Nachtkerze – Oenothera biennis

Für schöne Haut von innen und außen
Wer an Neurodermitis erkrankt ist, leidet häufig unter einem ständigen Juckreiz. Die Nachtkerze ist eine der wenigen Pflanzen, die bei Neurodermitis eine echte pflanzliche Alternative darstellt und dabei auch noch das Immunsystem stärkt. Ein starkes, intaktes Immunsystem ist bei Neurodermitis besonders wichtig, weil Krankheiten und Infekte das Hautbild verschlechtern können.
Wissenswertes über die Nachtkerze
Als die Nachtkerze im 17. Jahrhundert aus Nordamerika „versehentlich“ nach Europa eingeschleppt wurde, ahnte noch kaum jemand, was in der Pflanze steckt. Heute ist die hochwachsende Pflanze in fast allen Teilen Europas bis nach Asien eingebürgert. Seit dieser Zeit erhielt die Nachtkerze reichlich verschiedene Namen. Zu den wichtigsten gehören: Eierblume, Gelbe Rapunzel, Gelber Nachtschatten, Härekraut und Nachtschlüsselblume.
Im 17. Jahrhundert und später diente die Nachkerze vorwiegend als Gemüsepflanze. Als Wissenschaftler im modernen Zeitalter begannen, die Pflanze näher zu untersuchen, fiel ihnen vor allem die Zusammensetzung der Fette (Fettsäuren) in den Samen der Nachtkerze auf. Kaum eine andere Pflanze enthält die wertvolle Linolsäure und γ–Linolensäure so reichhaltig wie die Nachtkerze.
Aus der Ernährungsmedizin ist bekannt, dass speziell diese Fettsäuren positive Eigenschaften auf die Blutgefäße haben können. Aus diesem Grund empfehlen viele Ernährungsexperten Nachtkerzenöl zur Vorbeugung von Arterienverkalkung (Arteriosklerose).
Betrachtet man die Wirkungen der Fettsäuren näher, erscheint dieser Anwendungsbereich durchaus überzeugend. Von medizinischer Seite fehlt jedoch noch die offizielle Anerkennung.
Botanik der Nachtkerze
Die leuchtend gelb blühende Nachtkerze kann eine Höhe von 1 bis 2 Metern erreichen. Sie gehört zu der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae) und ist zweijährig. Aus ihrer gewundenen, fleischig bis rübenartigen Wurzel triebt im ersten Jahr eine bodenständige Laubrosette aus. Der daraus entwickelnde Stängel wächst aufrecht in die Höhe, wobei er sich im oberen Bereich der Pflanze verästeln kann.
Die unteren Blätter der Nachkerze sind eiförmig bis elliptisch. Sie können gezähnt oder fast ganzrandig auftreten. Im oberen Teil der Nachtkerze kommen meist kurz gestielte Blätter vor, die überhängend, lang und spitz sein können. Zwischen den Laubblattwinkeln im oberen Teil der Pflanze entwickeln sich die duftenden, gelben Blüten der Nachtkerze mit ihren verkehrt eiförmigen Kelchblättern. Aus diesen Blüten entwickeln sich Früchte (Kapseln) in denen sich die unregelmäßigen, dunkeln, scharfen Samen befinden.
Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe der Nachtkerze
Medizinischen Einsatz von der Nachtkerze findet das Öl, das aus dem Samen der Pflanze gewonnen wird. Nachtkerzenöl wird in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Oleum oenotherae semen genannt. Die Anforderungen an die Qualität sind im Deutschen Arznei Codex (DAC) festgehalten.
Nachtkerzenöl ist reich an fetten Ölen (Fettsäuren). Der mengenmäßig häufigste Vertreter ist die Linolsäure mit 55 bis 72%, gefolgt von der γ-Linolensäure mit 6 bis 14%. Weiterhin sind Palmitinsäure, Stearinsäure, Ölsäure und Eicosensäure enthalten.
Medizinische Wirkungen
Nachtkerzenöl ist für die Behandlung von Neurodermitis in Deutschland zugelassen. Eine offizielle Bewertung der Wirksamkeit liegt bisher weder von der Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte noch von dem europäischen Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) vor. Einzig die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürwortet den therapeutischen Einsatz von Nachtkerzenöl „beim atopischem Ekzem/ Neurodermitis, diabetischer Neuropathie und Mastodynie.“