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Wollblumen-Extrakt – Verbasci flos

Wollblumen-Extrakt – Verbasci flos

Milder Wirkstoff gegen starken Husten

Die Königskerze besitzt einen medizinischen Wirkstoff: die getrockneten Blüten der Pflanze. Die gebräuchlichste und korrekte pharmazeutische Bezeichnung der Königskerzenblüten lautet jedoch Wollblumen, weswegen der Begriff in diesem Text verwendet wird.

Wollblumen-Extrakte verfügen über besonders milde, wohltunende aber effektive Eigenschaften bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege und sind vor allem dann geeignet, wenn sich festsitzender Bronchialschleim gebildet hat und gleichzeitig ein starker Hustenreiz quält.

Wollblumen-Extrakte eignen sich zur Anwendung bereits ab dem Säuglings- und Kleinkindalter. Sie schmecken angenehm, müssen aber stets trocken und luftdicht verschlossen aufbewahrt werden. Wollblumen ziehen Feuchtigkeit leicht an, verfärben sich dann bräunlich und verlieren in Folge an Wirksamkeit.

Auf einen Blick:

Wollblumen

  • Wirken: schleimverflüssigend, auswurffördernd, hustenreizlindernd, entzündungshemmend
  • Können eingesetzt werden: bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege

Inhaltsstoffe der Wollblumen

In den Wollblumen sind besonders drei Inhaltsstoffgruppen von medizinischem und pharmazeutischem Interesse. Dazu gehören Saponine, Schleimstoffe (3%) und Iridoidglykoside.

Bei Atemwegsentzündungen wirken die enthaltenen Saponine schleimlösend und auswurffördernd. Die Schleimstoffe hingegen können starken Hustenreiz lindern, während die Iridoidglykoside Entzündungen hemmen können.

Anwendung bei festsitzendem Husten und Hustenreiz

Schleimlösend bei entzündlichen Atemwegserkrankungen

In mancher Literatur werden Sie auf den Satz stoßen „Die Wollblume ist eine der stärksten Schleimdrogen“. Was etwas unappetitlich, sogar nach Drogenmissbrauch klingt, meint vielmehr die starke hustenreizlindernde Wirkung der Heilpflanze. Auch ist mit dem Wort „Droge“ kein Rauschgift gemeint. In der Pharmazie ist eine Droge üblicherweise ein getrocknetes medizinisches Pflanzenteil.

Der Schleimanteil in den Wollblumen ist mit etwa 3% sehr hoch. Schleimstoffe besitzen die Eigenschaft, dass sie sich bei innerlicher Einnahme über entzündete, wunde Schleimhautstellen, etwa im Rachen, schützend ausbreiten. Sie bilden eine sinnbildliche Schutzbarriere. Mit der Ein- und Ausatmung gelangen stets Fremdkörper in die Atemwege, bzw. sie werden ausgeschieden. Besonders Staub oder scharfe Stoffe können den Hustenreiz fördern. Durch die schützenden Schleimstoffe, gleiten diese Substanzen jedoch über der gereizten Stelle hinweg, sodass diese verheilen kann.

Zusätzlich enthalten Wollblumen-Extrakte wertvolle Saponine, die für die schleimverflüssigende und auswurffördernde Wirkung der Heilpflanze zuständig sind. Innerlich aufgenommen lösen die Saponine einen Reiz auf die Schleimhaut im Magen-Darmtrakt aus. Auf reflexivem Weg wird dieser Reiz an das Gehirn weitergeleitet, das wiederum die Information an die Bronchien weitergibt vermehrt dünnflüssiges Bronchialsekret zu bilden. Das dünnflüssige Sekret löst im nächsten Schritt den zähen, festsitzenden Schleim der Atemwege, sodass dieser (leichter) abgehustet werden kann und die Atemwege frei werden.

Unterstützt werden die Schleimstoffe und Saponine durch Iridoidglykoside, vor allem durch die Komponente Aucubin. Aucubin tötet nachweislich Bakterien ab und wirkt dadurch entzündungshemmend.

Wollblumen-Extrakt

Darreichungsform und Dosierung der Wollblumen

Tee

Bei festsitzendem Husten und entzündeten Atemwegen bilden die leichten Wollblumen eine hervorragende pflanzliche Alternative, auch weil sie den Magen-Darmtrakt nicht belasten.

Überbrühen Sie 2 bis 3 Teelöffel (1,5 g) der Wollblumen mit 1 Tasse (150 ml) heißen Wassers. Lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten lang ruhen, und sieben Sie die Blüten anschließend ab.

Dosierung

Trinken Sie den Wollblumentee 3-mal täglich zwischen oder zu den Mahlzeiten.

Wollblumen-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 3 bis 4) der Wollblumen nicht bekannt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus der Wollblume sind als standardisierte Fertigarzneimittel nicht verfügbar. Getrocknetes Wollblumenkraut erhalten Sie in Ihrer Apotheke. Weiterhin ist Arzneitee mit diesem Wirkstoff (in Kombination) erhältlich.

Wollblumen sind zur Behandlung von entzündlichen Atemwegserkrankungen besonders gut geeignet, wenn sich die Beschwerden durch festsitzenden Bronchialschleim, kombiniert mit Hustenreiz äußern. Wollblumen-Extrakte wirken nachweislich verflüssigend auf Bronchialschleim und auswurffördernd sowie reizlindernd und antientzündlich.

In der Volksmedizin werden Wollblumen innerlich bei Nierenbeschwerden, Blasenerkrankungen, Schleimhautentzündungen des Darms, Hämorrhoiden, und bei schmerzhaften Durchfällen sowie bei Asthma eingesetzt. Äußerlich werden Wollblumen gegen Ohrenschmerzen und Ohrenfurunkel, Mittelohrentzündungen, entzündete Haut, Insektenstiche und alle juckenden Hauterkrankungen verwendet.

Quellen:
  • Augustin M, Schmiedel V: Leitfaden Naturheilkunde. 4. Auflage, Stuttgart 2003
  • Hänsel R, Sticher O: Pharmakognosie – Phytopharmazie. 8. Auflage, Heidelberg 2007
Geschrieben von Redaktion 08.02.2011
Geschrieben von Redaktion 08.02.2011
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Erfahrungsberichte zu Königskerze

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