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Königskerze – Verbascum densiflorum

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Königskerze – Verbascum densiflorum

Königswürdige Heilpflanze für gesunde Luftwege

Die Königskerze war früher ein Symbol der Königswürde. Außerdem wurde die Pflanze der Jungfrau Maria zugeordnet. Sie trägt in vielen Darstellungen eine Königskerze in der Hand, den „Himmelbrand“.

Wogegen hilft die Königskerze?

Die Blüten der Königskerze eigenen sich nachweislich und hervorragend zum medizinischen Gebrauch bei entzündlichen Atemwegserkrankungen mit festsitzendem Bronchialschleim und Hustenreiz.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die therapeutische Anwendung von Wollblumen „bei Katarrhen der Luftwege.“

Wissenswertes über die Königskerze

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In frühen Ärzte- und Arzneibüchern wurde die Königskerze als ein Mittel gegen Lippenherpes (Herpes zoster), damals auch „Das heilige Feuer“ genannt, verwendet. Auch wurde sie bei Durchfall sowie Augenentzündungen gelobt und galt zeitweise sogar als Zaubermittel.

Eine eigenartige Mischung von Zauberglaube und möglicher Heilwirkung bietet ein altes Passauer Rezept gegen gichtkrankranke Füße: „Nimm eine gute Handvoll Königskerzenkraut“, wird hier empfohlen, „und ein Stück Kreide von der Größe eines Eis. Die Kreide stoße zu Pulver, gieße auf beides Wasser, worin der Schmied glühendes Eisen gelöscht hat und koche alles zusammen in einem Fischkessel eine halbe Stunde lang. Wenn es darin lauwarm geworden ist, bade der Kranke seine Füße darin; endlich grabe man ein Loch in die Erde, schütte Wasser nebst Kreide und Kraut hinein und scharre es wieder zu. Wenn es vergangen ist, ist die Gicht verschwunden… .“

Etwas weniger mystisch dafür aber „alkohollastig“ ging es da noch im 11. Jahrhundert unter der Äbtissin Hildegart von Bingen zu. Viele ihrer Rezepturen enthielten Königskerzenblätter. Bei Lungenschmerzen wurden sie z.B. mit anderen Kräutern in gutem Wein gekocht und durch ein Tuch geseiht: „Trinke zwei bis drei Wochen lang ein wenig nüchtern. Ebenso auch kannst du es nach dem Essen trinken, so lange bis zu wieder gesund sein wirst.“

Auch heute noch erfreut sich die Königskerze großer Beliebtheit. Die imposante Heilpflanze, die auch Große Königskerze, Wollblume, Himmelbrand, Katzenschwanz, Marienkerze, Wetterkerze oder Wurmkraut heißt, trifft man in Deutschland auf felsigen Hängen, Hügeln und auf sonnigen Standorten an.

Botanik der Königskerze

Die Königskerzengattung Verbascum ist sehr artenreich und neigt leicht dazu Bastarde zu bilden. Daher ist sie nicht immer leicht zu bestimmen. Die Königskerze, die zu der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) gehört, ist meist zweijährig, kann jedoch auch mehrjährig vorkommen. Sie bildet im ersten Standjahr eine Blattrosette mit großen, ovalen, graugrünen, wolligen Blättern, im zweiten Jahr über 2 m hohe, wollig behaarte blütenreiche Stängel. Ihre Spindelwurzel verzweigt sich im Erdreich nur wenig. Die Blüten stehen in einer endständigen 30 bis 80 cm langen Ähre; die Blütenkrone bis 5 cm breit, besitzt große, goldgelbe Blumenblätter. Die Königskerze blüht von Juni bis Oktober. Die kleinen rötlich-braunen Früchte befinden sich in einer zweiklappig aufspringenden Kapsel.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Königskerze

Der medizinisch eingesetzte Wirkstoff der Königskerze sind ihre getrockneten Blüten. Zwar werden diese Blüten manchmal auch als Königskerzenblüten bezeichnet, am gängigsten ist jedoch die Bezeichnung Wollblumen, die auch in der offiziellen medizinischen Beschreibung zu der Heilpflanze verwendet wird.

Wollblumen werden in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache wiederum Verbasci flos genannt. Ihre Qualität ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Wollblumen sind reich an Schleimstoffen (etwa 3%). Außerdem enthalten sie Saponine, Iridoidglycoside, Flavonoide und Zuckerverbindungen.

Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2014
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