken auf Oberflächen, wie Schleimhäute, zusammenziehend. Sie bilden eine Schutzschicht über der betroffenen entzündeten Stelle und erschweren vor allem den entzündungsauslösenden Bakterien einen Durchbruch durch diese Schicht. Außerhalb der entzündeten Stelle im Mund (Stomatitis) oder im Rachen können sich die Bakterien nicht vermehren, weswegen sie absterben.

Unterstützt werden die Gerbstoffe von den enthaltenen Flavonoiden im Odermennigkraut. Flavonoide wirken antientzündlich und stabilisieren außerdem die äußere Zellschicht (Membran). Dadurch kann bewirkt werden, dass sich die Entzündung einerseits nicht weiter ausbreitet und ein vorzeitiger Zelltod kann verhindert werden

Anwendung bei Hautentzündungen

Gewebeverdichtend bei entzündeter Haut

Bei kleinen, oberflächlichen Hautentzündungen (Ekzem) kann Odermennigkraut kleine Wunder bewirken. Der Wirkstoff enthält einen hohen Anteil an Gerbstoffen, deren Wirkung durch wertvolle Flavonoide zusätzlich gefördert wird. Gerbstoffe und Flavonoide wirken verdichtend auf geschädigte und entzündete Oberflächen. Wird der Wirkstoffe örtlich aufgetragen, so verändern die Gerbstoffe die Gestalt bestimmter Eiweiße (Glucoproteine).

Das führt dazu, dass sich eine Schutzschicht über der entzündeten Hautstelle bildet. Gleichzeitig dämmen die Flavonoide die Entzündungsreaktion ein und festigen die Hüllen (Zellmembran) der geschädigten Hautzellen (Epidermis). Während die Gerbstoffe nachweislich gefäßabdichtend wirken und dadurch die Vermehrung von Krankheitskeimen hemmt, stärken die Flavonoide die Gewebe. Gleichzeitig tritt ein leicht schmerzstillender und juckreizlindernder Effekt ein. An dieser Wirkung sind wahrscheinlich die enthaltenen ätherischen Öle des Odermennigkrauts beteiligt.

Odermennigkraut

Darreichungsform und Dosierung des Odermennigkrauts

Tee

Ein Odermennigkrauttee eignet sich sowohl zum Trinken bei Durchfall als auch zum Gurgeln oder Spülen bei Schleimhautentzündungen im Mund oder Rachen. Überbrühen Sie 1 gehäuften Teelöffelt (1,5 g) des Odermennigkrauts mit 1 Tasse (150 ml) heißen Wassers. Lassen Sie den Tee 5 Minuten lang ziehen und seihen Sie das Kraut anschließend durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Trinken Sie den Odermennigkrauttee bei Durchfall 3-mal täglich vor den Mahlzeiten. Bei Mund- und Rachenschleimhautentzündung spülen oder gurgeln Sie bitte 3- bis 4-mal täglich mit den kalten oder lauwarmen Tee.

Anwendung

Tränken Sie ein saubereres Baumwoll- oder Leinenhandtuch in der abgekühlten Odermennig-Zubereitung. Legen Sie auf die entzündete Körperstelle das feuchte, ausgewrungene Odermennig Tuch, über welches ein trockenes Handtuch gelegt und befestigt wird. Der Umschlag kann 3- bis 4-mal täglich eingesetzt werden und sollte etwa 15 bis 30 Minuten einwirken.

Tipp! Wenn es Ihnen an Zeit für einen Umschlag fehlt, können Sie die Zubereitung auch als Waschung, z.B. mit einem Waschlappen, anwenden.

Odermennigkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 3 bis 6 g) des Odermennigkrauts nicht bekannt.

Auch Wechselwirkungen sind nicht zu erwarten. Allerdings kann es zu einer Hemmung oder Verzögerung bei der Aufnahme von gleichzeitig eingenommenen Arzneimitteln kommen. Odermennigkraut sollte daher bei innerlicher Anwendung ½ - 1 Stunde zeitversetzt angewandt werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Odermennigkraut sind als Fertigarzneimittel derzeit nicht erhältlich.  Getrocknetes Odermennigkraut erhalten Sie in Ihrer Apotheke. Weiterhin ist der Wirkstoff in Arzneitees und in medizinischer Hautpflege verfügbar.

Odermennigkraut wirkt zusammenziehend, gefäßverdichtend und entzündungslindernd. Bei innerlicher Anwendung nützt der Wirkstoff nachweisbar bei Durchfall und Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenbereich. Äußerlich eingesetzt hingegen hilft Odermennigkraut gegen oberflächliche Hautentzündungen.

In der Volksmedizin wird das Odermennigkraut innerlich bei Gallenwegserkrankungen, Appetitlosigkeit und bei Diabetes eingesetzt. Äußerlich findet das Odermennigkraut bei schlecht heilenden Wunden und bei Unterleibserkrankungen Einsatz.

Foto: Wikimedia©H.-Zell

Quellen:
  • Augustin M, Schmiedel V: Leitfaden Naturheilkunde. 4. Auflage, Stuttgart 2003
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.11.2014
Anzeige
   Präparate mit dieser Heilpflanze:
* Hinweis
Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.