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Melisse – Melissa officinalis

Melisse – Melissa officinalis

Eine Ruhestifterin für Geist und Körper

Die Melisse tröstet das Herz und pustet die Traurigkeit hinweg, wie man sich im Mittelalter erzählte. Tatsächlich wird sie bei uns schon seit Jahrhunderten, im Orient und in den Mittelmeerregionen sogar bereits seit 2000 Jahren als Heilpflanze gegen Herzbeschwerden, Melancholie und Frauenkrankheiten eingesetzt. Auch in der modernen Pflanzenheilkunde der heutigen Zeit spielt das duftende Kraut eine wichtige Rolle, nicht zuletzt dank ihrer sanften Wirkung gegen Stress und Unruhe.

Wogegen hilft die Melisse?

Die Melisse ist eine sehr interessante Pflanze für die Naturheilkunde – und das schon seit Jahrtausenden. Viele ihrer medizinischen Wirkungen sind heute wissenschaftlich belegt, dazu zählen vor allem Schlafstörungen, Magen-Darmprobleme und Lippenherpes (Herpes labilis).

Melissenblätter sind reich an ätherischen Ölen, die dank ihrer entspannenden Effekte die Nachtruhe erleichtern und neben den Nerven auch nervöse Mägen beruhigen können. Die Melisse lässt sich auch gut mit anderen ruhestiftenden Wirkstoffen kombinieren, zum Beispiel mit Baldrian.  

Die wertvollen Inhaltsstoffe der Pflanze sind überdies für ihre anregende Wirkung auf die Verdauung bekannt, die besonders bei Blähungen sehr effektiv sein kann. Äußerlich angewendet kann eine Salbe mit Melissenextrakt lästige Herpesbläschen bekämpfen.

Melissentee kaufen Sie am besten in der Apotheke, da Produkte aus dem Supermarkt in der Regel in der Regel eine geringe Wirkstoffkonzentration aufweisen. Arzneimittel mit Melissenextrakten sind in Form von Kapseln, Cremes oder Flüssigkeit zum Einnehmen verfügbar. Außerdem sind zahlreiche Kombipräparate mit anderen Heilpflanzen erhältlich. Auch getrocknete Melissenblätter bekommen Sie in der Apotheke.

Bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Extrakten aus Melissenblättern bei „nervös bedingten Einschlafstörungen und funktionellen Magen-Darm-Beschwerden.“
  • Zusätzlich empfiehlt der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) die Anwendung innerlich bei „Nervosität, Rastlosigkeit und Erregbarkeit sowie zur symptomatischen Behandlung von Verdauungsstörungen wie leichten Krämpfen“. Äußerlich angewendet befürwortet ESCOP die Anwendung bei „Herpes labialis“.
  • Melissenöl wird in der Aromatherapie und in der Volksmedizin unter anderem zur Entspannung und Schlafförderung eingesetzt. Die Wirksamkeit von Melissenöl wurde in der Forschung mehrfach bestätigt aber weder von der Kommission E noch von ESCOP bewertet.

Detaillierte Informationen und wirksame Hausmittel finden Sie in unseren Wirkstoffartikeln über die Melissenblätter und das Melissenöl.

Wissenswertes über die Melisse 

Die Wirksamkeit der Melisse oder Zitronenmelisse (Melissa officinalis) meisten traditionellen Anwendungsbereiche konnte zwar auch nach aufwändigen Untersuchungen nicht belegt werden, dafür ist man sich heute in der Fachwelt sicher, dass die Melisse zumindest nervöse Schlaflosigkeit vertreiben und dadurch wohl auch den Geist zur Ruhe bringen kann.

Im Mittelalter wurde die Melisse unter den Heilpflanzen tatsächlich als eine Art Allheilmittel angesehen. Ihr ätherisches Öl aus den Blättern, das zur Herstellung von Melissengeist gebraucht wird, wurde allerdings erst im 19. Jahrhundert entdeckt. Sein Anteil im Melissengeist dürfte allerdings gering sein, denn das Melissenöl ist eines der kostbarsten und teuersten ätherischen Öle überhaupt. Das liegt daran, dass der Ölgehalt in den Blättern naturgegeben gering ist. Zerreibt man die Blätter vorsichtig in der Hand, wird der zitrisch-aromatische Duft freigesetzt. Auf eben diesen Duft nach Zitronen beziehen sich auch einige Synonyme der Pflanze: Citronelle, Gartenmelisse, Zitronenkraut und Zitronenmelisse.

Botanik der Melisse

Die Melisse ist eine mehrjährige Pflanze, die zu der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae/Labiatae) gehört. Sie hat einen mehrköpfigen Wurzelstock mit zahlreichen bis zu 30 Zentimeter langen hellbraunen bis weißen Wurzeln. Die aufrechten oder hochsteigenden, vierkantigen Stängel können zwischen 60 bis 80 Zentimeter hoch wachsen.

Die eiförmigen, zum Teil leicht herzförmigen und gegenständig angeordneten Blätter der Melisse duften stark nach Zitronen. Sie sind meist grob und in regelmäßigen Abständen gesägt. Im oberen Teil der Pflanze verlieren die Blätter an Größe und sind teilweise unterseitig behaart.

Die bläulich bis weißlichen Blüten der Melisse stehen achselständig in Scheinwirteln. Ihre Blütezeit ist von Juli bis August, erfolgt aber erst ab dem zweiten Standjahr. Die Samen der Melisse sind länglich und eiförmig sowie dunkelbraun glänzend.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Melisse

Die medizinischen Wirkstoffe der Melisse als Heilpflanze sind ihre Blätter und das daraus gewonnene ätherische Öl (Melissenöl). Es wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Melissenblätter werden in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache als Melissae folium bezeichnet, Melissenöl als Melissae aetheroleum. Die Qualität der Melissenblätter wird im Europäischen Arzneibuch (PhEur) beschrieben. Anforderungen an die Qualität des Melissenöls sind im Deutschen Arzneibuch (DAB 6) festgehalten.

Die Blätter der Melisse enthalten die ätherischen Öle Citral und Citronellal. Ein Mindestgehalt an ätherischem Öl wird im PhEur nicht vorgeschrieben, aber beide ätherischen Öle müssen vor der Herstellung zu einem Arzneimittel oder dem Verkauf in Apotheken während der Identitätsprüfung nachgewiesen werden.

Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind Lamiaceengerbstoffe, darunter vor allem die Rosmarinsäure. Außerdem enthalten sie Glykoside der ätherischen Öle, Eugenol und Flavonoide.

Das ätherische Öl aus den Melissenblättern (Melissenöl) setzt sich bis zu 70 Prozent aus dem Hauptbestandteil Citral zusammen. Citral besteht wiederum aus Geranial und Neral. Die zweite wichtige Komponente im Melissenöl ist das Citronellal. Sein Anteil beträgt bis zu 20 Prozent.

 

 

Geschrieben von Redaktion 10.02.2014
Geschrieben von Redaktion 10.02.2014
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