Mönchspfeffer/ Keuschlamm – Vitex agnus-castus

Sanfte Hilfe bei Menstruationsbeschwerden
Manchmal trifft es bereits jugendliche Mädchen und Frauen, meistens aber Frauen nach dem 35. Lebensjahr: Das Prämenstruelle Syndrom – kurz PMS. Unruhe, Stimmungsschwankungen, Spannungsgefühl oder Schmerzen in den Brüsten, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen bis Migräne, Heißhunger bis hin zu Übelkeit, Müdigkeit und Hautveränderungen können Zeichen für das PMS sein.
Wissenswertes über den Mönchspfeffer/ Keuschlamm
Der Mönchspfeffer, auch Keuschlamm genannt, wird seit der Antike zur körperlichen Reinigung und im Zusammenhang mit einer medizinischen Wirkung auf die Geschlechtsorgane gesehen.
Heute weiß man, dass bei Frauen, die an PMS leiden, ein Abfall der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron verantwortlich sind. Die Folge ist eine Wirkung auf ein weiteres (Glücks-) Hormon, Endorphin, das ebenfalls in seiner Konzentration abnimmt. Die Folgen sind für viele Frauen unangenehm – sie lassen sich sogar mit Entzugserscheinungen vergleichen, wie sie bei Morphinentzug oder bei Opiumentzug auftreten: Stimmungslabilität (Depression bis Aggression), Kopfschmerzen und Wassereinlagerungen in Armen und Beinen.
Genau in diesen Kreislauf vermag der Mönchspfeffer/ Keuschlamm einzugreifen. Er wirkt regulierend auf den Hormonaushalt.
Wegen seiner medizinischen Wirkungen ist es wenig verwunderlich, dass sich viele Mythen und Sagen um den Mönchspfeffer/ Keuschlamm ranken, die allesamt mit Keuschheit, körperlicher Abstinenz und Reinheit verbunden sind. Dass es sich zudem um eine sehr alte Heilpflanze handelt, lassen auch die Synonyme des Mönchspfeffers/ Keuschlamms erahnen: Abrahamsstrauch, Abrahamstrauch, Keuschbaum, Keuschstrauch und Müllen.
Botanik des Mönchspfeffers/ Keuschlamm
Der Mönchspfeffer/ Keuschlamm ist meistens ein Strauch, seltener ein Baum, der zu der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae) gehört. Er wächst zwischen 3 bis 5 Metern hoch und ist filzig behaart. Kennzeichnend für den Strauch sind seine bis zu 10 cm langen, lang gestielten, kreuzgegenständigen und handförmig geteilten Blätter, die mit 5 bis 7 lanzettlichen Fiederblättchen stehen. Jede der Fiedern ist unterseitig graufilzig behaart und oberseitig kahl. Die salbeiartig duftenden 8 bis 10 cm großen Blüten sind blau bis rosa und an Kelch und Außenseite der zweilippigen Krone behaart. Nach der Blütezeit zwischen Juli und Oktober entwickeln sich aus diesen Blüten die 3 bis 4 mm großen Früchte, die von rötlichschwarzer Farbe sind. Sie sind in Kapseln mit 4 Samen enthalten. Diese Samen erinnern in ihrer Größe und ihrem Geschmack an den schwarzen Pfeffer.
Verwendete Pflanzenteil und Inhaltstoffe des Mönchspfeffers/Keuschlamm<
Zu medizinischen Zwecken werden die reifen, getrockneten Früchte des Mönchspfeffers/ Keuschlamms eingesetzt. Sie heißen in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Agni casti fructus (Mönchspfeffer-/ Keuschlammfrüchte). Ihre Qualität ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.
Mönchspfeffer-/ Keuschlammfrüchte enthalten einen wertvollen Mix aus Inhaltstoffen. Zu den wichtigsten gehören Iridoide, Diterpene, Flavonoide, ätherische Öle und fettes Öl.
Medizinische Wirkungen
Die Mönchspfeffer-/ Keuschlammfrüchte sind medizinisch besonders wegen ihrer Wirkung auf das Hormonsystem von Interesse. Sie regulieren den für Frauen wichtigen Prolaktinspiegel (Prolaktin = Hormon zur Muttermilchfreisetzung) und können deshalb nachweislich unregelmäßigen Regelblutungen, negativen Begleiterscheinungen der Monatsblutung und bei Spannungsgefühl bzw. Schmerzen in den Brüsten entgegenwirken.
Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Mönchspfeffer-/ Keuschschlammfrüchte „zur Behandlung von Regeltempoanomalien, prämenstruellen Beschwerden und Mastodynie“.











