Kamillenöl – Matricariae aetheroleum

Universales Schleimhaut- und Entzündungsmittel
Die Kamille hat zwei medizinische Wirkstoffe: Kamillenöl und Kamillenblüten. Zwar wird das Kamillenöl offiziell nicht als Wirkstoff benannt, es ist jedoch im Europäischen Arzneibuch (PhEur) erläutert und bildet die Grundlage für viele Fertigarzneimittel.
Kamillenöl besteht aus ätherischen Ölen, die durch Wasserdampfdestillation aus den Kamillenblüten gewonnen wird. Es wirkt erwiesenermaßen heilungsfördernd und stark entzündungshemmend auf die Haut und die Schleimhäute. Deshalb wird es gerne bei Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüren aber auch bei Entzündungen im Bereich des Mundes, speziell der Mundhöhle, der Atemwege und der Haut eingesetzt. Dadurch bedingt, dass das Kamillenöl nicht nur entzündungshemmend, sondern auch heilungsfördernd wirken kann, erfüllt es einen Doppeleffekt.
Auf einen Blick:Kamillenöl
- Wirkt: entzündungshemmend, krampflösend, entblähend, geruchsentfernend, schützend vor Magengeschwüren, gegen Bakterien, hemmend auf bakterielle Gifte, gegen Pilze, anregend auf den Hautstoffwechsel
- Kann innerlich eingesetzt werden bei: entzündeten und gereizten Atemwegen, Entzündungen im Magen-Darmbereich
- Kann äußerlich eingesetzt werden bei: Entzündungen der Haut, der Schleimhäute, des Zahnfleisches und der Mundhöhle (auch durch Bakterien), Erkrankungen des Unterleibes und im Bereich des Anus
Inhaltstoffe des Kamillenöls
Kamillenöl besteht aus ätherischen Ölen, die aus den Blüten der Pflanze gewonnen wurden. Zu den wirksamkeitsbestimmenden Inhaltstoffen gehören die ätherischen Öle α-Bisabolol und Chamazulen. Sie wirken nachweislich entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, gegen Bakterien und Pilze und können zudem Magengeschwüren entgegenwirken sowie vorbeugen.
Anwendung u.a. bei Verdauungsbeschwerden und Husten, Bronchitis und Erkältungskrankheiten und Stomatitis und Wundheilung
Keine Chance für entzündungsauslösende Hormone und Magengeschwüre
Den Duft frischer oder getrockneter Kamillenblüten hat wahrscheinlich schon jedes Kind einmal wahrgenommen. Der Geruch des Kamillenöles ist mit dem Duft der Blüten identisch und stark konzentriert. Auch die Wirkung des Kamillenöls ist mit der der Kamillenblüten in vielerleich Hinsicht vergleichbar.
Kamillenöl wirkt durch die seine ätherischen Öle α-Bisabolol und Chamazulen stark entzündungshemmend. Bevor eine Entzündung ausgelöst werden kann, müssen im Körper jedoch vorher mehrere Reaktionen nacheinander erfolgen. Diese Vorgänge werden auch als biochemische Reaktion bezeichnet. Einer dieser Vorgänge ist die Aktivierung von Eiweißverbindungen, sogenannter Enzyme, durch eine ungesättigte Fettsäure, die Arachidonsäure heißt. Verbinden sich die Enzyme mit der Fettsäure, können verschiedene Hormone gebildet werden, die letztendlich Entzündungen auslösen können, z.B. auf der Haut oder im Magen. Kamillenöl kann jedoch die Enzyme, die zur Bildung der Hormone benötigt werden hemmen. Das bedeutet, die Fettsäure kann sich erst gar nicht mit den Enzymen zusammenschließen und deshalb können auch keine oder nur geringe Entzündungen ausgelöst werden – ein wunderbarerer Mechanismus der Natur.
Zusätzlich schützt das ätherische Öl α-Bisabolol vor der Entstehung von Magengeschwüren. Aber damit nicht genug. Es kann auch Magengeschwüre kurieren.
