Mariendistelfrüchte-Extrakt – Cardui mariae fructus

Mariendistelfrüchte-Extrakt – Cardui mariae fructus

Schutz für Magen, Darm und Leber

Die medizinischen Wirkstoffe der Mariendistel sind die Extrakte aus ihren Früchten. Sie besitzen vorrangig schützende Wirkungen auf die Verdauungsorgane.

Extrakte aus Mariendistelfrüchten helfen nachweislich beim Reizmagen-Syndrom. Die Symptome, die beim Reizmagen-Syndrom auftreten, werden in der medizinischen Fachsprache als dyspeptische Beschwerden bezeichnet. Sie können sich beispielsweise durch eine erhöhte Säureproduktion im Magen, durch Blähungen bis hin zu (krampfartigen) Bauchschmerzen und Schlafbeschwerden äußern.

Vor allem aber sind die Extrakte wegen ihrer bewiesenen Schutzwirkung auf die Leber bekannt. Sowohl bei Entzündungen der Leber, die dauerhaft vorliegen als auch bei schweren Lebererkrankungen im Endstadium können Extrakte aus Mariendistelfrüchten die Regeneration der Leber unterstützen und fördern, sodass sich das Wohlbefinden der Betroffenen deutlich besseren kann.

Die dritte wichtige Wirkung der Mariendistel betrifft die Schutzwirkung bei einer Knollenblätterpilzvergiftung. Der Verzehr des Knollenblätterpilzes kann für den Menschen tödlich enden. Mariendistelfrüchte können jedoch dieser hochgradig giftigen Wirkung entgegenwirken und sind daher ein Gegengift (Antidot).

Auf einen Blick:

Mariendistelfrüchte

  • Wirken: leberschützend, regenerationsfördernd auf das Lebergewebe, schützend auf die Zellwände der Leber, entzündungshemmend, schützend bei Knollenblätterpilzvergiftung
  • Können eingesetzt werden: bei Magen-Darmbeschwerden (Reizmagen-Syndrom), zur Unterstützung bei dauerhaften (chronischen)-entzündlichen Lebererkrankungen, im Endstadium chronischer Lebererkrankungen (Leberzirrhose)

Inhaltstoffe der Mariendistelfrüchte

Verantwortlich für die medizinischen Wirkungen der Mariendistelfrüchte ist vorrangig ein Inhaltstoffgemisch, das als Silymarin bezeichnet wird. Silymarin ist ein Naturstoff-Komplex, das aus insgesamt drei verschiedenen Inhaltstoffen besteht, die allesamt zur der Gruppe der Flavonoide gehören. Zu diesen Komponenten gehören das Silibinin, das sich wiederum aus Silybin A und Silybin B zusammensetzt, Silychristin und Silydianin.

Zwar enthalten Mariendistelfrüchte noch weitere wertvolle Flavonoide und fettes Öl, ihre schützenden und entgiftenden Wirkungen gehen jedoch auf das Silymarin zurück.

Anwendung bei Verdauungsbeschwerden

Schutz und Regeneration des Magens

Die Wirkungen der Extrakte aus den Mariendistelfrüchten lassen sich am besten anhand ihrer Anwendungsbereiche erklären.

Der Begriff Reizmagen-Syndrom (dyspetische Beschwerden) ist eine Sammelbezeichnung für Verdauungsbeschwerden oder Magenprobleme, die entweder immer wiederkehren oder dauerhaft vorkommen. Sie äußern sich beispielsweise durch Blähungen, (heftige) Bauchmerzen, unregelmäßigen Stuhlgang oder Unwohlsein. Halten die Beschwerden länger als 1 Monat an, spricht man vom dauerhaften (chronischen) Reizmagen-Syndrom. Alleine in Deutschland leiden etwa 5 bis 10 %, also zwischen 4 und 8 Millionen Bundesbürger, an diesen Beschwerden.

Gründe für diese Probleme können Trägheit der Verdauungsorgane sein oder ein überregtest Nervensystem. Auch persönliche Probleme können die Beschwerden fördern.

Die Extrakte aus den Mariendistelfrüchten sollen vor allem beruhigend und schützend auf den Magen-Darmtrakt wirken. Durch ihre innerliche Einnahme bessern sich vor allem (schmerzhafte) Blähungen und Völlegefühl. Auch liegen Hinweise dafür vor, dass die Extrakte aus den Früchten, die Magenschleimhaut schützen kann. Durch diese Wirkungen kommt es auch zu einer Verbesserung des Allgemeinbefindens.

