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Mönchspfeffer/Keuschlamm – Vitex agnus-castus

Mönchspfeffer/Keuschlamm – Vitex agnus-castus

Sanfte Hilfe bei Menstruationsbeschwerden

Manchmal trifft es bereits Frauen in jüngeren Jahren, in aller Regel tritt es aber erst nach dem 35. Lebensjahr auf: Die Rede ist vom Prämenstruellen Syndrom – kurz PMS. Seine Symptome reichen von Unruhe, Stimmungsschwankungen, Spannungsgefühl oder Schmerzen in den Brüsten, über Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen bis Migräne, Heißhunger bis hin zu Übelkeit, Müdigkeit und Hautveränderungen.

Wogegen hilft Mönchspfeffer?

Der Wirkstoff der Pflanze sind die Mönchspfefferfrüchte, die ihre Anwendungsgebiete bei Menstruationsbeschwerden und Brustschmerzen finden. Sie sind medizinisch besonders aufgrund ihrer Wirkung auf das Hormonsystem von Interesse. Sie regulieren den für Frauen wichtigen Prolaktinspiegel (Prolaktin = Hormon zur Muttermilchfreisetzung) und können deshalb nachweislich unregelmäßigen Regelblutungen, negativen Begleiterscheinungen der Monatsblutung und bei Spannungsgefühl und Schmerzen in den Brüsten entgegenwirken.

Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Mönchspfefferfrüchte „zur Behandlung von Regeltempoanomalien, prämenstruellen Beschwerden und Mastodynie“.

Wissenswertes über Mönchspfeffer

Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), auch Keuschlamm genannt, wird schon seit der Antike zur körperlichen Reinigung eingesetzt und im Zusammenhang mit einer medizinischen Wirkung auf die Geschlechtsorgane gesehen. Seinen Namen hat die Pflanze von den Klosterbewohnern bekommen, die sie zur Unterdrückung des Geschlechtstriebs einsetzten.

Heute weiß man, dass bei an PMS leidenden Frauen ein Abfall der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron zu beobachten ist. Ferner nimmt die Konzentration eines weiteren (Glücks-)Hormons, Endorphin, ab. Die Folgen sind für viele Frauen unangenehm – sie lassen sich sogar mit Entzugserscheinungen vergleichen, wie sie bei Morphinentzug oder bei Opiumentzug auftreten: Stimmungslabilität (Depression bis Aggression), Kopfschmerzen und Wassereinlagerungen in Armen und Beinen. Genau in diesen Kreislauf vermag der Mönchspfeffer einzugreifen: Er wirkt regulierend auf den Hormonaushalt. Aus diesem Grund wird der Heilpflanze auch eine Wirkung bei unerfülltem Kinderwunsch nachgesagt.

Wegen seiner medizinischen Wirkungen ist es wenig verwunderlich, dass sich viele Mythen und Sagen um den Mönchspfeffer ranken, die allesamt mit Keuschheit, körperlicher Abstinenz und Reinheit verbunden sind. Dass es sich zudem um eine sehr alte Heilpflanze handelt, lassen auch die gebräuclichen Synonyme der Pflanze erahnen: Abrahamsstrauch, Abrahamstrauch, Keuschbaum, Keuschstrauch und Müllen.

Botanik des Mönchspfeffers

Der Mönchspfeffer ist meistens ein Strauch, seltener ein Baum, der zur Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae) gehört. Er wächst zwischen drei bis fünf Metern hoch und ist filzig behaart. Kennzeichnend für den Strauch sind seine bis zu zehn Zentimeter langen, lang gestielten, kreuzgegenständigen und handförmig geteilten Blätter, die mit fünf bis sieben lanzettlichen Fiederblättchen stehen. Jede der Fiedern ist unterseitig graufilzig behaart und oberseitig kahl. Die salbeiartig duftenden acht bis zehn Zentimeter großen Blüten sind blau bis rosafarben und an Kelch und Außenseite der zweilippigen Krone behaart. Nach der Blütezeit zwischen Juli und Oktober entwickeln sich aus diesen Blüten die drei bis vier Milimeter großen Früchte, die von rötlichschwarzer Farbe sind. Sie sind in Kapseln mit vier Samen enthalten. Diese Samen erinnern in Größe und Geschmack an schwarzen Pfeffer.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Mönchspfeffers

Zu medizinischen Zwecken werden die reifen, getrockneten Früchte des Mönchspfeffers eingesetzt. Sie heißen in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Agni casti fructus (Mönchspfeffer-/Keuschlammfrüchte). Ihre Qualität ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Mönchspfefferfrüchte enthalten einen wertvollen Mix aus Inhaltsstoffen. Zu den wichtigsten gehören Iridoide, Diterpene, Flavonoide, ätherische Öle und fettes Öl.

Geschrieben von Redaktion 24.11.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.11.2014
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