Diese Wirkung kommt ebenfalls durch die Hemmung eines Enzyms zustande, das Pepsin. Pepsin wird im Magen gebildet und ist wichtig für die Verdauung. Gelangt Nahrung in den Magen, so wird die ätzende Salzsäure produziert und gleichzeitig Pepsin. Beide Stoffe verbinden sich im Magen und können so die Verdauung gewährleisten.
Wird jedoch zu viel Pepsin gebildet, kann dies die Schleimhaut des Magens dauerhaft schädigen. Die Folge: ein Magengeschwür. Der Inhaltstoff α-Bisabolol erfüllt an dieser Stelle zwei wichtige Funktionen.
Zum einen hemmt er die Pepsinbildung im Magen und kann damit einen Schutz vor Magengeschwüren und gleichzeitig eine Rückbildung des Geschwüres gewährleisten. Zum anderen reduziert das ätherische Öl die bereits bestehende Menge des Pepsins im Magen, was zum gleichen Ergebnis führen kann.
KamillenölDarreichungsform und Dosierung des Kamillenöles
Zwar ist das Kamillenöl Bestandteil vieler Fertigarzneimittel. Allerdings wird es zur Selbstanwendung eher selten gebraucht.
Öl zur äußeren AnwendungZur Regenerationsförderung der Haut, gegen Wunden und Sonnenbrand, kann Kamillenöl zusammen mit anderen pflegenden Ölen wie Mandel- oder Olivenöl äußerlich auf die Haut aufgetragen werden. Vermischen Sie hierzu:
- Kamillenöl 10 g
- Mandel- oder Olivenöl 90 g
Geben Sie die Mischung in eine zuvor beschriftete Flasche und schütteln Sie das Öl gut vor dem Gebrauch.
AnwendungGeben Sie einen oder mehrere Tropfen des Kamillenöls auf Ihre Handinnenflächen und reiben Sie die betroffene Hautstelle vorsichtig damit ein.
DampfinhalationBei entzündeten und gereizten Atemwegen kann die Inhalation des verdünnten Kamillenöls kleine Wunder bewirken. Geben Sie 1 bis 2 Tropfen Kamillenöl in eine breite Schale und überbrühen Sie das Öl mit 1 Liter siedend heißem Wasser. Legen Sie ein großes Handtuch über Ihren Kopf und inhalieren Sie die Dämpfe.
DosierungInhalieren Sie je nach Intensität der Beschwerden und persönlichem Wohlbefinden bis zu 3-mal täglich.
KamillenölRisiken und Nebenwirkungen
Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen des Kamillenöls nicht bekannt. Weitere Hinweise finden Sie im Text: Kamillenblüten-Extrakt.
Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.
FertigarzneimittelKamillenöl ist als Fertigarzneimittel in Form einer Salbe als Mittel zur äußeren Wundbehandlung im Handel erhältlich. Außerdem erhalten Sie das Öl in seiner reinen Form in Ihrer Apotheke.
Das Kamillenöl enthält erwiesenermaßen stark entzündungshemmende Inhaltstoffe (ätherische Öle). Sie wirken nachweislich bei Entzündungen im Magen-Darmtrakt, bei Magengeschwüren und zur Vorbeugung von Magengeschwüren. Außerdem kann das Kamillenöl heilungsfördernd auf die Haut wirken. Auch bei Haut- und Schleimhautentzündungen kann das Öl effektiv sein, weil es neben den entzündungshemmenden Wirkungen auch Bakterien und Pilze bekämpfen kann. Aus diesen Gründen kann Kamillenöl auch bei Erkrankungen im Bereich des Anus und des Unterleibes Einsatz finden.
In der Volksmedizin wird Kamillenöl ähnlich wie Kamillenblüten angewandt. Lediglich die Anwendung gegen Krämpfe im Magen-Darmbereich dürfte entfallen, weil der Wirkstoff keine Flavonoide und keine Hydroxycumarinderivate enthält.












