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Mönchspfeffer – Vitex agnus-castus

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Mönchspfeffer – Vitex agnus-castus

Sanfte Hilfe bei Menstruationsbeschwerden

Manchmal trifft es bereits Frauen in jüngeren Jahren, in aller Regel tritt es aber erst nach dem 35. Lebensjahr auf: Die Rede ist vom Prämenstruellen Syndrom – kurz PMS. Seine Symptome reichen von Unruhe, Stimmungsschwankungen, Spannungsgefühl oder Schmerzen in den Brüsten, über Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen bis Migräne, Heißhunger bis hin zu Übelkeit, Müdigkeit und Hautveränderungen. Kann die Naturheilkunde hier Abhilfe schaffen? Ein hochinteressanter Kandidat aus der Pflanzenwelt ist der Mönchspfeffer.

Wobei hilft Mönchspfeffer?

Der Wirkstoff der Pflanze sind die Mönchspfefferfrüchte, die ihre Anwendungsgebiete bei Menstruationsbeschwerden und Brustschmerzen finden. Sie sind medizinisch besonders aufgrund ihrer Wirkung auf das Hormonsystem von Interesse. Sie regulieren den für Frauen wichtigen Prolaktinspiegel (Prolaktin = Hormon zur Muttermilchfreisetzung) und können deshalb nachweislich unregelmäßigen Regelblutungen, negativen Begleiterscheinungen der Monatsblutung und bei Spannungsgefühl und Schmerzen in den Brüsten entgegenwirken.

Anerkannte medizinische Anwendung:
  • Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Mönchspfefferfrüchte „zur Behandlung von Regeltempoanomalien, prämenstruellen Beschwerden und Mastodynie“.
  • Der Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) empfiehlt Mönchspfeffer ebenfalls bei PMS einschließlich Spannungsgefühl und Schmerzen in den Brüsten, außerdem bei Menstruationsstörungen
  • Der europäische Ausschuss für Arzneimittel (HMPC) hat den Wirkstoff des Mönchspfeffers aufgrund langjähriger Erfahrung als traditionelles Arzneimittel bei prämenstruellem Syndrom anerkannt. 

Botanisches zum Mönchspfeffer

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Der Mönchspfeffer ist meistens ein Strauch, seltener ein Baum, der zur Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae) gehört. Er wächst zwischen drei bis fünf Metern hoch und ist filzig behaart. Kennzeichnend für den Strauch sind seine bis zu zehn Zentimeter langen, lang gestielten, kreuzgegenständigen und handförmig geteilten Blätter, die mit fünf bis sieben lanzettlichen Fiederblättchen stehen. Jede der Fiedern ist unterseitig graufilzig behaart und oberseitig kahl. Die salbeiartig duftenden acht bis zehn Zentimeter großen Blüten sind blau bis rosafarben und an Kelch und Außenseite der zweilippigen Krone behaart. Nach der Blütezeit zwischen Juli und Oktober entwickeln sich aus diesen Blüten die drei bis vier Milimeter großen Früchte, die von rötlichschwarzer Farbe sind. Sie sind in Kapseln mit vier Samen enthalten. Diese Samen erinnern in Größe und Geschmack an schwarzen Pfeffer.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Mönchspfeffers

Zu medizinischen Zwecken werden die reifen, getrockneten Früchte des Mönchspfeffers eingesetzt. Sie heißen in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Agni casti fructus (Mönchspfeffer-/Keuschlammfrüchte). Ihre Qualität ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Mönchspfefferfrüchte enthalten einen wertvollen Mix aus Inhaltsstoffen. Zu den wichtigsten gehören Iridoide, Diterpene, Flavonoide, ätherische Öle und fettes Öl.

Wissenswertes über Mönchspfeffer

Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), auch Keuschlamm genannt, wird schon seit der Antike zur körperlichen Reinigung eingesetzt und im Zusammenhang mit einer medizinischen Wirkung auf die Geschlechtsorgane gesehen. Seinen Namen hat die Pflanze von den Klosterbewohnern bekommen, die sie zur Unterdrückung des Geschlechtstriebs einsetzten. Heute weiß man, dass bei an PMS leidenden Frauen ein Abfall der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron zu beobachten ist. Ferner nimmt die Konzentration eines weiteren (Glücks-)Hormons, Endorphin, ab. Die Folgen sind für viele Frauen unangenehm – sie lassen sich sogar mit Entzugserscheinungen vergleichen, wie sie bei Morphinentzug oder bei Opiumentzug auftreten: Stimmungslabilität (Depression bis Aggression), Kopfschmerzen und Wassereinlagerungen in Armen und Beinen. Genau in diesen Kreislauf vermag der Mönchspfeffer einzugreifen: Er wirkt regulierend auf den Hormonaushalt. Aus diesem Grund wird der Heilpflanze auch eine Wirkung bei unerfülltem Kinderwunsch nachgesagt.

Rituelle Bedeutung in Antike und Mittelalter

Wegen seiner medizinischen Wirkungen ist es wenig verwunderlich, dass sich viele Mythen und Sagen um den Mönchspfeffer ranken, die allesamt mit Keuschheit, körperlicher Abstinenz und Reinheit verbunden sind. Dass es sich zudem um eine sehr alte Heilpflanze handelt, lassen auch die gebräuclichen Synonyme der Pflanze erahnen: Abrahamsstrauch, Abrahamstrauch, Keuschbaum, Keuschstrauch und Müllen.

