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Lavendel – Lavandula angustifolia

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Lavendel – Lavandula angustifolia

Der Duft von Ruhe

Der Echte Lavendel ist eine klassische europäische Heilpflanze. Auch heute noch taucht der hübsche Lippenblütler weite Teile der französischen Provence in ein leuchtend violettes Blütenmeer. Und diese Blüten haben es in sich. Während sich die mediterrane Kulinarik gern der aromatischen Blätter und Triebe des Lavendels bedient, wissen gerade Parfümerie und Heilkunde seit jeher die ätherischen Öle seiner intensiv duftenden Blüten zu schätzen. Mittlerweile gibt es auch ein offizielles Arzneimittel auf Basis von Lavendelöl, aber zahlreiche Hausmittel haben sich in der Erfahrungsmedizin schon lange als wirksam bei innerer Unruhe, Schlafproblemen und Magen-Darmbeschwerden bewährt. Schließlich wurde der Lavendel anno 2008 noch zur Heilpflanze des Jahres gekrönt.  

So wirkt Lavendel auf die Gesundheit

Lavendelblüten und Lavendelöl und besitzen durch ihre Inhaltsstoffe eine sehr ähnliche Wirkung. Innerlich angewendet helfen sie nachweislich gegen Unruhe und nervöse Erschöpfung, Einschlafstörungen aber auch gegen BauchschmerzenBlähungen oder nervös bedingte Magen-Darmbeschwerden. Wird Lavendel äußerlich eingesetzt, zum Beispiel als Badezusatz, hilft es gegen Kreislaufbeschwerden, die auch mit Bluthochdruck verbunden sein können.

Bestätigte Wirkungen:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Lavendelblüten-Extrakte und Lavendelöl innerlich bei „Unruhezuständen, Einschlafstörungen, nervösem Reizmagen, Roemheld-Syndrom, Meteorismus und nervösen Darmbeschwerden.“ Äußerlich werden die Extrakte von der Kommission E zur Therapie von „funktionellen Kreislaufstörungen“ befürwortet.

Wissenswertes über den Lavendel

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Die Heimat des Lavendels (Lavandula angustifolia) ist Frankreich. Vor allem im Süden des Landes, in der Provence, wachsen die hübschen wohlduftenden Pflanzen auf Feldern bis zum Horizont. Deshalb deuten noch heute einige Ortsnamen dieser Region auf die Heilpflanze hin. Ein kleiner Ort zwischen Toulon und Saint-Tropez etwa trägt den Namen „Lavandou“ (Lavendel). Die davor liegende Inselgruppe, die Soechades, die heute „Hyèrische Inseln“ heißen, erhielten ihren Namen nach der Art Lavandula stoechas (Schopflavendel).

Lavendel gehört zu den ganz alten Heilpflanzen und wurde als duftender Badezusatz bereits vor über 5.000 Jahren eingesetzt. Medizinisch fand er allerdings erst später Anwendung, nachdem man erkannte, dass der betörende Duft der Blüten eine beruhigende, einschläfernde Wirkung besitzt. Aus diesem Grund werden in Frankreich auch heute noch gebundene Lavendelsträußchen oder kleine Duftsäckchen aufgehängt, um unruhige Säuglinge und Kleinkinder zu besänftigen. Heute vermutet man, dass der flüchtige Duft des ätherischen Öls Linalylacetat für die beruhigende Wirkung des Lavendels verantwortlich ist.

Schon die Frauen in der Antike badeten in mit Lavendelwirkstoffen versetztem Wasser, um den Geist zu beruhigen und wegen des blumigen Duftes, der nach dem Bad auf der Haut verblieb. Die mitteleuropäischen Damen verlangten ebenfalls nach Lavendelbädern und Lavendelwasser, weil, wie es hieß, „l'eau de lavande" selbst harte Männer weich machte. Aus diesem Grund gab es in Wien bis ins 20. Jahrhundert die sogenannten „Lavendelweiber“, die ihre Lavendelsträuße anboten.

Heute ist die Pflanze in fast ganz Südeuropa zu finden. "Lavendel" ist dabei sicher ihr gebräuchlichster Name. Manchmal wird sie aber auch Echter Lavendel, Kleiner Speik, Lavander, Narden oder Großer Lavendel genannt. Lavandula angustifolia lautet der botanische Name der wohlriechenden Pflanze. Die Bezeichnung „Lavandula“ geht auf die früher verbreitete Anwendung der Extrakte als Zusatz zum Badewasser zurück. „lavere“ ist lateinisch und bedeutet „waschen“. Der Beiname (Spezies) der Pflanze leitet sich von der Blattform der Pflanze ab. „Angustifolia“ meint in der lateinischen Sprache „schmalblättrig“.

