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Kiefernnadelöl – Pini aetheroleum

Kiefernnadelöl – Pini aetheroleum

Wohltuend für die Atemwege und den Bewegungsapparat

Die Kiefer hat insgesamt drei Wirkstoffe. Zu ihnen gehören das Kiefernnadelöl, Kiefernsprossen und das gereinigte Terpentinöl. Alle drei Wirkstoffe sind medizinisch offiziell anerkannt und haben überwiegend identische Anwendungsbereiche.

Kiefernnadelöl ist erwiesenermaßen hilfreich bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege und kann sowohl innerlich als auch äußerlich eingesetzt werden.

Außerdem hilft Kiefernnadelöl nachweislich bei leichten Muskel- und Nervenschmerzen, besonders wenn sie durch Rheuma ausgelöst wurden. Bei diesen Anwendungen ist jedoch ausschließlich ein äußerlicher Gebrauch möglich.

Auf einen Blick:

Kiefernnadelöl

  • Wirkt: gegen Krankheitskeime (Mikroorganismen), auswurffördernd und schleimverflüssigend, örtlich gewebereizend und durchblutungsfördernd
  • Kann innerlich eingesetzt werden: bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege
  • Kann äußerlich eingesetzt werden: bei entzündlichen Atemwegserkrankungen, bei rheumatischen Beschwerden, bei Nervenschmerzen

Inhaltstoffe des Kiefernnadelöls

Kiefernnadelöl ist ein ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus den frischen Nadeln und Zweigspitzen verschiedener Kiefernarten wie z.B. Pinus sylvestris oder Pinus pinaster gewonnen wird.

Zwar kann der Gehalt an ätherischen Ölen je nach Herkunft schwanken. Ausschlaggebend ist letztendlich aber, dass manche ätherische Öle wie α-Pinen in einer Mindestkonzentration vorkommen müssen. Diese Konzentration schreibt das Europäische Arzneibuch vor. Ist diese Mindestkonzentration erreicht, entspricht das Kiefernnadelöl einem wirksamen Arzneimittel.

Zu den wirksamkeitsbestimmenden Inhaltstoffen gehören vor allem α- und β-Pinen. Sortenspezifisch enthalten die Kiefernnadelöle auch hohe Anteile von beispielsweise Δ3-Caren oder Germacren.

Bemerkenswert ist, dass sich die ätherischen Öle bei Anwendung untereinander begünstigen und dadurch die erwünschten Wirkungen auf die Atemwege und den Bewegungsapparat auslösen können.

Anwendung bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege

Pflanzlicher Wirkstoff mit Doppeleffekt

Würde man sich ein Haaaatschi im Zeitlupentempo und mit einer Spezialkamera ansehen, so würde man feststellen, dass unzählige kleine Töpfchen beim Niesen aus den Atemwegen herausgeschleudert werden. Sie können eine erstaunliche Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h erreichen!

Husten und Niesen sind oft Symptome bei Atemwegserkrankungen z.B. einer Erkältung oder einer Bronchitis.

Warum macht der Körper das? Ganz einfach. Sind schädliche Bakterien oder Viren in die Atemwege eingedrungen, versuchen sie sich davon zu befreien. Vor allem bei einer Bronchitis, hat sich lästiger Schleim in den Bronchien festgesetzt und löst sich mehr oder weniger schnell.

Löst sich der Bronchialschleim nur schlecht oder ist die Nase verstopft kann die Anwendung von Kiefernnadelöl genau das Richtige sein. Es bewirkt nämlich nachweislich bei innerlicher und äußerlicher Anwendung, dass die Drüsen in den Atemwegen (Bronchien) dazu angeregt werden, mehr Sekret zu bilden, und damit den Schleim zu verflüssigen. Das passiert über einen Gehirnnerv, den Vagusnerv, der durch einen Reflex die Bronchien zu vermehrter Sekretbildung anregt.

Oft beginnt jetzt erst richtig die Nase zu laufen und man muss Schleim spucken. Dieser Vorgang ist aber wichtig um die Atemwege zu „reinigen“. Dabei helfen die ätherischen Öle gleich zweifach. Neben der vermehrten Sekretbildung bekämpfen sie zusätzlich die ungewollten Eindringlinge (Bakterien, Viren, Pilze). Sie können beispielsweise das Eindringen in die Zellhülle der Bronichien vermindern oder verhindern und machen die lästigen Keime so unschädlich.

Anwendung rheumatischen Beschwerden und Nervenschmerzen

Schmerzen in Gelenken und Muskeln

Wer hat es nicht schon mal gehört: „Mein Rheuma macht mir wieder zu schaffen“ oder „Ich halte die Rückenschmerzen kaum noch aus“.

