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Kamille – Matricaria recutita

Kamille – Matricaria recutita

Einzigartig aromatisch – einzigartig vielseitig wirksam

Ob Magenbeschwerden, nervöse Unruhe oder Entzündungen – die Kamille ist als Allroundtalent der Natur- und Kinderheilkunde vielen Beschwerden gewachsen und genießt als Heilpflanze traditionell großes Vertrauen. Der intensive Duft frischer Kamillenblüten verströmt heimelige Gefühle, ihr aromatischer Geschmack macht den Kamillentee zum wohl beliebtesten Hausmittel bei Bauchschmerzen, Durchfall und Entzündungen des Mund- und Rachenraums. 

Wobei hilft die Kamille?

Kamillenblüten sind reich an ätherischen Ölen, die keim- und entzündungshemmend wirken und die Wundheilung fördern. Andere Blütenbestandteile unterstützen diese Wirkung und können zusätzlich Krämpfe im Magen-Darm-Bereich beseitigen. Echte Kamille unterstützt den Körper daher u.a. bei gereizten Atemwegen, krampfartigen Bauchschmerzen, Magengeschwüren (Ulcus) und Entzündungen im Magen-Darmbereich sowie von Haut und Schleimhäuten.

Die Kamille eignet sich zur innerlichen Anwendung mit von Tees, Tinkturen oder Extrakten. Wichtig zu wissen: Tinkturen enthalten eine hohe Wirkstoffkonzentration. Es ist daher sinnvoll, einem Kamillenblütentee einige Tropfen Kamillentinktur beizugeben, damit sich die heilende Wirkung der Pflanze voll entfalten kann. 

Für die äußere Anwendung wird auch Kamillentee verwendet, alternativ Tinkturen, Salben oder das ätherische Kamillenöl. Konkret können Dampfinhalationen, Gurgellösungen und Mundspülungen und Sitzbäder zum Einsatz kommen.

Kamillentee kaufen Sie am besten in der Apotheke, Produkte aus dem Supermarkt enthalten in der Regel eine geringe Wirkstoffkonzentration. Fertigarzneimittel mit echter Kamille sind zahlreich. Erhältlich sind Konzentrate gegen Entzündungen und Kombinationspräparate mit anderen Heilkräutern in Form von Dragees, Tropfen, Mundgels etc. Auch getrocknete Kamillenblüten sind in der Apotheke erhältlich.

Bestätigte Wirkung:
  • Offizielle Beschreibungen, die die Wirkung der Kamille belegen, enthalten lediglich Ausführungen zu Kamillenblüten. So empfiehlt die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte die Anwendung von Kamillenblüten-Extrakten äußerlich bei „Haut- und Schleimhautentzündungen, bakterielle Hauterkrankungen einschließlich der Mundhöhle und des Zahnfleisches und Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich.“ Zusätzlich befürwortet die Kommission die Anwendung innerlich bei „entzündlichen Erkrankungen und Reizzuständen der Luftwege, gastrointestinalen Spasmen und entzündlichen Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts.“

Detaillierte Informationen und wirksame Hausmittel finden Sie in unseren Wirkstoffartikeln über die Kamillenblüten und das Kamillenöl.

Wissenswertes über die Kamille

Dabei ist die Echte Kamille eine ausgesprochen anspruchslose Pflanze. Sie wächst und gedeiht im Binnenland, auf Schuttplätzen, Äckern und an Wald- und Straßenrändern. Das rückt sie manchmal in den Verdacht, ein Unkraut zu sein. Mitnichten.

Die Echte Kamille ist eine sehr alte Heilpflanze, die von allen alten europäischen Kulturen wegen ihrer medizinischen Wirkungen geschätzt wurde. So war die Pflanze dem Sonnengott Baldur (germanische Kultur) geweiht, wurde aber auch von den alten Ägyptern, Griechen und Römern gleichermaßen verehrt. Einige ihrer überlieferten Namen lauten: Deutsche Kamille, Feldkamille, Hermel, kleine Kamille und Mutterkraut.

Nicht zu verwechseln ist die Pflanze übrigens mit der Römischen Kamille. Bei dieser handelt es sich zwar um die gleiche Familie, die Korbblütengewächse, aber um eine ganz andere Pflanze aus dieser Familie. Der botanische Name der Echten Kamille lautet Matricaria recutita, die der Römischen Kamille Chamaemelum nobile. Zwar sollen die Blüten der Römischen Kamille ähnliche Wirkungen wie die Echte Kamille besitzen, diese sind aber nicht offiziell anerkannt. 

Botanik der Kamille

Die Echte Kamille ist eine 20 bis 80 Zentimeter hochwachsende Pflanze aus der Familie der Asteraceae/Compositae, der Korbblütengewächse. Die einjährige oder einjährig überwinternde Kamille hat dünne, spindelförmige Wurzeln und zahlreiche Faserwurzeln, die nicht sehr tief in den Boden eindringen. Die ästigen, leicht gerillten Stängel tragen die wechselständigen zwei-, bis dreifach fiederteiligen Blätter. An ihrem Enden sitzen die unterschiedlich großen Blütenköpfe. Die Rand- oder Zungenblüten sind bis 8 Millimeter lang von weißer Farbe, die Röhrenblüten oben trichterförmig und gelb. Die Früchte (Samen) sind sehr klein und von gelblichgrauer Farbe. Das Saatgut behält bei Lagerung zwei bis drei Jahre seine Keimfähigkeit, im Boden sogar bis zu 15. Obwohl Kamille eine überwinternde Art ist, braucht sie zum Keimen keine Frosttemperaturen.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Kamille

Die medizinisch verwendeten Wirkstoffe der Echten Kamille sind ihre Blüten und das daraus durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißen Kamillenblüten „Matricariae flos“ und Kamillenöl „Matricariae aetheroelum“. Sowohl die Qualität der Kamillenblüten als auch die des Kamillenöls ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Kamillenblüten enthalten eine Vielzahl von wertvollen Inhaltsstoffen. Zu ihnen gehören in erster Linie die ätherischen Öle α-Bisabolol und Chamazulen. Aber auch Flavonoide, Cumarine und Schleimstoffe sind an der Wirkung beteiligt. Desweiteren enthalten sie Phenolcarbonsäuren, Lipide, Phytosterole, Cholin, Aminosäuren und mineralische Bestandteile.

Kamillenöl besteht ausschließlich aus ätherischen Ölen. Da es aus den Kamillenblüten gewonnen wird, bilden ebenfalls die ätherischen Öle α-Bisabolol und Chamazulen seine Hauptkomponenten

 

Geschrieben von Redaktion 16.01.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 16.01.2014
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