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Leinsamen - Lini semen

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Leinsamen - Lini semen

Gesunde Verdauung – gesunde Haut

Die reifen und getrockneten Leinsamen besitzen gesundheitsfördernde Wirkungen und sind sowohl für die Medizin als auch für Ernährung von Bedeutung. Leinsamen enthalten in ihren Schalen einen hohen Anteil an Schleimstoffen und sind reich an Ballaststoffen, die im Magen- und Darmtrakt stark aufquellen und damit die Verdauung beeinflussen können. Durch ihren hohen Ballaststoffanteil lösen sie ohne Gewöhnungseffekt eine abführende Wirkung aus und schützen dabei die Darmschleimhaut. Äußerlich eingesetzt wirken Leinsamen entzündungswidrig.

Der Leinsamen kann bei insgesamt sechs verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt werden. Er kann bei chronischer Verstopfung hilfreich sein, beim Reizdarmsyndrom und bei geschädigtem Dickdarm durch Abführmittelmissbrauch. Außerdem besitzt Leinsamen reizlindernde Effekte bei Divertikulis, Entzündungen der Magen-Darmschleimhaut und kann auch äußerlich bei lokalen Entzündungen der Haut angewendet werden. 

Auf einen Blick:

Leinsamen

  • Wirken: abführend, aktivierend auf die Darmmuskulatur, schleimhautschützend
  • Können innerlich eingesetzt werden: bei chronischer Verstopfung, bei geschädigtem Dickdarm durch Abführmittel, Reizdarm-Syndrom, bei entzündete Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulitis), bei Magen- und Darmschleimhautentzündungen (Gastritis und Enteritits), Sodbrennen
  • Können äußerlich eingesetzt werden: bei lokalen Entzündungen der Haut

Inhaltsstoffe von Leinsamen

Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe der Leinsamen sind die bis zu 25% enthalten Ballaststoffe mit Schleimstoffen. Ballaststoffe sind komplexe Zuckerverbindungen (Kohlenhydratverbindungen), die dem Körper keine Energie liefern, weil sie nicht bzw. nicht nennenswert in den Körper aufgenommen (resorbiert) werden können, aber viele positive Wirkungen auf den Organismus entfalten. Daneben enthalten Leinsamen wertvolle ungesättigte Omega-3-Fettsäuren und Proteine sowie Mineralien wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Jod und Fluorid und Vitamine. 

Die Ballaststoffe der Leinsamen können ihr Volumen um das drei- bis sechsfache verdoppeln. Sie füllen den Magen- und Darminhalt auf und geben gleichzeitig ihren Schleim frei, der einen schützenden Effekt auf Oberflächen im Verdauungstrakt ausübt. Daher wirken die Ballaststoffe und Schleimstoffe der Leinsamen einerseits stark verdauungsfördernd bis abführend, gleichzeitig auch regulierend auf die Verdauung sowie schützend auf die Haut und Schleimhaut.

Wirkung bei chronischer Verstopfung

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Regulierend auf den Darm

Bewegungsmangel, ballaststoffarme Ernährung oder unzureichende Flüssigkeitszufuhr können zu Verstopfung und langfristig auch zu dauerhafter (chronischer) Verstopfung führen. Dies ist der Fall, weil der Darm ein „Gedächtnis“ besitzt. Hat sich das Organ erst einmal daran gewöhnt träge zu sein, ist es oftmals nicht leicht diesen „Motor“ wieder in Schwung zu bringen.

Leinsamen wirken anders als andere Abführmittel sehr mild und weniger schnell. Bis eine spürbare Wirkung eintritt, können 2 Tage oder länger vergehen, weil ihre Wirkungen ausschließlich unterstützend auf die körpereigenen Vorgänge ausgerichtet sind – also regulierend wirken.

Leinsamen – ganz und mit Schale verzehrt – enthalten pro 100 g einen Ballaststoffanteil von 38,6 g, was den gesamten Tagesbedarf eines Erwachsenen an Ballaststoffen deckt! Nicht zu vergessen sind allerdings die Protein- und Fettanteile der Leinsamen, sodass 100 g des Wirkstoffes 396 kcal liefern würden. Im Rahmen einer Therapie bei chronischer Verstopfung würden allerdings nur etwa 30 g Leinsamen/ Tag verzehrt werden.

Durch das Quellvermögen der Leinsamen wird der Darm gedehnt. Dieser Prozess führt dazu, dass sich die träge Muskulatur (re-) aktiviert und die Eigenbewegungen des Darms angeregt werden. Diese Eigenbewegung geht in nur eine Richtung – zum Dickdarm und weiter zum Enddarm.

Leinsamen können daher sowohl dauerhaft als auch vorübergehend eingesetzt werden, bis die chronische Verstopfung behoben ist.