Anwendung unterstützend bei Lebererkrankungen

Schutz und Regeneration der Leber

Die schützenden und regenerierenden Wirkungen der Leber geht auf das Silymarin zurück. Es sorgt dafür, dass das Eindringen von Giftstoffen in die Leberzellen vermindert oder gar verhindert wird. Außerdem hilft das Silymarin bei der Erneuerung und Neubildung von Leberzellen. Dieser Prozess erfolgt durch die Stimulation von Teilen der Erbsubstanz (RNA).

Die Leberzellen sind weiterhin von einer Schicht aus Fettzellen umgeben. Diese Schicht umschließt und stabilisiert normalerweise die Hülle (Zellmembran) der Leberzellen. Bei der Einnahme von giftigen Stoffen zu denen auch Medikamente und Alkohol gehören können, wird diese Schutzschicht der Leberzellen oft durchbrochen und die Zellen können in Folge geschädigt oder gar zerstört werden.

Diesem Prozess können die Extrakte aus den Mariendistelfrüchten entgegenwirken. Sie unterstützen die Stabilisierung der „Schutzschicht“ der Leberzellen, was das Eindringen von Giften verhindern soll. Aus diesen Gründen können die Früchte eine wirksame und unterstützende Therapie bei dauerhaften-entzündlichen Lebererkrankungen und Leberzirrhose darstellen.

Anwendung bei Knollenblätterpilzvergiftung

Gegengift

Die letzte und ebenfalls wichtige Wirkung der Mariendistelfrüchte betrifft eine seltene aber überaus gefährliche Vergiftung: Die Knollenblätterpilzvergiftung. Bei einer Vergiftung durch den Knollenblätterpilz agiert der Wirkstoff – oder besser gesagt das Silymarin - als Gegengift. In die Vene gespritzt (i.V.) verdrängt es konkurrierend mit dem Zellgift des Knollenblätterpilzes seine Gifte (Toxine) und schützt dadurch die Leber. Ohne eine Behandlung kann es bei einen Knollenblätterpilzvergiftung innerhalb von 12 bis 24 Stunden zum Zelltod der Leberzellen kommen.

Mariendistelfrüchte-Extrakt

Darreichungsform und Dosierung des Mariendistelfrüchte-Extrakts

Mariendistelfrüchte können auch als Teeaufguss zubereitet werden. Als Tee sind sie allerdings schwächer wirksam als ihre hochkonzentrierten Auszüge in Fertigarzneimitteln. Wegen ihres fettigen und faden Geschmacks können Mariendistelfrüchte gut zusammen mit Pfefferminzblättern oder Fenchelfrüchten eingesetzt werden.

Tee

Bei Verdauungsbeschwerden ist ein Teeaufguss aus Mariendistelfrüchten gut geeignet. Überbrühen Sie hierzu 1 gehäuften Teelöffel (4 g) zuvor zerstoßener Mariendistelfrüchte mit einer Tasse (150 ml) siedend heißen Wassers. Lassen Sie den Tee anschließend 10 Minuten zugedeckt ruhen und filtern Sie die Früchte anschließend durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Trinken Sie den Tee bis zu 4-mal täglich vor den Mahlzeiten, bis sich die Beschwerden bessern.

Mariendistelfrüchte-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 12 bis 15 g) der Mariendistelfrüchte nicht bekannt.

In seltenen Fällen kann es jedoch zu Durchfall durch eine leicht abführende Wirkung kommen.

Die Mariendistel gehört zu der Familie der Korbblütengewächse. Bei einer Allergie gegen diese Pflanzenfamilie muss von dem Gebrauch abgeraten werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Mariendistelfrüchte-Extrakte sind als Fertigarzneimittel in Form von Kapseln, Tabletten und als Filmtabletten erhältlich. In Kombination mit anderen Pflanzen sind die Extrakte der Mariendistelfrüchte zusätzlich in Form von Dragees, Kapseln und Tropfen erhältlich.

Extrakte aus Mariendistelfrüchten wirken aufgrund ihren nachweislich schützenden und regenerativen Wirkungen beim Reizmagen-Syndrom (Magen-Darmbeschwerden), bei dauerhaft-entzündlichen Lebererkrankungen und bei Leberkrankheiten im Endstadium (Leberzirrhose) sowie als Injektion in die Vene bei Vergiftungen durch den Knollenblätterpilz.

In der Volksmedizin werden Mariendistelfrüchte bei Gallensteinen, Geschwüren an den Beinen, Krampfadern, Kopfschmerzen, Migräne, als Malariamittel, bei Gebärmutterleiden und Milzerkrankungen eingesetzt.

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Erfahrungsberichte zu Mariendistel

Fragen zu Mariendistel

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