Als Aphrodiasiakum ist Lavendel allerdings eher nicht zu gebrauchen. Schon früh wurde seine beruhigende Wirkung auf das Liebesleben erkannt. Auch deshalb wird der Lavendel in einem 1485 in Mainz erschienenen Kräuterbuch, dem „Gart der Gesundheit“, der Gottesmutter zugeordnet und wegen der Eigenschaft gelobt, „unkeusche Gelüste“ zu vertreiben. Aber auch zum Vertreiben von Liebeskummer wurde die wohlriechende Pflanze eingesetzt. So wurde dem Lavendel die Fähigkeit nachgesagt, Hexen und Teufel vertreiben zu können.

Lavendelöl wurde damals bereits aus den Blüten gewonnen und kam medizinisch bei Migräne, nervösen Störungen, Rheuma und vor allem natürlich bei der Seifen- und Parfümherstellung zum Einsatz. In den deutschen Klöstern, verwendeten Heilkundige Auszüge aus Lavendelblüten vor allem bei Brust- und Lungenleiden sowie als Mittel gegen Läuse.

Botanik des Lavendels

Die größte Heilwirkung unter den Lavendelarten besitzt der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia). Er ist ein Halbstrauch, der eine Höhe von 60 bis 80 Zentimetern erreicht und zur Familie der Lippenblütler (Lamicaceae; Labiatae) gehört. Die botanischen Namensbezeichnungen der Pflanze variieren manchmal, meinen aber stets die gleiche Pflanze. Neben Lavandula angustifolia sind auch die Bezeichnungen Lavandula officinalis und Lavandula vera gängig.

Der Lavendel bildet eine tiefgehende Pfahlwurzel und aufrechte vierkantige Stängel, die unten braun verholzt und oben stark beblättert sind. Die Blätter sind schmal lanzettlich, die jüngeren grau-grün behaart. An den zirka 20 Zentimeter langen Stängeln sitzen die violettblauen, aber auch rosa-, weiß- oder lilafarbigen Blütenwirtel. Die Vollblüte der Pflanze dauert nur sechs bis zehn Tage. Nach der Blüte entwickeln sich länglich ovale dunkelbraun glänzende Nüsschen (Samen). Sie behalten ihre Keimfähigkeit drei bis vier Jahre, keimen aber sehr langsam.

Obwohl die Pflanze auf fast allen Böden gedeiht, bevorzugt sie kalkhaltige, humose, nährstoffreiche und durchlässige Böden. Der Boden pH-Wert sollte zwischen 5,5 bis 7 liegen. Nasse Standorte oder Standorte mit einem hohen Grundwasserspiegel sind ungeeignet.

Lavendel ist in der Regel frostunempfindlich. In der Vegetationsruhe werden Fröste bis -15°C oder sogar -20°C toleriert. Gefährlicher sind für die Heilpflanze Spätfröste, die nach dem Austreiben im Frühjahr auftreten.

Lavendel erfüllt auch ökologische Zwecke – vor allem durch seine Eigenschaft für Bienen als Nahrungsquelle zu dienen und zum Bestäuben von anderen Pflanzen. Bienen sind zwar nicht die einzigen Insekten, die Pflanzen bestäuben, aber sie können auf riesigen Flächen aktiv sein.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Lavendels

Die medizinisch verwendeten Wirkstoffe der Heilpflanze sind die bestehenden oder kurz vor der Entfaltung stehenden Lavendelblüten und das aus den Lavendelblüten durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl. Lavendelblüten werden in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache „Lavandulae flos“ bezeichnet, Lavendelöl „Lavandulae aetheroleum“. Die Qualität beider Wirkstoffe ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Lavendelblüten sind besonders reich an ätherischen Ölen. Zu ihren Hauptkomponenten gehören Linalool und Linalylacetat. Diese sind ebenfalls die Hauptinhaltsstoffe des Lavendelöls. Desweiteren enthalten Lavendelblüten Hydroxycumarine und Gerbstoffe.

Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 27.02.2014

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