Bei allen positiven Eigenschaften der Leinsamen ist es sehr wichtig zu beachten, dass der Wirkstoff stets mit einer hohen Wasserzufuhr konsumiert werden muss. Das Verhältnis Leinsamen zu Wasser sollte 1:10 betragen. Ansonsten kann die Verstopfung verstärkt werden.

Wirkung beim Reizdarmsyndrom

Regulierend bei abwechselnder Verstopfung und Durchfall

Bei einem Reizdarmsyndrom wechseln sich Verstopfung und Durchfall häufig ab. Oftmals liegen psychologische Ursachen diesem Syndrom zugrunde. Dennoch können Leinsamen einen wertvollen Beitrag zur Regulierung der Verdauung beitragen.

Da sie einerseits wie oben beschrieben in Kombination mit reichlicher Wasserzufuhr abführend wirken können, ist jedoch auch eine Wirkung gegen Durchfall plausibel. Dieser Effekt beruht ebenfalls auf dem Quellvermögen der Leinsamen.

Erfolgt die Nahrungspassage bei einem gereizten Darm zu schnell, äußert sich dies häufig durch Durchfall. Leinsamen können jedoch auch Wasser binden, welches mit der Nahrung aufgenommen wird. Sie quellen dann in diesem Wasser auf, was zur Folge hat, dass die Nahrungspassage verkürzt werden kann. Langfristig stellt sich so eine Regulation der Verdauung ein.

Wirkung bei Dickdarmschäden durch Abführmittelmissbrauch

Heilungsfördernd bei geschädigtem „Darmgedächtnis“

Nicht nur schulmedizinische Abführmittel, sondern auch manche pflanzliche (z.B. Aloe, Senna und Faulbaum) können bei langzeitiger Anwendung einen Gewöhnungseffekt auf den Dickdarm auslösen. Bereits nach mehrwöchiger Anwendung der Abführmittel kann es zu einer Einschränkung der natürlichen Darmbewegungen kommen. Außerdem gehen wichtige Mineralstoffe verloren und die Schleimhaut kann geschädigt werden. Leinsamen stimulieren die Muskulatur des Dickdarms durch ihr Quellvermögen. Durch die Dehnung des Darms wird das sogenannte „Darmgedächtnis“ (Auerbachscher Plexus) angesprochen. Die verminderte Tätigkeit des Organs wird so langsam reaktiviert und die Einnahme von Abführmitteln wird langfristig überflüssig. Dieser Prozess kann mehrere Wochen oder gar Monate dauern, ist im Gegenzug jedoch nachhaltig.

Auch Schmerzen beim Toilettengang können vermindert werden. Im Darm werden Schleimstoffe abgegeben, die die Schleimhaut des Organs schützen, den Stuhl aufweichen und dadurch besser gleitfähig machen. Zusätzlich versorgt der Leinsamen den Körper mit wichtigen Mineralstoffen, was dem physiologischen Gleichgewicht nach einem Abführmittelmissbrauch zugutekommt.

Wirkung bei Divertikulitis

Verbessernd auf die Gleitfähigkeit des Darminhaltes

Bei kleinen schmerzhaften Ausstülpungen der Darmwand wird im Allgemeinen von Divertikulose gesprochen. Eine Divertikulitis hingegen ist eine Entzündung der Divertikelwand, die mit Schmerzen und Fieber einhergehen kann. Leinsamen haben einen reizlindernden Effekt auf diese entzündeten Divertikel, weil ihre Schleimstoffe die entzündete Stelle regelrecht einhüllen und dadurch die Heilung beschleunigen. Daher verbessert sich in erster Linie die Gleitfähigkeit des Darminhaltes. Was jedoch für die Symptomatik der Divertikulitis entscheidend ist, ist der nachlassende Bauchschmerz, der von den entzündeten Divertikeln ausgelöst wird.

Dieser Effekt beruht neben der Schutzwirkung der Schleimstoffe auch auf den Eigenschaften der enthaltenen Ballaststoffe. Es wird angenommen, dass eine Divertikulose durch einen geringen Ballaststoffverzehr ausgelöst wird, sodass sich an „Schwachstellen“ der Dickdarmwand Ausstülpungen, also Divertikel, bilden können. Alleine durch den regelmäßigen Verzehr der ballaststoffreichen Leinsamen (ca. 30 g/Tag) können die Beschwerden nachlassen und die Divertikel können sich zurückbilden. Eine Verbesserung der Symptome ist bei regelmäßigem Verzehr nach zwei bis vier Wochen zu erwarten. 