Genaugenommen ist Rheuma ein Oberbegriff für verschiedene Krankheiten der Bewegungsorgane. Allerdings macht sich Rheuma fast immer durch Schmerzen in den Muskeln oder den Gelenken bemerkbar.

Auch Nervenschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Sie entstehen jedoch üblicherweise durch die Schädigung von Nerven. Nervenschmerzen können beispielsweise durch Druck z.B. beim Bandscheibenvorfall oder durch Stoffwechselstörungen wie beim Diabetes mellitus entstehen.

Bei leichten rheumatischen Beschwerden und Nervenschmerzen können äußerliche Anwendungen mit Kiefernnadelölen Linderung verschaffen. Wird das Öl örtlich aufgetragen wirkt es auf die Stelle gewebereizend. Das hat zur Folge, dass die Durchblutung an der Stelle angeregt wird. Dadurch können sich die betroffenen Körperpartien oftmals leicht entspannen, was auch der Grund ist, warum viele Wanderer ihre Beine mit Kiefernnadelölen nach einem langen Marsch einreiben. Es kann zusätzlich auch leicht schmerzstillend wirken.

Kiefernnadelöl

Darreichungsform und Dosierung des Kiefernnadelöls

Inhalation

Bei einer Erkältung, Schnupfen oder einer leichten Bronchitis ist eine Inhalation mit Kiefernnadelöl gut geeignet. Füllen Sie in eine große, breite Schale etwa ½ Liter heißes (nicht kochendes) Wasser und geben Sie etwa 5 Tropen Kiefernnadelöl hinzu. Zur Inhalation legen Sie sich bitte ein großes Handtuch über den Kopf, damit die Dämpfe nicht entweichen können.

Dosierung

Inhalieren Sie je nach Intensität der Beschwerden 2 bis 3-mal täglich.

Vollbad

Bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege und schmerzhaften Gliedern ist ein Vollbad mit Kiefernnadelöl gut geeignet. Natürlich kann es auch nur bei Erkältungen, rheumatischen Beschwerden oder Nervenschmerzen eingesetzt werden. Geben Sie hierzu 5 g Kiefernnadelöl auf 200 l Badewasser.

Anwendung

Die Badetemperatur sollte zwischen 35 bis 38°C betragen und die Badezeit sollte 10 bis 20 Minuten nicht überschreiten. Bitte nehmen Sie nach dem Bad mindestens ½ Stunde Zeit um sich auszuruhen.

Örtliche Anwendung

Bei schmerzenden Muskeln kann das Kiefernnadelöl auch örtlich auf die betroffene Partie z.B. Beine aufgetragen werden.

Dosierung

Tragen Sie 2 bis 3 Tropfen auf die betroffene Hautpartie auf und verteilen Sie diese vorsichtig (nicht reiben oder kneten).

Kiefernnadelöl

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen der Kiefernnadelöls nicht bekannt.

Achtung! Bitte wenden Sie ätherische Öle niemals bei Säuglingen und Kleinkindern speziell im Bereich der Nase an. Es kann zu Lähmungserscheinungen der Zunge kommen sowie zur unterdrückten Atmung was zu einer Atemlähmung führen kann.

Als Nebenwirkungen können auf der Haut Reizerscheinungen wie Rötungen auftreten. Bei Inhalationen mit zu hoher Dosierung (mehr als 12 Topfen pro Inhalation) kann es zudem zu Krämpfen der Atemwege (Bronchospasmen) kommen.

Außerdem dürfen Kiefernnadelöle nicht bei Asthma bronchiale und Keuchhusten eingesetzt werden. Es kann die Krämpfe der Atemwege verstärken!

Auch dürfen Kiefernnadelöle nicht als Badezusatz bei großen Hauverletzungen und Hautentzündungen, übertragbaren Krankheiten, Fieber, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und bei Bluthochdruck eingesetzt werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Kiefernnadelöl sind als Fertigarzneimittel bisher nicht als Monopräparat verfügbar. Sie erhalten den Wirkstoff in Kombination mit anderen Heilpflanzen in Form von Salbe, Flüssigkeit und Creme als Mittel gegen Erkältungskrankheiten (alles zur Inhalation geeignet). Zudem erhalten Sie das Öl in seiner reinen Form in Ihrer Apotheke.

Kiefernnadelöl setzt sich aus verschiedenen ätherischen Ölen zusammen, die bei innerlicher und äußerlicher Anwendung bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege wirken können. Äußerlich eingesetzt nützt das Kiefernnadelöl erwiesenermaßen gegen rheumatischen Beschwerden, wie Muskelschmerzen, sowie gegen Nervenschmerzen.

In der Volksmedizin wird Kiefernnadelöl wie Kiefernsprossen eingesetzt.

 
Geschrieben von Redaktion 06.02.2013
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 06.02.2013
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