Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Myrrhenstrauch – Commiphora molmol

Anzeige
Myrrhenstrauch – Commiphora molmol

Ein Pflanze zwischen Geisterglauben, Riten und Medizin

Die Myrrhe ist das duftende Harz aus der Rinde des Myrrhenstrauchs. Heute verbinden wir die Myrrhe vor allem mit der Weihnachtsgeschichte, die von den heiligen drei Königen und ihren kostbaren Mitbringseln ans neugeborene Jesuskind erzählt. Tatsächlich vereint die Myrrhe wie nur wenige Heilpflanzen medizinische und mystische Eigenschaften. Während die moderne Naturheilkunde auf ihre Heilwirkung bei Entzündungen vertraut, machten sich auch unzählige Generationen von Priestern, Schamanen und Geisterbeschwörer den Duft der Pflanze in ihren Ritualen zunutze.

Wobei hilft Myrrhe?

Myrrhe wird, zum Beispiel als Tinktur zubereitet, bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich (Mundschleimhautentzündung, StomatitisZahnfleischentzündungHalsschmerzen) medizinisch eingesetzt. Sie hat eine gute desinfizierende Wirkung gegen Keime und Bakterien.

Offiziell bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte und der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) empfehlen die Anwendung von Myrrhenzubereitungen „bei leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.“

Wissenswertes über die Myrrhe

Anzeige

Die Karriere der Myrrhe beginnt spätestens mit dem Erscheinen der Bibel. Darin wird das Baumharz als ein Geschenk der Heiligen Drei Könige an das Jesuskind erwähnt. Bis heute wird der Rauch des Myrrhenharzes während christlichen Prozessionen verwendet. Die Myrrhe duftet angenehm sauber und soll reinigend auf Körper und Geist wirken.

Ähnliche Rituale kennen auch die Tibeter. Im praktizierten Buddhismus und der Tibetischen Medizin ist die Myrrhe (Stammpflanze: Commiphora mukul) nicht wegzudenken. Zwar wenden tibetische Ärzte das Harz auch bei Entzündungen und Infektionen an, das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem Vertreiben von boshaften „Erdgeistern“. Außerdem ist die Myrrhe ähnlich wie in der christlichen Kirche aus den Ritualen buddhistischer Priester nicht wegzudenken.

Das Gleiche gilt für die Indische Medizin und Ayurveda sowie für den Hinduismus. Auch hier findet man die Doppelverwendung der Myrrhe, die in Indien Guggul heißt, als Arzneimittel und Ritualpflanze.

Die Heimat der Myrrhe befindet sich in warmen, östlichen Mittelmeerländern, Äthiopien und im Jemen. Die wichtigste und bekannteste Myrrhen-Art trägt die botanische Bezeichnung Commiphora molmol. Das berühmte Harz kann jedoch zusätzlich von zwei verwandten Gattungen gewonnen werden. Dazu gehören Commiphora schimperi und Commiphora abyssinica. Letztere Art wächst in Somalia. Ausschlaggebend für die Verwendung als pflanzliches Arzneimittel der Myrrhe ist nicht(nur) die Myrrhe-Baumart von der das Harz gewonnen wird, sondern die inhaltsstoffliches Zusammensetzung.

Botanik der Myrrhe

Die Myrrhe ist ein bis zu 3 Meter hoch wachsender, dorniger Baum mit Sekretbehältern, die aus Gummigängen entstehen und ein gelbes, schleimiges Sekret enthalten. Der Myrrhen-Baum gehört zu der Familie Balsambaumgewächse (Burseraceae). Von seinem kräftigen Stamm zweigen zahlreiche knotige Äste und kleine Zweige ab. Der Myrrhenbaum trägt dreizählige Blätter. Am Ende der Zweige verändert sich die Blattform. Sie sind klein und an der Spitze gezahnt und verkehrt eiförmig. Die Blüten treten rispenartig auf. Sie sind gelbrot und entwickeln nach ihrer Blüte kleine, eiförmige braune Früchte.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Myrrhe

Als Myrrhe wird der Baum bezeichnet und der medizinische Wirkstoff. Genau genommen ist Myrrhe jedoch ein Gummiharz, das aus dem Stamm und den Ästen des Baums gewonnen und an der Luft getrocknet wird. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache wird Myrrhe „Myrrha“ genannt.

Die Anforderungen an die Qualität sind im Europäischen Arzneibuch festgelegt. Myrrhe ist mit einem Anteil von 2 bis 10% reich an ätherischen Ölen. Zu ihren Hauptbestandteilen gehören Sesquiterpene, Furanosesquiterpene und Monoterpene. Darüber hinaus enthält das Gummiharz wie der Name bereits sagt, Harze (25 bis 40%), Proteine und Kohlenhydrate.

Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.11.2014
Anzeige
   Präparate mit dieser Heilpflanze:
* Hinweis
Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.