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Kamille – Matricaria recutita

Kamille – Matricaria recutita

Alleskönner rund um Entzündungen und Magen-Darmbeschwerden

Es wird kaum jemanden geben, der nicht schon einmal in den Genuss eines Kamillentees gekommen ist. Tatsächlich ist die Kamille eine Art Allroundtalent und eine der unumstrittensten Heilpflanzen überhaupt.

Wissenswertes über die Kamille

Dabei ist die Echte Kamille eine ausgesprochen anspruchslose Pflanze. Sie wächst und gedeiht im Binnenland, auf Schuttplätzen, Äckern und an Wald- und Straßenrändern. Das rückt sie manchmal in den Verdacht, ein Unkraut zu sein. Mitnichten.

Die Echte Kamille ist eine sehr alte Heilpflanze, die von allen alten europäischen Kulturen wegen ihrer medizinischen Wirkungen geschätzt wurde. So war die Pflanze dem Sonnengott Baldur (germanische Kultur) geweiht, wurde aber auch von den alten Ägyptern, Griechen und Römern gleichermaßen verehrt. Einige ihrer überlieferten Namen lauten: Deutsche Kamille, Feldkamille, Hermel, kleine Kamille und Mutterkraut.

Nicht zu verwechseln ist die Pflanze übrigens mit der Römischen Kamille. Bei dieser handelt es sich zwar um die gleiche Familie, die Korbblütengewächse, aber um eine ganz andere Pflanze aus dieser Familie. Der botanische Name der Echten Kamille lautet Matricaria recutita, die der Römischen Kamille Chamaemelum nobile. Zwar sollen die Blüten der Römischen Kamille ähnliche Wirkungen wie die Echte Kamille besitzen, diese sind aber nicht offiziell anerkannt. 

Botanik der Kamille

Die Echte Kamille ist eine 20 bis 80 Zentimeter hochwachsende Pflanze aus der Familie der Asteraceae/Compositae, der Korbblütengewächse. Die einjährige oder einjährig überwinternde Kamille hat dünne, spindelförmige Wurzeln und zahlreiche Faserwurzeln, die nicht sehr tief in den Boden eindringen. Die ästigen, leicht gerillten Stängel tragen die wechselständigen zwei-, bis dreifach fiederteiligen Blätter. An ihrem Enden sitzen die unterschiedlich großen Blütenköpfe. Die Rand- oder Zungenblüten sind bis 8 Millimeter lang von weißer Farbe, die Röhrenblüten oben trichterförmig und gelb. Die Früchte (Samen) sind sehr klein und von gelblichgrauer Farbe. Das Saatgut behält bei Lagerung zwei bis drei Jahre seine Keimfähigkeit, im Boden sogar bis zu 15. Obwohl Kamille eine überwinternde Art ist, braucht sie zum Keimen keine Frosttemperaturen.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe der Kamille

Die medizinisch verwendeten Wirkstoffe der Echten Kamille sind ihre Blüten und das daraus durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißen Kamillenblüten „Matricariae flos“ und Kamillenöl „Matricariae aetheroelum“. Sowohl die Qualität der Kamillenblüten als auch die des Kamillenöls ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Kamillenblüten enthalten eine Vielzahl von wertvollen Inhaltstoffen. Zu ihnen gehören in erster Linie die ätherischen Öle α-Bisabolol und Chamazulen. Aber auch Flavonoide, Cumarine und Schleimstoffe sind an der Wirkung der Kamillenblüten-Extrakte beteiligt. Desweiteren enthalten sie Phenolcarbonsäuren, Lipide, Phytosterole, Cholin, Aminosäuren und mineralische Bestandteile.

Kamillenöl besteht ausschließlich aus ätherischen Ölen. Da es aus den Kamillenblüten gewonnen wird, gehören zu den Hauptkomponenten ebenfalls die ätherischen Öle α-Bisabolol und Chamazulen.

Medizinische Wirkungen

Kamillenblüten und Kamillenöl decken ein sehr breites Wirkungsspektrum rund um Entzündungen ab. Hierzu zählen beispielsweise Entzündungen der Haut, der Mundschleimhaut, des Zahnfleisches aber auch der Magen-Darmschleimhaut. Darüber hinaus nützen die Wirkstoffe nachweislich zur Vorbeugung und Behandlung von Magengeschwüren (Ulcus). Zusätzlich zu diesen Wirkungen besitzen Kamillenblüten einen Effekt gegen Krämpfe im Magen-Darmtrakt. Diese Wirkung hat das Kamillenöl wahrscheinlich nicht.

Offizielle Beschreibungen, die die Wirkung der Kamille belegen, enthalten lediglich Ausführungen zu Kamillenblüten. So empfiehlt die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte die Anwendung von Kamillenblüten-Extrakten äußerlich bei „Haut- und Schleimhautentzündungen, bakterielle Hauterkrankungen einschließlich der Mundhöhle und des Zahnfleisches und Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich.“ Zusätzlich befürwortet die Kommission die Anwendung innerlich bei „entzündlichen Erkrankungen und Reizzuständen der Luftwege, gastrointestinalen Spasmen und entzündlichen Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts.“

Geschrieben von Redaktion 16.01.2014
Geschrieben von Redaktion 16.01.2014
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