Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Lavendel Ernte und Verarbeitung

Lavendel Ernte und Verarbeitung

Der Lavendel (Lavandula angustifolia) wird hauptsächlich mit positiven Eigenschaften verbunden. Beim Gedanken an den Duft der Lavendelblüten werden oft die Sinne angeregt. Er ist eine Wohltat für Körper und Geist – und dass ohne Nebenwirkungen. Dabei ist die Heilpflanze in vielerlei Hinsicht von Bedeutung.

Lavendelöl wird in recht großen Mengen von der Parfüm- und Kosmetikindustrie benötigt. Der Kräuterhandel braucht die getrockneten Lavendelblüten, die auch in der Phytotherapie als beruhigende oder blähungstreibende Arzneimittel oder als Gewürze für Kräuter der Provence-Mischungen Einsatz finden. Der Anbau der Pflanze findet heute auf weitläufigen Flächen statt, vor allem in der französischen Provence findet man riesige Lavendelfelder. Der Geschmack von Lavendelblüten ist bitter, herb, etwas rosmarienartig.

Der Lippenblütler wird auch zur Herstellung von Duftsäckchen, Kräuterkissen und als Mottenschutzmittel verwendet. Auch als Zierpflanze ist der Lavendel von Bedeutung und ist eine gute Bienenweide.

Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass die Pflanze im großen Stil angebaut und abgeerntet wird.

Über die Lavendelernte

Die Ernte der Lavendelblüten erfolgt erst ab dem zweiten Jahr. Geerntet werden nicht die ganzen Pflanzen, sondern nur die blühenden Zweigspitzen. Dies geschieht mit speziellen Erntemaschinen oder von Hand.

Der verholzte Teil sollte nicht beschädigt werden und auch ein Rest vom krautigen Teil sollte erhalten bleiben. Erntegut, das für die Destillation zur Herstellung von Lavendelöl bestimmt ist, sollte voll aufgeblüht und frei von Blättern sein, weil diese sonst dem ätherischen Öl ein herbes Aroma verleihen. Wird für den Trockenblumenmarkt produziert, so erfolgt die Ernte vor der Vollblüte.

Direkt nach der Ernte erfolgt die Trocknung bei 40 bis 45°C. Nach dem Trocknen ist ein Dreschen und Sieben nötig, um handelsfähige Blüten zu erhalten. Bei einem kommerziellen Anbau kann der Ertrag an diesen Blüten je nach Art 400 bis 1.000 kg/ha betragen.

Die Erträge steigen bis etwa zum sechsten Standjahr an, und gehen dann zurück.

Verarbeitung des Lavendels

Weltweit existieren unzählige Produkte, die Extrakte aus Lavendelblüten oder Lavendelöl enthalten.

Für die Herstellung von pflanzlichen Arzneimitteln für höchste Qualitätsansprüche gelten, gibt es in Deutschland und in Europa jedoch andere Vorschriften als beispielsweise für die Kosmetikindustrie. Für eine Arzneimittelherstellung sind die Regelungen nach dem Europäischen Arzneibuch (PhEur) einzuhalten.

Hierzu gehört im ersten Schritt eine Identitätsprüfung, um Verunreinigungen oder falsche Ware ausschließen zu können. Geprüft wird, ob die erforderlichen ätherischen Öle Linalool und Linalylacetat enthalten sind, sowie acht weitere Bestandteile. Diese Prüfung wird heute zumeist durch chromatographische Methoden wie die Dünnschichtchromatographie (DC) durchgeführt. Die DC ist ein physikalisch-chemisches Trennverfahren mit dem die Zusammensetzung von untersuchten Proben ermittelt werden kann. Mit Vergleichsstoffen kann eine Substanz auf Reinheit oder auf Identität überprüft werden. Die Ergebnisse werden durch Farbgebung sichtbar.

Der Gehalt an ätherischen Ölen in Lavendelblüten muss mindestens 1,5% betragen, um zum Arzneimittel weiterverarbeitet werden zu können. Diese Gehaltsbestimmung erfolgt wiederum durch die DC Untersuchungsmethode. Durch den Abgleich mit Vergleichssubstanzen kann der Gehalt der jeweiligen Inhaltstoffe bestimmt werden.

Erst danach können die Extrakte oder das Lavendelöl zu einem Fertigarzneimittel wie medizinischer Badezusatz, Nasenspray, Gel oder Creme weiterverarbeitet werden.

Quellen:
  • Heilpflanzenwelt.de: Lavandulae flos (Lavendelblüten). http://buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/lavandulae-flos-lavendelblueten.htm, Zugriff am 13.09.2011
  • Brown D: Die neue Kräuter-Enzyklopädie. Starnberg 2005
  • Kubelka W, Länger R: Phytokodex – Pflanzliche Arzneispezialitäten in Österreich. Gabliz 2001
  • Hänsel R, Sticher O: Pharmakognosie – Phytopharmazie. Heidelberg 2007
  • Zander R: Handbuch der Pflanzennamen. Stuttgart 1994
Geschrieben von Redaktion 27.02.2014
Geschrieben von Redaktion 27.02.2014
Anzeige