Wirkung bei Magen- und Darmschleimhautentzündung

Einhüllung der Haut bei Entzündungen

Bei einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder Darmschleimhautentzündung (Enteritis) ist die innerste Schicht dieser Organe, die schützende Schleimhaut, betroffen. Verdauungsbeschwerden und Schmerzen im Oberbauch sind häufige Folgen. Bei der Einnahme der Leinsamen kommen bei diesen Entzündungen die enthaltenen Schleimstoffe zum Einsatz. Um ihre Wirkung innerlich richtig entfalten zu können, müssen die Leinsamen vorher in Wasser quellen. Die jetzt frei gewordenen Schleimstoffe legen sich anschließend schützend über die entzündeten Stellen im Magen und im Darm. Dadurch können Krankheitserreger schlechter zum Ort der Entzündung vordringen. Die entzündeten Stellen heilen ab.

Gerade bei schmerzhaften Magen-Darmschleimhautentzündungen wird eine ballaststoffreiche Kost nicht sehr gut vertragen. Anders verhält es sich bei den Leinsamen. Dadurch, dass die Leinsamen vorher eingeweicht werden und ihre schützenden Quellstoffe freigeben, werden die Ballaststoffe der Leinsamen i.d.R. gut vertragen und tragen somit auch zur Verdauungsregulierung bei.

Wirkung bei lokalen Entzündungen der Haut

Entzündungsmindert bei äußerlichen Hautveränderungen

Der Wirkmechanismus der Leinsamen bei lokalen Entzündungen der Haut bei äußerer Anwendung ist mit dem Effekt bei Magen-Darmschleimhautentzündungen vergleichbar. Die wirksamen Komponenten der Leinsamen sind zur Behandlung von Hautveränderungen die Schleimstoffe. Sie werden in speziellen Schleimzellen der Samenschale des Leinsamens gespeichert und quellen bei Wasserkontakt stark auf. Äußerlich angewendet legen sie sich schützend über die entzündete Körperstelle und wirken dadurch reizlindernd und entzündungshemmend.

Leinsamen

Anwendung von Leinsamen: Hausmittel und Präparate

Leinsamen pur – Verzehrempfehlung bei Verstopfung

Bei allen Erkrankungen des Darms, die sich dauerhaft oder zeitweise durch Verstopfung äußern, ist die Einnahme der ganzen unverarbeiteten Leinsamen zusammen mit Wasser ein wirkungsvolles Therapeutikum. Theoretisch ist auch eine Einnahme der Samen mit Milch möglich. Milch kann das Quellvermögen der Leinsamen jedoch vermindern.

Dosierung

Verzehren Sie bis zu 3-mal täglich 1 bis 2 Esslöffel (5 bis 10 g) der Leinsamen mit mindestens 150 ml Wasser pro Einnahme, damit die Leinsamen ungehindert in den Darm gelangen und nicht in der Speiseröhre verbleiben!

Leinsamen-Breiumschlag

Bei schmerzhaft entzündeten Hautstellen ist ein Breiumschlag (Kataplasma) ein hilfreiches Hausmittel. Geben Sie hierzu 30 bis 50 g der zerquetschten Leinsamen in ca. 250 ml Wasser und erwärmen Sie die Mischung bis sich ein dicker schleimiger Brei gebildet hat.

Dosierung

Dosierung: Der warme Brei wird etwa fingerdick auf die erkrankte Körperstelle aufgelegt und mit einem Baumwoll- oder Leinenhandtuch bedeckt. Wechseln Sie den Breiumschlag mehrmals täglich.

Leinsamen

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis ca. 45 g) des Leinsamens nicht bekannt.

Auch Nebenwirkungen sind bei korrekter Einnahme mit reichlich Wasser nicht zu erwarten. Nicht angewendet werden dürfen Leinsamen bei Darmverschluss, verengter Speiseröhre und akut entzündlichen Magen-Darmerkrankungen.

Berücksichtigen Sie bitte zudem, dass die Wirkung anderer Arzneimittel beeinträchtigt werden kann.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Leinsamen sind als ganzer Samen oder geschrotet erhältlich. In Fertigarzneimitteln werden Leinsamen derzeit nicht eingesetzt.

Leinsamen wirken mild abführend, regulierend auf den Darm und schützend auf die Haut. Einsetzt werden sie daher bei chronischer Verstopfung, Dickdarmschäden durch Abführmittelgebrauch und beim Reizdam-Syndrom. Außerdem nützen Leinsamen bei kleinen entzündlichen Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulitis), Magen- und Darmschleimhautentzündungen sowie äußerlich bei entzündeter Haut.

In der Volksmedizin werden Leinsamen innerlich bei Blasenentzündungen, Lungenbeschwerden und bei Schmerzen eingesetzt. Äußerlich wird der Wirkstoff zur Entfernung von Fremdkörpern in den Augen verwendet.

Quellen:
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
  • Heseker B, Heseker H: Nährstoffe in Lebensmitteln. 3. Auflage, Sulzbach im Taunus 2007
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 23.02.2016

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