Schon bei den alten Griechen besaß der Mönchspfeffer eine wichtige medizinische und rituelle Bedeutung. Wahrscheinlich wurde sogar im Tempel des griechischen Gottes der Heilkunst, Äskulap, eine Statue des Gottes aus dem Holz des Mönchspfeffers geschnitzt und angebetet. Daneben besaß der Mönchspfeffer wichtige Funktionen während weiblicher Reinigungsrituale. Diätetisch und sexuell fastende Frauen bereiteten ihr Lager auf den Zweigen des Mönchspfeffers während dieser Bräuche, säuberten und beräucherten sogar ihre Genitalien mit der Pflanze. Reinigende Lagerstätten erfüllten eine hohe Bedeutung für die Menschen in der Antike. Auch trugen Brautleute Kränze aus Mönchspfefferzweigen als Zeichen der Keuschheit auf ihren Köpfen.

In den christlichen Klöstern Europas wurde der Mönchspfeffer später von Mönchen und Nonnen gleichermaßen zur Abkühlung der Liebeslust eingesetzt. Sie tranken wässrige Auszüge aus dem Mönchspfeffer um ihren Trieb zu unterdrücken, setzten den Samen als Gewürz ein, und bereiteten sich manchmal sogar ein Schlaflager aus dem weichen Laub. Letzteres sollte zwei Funktionen erfüllen: Unterdrückung der Sinneslust und Förderung der Wundheilung.

Namensgebung der Heilpflanze

Der Name der Pflanze geht auf seine Verwendung zurück. Der botanische Name „Vitex agnus-castus“, manchmal auch nur „Agnus castus“ genannt, setzt sich aus drei Wörtern zusammen. Der Gattungsname „Vitex“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Radkranz oder Radnabe. Das Wort Vitex leitet sich wiederum aus dem griechischen Wort „vitilium“ (Flechtwerk) ab, was auf seine ursprüngliche Verwendung zur Herstellung von Flechtwerk aller Art wie Zäune hindeutet.

„Agnus castus“ hingegen ist eine wörtliche Übersetzung aus dem Lateinischen ins Deutsche. „Agnus“ bedeutet „Lamm“ und „castus“ meint „keusch“. Zusammengesetzt ergibt sich der Name Keuschlamm aus dieser Übersetzung.

Die Namensgebung „Mönchspfeffer“ ist hingegen nicht eindeutig geklärt. Da jedoch die zölibatär lebenden Mönche (und Nonnen) in ihren Klöstern, die pfeffrig schmeckenden Früchte der Pflanze zur Unterdrückung ihrer Liebeslust aßen, ist anzunehmen, dass der Name „Mönchspfeffer“ in einer Beziehung zu dieser Anwendung steht.

Traditionelle Anwendung

Der Mönchspfeffer ist eine uralte Heilpflanze, die seit Jahrtausenden medizinisch eingesetzt wird. Schon immer wurde dieser Pflanze ein Effekt auf die Sexualorgane nachgesagt. Nicht nur in der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM) ist der Mönchspfeffer seit alters her eine geschätzte Pflanze. Er wird auch in anderen Medizinsystemen – vor allem in Asien – eingesetzt, wo er ursprünglich heimisch ist.

Traditionelle Europäische Medizin (TEM)

Die Früchte des Mönchspfeffers werden seit alters her in der TEM eingesetzt. Neben den offiziell anerkannten Anwendungsgebieten werden sie auch traditionell und in der Volksmedizin gebraucht. Vor allem zur Förderung des Milchflusses bei stillenden Frauen, bei Impotenz und bei sexueller Nervenschwäche begleitet von Kopfschmerzen oder Angst (Neurasthenie) werden die Früchte eingesetzt. Auch als Appetitzügler fand Mönchspfeffer Anwendung.

Indische Medizin und Ayurveda

In der Indischen Medizin und Ayurveda werden anders als in der TEM neben den Früchten des Mönchspfeffers auch die Blätter, Zweige, Wurzeln und daraus gewonnene Öle medizinisch verwendet. Anwendung findet die Pflanze bei Schmerzzuständen wie Kopfschmerzen, Migräne, Zahn-, Hals- und Unterleibsschmerzen sowie bei Schmerzen durch rheumatische Erkrankungen wie Gelenkverschleiß (Arthritis). Aber auch bei Gliederschmerzen, Verstauchungen, Verdauungsstörungen, Hämorrhoiden bis hin zur Behandlung von Wurmbefall findet die Pflanze Einsatz. Sie soll darüber hinaus auch bei Erkältungskrankheiten wie Fieber, Husten und Bronchitis hilfreich sein, und wird zusätzlich äußerlich bei giftigen Stichen, Kopfflechte, Geschwüren und Wunden gebraucht.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Der Wirkort des Mönchspfeffers wird in der TCM dem Kopf und den Augen zugeordnet. Von dort aus wird der Pflanze einen Einfluss auf weitere Organfunktionen wie die der Leber, Lunge und Blase nachgesagt. Die medizinisch verwendeten Pflanzenteile sind die Früchte des Mönchspfeffers. Sie werden vor allem gegen Kopfschmerzen, Benommenheit und schmerzhafte Augen eingesetzt. Weitere Haupteinsatzgebiete des Mönchspfeffers in der TCM betreffen die Augen: Er wird bei übermäßigem Tränenfluss, geröteten, schmerzhaft geschwollenen Augen, Sehtrübung und bei Sehschwäche gebraucht. Aber auch bei körperlichen Beschwerden, die oft das Nervensystem betreffen, findet der Mönchspfeffer Verwendung. Er wird gegen Steifheit, Taubheitsgefühl, Krampfneigung und bei Schweregefühl in den Armen und Beinen (Extremitäten) eingesetzt.

Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.11.2014