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Lavendel Anbau

Lavendel Anbau

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) ist eine sonnenliebende Pflanze, die auf fast allen Böden wächst, aber kalkhaltige, leichte und durchlässige Standorte bevorzugt. Zu feuchte Orte verträgt sie nicht. Auch über den Standort hinaus gibt es beim Lavendelanbau einiges zu beachten. 

Lavendel sollte regemäßig gehackt werden, allerdings nicht zu tief, um die seichten Wurzeln nicht zu verletzen.

Die Pflanzen sollten vor der Blüte (wenn sie medizinisch eingesetzt werden sollen) im ersten Jahr zurückgeschnitten werden, um eine starke Verzweigung anzuregen. Auch im Frühjahr des zweiten Jahres wird nochmal vor dem Austreiben zurückgeschnitten.

Lavendel kann durch mehrere Methoden vermehrt werden. Zu ihnen gehören die Stecklingsvermehrung, die Aussaat und das Absenken. Leider wird die Pflanze nicht selten von Krankheiten und Schädlingen befallen.

Stecklingsvermehrung des Lavendels

Oft tragen die je nach Art völlig frostharten bis frostempfindlichen immergrünen Lavendelsträucher nach den ersten ein bis zwei Jahren so viele Blüten, dass kaum geeignetes Stecklingsmaterial vorhanden ist.

Im Früh- oder Hochsommer können daher am besten von Jungpflanzen sechs bis acht Zentimeter lange weiche oder halbreife Stecklinge entnommen werden. Man beschneidet sie unterhalb eines Knotens und streift das Laub wird über eine Länge von drei Zentimetern ab.

Üblicherweise werden die Stecklinge in ein „Bewurzelungshormon“ eingetaucht und anschließend in ein durchlässiges Substrat gesetzt. Zunächst werden die Stecklinge in Innenräumen gezogen.

Im Frühsommer geschnittene Stecklinge entwickeln sich gut unter hoher Luftfeuchtigkeit. Eine ausreichende Durchlüftung des Aufbewahrungsortes sollte dabei gewährleistet sein, auch regelmäßiges Spritzen mit einem Mittel gegen Pilzbefall (Fungizid) wird empfohlen. Die Bewurzelung erfolgt meistens nach vier bis acht Wochen.

Um einen vorzeitigen Austrieb zu verhindern, sollten die Stecklinge zunächst frostfrei gehalten werden. Diese Maßnahme dient auch dazu, Fäule und Blattlausbefall vorzubeugen.

Aussaat des Lavendels

Die Samen getrockneter Fruchtstände können nach einer vierwöchigen Kältebehandlung ausgesät werden.

Hierzu wird Aussaaterde in eine Saatschale gefüllt. Man drückt sie sanft an, gießt die Erde und lässt sie leicht abtropfen. Dann streut man die Samen gleichmäßig aus. Die Samen werden jetzt mit einer dünnen Erdschicht, dann mit einer dünnen Lage Feinkies bedeckt. Die Schale wird beschriftet und an einem kalten Ort aufbewahrt.

Sobald die Sämlinge robust genug sind, können sie vorsichtig mit einem kleinen Pikierstab ausgehoben werden. Anfassen sollte man die Sämlinge nur an ihren Blättern. Sie werden nun in einen beschrifteten Topf mit einem Durchmesser von sechs bis neun Zentimetern einzeln eingesetzt, angedrückt und gegossen.

Erst wenn die Pflanzen ein kräftiges Wurzelwerk entwickelt haben, können sie ins Freiland ausgesetzt werden.

Absenken des Lavendels

Ältere, hochbeinige Pflanzen mit nur wenigen neuen Trieben können abgesenkt werden. Sie werden nicht von der Mutterpflanze abgetrennt, sondern lediglich „versetzt“ (abgesenkt).

Hierzu ist ein junger, gesunder, niedrig wachsender Trieb an der Mutterpflanze auszuwählen. Etwa zehn Zentimeter unter der Triebspitze auf einer Länge von 50 Zentimetern werden alle Blätter entfernt. Die Stelle, an dem der Absenker eingewurzelt werden soll, wird markiert. Nun erfolgt das Graben eines Loches von zehn bis 15 Zentimetern Tiefe, welches sich zur Mutterpflanze hin als immer flacher werdende Furche fortsetzt. Nun wird der entblätterte Trieb in die Furche gelegt. Dort, wo er sich nach oben biegt, wird unterseits die Rinde abgekratzt und der Trieb mit einem gebogenen Draht im Boden befestigt. Anschließend wird das Loch mit Erde aufgefüllt, gut angedrückt, der Trieb etikettiert und gegossen. Der Boden ist an der Stelle des Absenkers feucht zu halten und der Stängel sollte nach drei bis vier Wochen an der Biegung bewurzelt sein.

Krankheiten und Schädlinge des Lavendels

Neben der Blattfleckenkrankheit (Septoria lavandulae) ist vor allem ein Stängelparasit (Phoma lavandulae) zu nennen, der junge Triebe zum Absterben bringen kann, aber auch Welkeerscheinungen an den Blüten hervorruft.

An tierischen Schädlingen können Blindwanzen, Zikaden, die Lavendelmotte (Sophronia bumerella) und die die Larve von Thomasiniana lavandulae schädigend auftreten.

Für ein Verkümmern der Pflanzen können mehrere Faktoren ausschlaggebend sein. Zum einen verträgt die Pflanze weder sehr nasse Standorte noch andauernde Trockenheit. Aber auch zu dichte Pflanzungen und zu tiefes Hacken können die Pflanze schädigen, bis sie schließlich abstirbt.

Geschrieben von Redaktion 27.02.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 27.02.2014
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